Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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klecksauge
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von klecksauge »

Liebe Märzmama,

Es tut mir sehr leid, dass ihr so einen unschönen Start hattet.
Ich hoffe, dass du diesbezüglich gut von deiner Hebamme begleitet wirst.
Ich habe also oft nicht die Energie, das zu machen, was ich wahrscheinlich machen müsste, um erfolgreicher zu stillen, z.B. mehr Pumpen, mehr Anlegen, Massieren oder was weiß ich.
Wir gehen kleine Schritte und immer erst einen. Wenn dir was zu viel ist, dann sag das, das ist ok. So wie du es kannst und möchtest.


Der erste Schritt ist, die Stillfrequenz zu erhöhen.
Du solltest möglichst auf 10-12 Mahlzeiten in 24h kommen.
Du rechnest dabei immer vom Stillbeginn. Wenn ihr um 9 Uhr morgens stillt, dann sollte die nächste Mahlzeit 11/11:30 spätestens 12 Uhr angeboten werden. Meldet sich dein Sohn nicht selbst, bietest du aktiv an.

Die Gewichtszunahme ist sehr gut. Wenn du nun häufiger anlegst, sollte sich deine Milchproduktion in wenigen Tagen anpassen, also erhöhen. Denn das Angebot bestimmt die Nachfrage. Und dein Baby ist noch so jung, da ist es noch wesentlich leichter die Milchproduktion zu steigern.
Die Zufütterungsmenge können wir dann langsam senken. Dazu ist regelmäßiges Wiegen unter gleichen Bedingungen wichtig. Waage ist ja schon unterwegs, das ist perfekt.
Ich lasse dir mal den Link zum korrekten Wiegen da.

Aktuell füttere bitte nur 50ml pro Mahlzeit zu. Wenn du es schaffst die Stillfrequenz zu erhöhen muss das auch gar nicht bei jeder Mahlzeit nötig sein. Die Zunahme ist wie gesagt sehr sehr komfortabel.

Einen weiteren Schritt möchte ich dir noch an die Hand geben.
Hast du schon mal Brustkompression ausprobiert?
Das wendest du dann an, wenn dein Baby aufhört effektiv zu trinken. Du animierst damit, hilfst den Milchspendereflex wieder auszulösen und kurbelst somit auch deine Produktion an.

Wie klingt das für dich?


Kleiner Hinweis:
Ich arbeite immer am DI und MI. Manchmal schaffe ich es erst abends spät an den Laptop, bisweilen schaffe ich es erst am DO wirklich ausführlich zu antworten. Wundere dich also bitte nicht, wenn ich ab und mal etwas knapp bin. :-)
Liebe Grüße aus den Norden von
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Märzmama
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von Märzmama »

Huhu!

Ich lese alle Beiträge, danke für euer Feedback. Bitte nicht böse sein, wenn ich jetzt nur schnell auf die Beratung eingehe, ich fand bisher alle Beiträge und gutes Zureden hilfreich! :daumenhoch:
klecksauge hat geschrieben: 12.04.2021, 21:32 Der erste Schritt ist, die Stillfrequenz zu erhöhen.
Du solltest möglichst auf 10-12 Mahlzeiten in 24h kommen.
Du rechnest dabei immer vom Stillbeginn. Wenn ihr um 9 Uhr morgens stillt, dann sollte die nächste Mahlzeit 11/11:30 spätestens 12 Uhr angeboten werden. Meldet sich dein Sohn nicht selbst, bietest du aktiv an.
Alles klar, dann werde ich jetzt öfter anlegen und es werden beim Zufüttern erstmal 50ml angeboten. Evtl. will er ja dann von selbst öfter ran, weil das Milchkoma kleiner ist. :) gerade habe ich ihm zum "Frühstück" um 5 Uhr beide Brüste ohne Zufüttern angeboten, gleich gibt's dann wieder Pre dazu.
Die Gewichtszunahme ist sehr gut. Wenn du nun häufiger anlegst, sollte sich deine Milchproduktion in wenigen Tagen anpassen, also erhöhen. Denn das Angebot bestimmt die Nachfrage. Und dein Baby ist noch so jung, da ist es noch wesentlich leichter die Milchproduktion zu steigern.
Die Zufütterungsmenge können wir dann langsam senken.
Das klingt sehr aufbauend. Da ich keinen richtigen Milcheinschuss hatte, fühlt es sich manchmal so an, als würde man gar nix mehr machen können, dabei ist meine Milch ja schon mehr als z.B. vor zwei Wochen! Die Hebamme war gestern da und er hat auch nochmal kräftig zugelegt, er wiegt nun 3960 g! Daher fühle ich mich jetzt auch sicherer, dass er grundsätzlich gut isst und dadurch auch gedeiht! :)
Einen weiteren Schritt möchte ich dir noch an die Hand geben.
Hast du schon mal Brustkompression ausprobiert?
Das wendest du dann an, wenn dein Baby aufhört effektiv zu trinken. Du animierst damit, hilfst den Milchspendereflex wieder auszulösen und kurbelst somit auch deine Produktion an.
So ähnlich wurde es mir von einer Schwester im KH gezeigt, aber in dem Video wurde es besser erklärt, danke!
Kleiner Hinweis:
Ich arbeite immer am DI und MI. Manchmal schaffe ich es erst abends spät an den Laptop, bisweilen schaffe ich es erst am DO wirklich ausführlich zu antworten. Wundere dich also bitte nicht, wenn ich ab und mal etwas knapp bin. :-)
Kein Problem, ich bin dankbar für Tipps und man hat halt auch noch ein "echtes Leben" außerhalb vom Forum. :wink:

Ich melde mich in 1-2 Tagen mit neuen Daten/wie das mehr anlegen läuft! Dann sollte auch die Waage da sein!
1 Sohn, 23.3.21 :)
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Kohlmeise
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von Kohlmeise »

Liebe Märzmama, ich wollte Dir nur kurz dalassen, dass ich bei beiden Kindern auch einen sehr sanften, für mich nicht spürbaren Milcheinschuss hatte. Ich hatte nie harte spannende Brüste, aber trotzdem immer genug Milch, was man dann letztendlich an der Zunahme sehen konnte.
Ihr schafft das!!
Drei (2013/2016/2023)
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ShinyCheetah
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von ShinyCheetah »

Das was beim "typischen" Milcheinschuss so spannt, ist auch nicht in erster Linie eine große Menge Milch oder so. Das ist schlicht und ergreifend Lymphflüssigkeit. Es ist doof, schmerzhaft (war es zumindest bei mir) und das Stillen war dadurch (kurzfristig) fast unmöglich, weil F meine Brust nicht mehr fassen konnte.

Will sagen: Du hast nichts verpasst ;) Dass die Milch so richtig anfing zu spritzen, sobald ein MSR ausgelöst wurde, kam bei mir auch erst etwas später. Und das braucht es auch gar nicht, um erfolgreich zu stillen. Im Gegenteil, wenn das arme Baby beim Stillen so geflutet wird, kann auch das zu großer Unzufriedenheit führen. Ich musste deshalb eine Weile immer "gegen die Schwerkraft" stillen... Auch nicht optimal.

Beim Stillen ist nicht alles so schwarz-weiß, wie man manchmal meint ;)
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
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ShinyCheetah
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von ShinyCheetah »

Allerdings war es cool, 2, 3 Tage lang Brüste wie Lara Craft zu haben 8)
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


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nido56
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von nido56 »

Hallo, bei mir ist die Stillzeit schon lange her, aber einiges kommt mir sehr bekannt vor. Ich hatte zB auch keinen wirklich deutlichen Milcheinschuss.

Ich habe sehr, sehr kleine Brüste, die in der Schwangerschaft auch gar nicht bis minimal gewachsen sind. Mein Sohn war ein spätes SGA Frühchen und anfangs ziemlich trinkschwach. Und wie gesagt, Betonbrüste? Milchfontänen? Alles Fehlanzeige. Beim Pumpen kamen auch nur einzelne Tropfen.

In den ersten 2 Monaten habe ich zugefüttert, anfangs viel, dann immer weniger und in den letzten 2 Wochen eigentlich nur noch, weil ich Angst hatte, dass es ohne nicht ginge. Da kannte ich das SuT noch nicht. Sonst wäre es sicher schneller gegangen.

Danach habe ich jedenfalls völlig problemlos bis zum Beikost Beginn mit 6 Monaten voll und bis zum 2. Geburtstag teilgestillt.
nido mit dem Piraten (01/2012)
Lösche Benutzer 25726

Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von Lösche Benutzer 25726 »

Beim ersten Kind hatte ich einen richtigen Milcheinschuss, bei den anderen Beiden war sie halt plötzlich da, aber gemerkt habe ich das nur am Trinkverhalten meiner Kinder. Allerdings hatte ich auch seeeehr viel Milch, das fanden sie anfangs nicht so prima. Dick waren aber alle 3, das hatte mit dem Milcheinschuss nix zu tun. Daher von mir auch eine Stimme für: du hast nix verpasst, sanft ist doch super.

Bestimmt will dein Sohn häufiger stillen wenn du weniger auf einmal zufütterst. Genau so soll es sein!
Und schön, wenn er mit beiden Brüsten ohne Pre zufrieden war. Das klappt jetzt sicher häufiger. Bleib dran. Du liest dich schon viel entspannter, das ist schön.
Serafin
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von Serafin »

Ich hab den Milcheinschuss auch nie gemerkt. Kind zwei hat nach 24 h schon Mumistuhl gehabt... Dick waren beide.
kleiner Maulwurf 12/15
kleiner Schildkröterich 05/19
Märzmama
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Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von Märzmama »

Das ist echt beruhigend, dass es auch vielen anderen so ging/geht. Meine Hebamme und im KH haben alle ewig drauf herumgeritten, ob die Brüste schon heiß und hart wären usw...
1 Sohn, 23.3.21 :)
Lösche Benutzer 27615

Re: Frust und Tränen beim Teilstillen mit Sonde

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Das ist schräg ... die Hebamme sollte es eigentlich besser wissen. Bei mir war der Große eine Woche auf der Neo und ich durfte ihn nur nach Zeitplan stillen (alle drei Stunden 30min) und da waren meine Brüste heiß und Beton. Der Kleine durfte jetzt trinken wie er wollte (was deiner ja auch durfte) und da habe ich den Milcheinschuss nur am Schlucken und Spucken bemerkt.
Prinzipiell ist es ja gut und richtig, wenn nicht zu viel Milch produziert wird. Wir wollen ja alle keine Milchstaus und Entzündungen haben.
Jetzt wird auch nur eine Brust Mal hart, wenn ich versehentlich Nachts mal die falsche Seite gebe, also nicht abwechsle. Sonst sind beide immer angenehm weich.
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