Ich bin ganz neu hier und bin auf der Suche nach Tipps, Ratschlägen... und einem Ort zum Ausheulen?!
Vorgeschichte
Nach einer eher ereignislosen Schwangerschaft entwickelte ich leider sehr schnell und plötzlich eine Präeklampsie in der 38. SSW. Ich wurde 4 Tage lang mit allem, was das KH eben so hergibt (Katheter, Gel, Cytotec...), eingeleitet. Die lange und erschöpfende Einleitung, der Umgang mit mir im KH (desaströse Informationspolitik bzgl. meiner Präeklampsie, Organisationsfehler wie vergessene Medikamente usw.) und die lange Trennung von meinem Mann wegen Corona in einer Zeit, in der ich jede Unterstützung gebraucht hätte, haben mich emotional extrem zermürbt. Ich habe ab Tag 2 im KH ständig geheult und nach der schlussendlichen Geburt (20 Stunden nach dem Blasensprung) wars dann auch nicht besser... Kein Milcheinschuss - das war durch den Stress vll. "vorprogrammiert". Mein Baby verlor trotz stündlichem oder zweistündlichem Anlegen, ganz viel Hautkontakt und trotz quasi 0 Schlaf auf meiner Seite 10% seines Gewichts und ich sollte deshalb noch länger im KH bleiben. Das war nach 7 Tagen und ca. 100 Nervenzusammenbrüchen für mich keine Option mehr und ich unterschrieb die Entlassung auf eigene Gefahr und mit dem Versprechen, so HA Pre zuzufüttern, wie es mir im KH dann schnell-schnell noch gezeigt wurde, nämlich per Ernährungssonde im Mundwinkel.
Ich muss vorweg sagen, dass es mir zu Hause besser geht als im KH und ich schon ein paar gute Tage hatte, aber ich nach wie vor alles oft extrem anstrengend und zermürbend finde. Der Blutdruck von der Präeklampsie hat sich noch nicht eingependelt und ich nehme 8 Blutdrucktabletten am Tag. Beim Stillen oder danach weine ich oft, weil es so schlecht läuft und dann irgendwann die Geburt wieder hochkommt und was alles im KH scheiße gelaufen ist. Ich habe also oft nicht die Energie, das zu machen, was ich wahrscheinlich machen müsste, um erfolgreicher zu stillen, z.B. mehr Pumpen, mehr Anlegen, Massieren oder was weiß ich.
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Ich füttere per Ernährungssonde HA Pre zu und wenn ich mich aufraffen kann die ca. 30-40ml Muttermilch, die ich abpumpen kann. Menge beim Pre ganz unterschiedlich. Ich biete in der Sondenflasche zur Zeit immer 105ml an. Er trinkt zwischen 50ml und 100ml, keine Regelhaftigkeit erkennbar, wann er wie viel trinkt.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Grober Rhythmus:
5 Uhr Aufstehen, 1 x 10 Min links anlegen ohne Sonde, dann 1 x rechts anlegen mit Sonde, Premenge wie er mag (so zwischen 50 und 100ml, wie er will); Baby ist wach/aufmerksam
9 Uhr wie oben, Baby schläft
13 Uhr wie oben, Baby schläft
17 Uhr wie oben, Baby wird quengelig und schreit sich dann ein
zwischen 18 und 21 Uhr Beruhigungsnuckeln wie er braucht, weil er nur am Schreien und Drücken ist
22 Uhr wieder wie oben, Baby schläft
irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr will er normalerweise nochmal ran, wie oben
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Pipi viel, alle 2 Stunden ist die Pampers gut (!) voll; weicher, braun-gelber Stuhlgang alle 2-3 Tage (dann aber beim Windelwechseln wirklich 30 Minuten am Stück non-stop
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Erstes Andocken im Kreißsaal nach der Geburt klappte nicht so, er hatte keinen richtigen Zug --> Kolostrum mit Spritze gesammelt und in den Mund getan
Danach auf dem Zimmer ging das Andocken eigtl. gut! Mund war immer schön offen und ich hatte keine wunden Brustwarzen! Ich habe viel angelegt und verschiedene Positionen gezeigt bekommen... es kam aber wohl viel zu wenig raus. Gefühlt nix. Die ersten 24h hatte er keinen Stuhlgang und nur eine Pipi-Windel, an Tag 2 und 3 kam ganz wenig Mekonium und vll. 2 Pipi-Windeln, er drückte den ganzen Tag extrem, es ging nix voran und er nahm rapide ab. Iwann hat das KH-Personal dann auch bemerkt, dass er wahrscheinlich kaum Milch bekommt und deshalb der Darm keine Fahrt aufnimmt. Meine Brüste waren nicht warm, nicht größer und im Mund meines Babies war allenfalls ein Hauch von Milch erkennbar nach dem Stillen trotz stündlichem Anlegen von mir... An Tag 3 hatte er 10% Abnahme erreicht und ich sollte dableiben, vgl. oben, ich wollte heim. Ab dem Nachmittag wurde dann von mir Pre per Sonde zugefüttert und ab Tag 6 hatte er dann endlich Mekonium-freien Stuhlgang und er nahm gut zu. Gelbsucht war auch vorhanden, Maximalwert beim Billi war an Tag 5 ca. 16, danach ging er runter!
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Bisher nicht, nur die Sonde.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Hebamme, die aber schon früh geraten hat, zur Not halt die Flasche zu nehmen
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich nehme Metropolol und Methyldopa für den Blutdruck von der Präeklampsie, Eisen für meine Anämie durch die Geburt, Magnesium auch als Nachsorgetaktik für die Präeklampsie; ich bin jetzt nach der SS theoretisch adipös, vorher war ich übergewichtig. Gelbsucht siehe oben.
Gewichtsverlauf
23.3. 3290 g (Geburt)
26.3. 2980 g (Entlassung)
27.3. 3090 g (ab hier Hebamme)
29.3. 3160 g
02.4. 3400 g
06.4. 3690 g
Ausheulerei/Probleme/Ratschläge gesucht
Ich bin jetzt in Woche 3 langsam zermürbt von der Stillsituation. Ich will stillen. Ich will am liebsten vollstillen. Aber mich verlässt immer mehr die Motivation, die Dinge zu machen, die notwendig sind, um da vll. hinzukommen, weil ich einfach oft so frustriert bin und mir noch die Energie fehlt nach der ganzen Geburtskatastrophe.
Am Anfang habe ich nach jedem Stillen elektrisch gepumpt. Am Anfang kamen 10ml aus beiden Brüsten zusammen, bis vor Kurzem kamen so ca. 40ml aus beiden Brüsten. Ich habe aber gerade absolut keine Kraft mehr, immer zu pumpen und habe es aufgegeben, weil ich nicht mehr kann. Ich pumpe vll. noch einmal am Tag. Heute waren es noch knapp 30ml aus beiden Brüsten.
Die Stillsituation ist mittlerweile so:
- Ich lege das Baby an die eine Brust ohne Sonde. Er trinkt ca. 10 Minuten, bis er sie ausspuckt und nicht mehr ranwill (ich vermute: "leer getrunken" bzw. die "leicht erreichbare" Milch ist erstmal weg). Das Anlegen klappt nicht mehr so gut wie nach der Geburt, Gründe folgen unten, also ist es oft eine Qual, das Baby richtig und schmerzfrei an die Brust zu bekommen. Er krallt auch gerne seine Hände in die Warze oder haut die Brust (nicht absichtlich, meine ich, er ist einfach ein Zappelphilipp und kann das wohl kaum koordinieren), saugt an der Faust anstatt anzudocken... es frustet mich aber endlos, weil meine Lunte eh kurz ist zur Zeit.
- Mein Mann macht derweil 105ml Pre fertig.
- Ich wechsel die Brust, es ist wieder ein Krampf ihn anzudocken, dann saugt er aber.
- Jetzt schiebt mein Mann den Schlauch der Sonde in den Mundwinkel. Es passiert jetzt entweder
1. Das Baby dockt ab, weil der Schlauch stört und der Kampf mit dem Andocken geht von vorne los.
2. Das Baby bleibt angedockt, ist aber ein ganz schlauer Kerl und hat mittlerweile nach 2 Wochen Sondenfütterung geschnallt, dass es viel einfacher ist, nun nach und nach mit dem Mund Richtung Warzenspitze runterzurutschen und nur noch gerade genug Vakuum zu formen, dass der Schlauch ihm seine Pre gibt. Ich muss entweder abdocken und den Kampf wieder von vorne beginnen oder aber, was immer häufiger passiert, weil ich keine Kraft mehr habe, ich lasse ihn vorne seine 100ml fertig nuckeln und schmier mir dann die wunde Brustwarze mit Lanolin ein und hol mir ein Kühlpack und heule.
Das Andocken wird täglich schwieriger. Er will nur noch die Nuckelstellung, die für den Schlauch optimal ist, machen. Es dauert 10, 15 Anläufe, bis er den Mund richtig aufmacht. Dazwischen tuts weh und der Frust steigt auch beim Baby, weil ich ihm die Brust immer wieder wegnehme, weils eben wehtut und falsch angedockt wurde.
Mein Mann liegt mit in den Ohren, ich soll doch Stillen + Zufüttern per Flasche (wir haben die vielbeworbene angeblich anti-saugverwirrung-garantierende C-Sauger-Flasche von M da, aber ich trau dem Braten nicht), weil er mich so nicht mehr sehen kann. Die Hebamme sieht das auch eher locker mit der Flasche. Ich habe Angst, dass das Baby dann gar nicht mehr an die Brust geht. Gleichzeitig heul ich ständig und bin kurz davor, doch die Flasche zu geben. Das Pumpen habe ich ja schon aufgegeben, weil ich dachte, ich habe dann mehr Kraft für den Kampf mit der Sonde, ist aber nicht so.
Ich weiß irgendwie nicht, was ich machen soll. Mein Traum ist: Nur Stillen. Ohne diese dumme Sonde, wegen der mein Baby verlernt, richtig zu trinken. Ohne Pumpe. Ohne irgendwelchen Schmarrn. Aber dann nimmt er wieder ab.
Vll. hat hier ja jemand noch einen Tipp oder Plan, wie ich doch noch mehr Milch produzieren kann.
Danke und LG