Hey Tami,Tami2016 hat geschrieben: 25.09.2020, 12:53 Wir sind in den letzten Jahren zeitweise echt durch die Hölle gegangen. Emotional, viel Streit..... Nun haben wir endlich wieder halt gefunden und natürlich panische Angst, dass wir an einem weiteren Kind zugrunde gehen.
ich kann Deine Beschreibung zum Teil ganz gut nachvollziehen. Wir hatten auch ein unendliches Tief, als das erste Kind so 1-3 Jahre alt war. Wir haben uns dann für ein zweites Kind entschieden, als die Große 4 war - letztlich kamen die Zwillinge dann, als die Große fast 6 war.
Was mich etwas irritiert bei Deiner Beschreibung ist Deine Angst, dass ihr wieder in gleiche Muster fallt. Streit ist ja nicht gottgegeben, sondern durchaus abhängig davon, wie man als Paar reagiert. Was hat damals für die extremen Tiefs gesorgt? Habt Ihr eine Idee, wie Ihr darauf besser reagieren könnt? Stress führt nicht automatisch zu Streit. Man kann die Verhaltensmuster durchbrechen - wenn man sie denn einmal durchschaut hat. Und vor allem, wenn beide ein Interesse an konstruktivem Miteinander haben.
Ich würde mich da noch mal mit Deinem Mann zusammensetzen und besprechen, was ihr macht, wenn Kind 2 genauso anstrengend wird wie Kind 1. Wie könnt ihr unnötige Auseinandersetzungen verhindern, vor allem solche, die Euch nur noch mehr schwächen? Was passiert, wenn die Nächte über Wochen und Monate gestört sind, wenn Ihr ein Schreikind habt? Habt einen Plan B und C. Das kann total unterschiedlich sein, was hillft: Ich kenne ein Paar (Zwillingseltern), die haben sich abends immer dafür entschuldigt, was sie sich nachts schlaftrunken an den Kopf werfen.
Man kann lernen, nachgiebig zu sein, großzügig und nicht zu streiten - ohne sich abzukapseln und zu verlieren. Wir hatten dann tatsächlich auch keine großen Konflikte mehr - auch wenn die ersten Jahre mit drei Kindern und Zwillingen sicher nicht immer stressfrei sind. Gerade in den ersten 2 Jahren haben wir das allein und ohne Familie gemanagt. Meine Mutter nimmt zwar gern die Große, aber mit zwei Babys/Kleinkindern war sie schlicht weg überfordert. Mein Mann ist vor Corona gependelt und war 3 Tage die Woche komplett weg - wobei wir auch lange Elternzeiten mit Teilzeit, etc. für ihn hatten, so dass die ersten zwei Jahre nicht ganz so heftig waren.
Prinzipiell glaube ich, man wächst auch mit den Aufgaben und Euer erstes Kind wird ja schon ein recht großes Geschwisterkind sein, dass sich dann auch mal 1-2 h allein beschäftigen kann. Und in der ersten Zeit muss halt abends notfalls mal der Fernseher herhalten, wenn das Baby seine Schreiphasen hat und nur ein Elternteil da ist - nicht schön, aber besser, als wenn das Großkind auch noch am Rad dreht. Das würde mich nicht schrecken.
Ich kann den Wunsch nach einem zweiten (und dritten) Kind sehr gut nachvollziehen, würde aber schauen, ob ihr nicht Eure Konfliktlösungsstrategien optimieren könnt.