Film Elternschule im Kino

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blauelagune
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von blauelagune »

Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 10:13



Aber man muss sich vor Augen führen, dass es hier traumatisierte Kinder und deren oft traumatisierte Eltern waren, die hier ihren letzten Strohhalm ergriffen haben. Nachdem sie in vielen Therapien und anderen Hilfen gescheitert sind. Das passt mit der Lebenswelt von vielen stillen-und-tragen Familien überhaupt nicht zusammen.

Ja, es wurden sehr schwierige Szenen gezeigt . Ich selbst könnte mir das für mein Kind so gar nicht vorstellen. Aber wie gesagt, die Kinder waren schwerstkrank und lebten in einem Extrem toxischen Umfeld. Sie waren so stark Regulationsgestört, dass sie sich selbst nicht mehr gut hatten, und sich selbst in ihrer Entwicklung im Wege standen. Was man im film gesehen hat, war Therapie. Das war kein liebevolles Familienleben. Aber das wurde auch nie als eine solche gekennzeichnet.

Sehr schwierig finde ich, das da die Persönlichkeitsrechte der Kinder vielleicht nicht richtig gebaut wurden. Ich selbst hätte als Kind nicht in einer Therapie gefilmt werden wollen.
Schwerstkrank? Wer sagt das? Es ist doch vollkommen unklar, was die Kinder überhaupt haben.

Und was tut man für die Eltern? Wie werden sie unterstützt, wo wird nach Ursachen gesucht, um das Zusammenleben wieder möglich zu machen?

Die Kinder werden zum Funktionieren gebracht. Die Eltern sind erstmal raus und dürfen sich Herrn Langers Vorträge anhören.

Das ist einfach nur unglaublich gruselig und wohl auch kaum nachhaltig.
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dingsda
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von dingsda »

Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 14:29 Ich glaube, und das stört mich auch an renz polster, wir unterschiedliche standpunkte. Familien können zerstörerisch sein, Kindern geht es dort nicht immer gut. Meistens, weil es den Erwachsenen nicht gut geht. Diesen Familien ist mit ap nicht geholfen. Mir ist das ein bißchen zu sehr schön wetter reden.
und was sagst du zum rest? er hat etwas mehr geschrieben als "knuddelt die kinder mal ordentlich". was ist mit seiner recherche zur klinik? egal ob AP nun bei allen familien ausreichend ist oder nicht, dass stattdessen die kinder irgendwelchen therapiekonzepten ausgesetzt werden, die absolut keine grundlage in der richtigen medizin haben, das kann's doch wohl nicht sein
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Roter Drache
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Roter Drache »

Frieher, an welcher Stelle im Film wird über Vortherapien gesprochen? Ich kenne nur die gekürzte Fernsehversion.

Die Eltern, die ich kenne, denen diese Therapie angeboten wurde, haben nicht zig Therapien durch. Die Kinder hatten unteranderem Neurodermitis, Essstörung. Die Klinik ist in der Nähe. Die Eltern sind nicht traumatisiert und sehr willig auch verschiedene Dinge auszuprobieren. Mindestens ein Kind war auch nicht traumatisiert. Lebensmittelallergien wurde auch erst später getestet. Diese Therapie wird/ wurde hier als DIE ultimative Lösung angepriesen, bevor andere Therapien/ Lösungen angeboten wurden.
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Pelufer
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Pelufer »

Es gibt einen ehemaligen Mitarbeiter, der aus dem Konzept ausgestiegen ist und veröffentlicht hat, wie die Therapie verlaufen soll. Da wird erklärt dass Asthma keine Krankheit ist und dem Kind während eines Anfalls auf gar keinen Fall seine Medikamente gegeben werden dürfen. Das ist in meinen Augen keine Therapie, das ist kein traumatisiertes Kind, das ist schlicht fahrlässig.
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thuri
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von thuri »

dingsda hat geschrieben: 22.07.2019, 14:59
Frieher hat geschrieben: 22.07.2019, 14:29 Ich glaube, und das stört mich auch an renz polster, wir unterschiedliche standpunkte. Familien können zerstörerisch sein, Kindern geht es dort nicht immer gut. Meistens, weil es den Erwachsenen nicht gut geht. Diesen Familien ist mit ap nicht geholfen. Mir ist das ein bißchen zu sehr schön wetter reden.
und was sagst du zum rest? er hat etwas mehr geschrieben als "knuddelt die kinder mal ordentlich". was ist mit seiner recherche zur klinik? egal ob AP nun bei allen familien ausreichend ist oder nicht, dass stattdessen die kinder irgendwelchen therapiekonzepten ausgesetzt werden, die absolut keine grundlage in der richtigen medizin haben, das kann's doch wohl nicht sein
Ich habe bei Ranz Polster auch nicht gelesen, dass er mit ap die Probleme aller Familien lösen will.
Nur im Film werden die Probleme der Eltern ebenfalls nicht behandelt. Eine Familie mit fluchtgeschichte zum Beispiel erhält dort genau die gleiche Behandlung, wie die Mutter, für die es hier wirklich der letzte Strohhalm ist (sonst geb ich sie ins heim)
Dieses über einen Kamm scheren aller Probleme ist ein objektiver Mangel dieser Darstellung. Damit ist ja noch nicht gesagt, dass es für die eine oder andere Familie tatsächlich der richtige Weg war. Der Film zeigt aber eine allgemeingültigkeit die so einfach nicht gegeben ist.
Hier mit Eule (2/14) und Lerche (9/18)
Lösche Benutzer 3486

Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Ich habe vernommen, dass die Kinder in letzter Instanz da hinkommen. Es kann sein, dass ihr aus dem Nahbereich etwas anderes kennt. Ich nicht.

Ich fand renz polsters recherche ziemlich an den Haaren herbei her zogen... Gründet auf jemanden, der vielleicht mwl ne phase und aus dieser phase könnte der Ansatz sein... Als ich das las, wusste ich nicht, von wem der text war, und dachte mir, da ist jemand aber richtig verrannt. Dass das renz polster war, war ich schon sehr überrascht.

Die Eltern bekommen nach dem film entspannungsstünden und unterstützende Gespräche um eben die Ursache zu bekämpfen. Das finde ich einen guten Ansatz.

Aber wir werden da wohl nicht zusammen kommen. Das ist auch kein Problem. Vor Jahren wäre ich ähnlich schockiert gewesen. Inzwischen denke ich, dass das Leben eben auch manchmal andere Geschichten schreibt und, dass Kinder es nicht immer so gut in ihren Familien haben. Wenn es dann eine Therapie gibt, die Familien wieder ins Gleichgewicht beingt, denke ich, dass der Schaden, der durch die Therapie verursacht wurde viel kleiner ist als der, die familiensituation so zu belassen. Ich denke, dass es hier und da punkte in der Klinik gibt, die veränderungswürdig sind - ich fand zum beispiel das Personal etwas kalt und das Konzept der mäuseburg hab ich auch nicht wirklich verstanden - aber den gesamtansatz - kinder zusammen mit ihren eltern zu therapieren - finde ich gut und nachhaltig.

Es ist auch schwierig, dass es bei dem Film nur ein schwarz oder Weiß zu geben scheint. Ich finde wie gesagt den film in einigen Punkten nicht gut und habe das gefühl, ihn in Gänze verteidigen zu müssen.
Dazu haben halt fachstatements wie renz polster oder auch die Presse beigetragen.
pqr
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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von pqr »

Frueher

Der Ansatz ist ganz sicher seit dem Vorgänger Stemmann von vor über 30 Jahren so ( obwohl die Neurodermitis- und Asthmaforschung in eine ganz andere Richtung gehen heute) und dieser Ansatz, beschrieben schon in den 2000ern im Spiegel ist immer noch da.
Ich hatte in meiner Kindheit schon von dieser Klinik und ihren Ansätzen gehört wegen Neurodermitis.
Also moderne Konzepte sind es nicht.
Viele Grüße
pqr

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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von pqr »

Hier nochmal der alte Spiegel-Artikel

https://m.spiegel.de/spiegel/print/d-39613469.html
Viele Grüße
pqr

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Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von pqr »

Das Merkwürdige in der Recherche entsteht übrigens dadurch, dass es eben keine nennenswerten Fachpublikationen in Zeitschriften mit peer review über die Methode gibt, auf die man sich beziehen könnte und über die man das Konzept beurteilen könnte. Das liegt aber nicht an Renz Polster, sondern an der Klinik.
Viele Grüße
pqr

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Lösche Benutzer 3486

Re: Film Elternschule im Kino

Beitrag von Lösche Benutzer 3486 »

Für mich kriege ich es in keinen konsequenten Zusammenhang - der Spiegel Artikel und die behandlung von dysfunktionalen familienbeziehungen. Auch beim lesen des Artikels nicht.

Aber wie gesagt, wir werden nicht zusammen kommen. Ich finde den Ansatz gut, den film nicht halb so erschreckend, wie erwartet und denke, dass aber nicht alles Licht ist in der klinik.

Und mehr ist elternschule für mich nicht. Kein Grund, Keule zu schwingen und nach zusammenhängen zu faden.

Vielen Dank für all eure wertvollen Kommentare.
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