Pupu hat geschrieben: 22.12.2018, 21:15
Ich glaube, wir hören hier gerade den Ausdruck "good enough" mit verschiedenen Ohren
Manche verstehen es als "es ist nicht das, was ich eigentlich wollte, aber es ist nah genug dran, um es halt durchgehen zu lassen". Dann klingt es tatsächlich fast ein wenig abwertend - mehr so wie "knapp daneben, aber passt schon trotzdem irgendwie".
Andere dagegen verstehen es als "es ist vielleicht nicht der Goldstandard der perfekten Pinterest-Mutter, aber es ist gut und es ist genug und es ist das passende für unsere Bedürfnisse". Darin sehe ich nichts abwertendes. Kann ja zum Beispiel auch nicht jeder Leistungssportler sein, also wäre es sinnlos, zum Beispiel Schulsport an den Leistungen der Olympiamannschaft zu messen. Aber im eigenen, realistischen Rahmen kann man dann eben GUT sein - gut genug, zwar nicht Weltmeister, wahrscheinlich nichtmal Gewinner bei den Dorfwettkämpfen, aber eben dennoch gut!
Und da kann man dann auch durchaus stolz auf seine Leistung sein.
Ich glaube, ich habe vor allem ein Problem mit dem Beispiel aus dem Eingangspost.
Klar habe ich an mich als Mutter irgendwelche Erwartungen. Die sollten aber realistisch sein und sich nicht an irgendwelchen Idealen aus dem SuT, dem TV oder woher auch immer ergeben? Und meiner Meinung nach macht die perfekte Mutter in diesem Fall halt nicht 12345 Sorten Kuchen/Torte/Muffins, sondern sieht ein, dass sie nicht backen kann, backt mit den Kids supereinfache Muffins und kuschelt sich dann ihnen aufs Sofa. Da haben doch alle mehr davon. Ich hingegen backe gerne, auch mit den Kindern und freu mich schon auf's Backen für die Geburtstagsfeier. Ist doch beides perfekt. Dafür kann ich keine tolle Geburtsgsparty ausrichten - mach ich dann halt nicht, sondern wir fahren in den Indoorspielplatz.
Sonst endet das doch nur mit Depressionen?
Letztes Jahr um diese Zeit bin ich von "erschaffe eine bessere Version von dir" erschlagen worden, das gefühlt stand an jeder Ecke. Aber warum sollte ich nicht einfach mit mir zufrieden sein? Was ist daran so schlimm, mich so anzunehmen, wie ich bin? Ist das nicht viel sinnvoller als einem Ideal von irgendwo nachzueifern? Von der Werbung gesagt zu bekommen, dass man nicht gut ist wie man ist und sich verbessern muss, ist doch Unsinn?
Ich kann mir vorstellen, dass wir alle viel zufriedener wären, wenn wir uns einfach so annehmen, wie wir sind?