"Good-Enough-Mothers-Club"

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Lösche Benutzer 25517

Re: "Good-Enough-Mothers-Club"

Beitrag von Lösche Benutzer 25517 »

Lachtraube hat geschrieben: 22.12.2018, 18:08 Danke Larala :) Bei mir ist das auch ein grundsätzliches Problem und ich bin bereits dran ;) Gott sei Dank habe ich diese Gedankenspirale ja nicht immer. Es gibt einfach gute und weniger gute Tage. Trotzdem hilft es mir wenn ich lese, dass es anderen Müttern genau so geht und es nicht nur ein Problem meines geringen Selbstbewusstseins ist :)
Ich hatte das auch oft, und mir hat mal jemand auf meine Zweifel geantwortet: „Wie fürchterlich wäre das für deine Kinder, wenn sie eine perfekte* Mutter hätten! Was für ein Albtraum, mit jemandem aufzuwachsen der nie Fehler macht, nie schimpft, nie schlecht gelaunt ist, nie motzig.“

Fand ich sehr tröstlich. 🙈😇

*perfekt hier im Sinne von: „nicht motzig, stets liebevoll, etc“.
NudelSalat1234
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Re: "Good-Enough-Mothers-Club"

Beitrag von NudelSalat1234 »

Himmelszelt, danke fürs Teilen. Das finde ich total nachvollziehbar und beruhigend. Ich denke auch, dass der Begriff "perfekt" unterschiedlich verstanden werden kann. Ich zb verstehen darunter eine Mutter aus den Filmen, die ALLES mit einem Lächeln schafft, dabei aber iwie merkwürdig ist und am Ende stellt sich im Film raus, dass sie ein Roboter war :D
Ich möchte lieber mit Menschen leben, die Ecke und Kanten haben, denn die habe ich auch und sonst fühlte ich mich doch doof und minderwertig, wären alle anderen perfekt im Sinne von ohne menschliche Fehler. Und "gut" ist eben einfach menschlich und das sollte eine Beziehung doch zu allererst sein.
Mit Sommerengel 7/2018 und Frühlingsherzblatt 2/2021
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Sarasu
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Re: "Good-Enough-Mothers-Club"

Beitrag von Sarasu »

Ich habe gestern an diesen Thread gedacht als ich auf die eingepackten Geschenke Post-it's geklebt habe statt selbstgebastelte Geschenkanhänger. Wird vermutlich keinen stören.
Die Kinder haben Playmobil-Adventskalender und finden es toll. Günstiger wären selbst befüllte auch nicht und Schokolade am frühen Morgen trägt hier nicht gerade zum Weihnachtsfrieden bei. Stattdessen spielen sie echt ausführlich damit.

Das Haus ist sauber (dank Putzfrau am Donnerstag) und oberflächlich aufgeräumt, aber in den Regalen ist das gleiche Chaos das ich seit Monaten entrümpeln will.
Und gebacken habe ich einmal mit den Kindern und einmal allein, je ein Blech. Das war ein Lernfeld die letzten Jahre, dass ich mich von der Vorstellung frei mache wie ich mit glücklich helfenden Kindern x Sorten backe. Das war immer Stress, zumindest für mich, die Kinder haben sich irgendwann verzogen.
Aber dank backfreudiger Omas im Bekanntenkreis haben wir trotzdem genug Plätzchen und die sind froh wenn es gegessen wird.
Sohn L. Juli 2010 und Tochter E. August 2014, Sommersternchen 2013

Bild

In der Weite des Meeres sieht man die gesegelte Meile nicht. Aber sie ist gesegelt!
Lösche Benutzer 8492

Re: "Good-Enough-Mothers-Club"

Beitrag von Lösche Benutzer 8492 »

Pupu hat geschrieben: 22.12.2018, 21:15 Ich glaube, wir hören hier gerade den Ausdruck "good enough" mit verschiedenen Ohren :)

Manche verstehen es als "es ist nicht das, was ich eigentlich wollte, aber es ist nah genug dran, um es halt durchgehen zu lassen". Dann klingt es tatsächlich fast ein wenig abwertend - mehr so wie "knapp daneben, aber passt schon trotzdem irgendwie".

Andere dagegen verstehen es als "es ist vielleicht nicht der Goldstandard der perfekten Pinterest-Mutter, aber es ist gut und es ist genug und es ist das passende für unsere Bedürfnisse". Darin sehe ich nichts abwertendes. Kann ja zum Beispiel auch nicht jeder Leistungssportler sein, also wäre es sinnlos, zum Beispiel Schulsport an den Leistungen der Olympiamannschaft zu messen. Aber im eigenen, realistischen Rahmen kann man dann eben GUT sein - gut genug, zwar nicht Weltmeister, wahrscheinlich nichtmal Gewinner bei den Dorfwettkämpfen, aber eben dennoch gut!
Und da kann man dann auch durchaus stolz auf seine Leistung sein.
Ich glaube, ich habe vor allem ein Problem mit dem Beispiel aus dem Eingangspost.
Klar habe ich an mich als Mutter irgendwelche Erwartungen. Die sollten aber realistisch sein und sich nicht an irgendwelchen Idealen aus dem SuT, dem TV oder woher auch immer ergeben? Und meiner Meinung nach macht die perfekte Mutter in diesem Fall halt nicht 12345 Sorten Kuchen/Torte/Muffins, sondern sieht ein, dass sie nicht backen kann, backt mit den Kids supereinfache Muffins und kuschelt sich dann ihnen aufs Sofa. Da haben doch alle mehr davon. Ich hingegen backe gerne, auch mit den Kindern und freu mich schon auf's Backen für die Geburtstagsfeier. Ist doch beides perfekt. Dafür kann ich keine tolle Geburtsgsparty ausrichten - mach ich dann halt nicht, sondern wir fahren in den Indoorspielplatz.
Sonst endet das doch nur mit Depressionen?

Letztes Jahr um diese Zeit bin ich von "erschaffe eine bessere Version von dir" erschlagen worden, das gefühlt stand an jeder Ecke. Aber warum sollte ich nicht einfach mit mir zufrieden sein? Was ist daran so schlimm, mich so anzunehmen, wie ich bin? Ist das nicht viel sinnvoller als einem Ideal von irgendwo nachzueifern? Von der Werbung gesagt zu bekommen, dass man nicht gut ist wie man ist und sich verbessern muss, ist doch Unsinn?
Ich kann mir vorstellen, dass wir alle viel zufriedener wären, wenn wir uns einfach so annehmen, wie wir sind?
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Sabina
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Re: "Good-Enough-Mothers-Club"

Beitrag von Sabina »

Und für alle, die zweifeln: lest euch (mal wieder) die Texte von Julia Dibbern ‚es ist deine Familie‘ durch. Die haben mich lange Zeit begleitet und hängen immer noch eingerahmt über dem Familienbett.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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Lachtraube
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Re: "Good-Enough-Mothers-Club"

Beitrag von Lachtraube »

@wildmotzi: Es handelt sich ja um Beispiele aus MEINEM Alltag und ich habe sie mMn nicht als allgemeines Problem von jeder Mutter beschrieben. Du scheinst da eben auch schon einen Schritt weiter und mit Dir als Mutter und deinen Fähigkeiten zufrieden zu sein. Das fehlt mir noch. Ich habe diesen Beitrag auch nicht eröffnet, um zu erkennen was eine Mutter zu einer guten Mutter macht, das ist natürlich für jede Situation, jede Familie und für jeden selbst je nach Fähigkeiten und Interessen etwas anderes ;) Mir geht es einfach um einen Austausch mit Müttern, die sich auch oft etwas aufbürden, was eigentlich gar nicht sein muss und so langsam zu einem entspannteren Familienleben und Frausein zu finden :)

Ich wünsche Euch und euren Familien ganz tolle entspannte Feiertage :) Ich habe es dieses Jahr geschafft das Essen bereits heute vorzukochen, um morgen nicht den ganzen Tag in der Küche zu stehen. Außerdem werden wir nicht die gesamte Zeit mit der ganzen Familie verbringen "um es allen Recht zu machen". Auch wenn die Vorweihnachtszeit etwas stressiger war, denke ich, dass wir die restliche Zeit entspannt verbringen werden :)
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