Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
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pqr
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Sandküste
Zum Thema Studium (leicht OT) allein finanzieren: Bekäme er kein BaFÖG? Wenn sein Vater dazu zu viel verdient, könnte der Vater auch verpflichtet werden, das Studium zu finanzieren.
Ich finde den möglichen Zugang zum Studium schon sehr wichtig, gerade eim Thema aufs Leben Vorbereiten.
Zum Thema Studium (leicht OT) allein finanzieren: Bekäme er kein BaFÖG? Wenn sein Vater dazu zu viel verdient, könnte der Vater auch verpflichtet werden, das Studium zu finanzieren.
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Viele Grüße
pqr
pqr mit Mini 04/2015
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Lösche Benutzer 17612
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Der Vater muss das Studium natürlich zum Teil finanzieren, die werden das ganz genau überprüfen ob er BaFÖG-berechtigt ist. Ich würde wetten- nein.
Aber ein Studium komplett von den Eltern finanzieren lassen ist halt oft nicht drin, ein Studentenjob ist meist notwendig. Unsere Studenten arbeiten häufig neben dem Studium, ich bekomme das immer mit wenn Arbeitszeiten mit Praktika kollidieren.
Aber ein Studium komplett von den Eltern finanzieren lassen ist halt oft nicht drin, ein Studentenjob ist meist notwendig. Unsere Studenten arbeiten häufig neben dem Studium, ich bekomme das immer mit wenn Arbeitszeiten mit Praktika kollidieren.
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Unsere 13-jährige hat auch bereits 2 Jobs die sie ausser Haus ausübt. Extras müssen bei uns selber finanziert werden oder halt zu Geburi/Weihnachten gewünscht werden. Wir sind da auch sehr radikal, wenn ich da so andere Eltern sehe.
Es gibt jedoch für alle Sackgeld, unabhänig vom Daheim mithelfen. Mithilfe wird aber erwartet. Hier muss jeder mitanpacken. Das klappt recht ordentlich. Da hilft halt auch, dass sogar die Jüngste sich wertgeschätzt und nützlich fühlt. So hilft man ja auch gleich viel lieber.
Keine Ahnung, wie wir es hier mit einem Studium machen würden. Sicher ist, dass wir lediglich unterstützend zahlen könnten. Der Hauptanteil müssten die Kinder dazuverdienen. Aber die Frage stellt sich hier zumindest bei den zwei Grossen nicht. Die werden wenn, via Lehre und dann zweitem Bildungsweg ins Berufsleben starten.
Keine Ahnung, wie wir es hier mit einem Studium machen würden. Sicher ist, dass wir lediglich unterstützend zahlen könnten. Der Hauptanteil müssten die Kinder dazuverdienen. Aber die Frage stellt sich hier zumindest bei den zwei Grossen nicht. Die werden wenn, via Lehre und dann zweitem Bildungsweg ins Berufsleben starten.
Tochter 2005, Sohn 2007 und Tochter 2010
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Ich grätsche hier brutal rein.Sandküste hat geschrieben: 11.10.2018, 12:31 Meine Kinder sind ja schon älter - 17,14 und 11.
Und gerade der Große vergleicht oft. Er hat offenbar einige Freunde, die eben mehr finanzielle Mittel haben.
Ich sage es ihm offen- er weiß, dass ich finanzielle Sorgen habe (so stark gerade, dass ich nachts nicht schlafen kann, weil Reparaturen anstehen und ich es nicht zahlen kann). Das sage ich ihm halt auch. Und dass eben die meisten seiner Freunde Einzelkinder sind - er eben Geschwister hat, seine Eltern getrennt sind (gut, dass ist hier in Berlin zum Glück total normal). Meist ist er sehr verständig - es muss nicht die Markenjeans sein, wenn der Style eben stimmt. Bei Schuhen ist das anders - da schauen wir gemeinsam nach Sonderangeboten z.B.
Urlaube kann ich nicht möglich machen - bis auf kurze Auszeiten. Ich habe ihm gesagt, er solle doch mal überlegen, ob er nicht einen Job findet - das will er nicht. Also - SO dringend kann sein Geldwunsch dann doch nicht sein....
Sein Studium usw. wird er allein finanzieren müssen - falls er studieren mag.
Führersein, Auslandsaufenthalt - so was geht halt nicht. Da müsste er ordentlich was beitragen.
Sandküste, mein Großer ist auch 17 und hier wäre finanziell mehr drin als bei euch. ABER: Seh ich nicht ein! Mein Großer ist SEHR erwachsen für sein Alter. Er hat Nebenjobs, seit er ca. 13 war. In diesem Sommer hat er sich etwa 4.000€ verdient. Zum Führerschein gibt es hier die Hälfte dazu, da die Kinder den einfach so früh wie möglich brauchen. Auto hat er sich selbst gekauft. Markensachen hat er, aber wenige.
Was ich damit sagen will - und im Forum auch schon öfter erwähnt habe: Bei uns ist es eine Einstellungssache. Es ist nicht so, dass wir uns es nicht leisten könnten oder wollten, weil wir geizig wären. Wir wollen den Kindern gerne mitgeben, dass man etwas leisten muss um sich etwas leisten zu können.
Auch die beiden Jüngeren werden früh etwas dazu verdienen. Der Mittlere bereits mit seinem Hobby (wenn auch sehr unregelmäßig), die Kleine plant schon ihren Babysitterjob
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Je nachdem ist ein Studium ja auch unterschiedlich teuer. Es macht einen großen Unterschied, ob man daheim wohnen bleibt und eben was studiert, was vor Ort geht oder ob man in München Medizin studieren will, so als Beispiel. Oder ob man sagt, ich mach ein duales Studium, weil es sich sonst nicht finanzieren lässt. Oder man macht erst ne Ausbildung und studiert danach, wenn man ein Anrecht auf elternunabhängiges BAföG hat.
Meine Cousine mit drei Geschwistern hat fast das komplette Studium noch daheim gewohnt und nebenher trotzdem gearbeitet und einen Teil des Geldes sogar daheim abgegeben, anders wäre das halt nicht gegangen.
Mein Kind ist ja noch klein, ich beschränke mich bisher auf Dinge, die für mich selbstverständlich sind zu lernen: Helfen im Haushalt, auch mit 2,5 geht Spülmaschine und Waschmaschine ausräumen und Wäsche aufhängen, „putzen“ etc. Ist jetzt nicht immer die supergroße Hilfe, aber grade jetzt schwanger find ich es echt nett, alles aus dem unteren Fach der Spülmaschine an den Schrank gebracht zu bekommen oder den Wäschekorb nur tragen zu müssen, aber die Klamotten muss ich nicht ein- und ausräumen. Oder wir kochen, letzte Woche haben wir ne Dreiviertel Stunde Erbsen aus den Schalen gepult.
Als langfristiges Ziel hätte ich gerne ein Kind, dass glücklich ist, dass mit Frust umgehen kann und in der Lage ist, sich an ändernde Situationen anzupassen. Und auch, damit umzugehen, dass man nicht immer alles sofort haben kann und auch nicht immer alles haben kann, was man gerne hätte. Das muss hier aber glaub zuerst der Papa lernen.
Aber ja, ich mache mir da auch viele Gedanken, wie man ein kompetentes Kind bekommt, bei dem man später mal sagen kann, egal was genau passieren wird, das geht schon seinen Weg. Das hat meine Mutter mir vor einer Weile mal gesagt, dass sie das bei mir so sieht und dass es sie sehr stolz macht. Das möchte ich später auch gerne mal sagen können.
Meine Cousine mit drei Geschwistern hat fast das komplette Studium noch daheim gewohnt und nebenher trotzdem gearbeitet und einen Teil des Geldes sogar daheim abgegeben, anders wäre das halt nicht gegangen.
Mein Kind ist ja noch klein, ich beschränke mich bisher auf Dinge, die für mich selbstverständlich sind zu lernen: Helfen im Haushalt, auch mit 2,5 geht Spülmaschine und Waschmaschine ausräumen und Wäsche aufhängen, „putzen“ etc. Ist jetzt nicht immer die supergroße Hilfe, aber grade jetzt schwanger find ich es echt nett, alles aus dem unteren Fach der Spülmaschine an den Schrank gebracht zu bekommen oder den Wäschekorb nur tragen zu müssen, aber die Klamotten muss ich nicht ein- und ausräumen. Oder wir kochen, letzte Woche haben wir ne Dreiviertel Stunde Erbsen aus den Schalen gepult.
Als langfristiges Ziel hätte ich gerne ein Kind, dass glücklich ist, dass mit Frust umgehen kann und in der Lage ist, sich an ändernde Situationen anzupassen. Und auch, damit umzugehen, dass man nicht immer alles sofort haben kann und auch nicht immer alles haben kann, was man gerne hätte. Das muss hier aber glaub zuerst der Papa lernen.
Aber ja, ich mache mir da auch viele Gedanken, wie man ein kompetentes Kind bekommt, bei dem man später mal sagen kann, egal was genau passieren wird, das geht schon seinen Weg. Das hat meine Mutter mir vor einer Weile mal gesagt, dass sie das bei mir so sieht und dass es sie sehr stolz macht. Das möchte ich später auch gerne mal sagen können.
Bei Kitakindern fängt der Elternabend 16:30 Uhr an. Richtig, das ist jetzt unser Abend. Denn unser Morgen ist die Nacht von früher. - Kirsten Fuchs
Mit Schulkind, Vorschulkind und Kitakind
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Lösche Benutzer 17612
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Gibt es in der Schweiz kein BaFÖG? das ist ja ärgerlich :/.
Ein Studium muss ja nicht soooo teuer sein, gerade in Berlin sollte ja eine gewisse Auswahl an Studienfächern an verschiedenen Hochschulen zur Verfügung stehen.
Dann geht es nur ums Wohnen und die Bücher ( auf die man wohl mittlerweile auch oft über die Hochschulen kostenlos digital zugreifen kann).
Wenn man irgendwo in der Pampa wohnt, wird es schwieriger. Wobei wir auch Studenten haben die täglich 2 oder mehr Stunden mit den Öffis pendeln und dann halt ab und an mal bei Studienkollegen schlafen.
@ Kinderkinder: Bei uns ist die Situation ja auch so. Aber man muss schon in Betracht ziehen dass es für die Kinder einen enormen Unterschied macht ob sie-gefühlt- die Einzigen sind, deren Eltern sich das nicht leisten können und die sich die Dinge deshalb dazuverdienen müssen ( bei uns was das damals nicht so ungewöhnlich, ich fühlte mich auch nie ärmer als andere. Waren wir eigentlich auch nicht.), oder ob die Eltern das einfach als " charakterbildende Maßnahme" so durchziehen, aber es THEORETISCH möglich wäre die Wünsche zu erfüllen. Man kann seinen Frust über einen vielleicht ungeliebten Job bei Freunden auch mal effektiver loswerden wenn man über die geizigen strengen Eltern schimpft, als wenn man im Hinterkopf hat, dass es einfach nicht anders geht.
Wenn mein Sohn mit 17 die Chance hat etwas echt tolles zu machen ( z.B. Auslandsaufenthalt) über das er sich wahnsinnig freut- dann kann er das machen. Wenn er das veranschlagte Geld zu dem Zeitpunkt nicht beisteuern kann, dann schießen wir es eben vor. Am Traktorführerschein werden wir uns auch sehr großzügig beteiligen, da er den dann wahrscheinlich für die Nebenjobs braucht ( er hilft gerne bei den Landwirten der Nachbarschaft).
Das ist wohl genauso ein Unterschied wie bei Familien die mit 100€/Woche auskommen MÜSSEN und deshalb einen strikten Haushaltsplan führen, und Familien die einfach Kontrolle über ihre Finanzen haben müssen und es als Herausforderung betrachten, mit diesem Geld auszukommen.
Ein Studium muss ja nicht soooo teuer sein, gerade in Berlin sollte ja eine gewisse Auswahl an Studienfächern an verschiedenen Hochschulen zur Verfügung stehen.
Dann geht es nur ums Wohnen und die Bücher ( auf die man wohl mittlerweile auch oft über die Hochschulen kostenlos digital zugreifen kann).
Wenn man irgendwo in der Pampa wohnt, wird es schwieriger. Wobei wir auch Studenten haben die täglich 2 oder mehr Stunden mit den Öffis pendeln und dann halt ab und an mal bei Studienkollegen schlafen.
@ Kinderkinder: Bei uns ist die Situation ja auch so. Aber man muss schon in Betracht ziehen dass es für die Kinder einen enormen Unterschied macht ob sie-gefühlt- die Einzigen sind, deren Eltern sich das nicht leisten können und die sich die Dinge deshalb dazuverdienen müssen ( bei uns was das damals nicht so ungewöhnlich, ich fühlte mich auch nie ärmer als andere. Waren wir eigentlich auch nicht.), oder ob die Eltern das einfach als " charakterbildende Maßnahme" so durchziehen, aber es THEORETISCH möglich wäre die Wünsche zu erfüllen. Man kann seinen Frust über einen vielleicht ungeliebten Job bei Freunden auch mal effektiver loswerden wenn man über die geizigen strengen Eltern schimpft, als wenn man im Hinterkopf hat, dass es einfach nicht anders geht.
Wenn mein Sohn mit 17 die Chance hat etwas echt tolles zu machen ( z.B. Auslandsaufenthalt) über das er sich wahnsinnig freut- dann kann er das machen. Wenn er das veranschlagte Geld zu dem Zeitpunkt nicht beisteuern kann, dann schießen wir es eben vor. Am Traktorführerschein werden wir uns auch sehr großzügig beteiligen, da er den dann wahrscheinlich für die Nebenjobs braucht ( er hilft gerne bei den Landwirten der Nachbarschaft).
Das ist wohl genauso ein Unterschied wie bei Familien die mit 100€/Woche auskommen MÜSSEN und deshalb einen strikten Haushaltsplan führen, und Familien die einfach Kontrolle über ihre Finanzen haben müssen und es als Herausforderung betrachten, mit diesem Geld auszukommen.
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Natürlich, du hast vollkommen Recht! Ich wollte nur zu Sandküstes Beitrag schreiben, dass es auch andere Gründe haben kann, warum Kinder nicht in teuren Markenklamotten herum laufen. Aber es stimmt natürlich, dass es mit allen Beteiligten etwas Anderes macht, je nachdem ob es der finanzielle oder der erzieherische Grund ist.EllenRipley hat geschrieben: 11.10.2018, 19:59 @ Kinderkinder: Bei uns ist die Situation ja auch so. Aber man muss schon in Betracht ziehen dass es für die Kinder einen enormen Unterschied macht ob sie-gefühlt- die Einzigen sind, deren Eltern sich das nicht leisten können und die sich die Dinge deshalb dazuverdienen müssen ( bei uns was das damals nicht so ungewöhnlich, ich fühlte mich auch nie ärmer als andere. Waren wir eigentlich auch nicht.), oder ob die Eltern das einfach als " charakterbildende Maßnahme" so durchziehen, aber es THEORETISCH möglich wäre die Wünsche zu erfüllen. Man kann seinen Frust über einen vielleicht ungeliebten Job bei Freunden auch mal effektiver loswerden wenn man über die geizigen strengen Eltern schimpft, als wenn man im Hinterkopf hat, dass es einfach nicht anders geht.
Wenn mein Sohn mit 17 die Chance hat etwas echt tolles zu machen ( z.B. Auslandsaufenthalt) über das er sich wahnsinnig freut- dann kann er das machen. Wenn er das veranschlagte Geld zu dem Zeitpunkt nicht beisteuern kann, dann schießen wir es eben vor. Am Traktorführerschein werden wir uns auch sehr großzügig beteiligen, da er den dann wahrscheinlich für die Nebenjobs braucht ( er hilft gerne bei den Landwirten der Nachbarschaft).
Das ist wohl genauso ein Unterschied wie bei Familien die mit 100€/Woche auskommen MÜSSEN und deshalb einen strikten Haushaltsplan führen, und Familien die einfach Kontrolle über ihre Finanzen haben müssen und es als Herausforderung betrachten, mit diesem Geld auszukommen.
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Wie schön, Ellen, dieser Beiträg hätte von mir stammen können - auch wenn ich es niemals so treffend formulieren könnte wie duEllenRipley hat geschrieben: 10.10.2018, 19:02 Ich traue meinen Kindern viel zu und ermutige sie dazu Dinge auszuprobieren, von denen viele Erwachsene denken das könnten sie noch nicht. Sowohl im Haushalt als auch außerhalb, wir lassen sie auch Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auf uns alle haben.
Unser 11-jähriger kann ein Essen kochen, einen Friseurtermin ausmachen oder den TÜV zur Hängerabnahme empfangen, wenn wir noch auf der Arbeit sind. Der 8-Jährige kann Erste Hilfe und stabile Seitenlage, das bekommt er hin ( außer ne Reanimation, da hat er im Gegensatz zum Großen noch nicht die Kraft für). Andere Kinder könn(t)en schon ganz frühganz andere Dinge tun, wenn man es ihnen zutrauen würde.
Wenn der Große das Essen anbrennen lässt weil er neben dem Kochen mit dem Handy daddelt, dann ist das eben so. Das bedeutet noch nicht, dass er es nicht kann- nur, dass er einen Fehler gemacht hat und es beim nächsten Mal besser machen kann.
Unsere Kinder sind nicht nur wichtig weil sie unsere Kinder sind und wir sie eh lieben wie verrückt, sondern auch weil sie wichtig für die Abläufe in unserer Familie sind, weil sie ein Teil davon sind. Wenn sie ihre Aufgaben nicht erledigen, Gerät das System ins Wanken. Wenn sie ihre Haustiere nicht füttern, sterben diese. Klar schaue ich ihnen nicht dabei zu wie sie sie verhungern oder verdrecken lassen, aber ich nehme ihnen diese Aufgaben auch nicht ab.
Ich begleite sie darin auch Dinge durchzuziehen, die keinen Spaß machen. Und ermutige sie dazu sich erstmal grundsätzlich alles zuzutrauen- die Erfahrung zeigt dann ob es klappt oder nicht. Wenn es nicht klappt sind wir da und suchen gemeinsam nach einer Lösung ( die nicht darin liegt, dass ich es ihnen abnehme).
Ich versuche ihnen aber auch mitzugeben und vorzumachen dass es im Leben NICHT darauf ankommt, immer sein Bestes zu geben. Dass man ruhig abwägen darf auf was man viel Kraft verwendet und auf was nicht. Dieser Perfektionismus, der Drang immer 120% zu geben, das nutzt letztendlich nur der Wirtschaft und macht Menschen krank. In der Schule bereden wir das oft, wenn viele Arbeiten anstehen und ich nicht möchte dass die gesamte Freizeit vom Lernen gefressen wird wägen wir gemeinsam ab, für welches Fach jetzt viel gemacht wird und für welches Fach keine schwer aufholbaren Lücken entstehen und das dann halt nebenher läuft ( sorry alle Erdkunde-,Reli- Musik- und Kunstlehrer). Meine Kinder können das noch nicht immer soooo gut abschätzen, das gebe ich dann z.T. mit vor. Sie sollen lernen gut auf sich zu schauen, sich um sich selbst zu kümmern.
Außerdem "verordne" ich unseren Kindern regelmäßig eine Portion Langeweile. Ohne Handy, TV, Bücher und allen Dingen, die sie von sich selbst ablenken. Sie werden dann unheimlich kreativ und machen die dollsten Dinge, jeder auf seine Art. Ich denke nur in den Phasen ohne äußere Einflüsse kann man sich selbst fühlen und erkennen wer man ist, so schmalzig das nun klingt. Und nur wenn man ganz klar weiß wer man ist und was man fühlt, kann und möchte, kann man mit sich im Einklang leben.
Ich verliere diesen Draht zu mir selbst ganz schnell wenn ich sehr auf Ablenkungen fixiert bin, und dann merke ich wie ich gestresst und unzufrieden werde. Deshalb möchte ich, dass diese Verbindung zu sich selbst jetzt in der Kindheit sehr gestärkt wird.
Es geht ja nicht darum, dass das Kind jetzt für seine Zukunft Chinesisch oder was-auch-immer lernt. Es geht darum dass es- wenn demnächst Andorra die Wirtschaftsweltherrschaft übernimmt zum Beispiel- dass die Kinder sich ohne Selbstzweifel zutrauen dass sie es selbstverständlich packen Katalanisch zu lernen und es einfach anpacken. Und es dann auch durchziehen können, wenn es ihnen doch schwerfällt.
Empathie und soziale Dinge kann man wohl nur vorleben. Auch, indem man schon früh etwas Verantwortung übernimmt. Nach Oma und Opa schaut, dort im Garten mit anpackt. Den Nachbarn hilft. Wir leben hier in einem engen Gefüge in dem man sich gegenseitig viel unterstützt, und die Kinder machen das natürlich nach. Ich würde es auch von ihnen einfordern, aber das muss ich nicht.
Ansonsten gibt es auch hier das Bisschen Bullerbü, ja. Schlimme Dinge halten wir in den Details bestmöglich von ihnen fern, klar, jetzt mit fast 12 geht das oft nicht mehr. Aber es sind auch Kinder. Sie sollen wissen dass sie schon ganz ganz viel können, aber sie können sich auch insofern fallenlassen als dass wir ihnen Entscheidungen und Informationen abnehmen, denen sie unserer Meinung nach noch nicht gewachsen sind.
Es gibt - selten- einfach Entscheidungen die wir über ihren Kopf hinaus treffen mit der Begründung, dass wir das nun als Erwachsene besser abschätzen können. Das ist dann auch nicht diskutierbar. Was aber auch bedeutet, dass wir sonst zu 95% demokratisch entscheiden. Wobei- wenn ich mir das Arsenal an Werkzeug und Fuhrwerken so ansehe das Mann und Kinder so ansammeln, dann sehe ich mich da oft nicht so gut vertreten.
Im Endeffekt glaube ich sogar dass die Kinder mehr entscheiden als ich, ich stehe nur im Hintergrund mit Veto.
Ob sie für die Zukunft gut vorbereitet sind- keine Ahnung. Ich denke wir sind oft recht streng im Vergleich zu anderen Eltern, dafür gibt es in manchen Bereichen viel mehr Freiheiten als andere Kinder haben. Ob das gut ist oder nicht- ich weiß es nicht.
Bislang fühlt es sich richtig an, wir haben ein ganz enges Verhältnis und reden fast über alles. Auch über das, was gerade mit unserem Pubertier passiert. Mir ist es wichtig dass er versteht was mit ihm passiert, körperlich aber auch *im Kopf*.
Dennoch wissen sie um unsere Erwartungen die wir an sie haben, die sind meist höher als bei ihren Freunden.
Zum Ausprobieren: Mein Standardsatz, wenn ich höre, das wäre alles viel zu gefährlich, lautet: Solange wir keinen Rettungshubschrauber brauchen, ist alles in Ordnung!
Zum Richtig-anfühlen: Ich denke, das ist der Knackpunkt. Wenn es sich richtig anfühlt, dann ist man authentisch und dann wird es passen. Ganz sicher!
Und übrigens, deine Bullerbü-Jungs würden sich in unserem Bullerbü sicher auch sehr wohl fühlen und mit meinen Bullerbü-Kindern mit den großen Traktoren um die Wette düsen
Teenager
Mittelschüler
Volksschülerin
Mittelschüler
Volksschülerin
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Lösche Benutzer 15449
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
mein Sohn kam zwei Wochen lang jeden Tag mit neuen Blessuren heim - ein neues Kind im KiGa. Wir hsben lange darüber gesprochen, welche Geünde es geben könnte. Ob es Streit gab oder das neue Kind sehr jung sei und noch nicht gut sprechen könne und so entweder seine Grenzen verteidigen oder sich mit ihm anfreunden will ("das wäre ja eine dumme Art" - "aber manche kennen keine andere Art")
mein 5-Jähriger Sohn hat dann dem Kind, dass ihm mit einem Brett das Schlüsselbein blau geschlagen hat, keine aufs Maul gegeben, sondern ihm beim nächsten Mal das Brett aus der Hand geschlagen und ihm erklärt, wenn er neue Freunde finden will, sollte er ihnen nicht weh tun, sondern ihnen besser was Neues zeigen.
...
jetzt spielen sie seit zwei Wochen viel miteinander. heute wollte er ihn wohl wieder hauen und unser Großer erklärte ihm, so könnten sie keine Freunde sein, Freunde würden sich nicht schlagen, auch nicht zum Spaß. - Das habe T dann auch eingesehen und sie hätten weiter gespielt.
Mein Mann meinte vorhin: "Wir machen uns so oft Sorgen, was die Welt mit unserem sensiblen Kind macht. Aber weißt du was? Der wird einmal die Welt retten."
Reden und Probleme selben klären lassen - scheint aufzugehen.
mein 5-Jähriger Sohn hat dann dem Kind, dass ihm mit einem Brett das Schlüsselbein blau geschlagen hat, keine aufs Maul gegeben, sondern ihm beim nächsten Mal das Brett aus der Hand geschlagen und ihm erklärt, wenn er neue Freunde finden will, sollte er ihnen nicht weh tun, sondern ihnen besser was Neues zeigen.
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jetzt spielen sie seit zwei Wochen viel miteinander. heute wollte er ihn wohl wieder hauen und unser Großer erklärte ihm, so könnten sie keine Freunde sein, Freunde würden sich nicht schlagen, auch nicht zum Spaß. - Das habe T dann auch eingesehen und sie hätten weiter gespielt.
Mein Mann meinte vorhin: "Wir machen uns so oft Sorgen, was die Welt mit unserem sensiblen Kind macht. Aber weißt du was? Der wird einmal die Welt retten."
Reden und Probleme selben klären lassen - scheint aufzugehen.
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Unilein
- hat viel zu erzählen
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Wow, Wölfin wie schön. Kann dein Sohn bitte mal mit meinem Kind spielen? 
mit Käferchen (Sommer 2015) und Superbonbon (Herbst 2017)