Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

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Kinsale
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Kinsale »

Elena hat geschrieben: 10.10.2018, 11:44
Ein Kuss als körperlicher Übergriff??????? Sie fand den Jungen toll, sie fand das Verbotene toll, sie fand des Kuss toll. Meine Güte...
Ich finde das auch sehr befremdlich. Warum findet sie das toll? Woher haben Mädchen die Idee, dass es irgendwie toll ist, wenn jemand sie "einfach packt"?

Und da finde ich es dann in der Tat schwer, Jungs klar zu machen, dass klarer Konsens für sämtliche Interaktionen unabdingbar ist.
Lösche Benutzer 1828

Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Da hilft nur, den Jungen das generell zu vermitteln.
Nur, wenn es VORHER einen klaren Konsens gibt.

Und würde einer meiner beiden Söhne so handeln - die würden von mir sehr, sehr deutliche Worte zu hören bekommen.

Wenn erwacshene Frauen das "verniedlichen", erschrickt mich das schon sehr......und macht mich traurig
Elena
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Elena »

Kinsale hat geschrieben: 10.10.2018, 11:51
Elena hat geschrieben: 10.10.2018, 11:23 Aber darauf könnte man doch antworten "Sie lacht zwar zwischendurch mal, aber man kann sehr gut sehen, dass das kein fröhliches Lachen ist. Außerdem weicht sie euch aus. Ihr seid groß genug, um zu erkennen, dass es nicht in Ordnung ist, wie ihr euch verhaltet."
Ich kann das nachvollziehen, Elena. Aber ich halte das für nicht sehr realistisch. Dieser Typ Jungs ist meist nicht zugänglich für "lasst uns doch mal vernünftig reden!" Und selbst wenn das jeder einzelne wäre - in Gruppen ist das dann eher peinlich, sich mit einer fremden Frau auf ein Gespräch einzulassen. Ich schätze das vielleicht falsch ein, würde aber vermuten, damit eher ausgelacht zu werden. Trotzdem finde ich es wichtig, dass diese Jungs klar rückgemeldet wird, dass so ein Verhalten nicht in Ordnung ist. Dass es Mist und obendrein peinlich ist, sich so zu verhalten.
Irgendwie habe ich das Gefühl, ihr lest nicht meine Postings, sondern nur Sandküstes "Antworten" darauf. Nochmal zum etwa 5. Mal: Auch ich finde, es muss den Jungs klar rückgemeldet werden, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist. Ich habe auch einen konkreten Vorschlag für eine solche Rückmeldung gemacht. Es gab hier Userinnen, die diesen Vorschlag nicht klar genug fanden, was ich teilweise nachvollziehen kann, aber auch auf mehrfaches Nachfragen von mir kam keine bessere Formulierung. So ein Diskussionsverhalten finde ich respektlos und für mich ist es ehrlich gesagt Zeitverschwendung, wenn das, was ich sorgfältig und mich Nachdenken formuliert habe, einfach überlesen und mit halbgaren Kurzstatements übergebügelt wird.

Ich finde das Thema verdammt wichtig, aber hier wird eher mit Floskeln um sich geworfen, als konkret zur Sache diskutiert. Da fällt es mir schwer zu glaube, dass man wirklich etwas bewirken und sich nicht nur profilieren will...
Und ich finde auch befremdlich (nicht nur hier, generell in dieser Debatte), dass immer wieder betont wird, wie man lernen kann, sich zu wehren. Ich finde, man sollte Jungs auch ganz klar beibringen, wie man sich Mädels gegenüber verhält und wie nicht. (Ja, es gibt auch Frauen, die …. Ich gehe jetzt mal von der Mehrheit aus). Offenbar ist das doch recht vielen Jungs und Männern nicht bekannt, wenn ich mir anhöre, wie über und mit Frauen gesprochen wird. Diese Respektlosigkeit, die gerne als "locker room talk" oder "So sind Jungs halt!" runtergespielt wird, wird viel zu selten deutlich kritisiert.
Sehe ich genauso, und genau deswegen hatte ich vorgeschlagen, die Jungs entsprechend anzusprechen. ABER es wird immer welche geben, die es nicht kapieren oder kapieren wollen. Die einen katastrophalen Umgang vorgelebt bekommen - wie soll ein 7jähriger da einen moralischen Kompass kriegen? Deshalb finde ich es unabdingbar, dass Kinder lernen sich zu wehren.

Kuss: Wenn ich das richtig verstanden habe, war dem Mädchen klar, als es sich in die Nähe des Jungen begeben hat, dass er sie küssen würde. Ich kenne sie sehr gut und kann mir vorstellen, dass sie da entsprechend kokettiert hat. Ich persönlich finde das zwar aus meiner heutigen Sicht bescheuert und habe ihr und meiner Tochter auch erklärt, dass jeder selbst entscheidet, von wem er sich küssen oder anfassen lässt, dass es aber wichtig ist, sich da selbst klar zu werden, was man möchte, und das auch zu zeigen.

Ich kann es schon auch nachvollziehen, wenn eine Grundschülerin es irre spannend findet, von ihrem Schwarm geküsst zu werden, auch wenn der es als Überfall inszeniert. Das ist spannend, das ist irgendwie verboten.... von irgendwem hätte sie den Kuss sicher nicht haben wollen, von ihm schon. Und ja, das macht es beiden Seiten echt schwer. Deswegen erstaunt es mich auch wirklich, dass manche hier das Finden einer angemessenen Reaktion angeblich so einfach finden.
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Elena
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Elena »

Sandküste hat geschrieben: 10.10.2018, 11:46 Was tut man denn dann,w enn man die Jungen einfach gewähren lässt?
Es keine Konsequenzen gibt?

Sorry, mir egal ob das jemand "daneben" findet - aber in der heutigen Welt ist es einfach mal Zeit für deutliche Taten.
Uns genau deswegen finde ich einen respektvollen Umgang zwischen Frauen in einem Internetforum ähnlich wichtig wie einen respektvollen Umgang zwischen Kindern auf dem Schulhof oder zwischen Menschen überhaupt. Mir fällt es schwer zu glauben, dass sich jemand in der Realität unter Druck einwandfrei verhält, wenn er das nicht in einer virtuellen Welt schafft, wo er vor dem Schreiben auch Zeit zum Nachdenken hat.
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Lösche Benutzer 1828

Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

WAS man zu den Jungs sagt, ist doch erst mal egal. Ich muss da keine vorgelegte Formulierung liefern.
Kann aber dennoch äussern, dass mir das eben zu zweideutig ist, zu wenig das Mädchen eben als klares Opfer sieht.
Stopp - lasst sofort das Mädchen in Ruhe!
Reicht ja erstmal total.
Große Einsichten wird man in der kurzen Situation eh nicht erreichen.
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Elena hat geschrieben: 10.10.2018, 12:21
Sandküste hat geschrieben: 10.10.2018, 11:46 Was tut man denn dann,w enn man die Jungen einfach gewähren lässt?
Es keine Konsequenzen gibt?

Sorry, mir egal ob das jemand "daneben" findet - aber in der heutigen Welt ist es einfach mal Zeit für deutliche Taten.
Uns genau deswegen finde ich einen respektvollen Umgang zwischen Frauen in einem Internetforum ähnlich wichtig wie einen respektvollen Umgang zwischen Kindern auf dem Schulhof oder zwischen Menschen überhaupt. Mir fällt es schwer zu glauben, dass sich jemand in der Realität unter Druck einwandfrei verhält, wenn er das nicht in einer virtuellen Welt schafft, wo er vor dem Schreiben auch Zeit zum Nachdenken hat.
Ein sexueller Übergriff braucht vor dem Eingreifen kein Überlegen - oder einen respektvollen Umgang mit dem Täter.
Der respektvolle Umgang mit den Jungs muss danach erfolgen - nun gut, im Idealfall vorher, damit so was gar nicht passiert.

Und was viele mit Respekt verwechseln ist oft eine weichgespülte Diskussion. Immer fühlt sich irgendwer von irgendwem angegangen. Das macht Diskussionen mit deutlichen Worten kaum noch möglich.

Und wer verlangt denn, dass sich alle einwandfrei verhalten?
Niemand.

Aber dass man dem Opfer mit klaren Worten zu Hilfe kommen muss ist doch eindeutig. Und die Täter sollten in dem Moment erst mal zweitrangig sein. Um die kann man sich in dem MOment, den paar Sekunden eben nicht auch noch pädagogisch wertvoll Gedanken machen.
Das muss passieren, keine Frage. Aber in dem Moment gilt es Schaden abzuwenden. Vom Opfer.
Lösche Benutzer 1828

Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Und da ich jetzt arbeiten muss werde ich auch grad nicht mehr antworten können ;)
Elena
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Elena »

Sandküste hat geschrieben: 10.10.2018, 12:28so was gar nicht passiert.

Und was viele mit Respekt verwechseln ist oft eine weichgespülte Diskussion. Immer fühlt sich irgendwer von irgendwem angegangen. Das macht Diskussionen mit deutlichen Worten kaum noch möglich.
Nach meinem Empfinden ist das, was du als Diskussion mit deutlichen Worten bezeichnest, keine Diskussion, sondern ein relativ ungefiltertes Rauskotzen einer meist nicht näher begründeten Meinung, das gerade nicht auf die Beiträge des Diskussionspartners eingeht. Es ist nicht der Ton, den ich respektlos finde, sondern die mangelnde Aufmerksamkeit dem Diskussionspartner gegenüber, das Ignorieren dessen, was er schreibt, kombiniert mit unbegründeten persönlichen Angriffen ("die Täter in Schutz nehmen").

Meiner Ansicht nach lohnt sich eine Diskussion nur, wenn man bereit ist, einander zuzuhören und aufeinander einzugehen. Wie deutlich dabei die Worte sind, ist erstmal unerheblich.

Jetzt beende ich aber für mich die OT-Diskussion übers Diskussionsverhalten.
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Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Kinsale »

Elena hat geschrieben: 10.10.2018, 12:17
Kinsale hat geschrieben: 10.10.2018, 11:51
Elena hat geschrieben: 10.10.2018, 11:23 Aber darauf könnte man doch antworten "Sie lacht zwar zwischendurch mal, aber man kann sehr gut sehen, dass das kein fröhliches Lachen ist. Außerdem weicht sie euch aus. Ihr seid groß genug, um zu erkennen, dass es nicht in Ordnung ist, wie ihr euch verhaltet."
Ich kann das nachvollziehen, Elena. Aber ich halte das für nicht sehr realistisch. Dieser Typ Jungs ist meist nicht zugänglich für "lasst uns doch mal vernünftig reden!" Und selbst wenn das jeder einzelne wäre - in Gruppen ist das dann eher peinlich, sich mit einer fremden Frau auf ein Gespräch einzulassen. Ich schätze das vielleicht falsch ein, würde aber vermuten, damit eher ausgelacht zu werden. Trotzdem finde ich es wichtig, dass diese Jungs klar rückgemeldet wird, dass so ein Verhalten nicht in Ordnung ist. Dass es Mist und obendrein peinlich ist, sich so zu verhalten.
Irgendwie habe ich das Gefühl, ihr lest nicht meine Postings, sondern nur Sandküstes "Antworten" darauf. Nochmal zum etwa 5. Mal: Auch ich finde, es muss den Jungs klar rückgemeldet werden, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist. Ich habe auch einen konkreten Vorschlag für eine solche Rückmeldung gemacht. Es gab hier Userinnen, die diesen Vorschlag nicht klar genug fanden, was ich teilweise nachvollziehen kann, aber auch auf mehrfaches Nachfragen von mir kam keine bessere Formulierung. So ein Diskussionsverhalten finde ich respektlos und für mich ist es ehrlich gesagt Zeitverschwendung, wenn das, was ich sorgfältig und mich Nachdenken formuliert habe, einfach überlesen und mit halbgaren Kurzstatements übergebügelt wird.

Ich finde das Thema verdammt wichtig, aber hier wird eher mit Floskeln um sich geworfen, als konkret zur Sache diskutiert. Da fällt es mir schwer zu glaube, dass man wirklich etwas bewirken und sich nicht nur profilieren will...
Entschuldige, Du hast recht, ich habe auch keinen konkreten, besseren Vorschlag gemacht. Ich wollte ausdrücken, dass ich in diesem Moment wichtiger finde "Lasst sie in Ruhe!" oder "Hört damit auf!" zu sagen, als zu einem Gespräch dazu einzuladen und damit zu suggerieren, man könne dazu diskutieren, ob das nun ok sei oder nicht. Wenn Du das Gefühl hast, ich wolle über deine Beiträge wegbügeln, tut mir das leid. Das war wirklich nicht meine Absicht.
Elena hat geschrieben: 10.10.2018, 12:17
Und ich finde auch befremdlich (nicht nur hier, generell in dieser Debatte), dass immer wieder betont wird, wie man lernen kann, sich zu wehren. Ich finde, man sollte Jungs auch ganz klar beibringen, wie man sich Mädels gegenüber verhält und wie nicht. (Ja, es gibt auch Frauen, die …. Ich gehe jetzt mal von der Mehrheit aus). Offenbar ist das doch recht vielen Jungs und Männern nicht bekannt, wenn ich mir anhöre, wie über und mit Frauen gesprochen wird. Diese Respektlosigkeit, die gerne als "locker room talk" oder "So sind Jungs halt!" runtergespielt wird, wird viel zu selten deutlich kritisiert.
Sehe ich genauso, und genau deswegen hatte ich vorgeschlagen, die Jungs entsprechend anzusprechen. ABER es wird immer welche geben, die es nicht kapieren oder kapieren wollen. Die einen katastrophalen Umgang vorgelebt bekommen - wie soll ein 7jähriger da einen moralischen Kompass kriegen? Deshalb finde ich es unabdingbar, dass Kinder lernen sich zu wehren.
Leider ist es das, ja. Das habe ich auch nicht bestritten und mich hier auch nicht auf Dich bezogen. Ich glaube, ich rege mich da grade generell so drüber auf, im Nachgang der Kavanagh -Debatte und so.
Ich empfand hier im Thread (wie auch in der realen Welt) die Gewichtung befremdlich, dass (gefühlt?) mehr Vorschläge dazu kamen, wie man sich vor Missbrauch schützt und welche Kurse es dazu gibt und welche Bücher man lesen kann. Niemand hat einen Kurs vorgeschlagen, der "Kein Täter werden!" heißt, gibt es sowas? Wenn nein, warum nicht? Das ist es, was mich umtreibt.


Elena hat geschrieben: 10.10.2018, 12:17 Kuss: Wenn ich das richtig verstanden habe, war dem Mädchen klar, als es sich in die Nähe des Jungen begeben hat, dass er sie küssen würde. Ich kenne sie sehr gut und kann mir vorstellen, dass sie da entsprechend kokettiert hat. Ich persönlich finde das zwar aus meiner heutigen Sicht bescheuert und habe ihr und meiner Tochter auch erklärt, dass jeder selbst entscheidet, von wem er sich küssen oder anfassen lässt, dass es aber wichtig ist, sich da selbst klar zu werden, was man möchte, und das auch zu zeigen.

Ich kann es schon auch nachvollziehen, wenn eine Grundschülerin es irre spannend findet, von ihrem Schwarm geküsst zu werden, auch wenn der es als Überfall inszeniert. Das ist spannend, das ist irgendwie verboten.... von irgendwem hätte sie den Kuss sicher nicht haben wollen, von ihm schon. Und ja, das macht es beiden Seiten echt schwer. Deswegen erstaunt es mich auch wirklich, dass manche hier das Finden einer angemessenen Reaktion angeblich so einfach finden.
Ja, hat halt was von Liebesfilm. Aber auch wenn das unromantisch ist, finde ich es sinnvoller, sich solchen feinen Interpretationslinien (will sie wirklich?) aufzusparen, bis man das einigermaßen erwachsen verhandeln kann. Bevor sowas 100 Mal schief geht und die "Gepackte" eben leider doch nicht will, dafür dass sich ein Mädchen freut, gepackt zu werden, fände ich es gelungener, die 100 anderen würden gefragt und die eine verzichtet halt auf das Liebesromangefühl und fragt sich, was eigentlich so toll daran ist, wenn über sie entschieden wird.


Ich kann das Gefühl nachvollziehen, habe aber die Vermutung, dass wir da echt ganz schön seltsam sozialisiert sind. Und ich fände es schön, wenn Mädchen wie Jungs lernen würden, jeweils einen Teil der Verantwortung zu übernehmen und nicht mehr suggeriert wird, dass so ein Verhalten besonders männlich und erstrebenswert ist.
Cecily
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Beiträge: 8171
Registriert: 26.05.2016, 16:26

Re: Wie Kinder vor sexuellen Übergriffen schützen?

Beitrag von Cecily »

Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, in solchen Situationen lange zu reden und Fragen zu stellen. Ein klares "Stopp" ist die angemessene Reaktion. Das war ja tatsächlich ein extremer sexueller Übergriff, völlig unakzeptabel!

Was aber nach dem "Stopp" kommt, ist ja noch die Frage. Wahrscheinlich interessiert das die Jungs überhaupt nicht, wenn da jemand Fremdes kurz mal Stopp schreit. Aber mit Kleinkind und Baby zu dieser Gruppe hin, ist halt auch irgendwie schwierig, jedenfalls in einem solchen Schockmoment, wie Annie schreibt. Da finde ich es verfehlt, ihr jetzt Vorwürfe zu machen.

Andere Leute zur Hilfe holen - erstmal jemanden finden. Alleine klar, sofort hin. Aber "behindert" durch die eigenen Kinder, schwierig. Obwohl es für Annies Tochter perfekt gewesen wäre, live zu erleben, wie man in so einer Situation handelt.

Für mich wäre es auch sehr sehr schwierig nicht überzureagieren, da muss man - schon aus rechtlichen Gründen - echt auch aufpassen.

Bücher lesen finde ich ganz nett, aber viel zu wischi-waschi. Lieber über die konkrete Situation sprechen und erklären. Bei uns im KiGa gibt es 2 Handpuppen, mit den so ein soziales Training erfolgt, ganz gezielt über mehrere Wochen (Tula und Tim, wenn ich mich recht entsinne). Aber das ist auch Sache der Eltern!

Hab mich zuletzt in einer milderen Situation sehr mit ein paar Eltern in die Wolle gekriegt, weil ich eine 4er-Gruppe Jungs (inklusive meinem) "bestraft" habe. Ich glaub, ich hab es schon mal geschrieben. Die 4 Jungs hatten auf dem Sommerfest einen kleineren Jungen richtig gepiesakt, ihn z.B. mit Strohhalmen gepiekt, obwohl er Nein gesagt hat. Ich habe alle 4 zur Schnecke gemacht und als Gemeinschaftsstrafe mussten sie dem kleineren Jungen ihren Platz in der Schlange vor dem Eiswagen überlassen und sich hinten anstellen, mit mir zusammen.

Keine Ahnung, ob das jetzt die richtige Reaktion war, ich war total sauer. Die anderen Eltern fanden das Kindespaß. Nein ist Nein, egal ob das von einem Jungen oder von einem Mädchen kommt.
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