Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

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Menschenkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Sooooo, ich bin jetzt wieder zu Hause und im Blockpraktikum eingelebt. Jetzt habe ich etwas Ruhe und kann ausführlich antworten.

Ich konnte natürlich nicht an mich halten und habe sofort am zweiten Abend mit meinem Freund zu dem Thema gesprochen. Das Ergebnis war so ziemlich wie erwartet: nicht jetzt.
Leider mag er momentan überhaupt nicht über die Zukunft nachdenken und das Jetzt genießen. Ich dachte ich hätte mir einen verhältnismäßig guten Zeitpunkt ausgesucht, das Semester hat noch nicht begonnen und er schien soweit mit sich und der Welt zufrieden. Aber anscheinend stresst das zukünftige Studium auch jetzt schon.
Aber da ist auch ein überraschend guter Punkt. Ich glaube ich hatte schon geschrieben, dass sein Studiengang in ein paar Jahren ausläuft und wer bis dann seine Prüfung nicht hat... Dass das Druck macht dürfte wenig überraschen. Jedenfalls hat er einen Satz gesagt, der mich sehr überrascht und glücklich gemacht hat: Wenn die Deadline nicht wäre, ja dann hätte man jetzt tatsächlich drüber nachdenken können. Das hätte ich nicht gedacht.

Wir haben viel gesprochen und wenn er nicht grade sagte, dass er nicht so weit hin denken möchte, oder wie schwierig es ist, mit Kind irgendwo loszugehen, oder, dass es ihm wohl noch nötig sei, spontan irgendwo *hin* zu gehen (also nicht Freunde zu uns), dann hat er tatsächlich Verständnis für meine Lage gehabt. Er hat eingesehen, dass der Zeitpunkt im Studium für mich besser ist. Er hat sich (jedoch erst von seiner Mutter :wink: ) überzeugen lassen, dass die ersten drei Jahre nicht so teuer sind wie er dachte.

Die zweite Nachricht, die mich äußerst positiv überrascht hat war eine Rückweisung/Abmilderung meiner Sorgen dazu, mein Kind zu "spät", d.h. mitten in der Assistenzarztzeit zu haben: Ob ich denn tatsächlich glaube er würde nicht sein Möglichstes zur Kinderbetreuung tun. Das sei doch gerade *der* Vorteil des Lehramtes, dass er vorhersehbare und "humane" Arbeitszeiten habe. Er könne doch als Vater ohne Probleme mit dem Stundenplankoordinator reden und seine Unterrichtsstunden so legen, dass sie zu meinen Diensten passten.
Die Deutlichkeit dieser Aussage hat mich sehr überrascht. Ich bin mit einem Hausmann als Vater aufgewachsen (gut, er ging abends arbeiten wenn meine Mutter zuhause war) und habe mir insgeheim oft etwas ähnliches gewünscht. Aber ich würde das niemals von ihm erwarten. Selbst Lehrer können sich in Arbeitsgruppen engagieren und somit sehr viel Zeit in der Schule verbringen. Und wenn ich ein wenig Karriere möchte habe ich kein Recht, ihm das abzusprechen. Ich bin glücklich und erleichtert, dass es für ihn selbstverständlich scheint, mindestens genauso zurückzustecken, wenn nicht sogar mehr. Es gibt mir tatsächlich etwas Ruhe.

Wir sind schließlich überein gekommen, dass er es jetzt nunmal nicht will und das ist so. Andererseits könnte er es sich gegen Ende des Studiums vielleicht vorstellen, wenn er die Sicherheit hat, durchziehen zu können und wenn das geregelte Einkommen nicht mehr sooo weit ist.

Man merkt es meinem Schreibstil sicherlich an, dass ich das ganze noch nicht vollständig sortiert und bewertet habe. Einerseits bin ich glücklich über und beruhigt durch die überraschenden o.g. Aussagen. Andererseits auch irgendwie traurig über die zu erwartenden Antworten. Auch über den Unwillen, zu viel über die Zukunft nachzudenken.
Einerseits bin ich ruhiger weil wir es besprochen haben und ich mehr weiß als vorher. Andererseits ob seiner Zugeständnisse auch ungeduldiger, weil... er wollte ja doch wenn die Dinge anders lägen. Die letzten zwei Tage habe ich mir wieder öfter vorgestellt, grade ein Kind im TT zu haben und übers Stillen geschwärmt. :oops:
Ich fühle mich wieder auf derselben Position wie zum Eingangsposting. Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Luja hat geschrieben:Hättest du eigentlich Unterstützung von deiner Familie? Damit ist es bestimmt einfacher hinzukriegen, Kind und Studium unter einen Hut zu kriegen. Weil selbst wenn man einen Betreuungsplatz hat, ist es sicher angenehm, wenn sich jemand um das kranke Kind kümmern kann, falls man eine wichtige Prüfung hat oder so.
Glücklicherweise ja. Dessen ist sich übrigens auch mein Freund im Klaren. O-Ton: "Du glaubst doch nicht wirklich, dass Mutti [= seine Mutter] es sich nehmen lassen würde, auf den Kleinen aufzupassen oder uns finanziell zu helfen" Seine Mutter ist halbtags arbeitende Hausfrau, also zeitlich gut ausgestattet. Meine Mutter arbeitet zwar voll, kann aber wenn sie nicht grade auf Dienstreise ist, auch von zu Hause aus arbeiten. Ich denke, da ist wirklich nicht das Problem.


Bisi: es tut gut, deine Geschichte zu lesen, ich habe mich ebenfalls in dir wieder erkannt. Vor allem diese obsessive Beschäftigung... :lol: Jetzt jedenfalls Glückwunsch zur zweiten SwS! An fragaria natürlich auch! :D
bisi hat geschrieben:In der Lernzeit für's Examen fand ich es gut, einen Ausgleich zu haben. Vormittags hab ich konsequent gelernt und nachmittags war ich auf dem Spielplatz, im Schwimmbad, bei Freunden - was man eben so macht mit Kleinkind und hatte den Kopf frei für meine Tochter. Hätte ich den ganzen Tag zum Lernen gehabt, wären effektiv vermutlich auch nicht mehr konzentrierte Stunden dabei rumgekommen, nur ohne das Nachmittags"programm".
Genau das denke ich mir auch häufig. Ich bin leicht ablenkbar und kann eigentlich nur im Lernraum (=absolute Stille, Reizfreiheit, keine Ablenkung) ordentlich lernen oder an den zwei bis drei Abenden vor Klausuren. Dann geht es allerdings auch gut. Aber raffe dich mal wenn viel Zeit ist auf, in den Lernraum zu gehen... :roll: Ich bekomm ja wenn ich frei hab noch nicht mal einen ordentlichen Tagesablauf hin, geschweige denn loszufahren.

Nebenbei: Wir hatten jetzt unsere erste Informationsveranstaltung zur neuen AO (=Approbationsordnung). Wir sind der letzte Jahrgang, der regulär noch das Hammerexamen hätte. Sollten wir aber ein Semester schieben schreiben wir das 2. und 3. StEx wieder getrennt. Das hat mir gleich im Kopf eine ganze Kette losgesetzt: Ich wollte eh ein Semester schieben. Nun könnte ich es nutzen, für das schriftliche zu lernen. Und wenn nur noch das PJ und das mündliche vor mir liegen.... das könnte vielleicht ein guter Plan sein.



Ich werde mir alles noch viel durch den Kopf gehen lassen müssen... noch bin ich aufgewühlt. :?

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MaareMum
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von MaareMum »

Also nur wegen dem Hammerexamen würd ich das Semester nicht schieben. Das Hammerexamen ist auch nur ein Examen und durchaus machbar. Da braucht man jetzt auch nicht mehr Angst vor zu haben, zumal es das ja jetzt schon einige Jahre gibt. Und IMPP bleibt IMPP, um den Scheiss kommst du so oder so nicht drum rum.
Wenn du ein Semester schieben willst, dann bitte aus nem besseren Grund (und ein Semester schieben, damit dann das Kind im PJ kommt ist auch nicht grad der beste Grund zum Schieben :-) dann könntest du mit dem PJ nämlich schon durch sein )
Nochmal richtig Ausland oder Doktorarbeit oder sowas, so Sachen, wo du Zeit brauchst, das sind bessere Gründe find ich.
Gruß, MaareMum
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Menschenkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Ah, nee, undeutlich ausgedrückt. Das Thema hat mich schon länger gequält, da ich ansonsten seeeeeeeeeeeehr knapp mit den Famulaturen werde. Und nochmal richtig Ausland steht auch an...
Also nee, nicht nur wegen Hammerexamen. :D

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Maryam+Leo
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Maryam+Leo »

Ich mag nur kruz anmerken, das Kind im Studium sicherlich nicht nur vom zeitpunkt abhängig ist, sondern auch von der Fachrichtung.

BWL in Berlin stellte sich als unkulant und katastrophal raus :twisted:

Ich würde es nicht nochmal machen (muss ich aber auch nicht weil ich meinen Abschluss ja jetzt habe)
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Stefania
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Stefania »

Nur eine kurze Zwischenfrage: wie kann dein Mann denn seinen Stundenplan deinen Diensten anpassen?
Du hst doch jeden Monat unterschiedliche Dienste und dein Mann bekommt doch pro Schuljahr seinen Stundenplan..oder habe ich das jetzt alles falsch verstanden?
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MaareMum
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von MaareMum »

Stefania hat geschrieben:Nur eine kurze Zwischenfrage: wie kann dein Mann denn seinen Stundenplan deinen Diensten anpassen?
Du hst doch jeden Monat unterschiedliche Dienste und dein Mann bekommt doch pro Schuljahr seinen Stundenplan..oder habe ich das jetzt alles falsch verstanden?
Ja, das dachte ich auch.

Andererseits, wenn man Kinder hat, und bei der aktuellen Stellensituation, da kann man auch ein bissl verhandeln wie "jeden Dienstag frei" oder "nie Nachtdienst an Montagen". Aber einfach wird das trotzdem nicht. Aber das ist egal, welchen Job der Partner hat, mit Diensten wirds immer doof.
Gruß, MaareMum
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Ich habe schon Stationen gesehen, auf denen das so lief. Das hängt natürlich immer auch am Chef.
Es ging allgemein jedoch eher drum, dass Lehrerarbeitszeiten generell "human" und mit Krippen vereinbarer als Dienstzeiten sind. Wenige Schulen unterrichten bis 16 Uhr, viele Krippen/KiGä schon. Ich kenne eben aber auch Lehrer, die die Schule nicht vor 6 verlassen, muss aber eben nicht. Die weitere Arbeit, die zu erledigen ist geht auch von zu Hause.

Oje, ich fürchte, ich sollte vorsichtiger formulieren, auch und gerade wenn ich mir selber nicht ganz sicher bin. :oops:

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Louet
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Louet »

Oh, ich bin also nicht die einzige (noch) kinderlose hier :-)

Um ehrlich zu sein lese ich schon eine ganze Weile hier still mit und habe mich jetzt angemeldet, um dir antworten zu können.
Mir geht es ehrlich wie dir: ich wollte immer immer immer schon Kinder haben und habe es aus den bekannten "Vernunftgründen" bisher gelassen. Mittlerweile bin ich 28 und muss sagen, dass ich froh bin, noch gewartet zu haben. Meine Situation hat sich von deiner aber insofern unterschieden, als ich bis vor kurzem keinen Partner hatte, den ich mir auch als Vater meiner/unserer Kinder hätte vorstellen können.
Ansonsten gingen und gehen mir genau die gleichen Dinge durch den Kopf wie dir: erstmal das Studium beenden, erstmal finanziel ahf sicheren Beinen stehen, erstmal das Leben zu zweit ein bisschen genießen, erst mal... erst mal... :D

Seit zwei Jahren bin ich jetzt mit einem wunderbaren Mann zusammen, der auch Kinder möchte und mit dem ich mir das auch wirklich vorstellen kann. Wir kennen uns allerdings erst seit zwei Jahren (haben uns über eine Dating-Seite kennen gelernt) und da wollte ich die Dinge nicht zu sehr beschleunigen. Damit habe ich nämlich bisher nicht nur einen Mann in die Flucht geschlagen :roll:
Im nächsten Jahr werde ich von einer Teilzeitstelle plus selbstständigkeit in die komplette Selbstständigkeit wechseln und wir haben beschlossen, dann zusammenzuziehen. Und siehe da: Herr Louet hat bei der Überlegug, wie groß die Wohnung sein muss, gleich ein Kinderzimmer mit eingerechnet *jubel*.

Aber mindsetens zwei Jahre wird es bei mir auch moch dauern.

Langer Rede wenig Sinn: Der Satz "Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt" stimmt schon, aber ich finde es wichtig, auf das eigene Gefühl zu hören und eine Familie wirklich erst dann zu gründen, wenn man das Gefühl, hat, es "passt".
Klar kann immer irgendwas passieren, womit man vorher nicht gerechnet hat, aber wenn man die Möglichkeit hat, es zu planen, warum nicht.

Zur Ausgangsfrage deines Thread "wie mit dem Warten umgehen": Ich sage mir immer, dass mich keiner hetzt. (Und ich bin ein paar Jahre älter als du :-) ), außerdem versuche ich bewusst, Sachen zu machen, die mit Kind/ern nicht mehr so einfach drin sind: spontan mit Freunden was trinken gehen und am nächsten Tag bis 15:00 im Bett den Kater pflegen *räusper*, Rucksacktour ohne vorher irgendwas zu buchen, lukrative Einsätze spontan und zu den unmöglichsten Zeiten annehmen,...
Und heimlich im SuT mitlesen und hoffen, dass der Liebste mich nicht erwischt, weil er dann denkt, ich sein a) schwanger oder b) bekloppt :-D

Liebe Grüße

Louet

(mit dem Tablet unterwegs, entschuldigt bitte gelegentliche Buchstabendreher...)
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"Es gibt keine Extrapunkte dafür, sich das Leben schwer zu machen."
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Menschenkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Liebe Louet,
toll zu lesen, dass du dich meinet-/unseretwegen hier angemeldet hast. :oops: Ich fand es auch herrlich zu erfahren, dass ich in diesem Forum nicht die einzige ohne Kinder bzw. ohne momentane Zeugungsbestrebungen ^^ bin. Übrigens, bei dem Namen musste ich sofort denken: sagmal spinnst du? :D Ich hab jedenfalls einen Namensvetter von dir hier stehen. ;-)
Entschuldige bitte, dass ich erst jetzt antworte aber ich wollte deinen Post auf mich wirken lassen und mir erst ein paar Dinge durch den Kopf gehen lassen.

Ich danke jeden Tag Gott dafür, dass ich schon lange den Mann habe, mit dem ich Kinder möchte und der -- theoretisch -- dasselbe will. Ich weiß, dass mich insbesondere in meinem Alter niemand hetzt aber ich glaube ich würde mit Kinderwunsch und ohne Partner schier durchdrehen vor Angst, niemals einen abzubekommen und kinderlos zu sterben. Jupp, ich besitze galoppierendes Selbstbewusstsein, was das angeht. :roll:
Louet hat geschrieben:Im nächsten Jahr werde ich von einer Teilzeitstelle plus selbstständigkeit in die komplette Selbstständigkeit wechseln und wir haben beschlossen, dann zusammenzuziehen. Und siehe da: Herr Louet hat bei der Überlegug, wie groß die Wohnung sein muss, gleich ein Kinderzimmer mit eingerechnet *jubel*.
:D Das hört man doch gerne. Herr Menschenkind fängt tatsächlich auch an, sich offener für Kinderthemen zu interessieren. Und er weist mich wenn wir unterwegs sind auf Tragetücher hin und fragt, ob die denn gut gebunden seien. :D Aber dazu später mehr.
Louet hat geschrieben:Aber mindsetens zwei Jahre wird es bei mir auch moch dauern.
Klar, Selbstständigkeit kann bestimmt unglaublich erfüllend sein, ein Zuckerschlecken ist es aber eher nicht. Respekt, dass du es wagst, ich glaube den Mut hätte ich nicht.
Louet hat geschrieben:außerdem versuche ich bewusst, Sachen zu machen, die mit Kind/ern nicht mehr so einfach drin sind: spontan mit Freunden was trinken gehen und am nächsten Tag bis 15:00 im Bett den Kater pflegen *räusper*, Rucksacktour ohne vorher irgendwas zu buchen, lukrative Einsätze spontan und zu den unmöglichsten Zeiten annehmen,...
Bei einem (zwei?) geregelten Einkommen lassen sich natürlich schon feine Dinge machen. :D Ich glaube, wenn ich solche Spontaneität gewohnt wäre würde sie mir auch ganz arg fehlen. Zu dem Ausgehen hatte ich mich ja schon geäußert (zuhause mit Freunden ist schöner als draußen), einen Kater habe ich nicht vor, wieder zu erleben (die bisherigen haben mir eindeutig gereicht ^^ ) und auch ansonsten haben wir beide vielerlei Verpflichtungen (Nachhilfe, Babysitten, HiWi, Anwesenheitspflicht in Unikursen) die zwar verschieblich/aufkündbar sind, die wir aber lieber so lassen. Und wenn man schon kein Last-minute macht ist anstatt zeitigen das Frühbuchen natürlich günstiger.
Es klingt irgendwie traurig, wenn ich es aufschreibe, gerade aufgrund der in meinem Umfeld häufigen Meinung, man müsse in meinem Alter aller Art Abenteuer verbringen. Mir gibt es aber Struktur. Außerdem, wenn ich mir die Urlaube meiner Eltern so ansehe: die besten Abenteuer kommen noch. :D

Gestern war ich wieder Babysitten. Ich habe es mal wieder richtig genossen und fast vor Freude geweint, als die kleine M. mich im Kindergarten entdeckt hat, mit offenen Armen auf mich zugerannt und mir in die Arme gesprungen ist. "Sa-a wieder da! Heute kommt Sa-a!" Sogar das "als ob" Spielen (also: Wir machen jetzt Urlaub in der Jugendherberge, da ist die Herberge, das ist unser Koffer" etc.) das ich früher *gehasst* habe -- ich bin ein strenger Verfechter des Bauens, nicht Spielens, mit Lego ;-) -- hat mir Spaß gemacht. Die Phantasie dieser kleinen Racker ist unglaublich. Und als M. dann zum Einschlafen total aufgedreht und nicht ins Bett zu bringen war habe ich die Biologie verflucht und mir verzweifelt gewünscht, ich könne sie einschlafstillen. Zumal, als wir dann endlich immerhin beide ruhig im Bett lagen und sie zufällig mit Kopf auf meiner Brusthöhe und so unglaublich zuckersüß war, da hat es mich vor Liebe fast zerrissen. "Meine" "kleinen" (der älteste ist jetzt 12!) sind einfach wunderbar!

Verdammt, ich bekomme mehr und mehr das Gefühl, dass es *jetzt* passt. Solche Anfälle hatte ich schon früher, jetzt habe ich immer häufiger kleine "Flashes" in denen ich mir vorstelle, wie die Situation in der ich jetzt grade bin, mit Kindern aussähe. Beim Spazierengehen stelle ich mir mich mit großer Murmel vor, stehe ich rum und quatsche mit meinen Freunden wiege ich leicht mit den Hüften um mein gedachtes Baby im TT zu beruhigen, beim Abendessen stelle ich mir vor, meinem Kleinkind das Fleisch vorzuschneiden. Natürlich nicht immer, aber oft überkommt es mich. Ich halte mich dann auch selber für verrückt aber andererseits hilft mir diese Vorstellung dann kurzfristig über den schlimmsten Drang hinweg.
Louet hat geschrieben:Und heimlich im SuT mitlesen und hoffen, dass der Liebste mich nicht erwischt, weil er dann denkt, ich sein a) schwanger oder b) bekloppt
Ah, das ist meine neue "Strategie". Also Handlungsweise. Die Karten sind jetzt auf dem Tisch, er weiß ganz genau, was ich möchte. Ich respektiere natürlich weiterhin seine Wünsche, aber das heißt nicht, dass ihm nicht auch im Alltag völlig klar sein sollte, was ich möchte. So in etwa nach der hier irgendwo vorgeschlagenen "Steter Tropfen..."-Methode. Es fühlt sich total gut an! Ich brauche nicht mehr vor ihm verdecken, wenn meine Hormone wieder Mambo tanzen, ich kann endlich erzählen, wenn ich wieder etwas spannendes übers stillen/tragen/etc. gelernt habe. Im Gegenzug braucht er jetzt nicht mehr die Ausbrüche zu fürchten, wenn ich wirklich nicht mehr an mich halten kann und dann das Gefühl zu haben, er müsse mir völlig Kontra geben weil ich ihn sonst mit aller Macht umzustimmen versuchte. Außerdem linst er jetzt öfters mal über meine Schulter, wenn wir beide auf dem Sofa sitzen und ich über Laptop SuT lese und fragt sogar hier und da, was etwas bedeutet oder ob das und das denn wirklich so sei. :daumenhoch: Und er hat angefangen mir regelmäßig neue und auch seiner Meinung nach süße Babyfotos der Tochter einer Bekannten von ihm auf Facebook zu zeigen. :D Und vielleicht, vielleicht verschiebt sich ja auch mit der Zeit seine Einstellung zum optimalen Zeitpunkt...
Damit möchte ich nur sagen: offen(siv) und ehrlich damit umzugehen kann sehr befreiend sein.

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Feuerkind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Feuerkind »

mein umfeld macht es mir auch nicht grad leichter momentan, um mich noch mal kurz einzuklinken :lol:

ich sitz gestern mit meiner kollegin am boden, wir ziehen die kinder nach dem schlafen an, das ist dann immer noch kuscheln und exklusivzeit

auf einmal, völlig aus dem zusammenhang, schaut sie mich an, wie ich mit einem kind rumalber und meint "du solltest mama werden"

ähm ja :shock: wir haben dann so drüber weg gescherzelt, aber irgendwie fand ichs echt süß

und vor kurzem war meine periode "überfällig" -ich hab die pille abgesetzt und auf die erste periode danach gewartet und wurde etwas hibbelig, sodass ich beschloss einen test zu machen- ich bered das am abendbrottisch mit meinem freund und sagte "ach mensch, das wär doch jetzt echt nen supergau, wenn es positiv wäre, wir haben doch grad beide erst angefangen zu arbeiten und überhaupt" und da sagte er "ach quatsch"

nochmal :shock:
...Bist so wunderschön und ich kann kaum ertragen wenn du weinst. Und es kann niemals eine Macht auf dieser Welt so stark wie diese Liebe sein... [ASP- Duett]

Feuerkind mit Nachtdämonin (11/14) und der Starken(6/19)
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