Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

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Menschenkind
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Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Menschenkind »

Ich schreibe diesen Thread weil ich jetzt gehört habe, dass ich nicht die einzige hier mit vernunftunterbundenem Kinderwunsch bin. Vielleicht können wir uns gegenseitig den Rücken stärken. :-)

Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, obwohl ich noch keine eigenen Kinder habe. Mich begleitet aber seit vielen Jahren ein intensiver, oft schmerzlicher Kinderwunsch. So stark, dass ich mich mehr als wahrscheinlich gesund wäre mit dem Thema beschäftige. So sehr, dass ich jetzt schon weiß, welche Tragetücher ich möchte wie ich mein Kind zu ernähren gedenke (natürlich alles SuT-konform ;-) ) und vieles, vieles andere.

Es macht es nicht einfacher, dass ich seit mittlerweile über 6 Jahren (also seit ich 16 bin) mit einem Mann zusammen bin, den ich liebe, mit dem ich mein ganzes Leben teilen und den ich als Vater meiner Kinder möchte. :wink:

Als ich noch zur Schule ging, waren die Dinge klar. An unserer Schule, einem bischöflichen Gymnasium mit Kindern gutbürgerlichen Hauses wurde man nicht schwanger. Das gabs nicht. Es gab Mobbing, jede Menge Magersucht, einige Depressionen und sogar Selbstmordversuche aber keine schwangeren Mädchen. :roll: Somit war für mich von Anfang an glasklar, dass ich einen eventuellen Unfall abtreiben möchte. Ich wusste auch, dass mich das wahrscheinlich mein Leben lang nicht loslassen würde, aber das war ok. Ich fühlte mich auch selber einfach nicht bereit, ich war ja immerhin Schülerin.

Seit ich studiere sind die Dinge nicht mehr so klar. Ich weiß, dass ich nie wieder so viel Zeit haben werde wie jetzt. Ich weiß, dass Studenten mit Kind viel Hilfe geboten wird. Ich weiß, dass ich die Verantwortung übernehmen kann. Und ich habe letztens zufällig ausgerechnet, dass wir die Zeit bis zu meinem voraussichtlichen Arbeitsbeginn (Mitte 2014 oder Anfang 2015) mit Kind problemlos überbrücken könnten. :shock: Das hat mich dann doch überrascht, war "Kinder sind so teuer" eines meiner Hauptargumente gegen ein Kind. (Gut wer schonmal keine Pulvermilch kaufen braucht :D)

So sehr ich jetzt einen "Unfall" annehmen und mich darüber aus vollstem Herzen freuen würde, so wenig kann ich das momentan allerdings aktiv angehen. Herr Menschenkind ist zwar auch "nur" Student, hat aber ein sehr belastendes Studium (wenn ich jetzt Lehramt Sek. II Mathe und katholische Religion sage nimmt mir das keiner ab, oder? Ist aber so :-( ) und behauptet zumindest, die zusätzliche Belastung nicht verkraften zu können. Außerdem ist er sehr von seiner Mutter geprägt: "Lebt doch noch, genießt euer tolles Studentenleben, später wird selbst vor die Tür gehen mit einem Baby zum Auszug aus Ägypten". Ich kann es selber nicht verhehlen, dass ich mein Leben selten mehr genieße, als wenn man abends von den Freunden spontan zu einem Cocktail in die Stadt eingeladen wird, 15 Minuten später schon da ist und bis spät in die Nacht zusammen sitzt. Auch, obwohl ich weiß, dass ich tausendmal lieber in die Augen meines Kindes sehen würde. Und gemütlich beisammen sitzen kann man ja eh fast besser zu Hause. :-)

Trotzdem, auch ich für mich allein genommen würde jetzt nicht aktiv für ein Baby üben. Teils aus oben genannten Gründen, teils wegen so vielem mehr. Klar könnten wir alles nötige für ein Baby bezahlen, und für später sind ja sogar die Einstiegsgehälter von Ärzten und Lehrern nicht ohne. Von einer beinahen Beschäftigungsgarantie aufgrund des Arbeitsmarktes ganz zu schweigen. ;-) Aber natürlich kann man mit mehr Geld nunmal auch mehr machen. Und, ja, ich könnte ein Kind erziehen, aber ich schaffe es ja noch nicht mal, meinen eigenen Kram ordentlich zu halten, wie soll ich da einem Kind Ordnung beibringen? Ich schaffe es ja auch nicht, regelmäßig zu essen, wie soll ich mich da so ernähren, dass ich ein gesundes Kind habe (SwS, Stillzeit) und es ihm selber beibringen? Vielleicht bin ich ja doch nicht reif genug?

So trage ich mich also hin und her. Es gibt Zeiten, da ist es so schlimm, dass ich den ganzen Tag an wenig anderes denken kann. Dann gibt es auch Zeiten -- glücklicherweise jetzt grade wieder -- da kann ich einigermaßen reflektieren und nur beim Blick ins Forum oder wenn ich ein Baby sehe daran denken.
Ich habe mich immer für einen Freak gehalten, weil ich seit ich mich erinnern kann, also noch bevor ich wusste was Sex ist ^^, diesen Wunsch in mir trage. Vielleicht bin ich aber nicht die einzige. Ich denke, wenn ich gleichgesinnte finde, dann hier. ;-)

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Seerose
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Seerose »

Darf ich trotzdem antworten? :wink: Auch wenn ich weder einen Kinderwunsch habe und noch nie hatte, auch nicht kinderlos bin und möglicherweise älter als Deine Mutter bin? :wink:
Menschenkind hat geschrieben: Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, obwohl ich noch keine eigenen Kinder habe. Mich begleitet aber seit vielen Jahren ein intensiver, oft schmerzlicher Kinderwunsch. So stark, dass ich mich mehr als wahrscheinlich gesund wäre mit dem Thema beschäftige. So sehr, dass ich jetzt schon weiß, welche Tragetücher ich möchte wie ich mein Kind zu ernähren gedenke (natürlich alles SuT-konform ;-) ) und vieles, vieles andere.
Wenn ich das lese, dann frag ich mich warum es JETZT nicht geht? DEN optimalen Augenblick für Kinder gibt es eh nicht.
Es macht es nicht einfacher, dass ich seit mittlerweile über 6 Jahren (also seit ich 16 bin) mit einem Mann zusammen bin, den ich liebe, mit dem ich mein ganzes Leben teilen und den ich als Vater meiner Kinder möchte. :wink:
Find ich schon mal die ideale Voraussetzung, hört sich besser als bei vielen anderen. Meine Schwester war ca. 2 Jahre mit ihrem Freund zusammen, kennengelernt mit 17, und hat dann mit 19 ihr erstes Kind bekommen, mit 22 ihr zweites. Die sind heute noch eine Traumfamilie. :)
Seit ich studiere sind die Dinge nicht mehr so klar. Ich weiß, dass ich nie wieder so viel Zeit haben werde wie jetzt. Ich weiß, dass Studenten mit Kind viel Hilfe geboten wird. Ich weiß, dass ich die Verantwortung übernehmen kann. Und ich habe letztens zufällig ausgerechnet, dass wir die Zeit bis zu meinem voraussichtlichen Arbeitsbeginn (Mitte 2014 oder Anfang 2015) mit Kind problemlos überbrücken könnten. :shock:
Eben, also warum nicht jetzt?
Das hat mich dann doch überrascht, war "Kinder sind so teuer" eines meiner Hauptargumente gegen ein Kind. (Gut wer schonmal keine Pulvermilch kaufen braucht :D)
Hmm, also m. E. sind Babys und Kleinkinder wirklich "günstig", Pulvermilch hin oder her, aber ein Baby braucht fast gar nichts außer viel, viel Liebe und Zuneigung. Den Rest könnte man wenn man wollte alles auf dem Flohmarkt kaufen, zumindest sind dann die meisten Schadstoffe schon rausgewaschen.
So sehr ich jetzt einen "Unfall" annehmen und mich darüber aus vollstem Herzen freuen würde, so wenig kann ich das momentan allerdings aktiv angehen. Herr Menschenkind ist zwar auch "nur" Student, hat aber ein sehr belastendes Studium (wenn ich jetzt Lehramt Sek. II Mathe und katholische Religion sage nimmt mir das keiner ab, oder? Ist aber so :-( ) und behauptet zumindest, die zusätzliche Belastung nicht verkraften zu können. Außerdem ist er sehr von seiner Mutter geprägt: "Lebt doch noch, genießt euer tolles Studentenleben, später wird selbst vor die Tür gehen mit einem Baby zum Auszug aus Ägypten".
Also hier wäre das erste Argument, das m. E. wirklich zählt, der Vater in spe zieht nicht mit.
Ich kann es selber nicht verhehlen, dass ich mein Leben selten mehr genieße, als wenn man abends von den Freunden spontan zu einem Cocktail in die Stadt eingeladen wird, 15 Minuten später schon da ist und bis spät in die Nacht zusammen sitzt.
Meine Schwester kann das wieder seit ca. 5 Jahren und sie ist 7 Jahre jünger als ich. Ihr Älteste zieht gerade in eine andere Stadt zum Studieren.
Trotzdem, auch ich für mich allein genommen würde jetzt nicht aktiv für ein Baby üben. Teils aus oben genannten Gründen, teils wegen so vielem mehr. Klar könnten wir alles nötige für ein Baby bezahlen, und für später sind ja sogar die Einstiegsgehälter von Ärzten und Lehrern nicht ohne. Von einer beinahen Beschäftigungsgarantie aufgrund des Arbeitsmarktes ganz zu schweigen. ;-) Aber natürlich kann man mit mehr Geld nunmal auch mehr machen. Und, ja, ich könnte ein Kind erziehen, aber ich schaffe es ja noch nicht mal, meinen eigenen Kram ordentlich zu halten, wie soll ich da einem Kind Ordnung beibringen? Ich schaffe es ja auch nicht, regelmäßig zu essen, wie soll ich mich da so ernähren, dass ich ein gesundes Kind habe (SwS, Stillzeit) und es ihm selber beibringen? Vielleicht bin ich ja doch nicht reif genug?
Üben ist gut, manchmal reicht ein einziges Mal. :lol: Und zum Rest würd ich sagen, die "andere" Einstellung kommt mit dem Kind zeitgleich. :wink: Außerdem holt sich das Kind eh was es braucht, in Schwangerschaft und Vollstillzeit. Und da hast Du auch kaum mehr Zeit ständig Cocktails zu trinken und auch andere "ungesünde" Genüsse sind relativ weit weg. :wink:
So trage ich mich also hin und her. Es gibt Zeiten, da ist es so schlimm, dass ich den ganzen Tag an wenig anderes denken kann. Dann gibt es auch Zeiten -- glücklicherweise jetzt grade wieder -- da kann ich einigermaßen reflektieren und nur beim Blick ins Forum oder wenn ich ein Baby sehe daran denken.
Ich habe mich immer für einen Freak gehalten, weil ich seit ich mich erinnern kann, also noch bevor ich wusste was Sex ist ^^, diesen Wunsch in mir trage. Vielleicht bin ich aber nicht die einzige. Ich denke, wenn ich gleichgesinnte finde, dann hier. ;-)
Wenn ich das lese und an Deiner Stelle wäre, dann würd ich meinen Freund dementsprechend bearbeiten. Ich hab aber in meinem Leben immer das gemacht was ich wollte (naja, fast immer) und hätte ich so einen dringenden Kinderwunsch gehabt, dann hätt ich auch in Deinem Alter ein Kind bekommen.

Ich selbst hatte nie einen Kinderwunsch, hatte aber auch nichts gegen Kinder. Aber ich wollte immer erst DEN perfekten Mann (ich weiß, spricht von einer ziemlich großen Unreife) und da sich bei Beziehungen immer nach ein paar Monaten/Jahren herausstellte, daß ich ihn immer noch nicht hab, war da nie ein Kinderwunsch. (Was kann ich froh sein, daß ich - sehr spät - quasi aus Versehen zu einem Kind gekommen bin :lol: )

Das nur mal aus einem ganz anderen Blickwinkel, hoffe es stört Dich nicht, daß ich meinen Senf dazu geschrieben habe.

Um direkt auf den Betreff zu antworten: Ich würd's gar nicht aushalten, sondern machen, daß ich schwanger werde. :wink:
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Liebe Grüße,
Seerose
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rueckenwind
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von rueckenwind »

Nur ganz kurz, da ich wenig Zeit habe:

Ich finde, dass sich eure Ausgangsposition ziemlich gut anhört. Im Studium ein Kind zu bekommen, das ist wohl das beste, was uns passieren konnte - nicht finanziell (mein Mann ist Doktorand mit minimalem Gehalt) aber so als Eltern, als Paar und für unser Kind. Wir haben uns im Nachhinein ein bisschen geärgert, dass wir es nicht früher versucht haben, dass liegt aber auch an meiner Hormonstörung, die das ganze noch zusätzlich verzögert hat. Bedenken wie die mit der Ordnung und Ernährung kenne ich nur zu gut - und ich muss sagen, dass ich sie jetzt nicht mehr nachvollziehen kann, wir sind da einfach so rein gewachsen und Dinge, die mich früher gestresst haben, registriere ich kaum mehr sondern erledige sie so 'nebenbei'.
Ich kenne einige Lehramts- und Medizinstudenten, die im Studium ihre Kinder bekommen haben und bei denen alles eigentlich ganz zufriedenstellend läuft. Mir hilft eine andere Fokussierung sogar, meinen teils übertriebenen und mitunter unnötigen Ehrgeiz etwas zu bremsen und mein Arbeitspensum in realistische Bahnen zu schieben - mir tut es gut, dass es definitiv noch etwas 'Wichtigeres' (oder besser jemand Wichtigeres) gibt. Auch die Verlängerung meines Studiums (nehme doch viele der Urlaubssemester in Anspruch, da wir uns eine frühe Krippenbetreuung nicht vorstellen können) find ich mittlerweile sogar ganz schön und wir hoffen, dass sich auch ein zweites Kind noch vor meinem Abschluss ankündigt)

Aber das ist wohl eine Typfrage! Wie wohl alles in diesem Zusammenhang!
Ich wollte mich nur ebenfalls für ein Kind im Studium aussprechen - ich überlege mir manchmal wenn ich gestresst bin oder wir finanzielle Sorgen haben, woran ich mich in 10-20-30 Jahren erinnern werde, und das wird definitiv der Umstand sein, dass wir beide so sehr viel Zeit für unsere Lütte hatten und gemeinsam ihre Entwicklung aus nächster Nähe verfolgen konnten und weniger der Umstand, dass ich selten gerne noch weit weg reisen, abends öfter richtig ausschweifend feiern würde oder gerne ein bisschen mehr Geld zur Verfügung hätte. Und den perfekten Zeitpunkt, den gibt es vermutlich eh nicht...

Wenn du es nicht schon getan hast, dann sprich doch mal ausführlich mit deinem Freund über eure weitere Planung. Für konkretere Fragen zur Vereinbarkeit von Kind und Studium gibt es an einigen Unis auch Interessengruppen studentischer Eltern....
T. mit Rumpeltochter (04.11), Purzelsohn (08.13) und Flitzeline (08.19)
Lösche Benutzer 6191

Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Lösche Benutzer 6191 »

Ich kann dich gut verstehen, denn mir ging es im Studium genau wie dir. Mein Mann und ich haben direkt nach meinem Abi gehehratet, da war ich 19 und er 22. Er war berufstätig, ich hab halt angefangen zu studieren.
Ich hätte mir nicht zugetraut mit Kind zu studieren, weil ich dann für beide Seiten nicht die gewollte Aufmerksamkeit gehabt hätte, aber es war hart. Ich nahm die Pille und hab sie zeitenweise absichtlich ganz unregelmäßig genommen etc. um quasi einen Unfall zu provizieren :lol:
Mein Studium habe ich durchgezogen, obwohl ich schon nach dem 3. Semester wusste, dass ich das niemals arbeiten will...aber Abi und Nix geht einfach gar nciht, also mache ich nen Abschluss und wenn ich nochmal umschwenke, dann dauert alles nur noch viel lägner....
Im letzten Semester dann, als der ET nach den Prüfungen, bzw. am Ende der Diplomarbeit gelegen hat, habe ich dann die Pille abgesetzt und wurde sofort schwanger.
Es hat alles perfekt gepasst und ich denke immernoch, dass es gut so war - auch wenn ich halt manchmal echt so Gedanken hatte, wie: Warum bin ich nicht nach der 10 Klasse von der Schule, Verkäuferinnenausbildung 2Jahre und dann gleich Kinder...aber das war ja auch müssig, der Gedanke

Wie lange studiert denn dein Mann noch? Weil er ja scheinbar der Hauptgrund dafür ist, dass ihr noch wartet, oder? Weil , wenn du es dir zurtraust auch während dem Studium und es finanziell auch gut klappen würde...dann hätte er ja ggf. immernoch sein belastendes Studium, auch wenn du schon fertig bist und dann wärs ja auch nicht anders, als jetzt. Bzw. klar, es kommt auch immer darauf an, was der Vater so alles übernimmt...meiner hat sich da ziemlich rausgehalten, da wäre es fast egal gewesen, wie belastend sein sonstiger Alltag ist, weil unser Baby auf seinen Alltag gar nciht so viel Einfluss hatte...jedenfalls aus meiner Sicht der DInge

Ich glaube ich habe ein bbisschen Wirr geschrieben, aber vielleicht ziehst du ja trotzdem was hilfreiches für dich raus.
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MaareMum
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Re: AW: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von MaareMum »

Leztens war ein klasse Artikel im SPIEGEL über das Thema erst Ausbildung beenden oder früh Kinder bekommen. Und das Fazit war eindeutig: Frau kann Karriere machen UND Kinder bekommen, "sie muss sich nur FRÜH genug für BEIDES entscheiden".
Ich finde, das stimmt (jetzt mal Bezug nehmend auf das, was deine Mutter sagt). Im Studium machen Kinder auch nicht weniger Arbeit als im Beruf. Aber wenn du in den Beruf einsteigst und da die Kinder schon grösser sind, dann hast du keine Probleme mehr mit Babypausen. Das gefällt auch dem Arbeitgeber. Das typische "erst Ausbildung dann Kinder" ist in der Hinsicht gar nicht unbedingt so geschickt.
Im Studium bzw. In dem Alter will man natürlich erstmal das Leben geniessen, aber andererseits kann man das dann auch später wieder, wenn die Kinder gross sind. Dann ist man noch selbst relativ jung. Hat also durchaus Vorteile, jung Kinder zu bekommen.
Zum Thema anspruchsvolles Studium: ich kenne genug Leute, die während eines Medizinstudiums Kinder bekommen haben und trotzdem heute Ärzte sind. Und Medizin ist ein sehr zeitaufwändiges und verschultes Studium.
Studenten kommen oft leichter an Kita-Plätze.

Zum Geld: klar hat man mit Kind mehr Ausgaben, aber man kann fast alles gebraucht billig oder sogar geschenkt bekommen.

Zum Freund: tja, das ist der eigentliche Knackpunkt. Und der Fairness halber sollte er schon auch dafür sein. Aber steter Tropfen höhlt manchmal den Männerkopf :-D


Kurz und knapp vom Handy
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
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Re: AW: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Lösche Benutzer 6191 »

MaareMum hat geschrieben: Im Studium bzw. In dem Alter will man natürlich erstmal das Leben geniessen, aber andererseits kann man das dann auch später wieder, wenn die Kinder gross sind. Dann ist man noch selbst relativ jung. Hat also durchaus Vorteile, jung Kinder zu bekommen.
Das ist auch ein Punkt, der mir gerade eingefallen ist: Wie sieht denn "das Leben genießen" aus - weggehen, Party machen, Urlaub...oder Familie, Kinder, "häuslichkeit"
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Seerose
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Re: AW: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Seerose »

actionzwerg hat geschrieben:
MaareMum hat geschrieben: Im Studium bzw. In dem Alter will man natürlich erstmal das Leben geniessen, aber andererseits kann man das dann auch später wieder, wenn die Kinder gross sind. Dann ist man noch selbst relativ jung. Hat also durchaus Vorteile, jung Kinder zu bekommen.
Das ist auch ein Punkt, der mir gerade eingefallen ist: Wie sieht denn "das Leben genießen" aus - weggehen, Party machen, Urlaub...oder Familie, Kinder, "häuslichkeit"
Meines Erachtens ist DER Punkt schlechthin UNABHÄNGIGKEIT, FREIHEIT. Und da muß man tatsächlich Abstriche machen mit Kind/ern.
Da waren die Beispiele schon ganz richtig, Anruf um 22h bekommen ob man Lust auf einen Cocktail hat und dann spontan aufbrechen in die Kneipe, das geht dann nicht mehr (wirklich) bzw. die Frage ist, ob man da überhaupt Bedarf dafür hat wenn das Baby wenige Monate alt ist. Oder am Freitag spontan nen Flug buchen für ein verlängertes Wochenende in Prag, Paris, Wien oder wo auch immer. Oder, oder, oder..

Aber es ist ja keine Ewigkeit die man auf so etwas verzichten muß. :wink:
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Re: AW: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von kiezkind »

Also ich kam bald nach dem physikum meiner Mutter und mein Bruder kurz vor den Examen.
wir sind froh dass es uns gibt war aber nicht immer einfach. Obwohl es später mit der eigenen Praxis der Mutter noch schwerer war.
Ich hingegen hab mein Aufbaustudium mit Kind nicht mehr geschafft. Da ist jeder unterschiedlich.
Da müsst ihr euren weg finden.
Obwohl ich meinen man nie zu einem Kind überreden würde, bei uns hat es gereicht darüber zu sprechen dass wir jetzt genauso viel angst wie in 5 Jahren davor haben werden und es auch jetzt wagen können.

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BEcKa
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von BEcKa »

Leute, sie sucht nach gleichgesinnten, die noch warten wollen.....nicht nach Argumente Pro Kind.... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:



Weißt Du Menschenkind, es gibt NIE den richtigen Zeitpunkt.....

Ich war 34, hatte Studium und eine feste Stelle in der Tasche. Ideal, oder? Ich bin 2 Jahre nach der Einstellkung schwanger geworden, das war für meinen AG auch nicht schön. Und für mich? War es zu spät....ich hätte heute gerne noch ein drittes, doch ich bin schon 41.....es wird knapp, vielleicht klappt es noch, vielleicht aber auch nicht.

Man kann das Leben nicht planen. Plötzlich hat man Gebärmutterkrebs und eine Total-op ist nötig....oder man ist 6 Jahre zusammen, will heiraten und plötzlich geht der Mann fremd und man findet nicht rechtzeitig einen neuen.....oder,oder,oder. Das Leben kann man nur organisieren.

Ein guter Kompaß ist das eigene Herz....
Liebe Grüße
Becka
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und ein Bild- Dich trag ich bei mir, bis der Vorhang fällt...



Nolle in causa est, non posse praetenditur
Häsin
hat viel zu erzählen
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Re: Kinderlose: Wie haltet ihr das Warten aus?

Beitrag von Häsin »

BEcKa hat geschrieben:Leute, sie sucht nach gleichgesinnten, die noch warten wollen.....nicht nach Argumente Pro Kind.... :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:



Weißt Du Menschenkind, es gibt NIE den richtigen Zeitpunkt.....

Ich war 34, hatte Studium und eine feste Stelle in der Tasche. Ideal, oder? Ich bin 2 Jahre nach der Einstellkung schwanger geworden, das war für meinen AG auch nicht schön. Und für mich? War es zu spät....ich hätte heute gerne noch ein drittes, doch ich bin schon 41.....es wird knapp, vielleicht klappt es noch, vielleicht aber auch nicht.

Man kann das Leben nicht planen. Plötzlich hat man Gebärmutterkrebs und eine Total-op ist nötig....oder man ist 6 Jahre zusammen, will heiraten und plötzlich geht der Mann fremd und man findet nicht rechtzeitig einen neuen.....oder,oder,oder. Das Leben kann man nur organisieren.

Ein guter Kompaß ist das eigene Herz....
hihi BEcKa, erst schimpfen und dann selber zureden ;-)

aber mir ging es beim Lesen ähnlich, mein einziger Gedanke war "Mensch , Mädel, wenn Du Deinen Freund überzeugen kannst, dann mach!!!" Irgendwie haben wir in unserer Zeit/Gesellschaft die falsche Sicherheit, dass wir alle auch noch mit 36 Mutter werden können. Klar geht das, aber bei manchen dauert es dann sehr lange oder geht einfach gar nicht mehr, das ist so unterschiedlich, es gibt Frauen, bei denen die Fruchtbarkeit schon sehr früh nachlässt. Deswegen: wenn jetzt das Herz ja schreit, dann...äh schreit es ja. Und mit der Ordentlichkeit: ich bin selbst sehr unordentlich und wir haben jetzt ein Kind und keine Ahnung ob ich ihm je Ordentlichkeit werde vorleben können, aber es gibt wichtigeres, was man einem Kind vorleben könnte. Und ich glaub auch nicht, dass das eine Altersfrage ist: wenn Du jetzt unordentlich bist, warum solltest Du mit 35 plötzlich eine dauernd aufgeräumte Wohnung haben???
Häsin mit Häschen (*2/2012)
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