vegane ernährung

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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bienenmeister
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Re: vegane ernährung

Beitrag von bienenmeister »

Teazer hat geschrieben:Diese gehen einfach davon aus, dass sie das Thema Mangelernährung nicht betrifft, so lange sie nur genügend Fleisch und Käse essen. :roll:

Was für eine Arroganz. Wir gehen ausschließlich im Bioladen einkaufen und ja, wir selbst kaufen viele Produkte, die eher für Veganer gedacht sind, obwohl wir Käse und Fleisch essen und treffe viele Menschen dort, die sich sehr genau mit den Nährwerten ihrer Nahrung auskennen, egal ob vegan oder omnivor.

Selbst meine Schwiegermutter, die ein absoluter Schnäppchenjäger bei LIDL, Aldi und Co ist, weiß sehr gut über Vitamine, Mineralien, Eiweiß/Zuckergehalt bescheid.

Ich finde es gibt immer mehr Menschen, die sich Sorgen um ihre Gesundheit und die richtige Ernährung machen. Man kann ja keine Kochsendung mehr sehen, indem einem nicht vorgesagt wird, welches Gemüse besonders viel von irgendwas enthält, was gut für die Nerven doer weiß der Geier ist.
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Giraeffchen
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Re: vegane ernährung

Beitrag von Giraeffchen »

Bright Berry hat geschrieben: Und auch einem Kleinkind kann man erklären, dass man nicht möchte, dass es bei allem zugreift, was sich andere in den Mund stecken.
Aber natürlich kann man das. Bleibt die Frage, wie man damit umgehen möchte, wenn das Kind eben darauf besteht, doch probieren zu wollen. Kindliche Neugier ist ein starkes Zugpferd, bzw. kann es sein, es gibt natürlich auch Kinder, die von sich aus eher zurückhaltend sind. Sicher ist vieles auch Typsache.
Aber ich bin überzeugt, dass Kinder spüren, wenn Mama beim probieren innerlich mit den Zähnen knirscht und es eigentlich nicht so gerne mag. Eine ganz neutrale Einstellung ist da schwierig, vor allem, wenn man selber aus ethischen Gründen vegetarisch/ vegan lebt.
Bright Berry hat geschrieben: Genauso ist es bei Allergien und Unverträglichkeiten, bei denen man dem Kind erklären muss, was es essen darf und was nicht. Verträgt es z. B. keine Kuhmilch, dann lernt es damit umzugehen und Alternativprodukte zu essen, auch wenn die komplette Kindergartengruppe ihre Milchshakes schlürft. Ich glaube nicht, dass es allein dadurch gleich zum Außenseiter werde würde.
Mein Kind ist allergisch auf verschiedene Lebensmittel und es schränkt ihn in soweit ein, dass gerade diese als Grundstoffe in sehr vielen Lebensmitteln zu finden sind.
Und es ist nicht schön für ihn, am Geburtstag im Kindergarten nicht vom großen Kuchen mitzuessen, weil da Ei drin ist und sein eigenes zu haben und sei es noch so lecker. Dieses Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein und gerade beim gemütlichen Essen, wo alle das Gleiche haben, das ist nicht zu unterschätzen, es ist vielen Kindern sehr wichtig.
Ich merke manchmal an kleinen Bemerkungen, dass es ihn in bestimmten Situationen belastet (übringens auch bei anderen Kindern, mit denen ich beruflich zu tun habe, nicht nur hier), obwohl er natürlich die Gründe durchaus versteht.
Die anderen Kinder in seiner Gruppe, in seinem Umfeld, sind damit ja groß geworden und wissen Bescheid, aber für ihn ist es eben manchmal, und vor allem, wenn ihn das Essen sehr anspricht, optisch, eine ganz, ganz schwere Aufgabe anzunehmen, dass er das nicht haben darf.

Mag sein, andere Kinder sind da anders, so sind unsere Erfahrungen.

Bright Berry hat geschrieben: Warum sollte man also die vegane Ernährung nicht solange wie möglich an seine Kinder weitergeben, bis sie die Gründe verstehen, die dahinterstecken und wirklich eine eigene Entscheidung fällen können. Vielleicht macht es sie dann sogar stolz, dass sie in ihrem Leben noch nie Fleisch gegessen und damit kein Tier auf dem Gewissen haben.

Ich habe beim Lesen den Eindruck, dass du da schon eine gewisse Erwartungshaltung ans Kind transportierst und seiner Entscheidung, wenn sie dann fällt, nicht mehr offen und neutral gegenüber stehen kannst, weil du ja eigentlich willst, dass es Veganer bleiben wird und möchte zu bedenken geben, dass auch unausgesprochene Erwartungen vom Kind erspürt werden und ihm vielleicht eine neutrale Entscheidung erschweren/ unmöglich machen.
Wenn dein Kind später mal nur dir zuliebe und nicht aus eigener Überzeugung Veganer ist, dann ist ja auch nichts gewonnen, weil die freie Entscheidung nicht da ist.
Aber vielleicht liege ich auch ganz daneben, es war halt mein Eindruck.
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Teazer
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Re: vegane ernährung

Beitrag von Teazer »

bienenmeister hat geschrieben:
Teazer hat geschrieben:Diese gehen einfach davon aus, dass sie das Thema Mangelernährung nicht betrifft, so lange sie nur genügend Fleisch und Käse essen. :roll:

Was für eine Arroganz.
Meinst Du ernsthaft, dass ich arrogant bin, weil ich das schreibe? Es ist meine Erfahrung, denn ich bin ausschließlich von Omnivoren umgeben. Schön, dass Du Dir viele Gedanken machst. In meinem Umfeld ist das leider absolut nicht der Fall. Und nein, das sind nicht ausschließlich bildungsferne Menschen.

Wenn mich jemand nach einer mangelhaften, veganen Ernährung fragt, kommt auf meine Gegenfrage, was denn fehlen würde, immer nur "Eisen". Wenn ich dann frage worin das denn überall enthalten ist, heißt es einfach nur "Fleisch". Dass das auch nicht immer so stimmt, weiß Du ja. Und wenn ich dann aufzähle worin Eisen alles enthalten ist und erzähle, dass das Essen von Milchprodukten und Eiern die Eisenresorption herabsetzt, sind sie richtig schockiert. Als Veganerin hatte ich noch nie einen Eisemangel, als Fleischesserin schon.

Mein oben zitierter Satz war nur eine subjektive Einschätzung; eine andere konnte ich bisher leider nicht machen. ;-)
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bienenmeister
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Re: vegane ernährung

Beitrag von bienenmeister »

Teazer hat geschrieben: Meinst Du ernsthaft, dass ich arrogant bin, weil ich das schreibe?
Nö, ich halte dich nicht für arrogant.



Hast du schon mal einen einzigen veganen Ernährungsberater gesehen? Ich nicht. Ich halte sehr viel von veganer Ernährung, aber omnivor = hat keine Ahnung, nee, das geht echt zu weit.
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Re: vegane ernährung

Beitrag von Bright Berry »

Giraeffchen, ja eine Erwartungshaltung würde ich sicherlich transportieren, da hast du recht. Eine neutrale Einstellung könnte und wollte ich da gar nicht haben. Denn ich würde meinem Kind ja durchaus erklären, warum ich selbst z. B. kein Fleisch esse und das auch grundsätzlich nicht gut finde. Wenn ich nur sagen würde, mir schmeckt es nicht, wäre das ja gelogen. Also würde ich sagen, ich finde es falsch, Tiere dafür grausam zu behandeln und zu töten (dem Alter entsprechend natürlich, würde jetzt keinem Vierjährigen Schlachthofbilder zeigen). Und ich denke, allein diese Aussage transportiert meine Erwartung, dass ich mir wünsche, dass mein Kind im Leben nichts tut, was ich moralisch nicht gut finde. Das wäre aber nicht nur beim Essen und dem Thema Tierrechte der Fall. Genauso vermittelt man ja auch in allen anderen Bereichen seine moralische Einstellung bzw. die Dinge, die einem wichtig sind und umgekehrt, die Dinge, die man ablehnt.
Ich würde also ganz klar sagen, dass ich mir wünsche, dass mein Kind auch später, wenn es selbst entscheiden wird, kein Fleisch isst, um die Tierquälerei nicht zu unterstützen. Genauso wie ich sagen würde, dass man Menschen anderer Hautfarbe nicht diskriminieren darf, nicht Rauchen sollte, die Umwelt schont usw. Ich wüsste nicht, warum ich meine eigene Meinung, unterlegt mit Fakten, nicht an mein Kind weitergeben sollte. Wie es sich dann in seinem Leben entscheidet, bleibt ja letztendlich ihm überlassen. Aber ich hoffe, dass es mir gelingen würde zu vermitteln, egal welche Entscheidung es trifft, dass es aus eigener Überzeugung geschieht und nicht nur zum Gefallen anderer.
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Giraeffchen
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Re: vegane ernährung

Beitrag von Giraeffchen »

Ich bin ja auch schon ewig Vegetarierin, mein Kind hat irgendwann auf einem Kindergartenfest die erste Wurst gegessen.
Er fragt mich natürlich auch, warum ich kein Fleisch esse und ich antworte ihm da auch, er weiß, dass Wurst nicht auf Bäumen wächst...
Aber ob er diesen Weg dann auch geht oder nicht, das liegt halt nicht in meiner Entscheidungskraft.
Mir ist es wichtig, dass er innerlich so stark ist/ wird, dass er selber entscheiden und seinen Weg finden kann.
Ich lebe ihm meine Werte vor, die beinhalten vieles von dem, was du auch schreibst. Und dann vertraue ich auf ihn. Er wird seinen Weg finden, einen guten Weg gehen.
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Teazer
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Re: vegane ernährung

Beitrag von Teazer »

bienenmeister hat geschrieben:Ich halte sehr viel von veganer Ernährung, aber omnivor = hat keine Ahnung, nee, das geht echt zu weit.
Dann hättest du mein Zitat aber nicht verkürzen dürfen:
Teazer hat geschrieben:ich habe oft den Eindruck, dass Veggies sich vergleichsweise häufiger mit gesunder Ernährung beschäftigen als Omnivore. Diese gehen einfach davon aus, dass sie das Thema Mangelernährung nicht betrifft, so lange sie nur genügend Fleisch und Käse essen. :roll:
;-)
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Re: vegane ernährung

Beitrag von Bright Berry »

Giraeffchen, genauso seh ich das auch! :D
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himbär
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Re: vegane ernährung

Beitrag von himbär »

na da hab ich ja was losgetreten ;)

ich kann irgendwie schon viel nachvollziehen von dem was ihr sagt. zum bespiel möchte ich natürlich, dass mein sohn seine eigenen entschreidungen trifft. aber wie auch bright berry schon sagte, solang mein kind nicht in der lage ist diese entscheidung zu treffen muss ich dies als erwachsener tun, und dies nach meinem besten gewissen. ich kann dies aber nur für mich machen und muss akzeptieren, dass mein freund es anders machen wird. aber er gibt sich wirklich viel mühe zur zeit und auch wenn ich ihn nicht überzeugen kann vegan zu leben, so isst er doch wesentlich weniger tierprodukte als früher.

und das mit dem evtl. gesünderen lebensstil von veggies: nun mir fällt auch auf, dass viele die mich kritisieren bzgl. der veganen ernährung bei genaueren rückfragen keine ahnung von ernährung haben. und ganz ehrlich solange es ihnen gut geht, sie keine mangelerscheinungen haben ist es doch super. aber muss ich mir wirklich z.B. von meiner schwester anhören ich würde mein kind gefährden mit einer wohlüberlegten, ausgewogenen pflanzenbasierter ernährung, während sie ihr kind (2!) ständig mit pommes, nuggets, schokolade, chips usw. ernährt? und ich meine wirklich nicht nur ab und zu, sondern ich habe bisher kein gericht bei ihr gesehen, dass auch nur im mindesten ausgewogen war (geschweige denn selbst gekocht) und ich habe nicht den anspruch man solle ständig grünkernbratlinge servieren. und ich mische mich da auch nicht ein. wenn sie mich fragen würde, ich würde ihr zwar sagen dass es ausgewogener sein müsste für mich und meine familie, aber sie fragt mich nicht und ich lass es. wieso nehmen sich also leute, die keine ahnung haben deshalb das recht raus mich derart zu beleidigen?

auf der anderen seite denke ich gibt es auch veggies, die es mal ruhiger angehen lassen müssten. den freundliche botschaften werden doch viel eher angenommen. in diesem sinne, ich lebe einfach mein veganes leben, bin froh unterstützung durch meine familie (wenn auch nicht alle) zu finden und freue mich über jeden den ich damit inspirieren kann.
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