Bright Berry hat geschrieben:
Und auch einem Kleinkind kann man erklären, dass man nicht möchte, dass es bei allem zugreift, was sich andere in den Mund stecken.
Aber natürlich kann man das. Bleibt die Frage, wie man damit umgehen möchte, wenn das Kind eben darauf besteht, doch probieren zu wollen. Kindliche Neugier ist ein starkes Zugpferd, bzw. kann es sein, es gibt natürlich auch Kinder, die von sich aus eher zurückhaltend sind. Sicher ist vieles auch Typsache.
Aber ich bin überzeugt, dass Kinder spüren, wenn Mama beim probieren innerlich mit den Zähnen knirscht und es eigentlich nicht so gerne mag. Eine ganz neutrale Einstellung ist da schwierig, vor allem, wenn man selber aus ethischen Gründen vegetarisch/ vegan lebt.
Bright Berry hat geschrieben:
Genauso ist es bei Allergien und Unverträglichkeiten, bei denen man dem Kind erklären muss, was es essen darf und was nicht. Verträgt es z. B. keine Kuhmilch, dann lernt es damit umzugehen und Alternativprodukte zu essen, auch wenn die komplette Kindergartengruppe ihre Milchshakes schlürft. Ich glaube nicht, dass es allein dadurch gleich zum Außenseiter werde würde.
Mein Kind ist allergisch auf verschiedene Lebensmittel und es schränkt ihn in soweit ein, dass gerade diese als Grundstoffe in sehr vielen Lebensmitteln zu finden sind.
Und es ist nicht schön für ihn, am Geburtstag im Kindergarten nicht vom großen Kuchen mitzuessen, weil da Ei drin ist und sein eigenes zu haben und sei es noch so lecker. Dieses Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein und gerade beim gemütlichen Essen, wo alle das Gleiche haben, das ist nicht zu unterschätzen, es ist vielen Kindern sehr wichtig.
Ich merke manchmal an kleinen Bemerkungen, dass es ihn in bestimmten Situationen belastet (übringens auch bei anderen Kindern, mit denen ich beruflich zu tun habe, nicht nur hier), obwohl er natürlich die Gründe durchaus versteht.
Die anderen Kinder in seiner Gruppe, in seinem Umfeld, sind damit ja groß geworden und wissen Bescheid, aber für ihn ist es eben manchmal, und vor allem, wenn ihn das Essen sehr anspricht, optisch, eine ganz, ganz schwere Aufgabe anzunehmen, dass er das nicht haben darf.
Mag sein, andere Kinder sind da anders, so sind unsere Erfahrungen.
Bright Berry hat geschrieben:
Warum sollte man also die vegane Ernährung nicht solange wie möglich an seine Kinder weitergeben, bis sie die Gründe verstehen, die dahinterstecken und wirklich eine eigene Entscheidung fällen können. Vielleicht macht es sie dann sogar stolz, dass sie in ihrem Leben noch nie Fleisch gegessen und damit kein Tier auf dem Gewissen haben.
Ich habe beim Lesen den Eindruck, dass du da schon eine gewisse Erwartungshaltung ans Kind transportierst und seiner Entscheidung, wenn sie dann fällt, nicht mehr offen und neutral gegenüber stehen kannst, weil du ja eigentlich willst, dass es Veganer bleiben wird und möchte zu bedenken geben, dass auch unausgesprochene Erwartungen vom Kind erspürt werden und ihm vielleicht eine neutrale Entscheidung erschweren/ unmöglich machen.
Wenn dein Kind später mal nur dir zuliebe und nicht aus eigener Überzeugung Veganer ist, dann ist ja auch nichts gewonnen, weil die freie Entscheidung nicht da ist.
Aber vielleicht liege ich auch ganz daneben, es war halt mein Eindruck.