Ich merke selbst, dass ich mit diesem Thema sehr ringe. Es gibt tatsächlich viele Eltern, die ihre Kinder ferbern, weil sie denken, sie tun ihnen damit was Gutes (fördern ihre Selbstständigkeit ...) oder weil sie schlicht keinen Bock auf Einschlafbegleitung haben. Da finde ich es ganz wichtig, Aufklärung zu betreiben. Viel schwieriger finde ich die Frage, was man tut, wenn Eltern wirklich am Limit sind. Wenn weder Familienbett noch das nächtliche Abstillen nach Gordon noch die sanften Methoden von E. Pantley den gewünschten Erfolg gebracht haben. Dann ist, dass muss man ganz klar sagen, ein Schlaflernprogramm ein schneller, relkativ zuverlässiger Weg, die Situation für die Eltern zu entlasten. Bei den meisten Babys, so habe ich mir sagen lassen, ist tatsächlich nach drei bis fünf Nächten abends Ruhe.Trillian hat geschrieben:Die Infos zu deinem Interview finde ih sehr interessant.
Zum Ferbern: ich glaube, dass die Gründe, die er dafür anbringt vielleicht sogar okay sind, auch wenn ich es nicht gemacht hätte. Wo ich es mitbekommen habe, dass geferbert wurde, ging es aber nicht um Lastentragung und Ressourcenverteilung, sondern eher darum, dass die Eltern (oder Dritte?) meinten, es wäre aber mal an der Zeit, dass das Kind alleine schläft und es vielfach auch gar nicht um das Durchschlafen, sondern primär um die Einschlafbegleitung ging. Das kann ich aber nicht verstehen, wenn dies abends der Papa machen kann und sich einfach mit hinlegt. Find ich viel bequemer als den Einschlafkampf. Bei Alleinerziehenden oder beim 2./3. Kind mag das nochmal ander sein
Mein Problem ist nun, dass ich denke: Für das Baby ist das Schreienlassen in beiden Situationen gleich schlimm - also egal, ob es aus Bequemlichkeit oder aus echter Not heraus passiert. Letztendlich ist es wohl ein Abwägen von Schmerz. Und natürlich darf auch die Tatsache nicht unberücksichtigt bleiben, dass Eltern, die fix und fertig sind und mit ihrem Baby in der Folge grob, agressiv und lieblos umgehen auch einen großen Schmerz bedeuten, vielleicht noch einen gravierenderen als ein Schlaflernprogramm.



