mal ganz provokativ

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bienenmeister
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von bienenmeister »

Verseau hat geschrieben:
bienenmeister hat geschrieben:
Verseau hat geschrieben:naja, jeder hat ne andere grundidentität, würd ich mal sagen ;-)

ich glaube trotzdem, das meine mutter mich verhunzt hat und ich bin echt dankbar für meinen mann, der mich wieder gerade biegt :D

Es tut mir wirklich sehr Leid, dass du schlechte Erfahrungen mit deiner Mutter gemacht hast. Wie du andeutest, muss man das aber eben differenziert sehen. Und ohne Dir zu Nahe treten zu wollen, macht mich das mit deinem Mann irgendwie stutzig. Das hast du bestimmt anders gemeint, als geschrieben.

Liebe Grüße
wie meinst du?
ich hab durch meinen mann vertrauen in mich selbst.
er ist mir die größte stütze im leben.
durch ihn hab ich gelernt zu lachen und das leben zu nehmen wie es kommt und zu geniesen.

sorry aber ich kann mich nicht so richtig ausdrücken und suche ewig nach den richtigen worten und finde sie doch kaum...

Ich bin auch nicht gut im Ausdrücken :wink:

Das "Geradebiegen" durch deinen Mann klingt so - therapeutisch. Ich denke mal eher, dass du meinst, dass die positive Beziehung zu deinem Mann dein Lebensgefühl positiv werden lässt.


Liebe Grüße
mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

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Verseau
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von Verseau »

mal anders gesagt: bei ihm bin ich ICH bei meiner mutter nicht, da versuch ich zu gefallen :wink:
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bienenmeister
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von bienenmeister »

Hey da haben wir doch hier auch einen passenden Fred - zur bedürfnisorientierten Erziehung und Lob. Ich weiß leider nicht, wie das mit dem Verlinken klappt, vielleicht kann greenie bird das machen ? Auf jeden Fall ein spannendes Thema.

Liebe Grüße
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Sakura
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von Sakura »

bienenmeister hat geschrieben:einen passenden Fred - zur bedürfnisorientierten Erziehung und Lob.
ja. der würde mich jetzt sehr interessieren.
verlinken: link oben aus dem adressfeld rauskopieren und in deine beitrag einfügen. fertig.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
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vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

miss_undercover
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von miss_undercover »

Hallo Sakura,

ich fühle mich jetzt mal angesprochen als eine, die Dich auch verunsichert hat ... :mrgreen:

Und ich kann Dir sagen, als ich Renz-Polsters "Kinder verstehen" las, ging es mir genau wie Dir - ich war schockiert! Und das, obwohl er sich super klar fürs Stillen, gemeinsame Schlafen etc. ausspricht. Aber er nimmt einem echt diese Illusion des "natürlichen Umgangs" mit Säuglingen und kleinen Kindern, den es nur "wiederzuentdecken" gelte.

Ich habe dann lange mit ihm telefoniert - ich hatte das Privileg, sein Buch vor Abdruck zu lesen und dann zum Erscheinungstermin einen großen Artikel drüber zu schreiben - und im Laufe des Gesprächs habe ich gemerkt, dass das ursprünglich beklemmende Gefühl (was ist denn jetzt richtig?) einem Gefühl großer Befreiung wich: Für das, was ich tue, gibt es viele gute Gründe. Aber wir Menschen sind auch so flexibel, dass es den einen richtigen natürlichen Weg gar nicht gibt, gar nicht geben kann. Babys hatten zu allen Zeiten Bedürfnisse, und es war zu allen Zeiten evolutionär sinnvoll, die Bedürfnisse von Eltern und Kind gut unter einen Hut zu kriegen - wie das ja z.B. beim Familienbett oft der Fall ist, weil einfach alle nachts kriegen was sie brauchen.

Aber: Es war auch zu allen Zeiten ein Teil des evolutionären Pakets, dass Eltern Zumutungen verteilten und verteilen mussten. Und das ist für die gesunde Entwicklung ihrer Kinder nicht schlimm gewesen. Sehr spannend fand ich in diesem Zusammenhang sein Kapitel übers Stillen, in dem eben auch stand, dass es keinesfalls so ist, dass der "natürliche" Weg ist ein Kind so lange zu stillen bis es sich selbst abstillt. Es KANN natürlich sein und hat fürs Kind natürlich keine Nachteile - aber da Stillen nun mal eine Sache zwischen zwei Menschen ist gab es auch immer schon das Abstillen von der Mutter aus. In manchen Kulturen sehr früh - nämlich dann, wenn die Mütter zum arbeiten woanders hingingen und ihre Kinder bei Sittern ließen. In anderen Kulturen sehr spät, weil die Ressourcen so gut verteilt waren, dass die Mütter ihre Kinder bei der Arbeit dabei haben konnten und auch genug Energie zum langen Stillen hatten.

Auch beim Thema Kinderbetreuung ist es doch eigentlich ungeheuer entlastend, zu wissen, dass evolutionär gesehen tatsächlich BEIDES Erfolgsmodelle sind: Die fast ausschließliche Betreuung durch wenige erwachsene Bezugspersonen in den ersten Lebensjahren ebenso wie das Leben in einer Kindergruppe mit wenigen Erwachsenen als "Aufpasser".

Kurz: Das Buch regt zum Nachdenken und Hinterfragen an, aber es bestätigt "uns" auch ganz stark auf "unserem" Weg. Ich empfehle Dir sehr, es zu lesen (und bin selbst schon ganz gespannt auf das zweite Buch, das im Oktober erscheint und dass ich noch nicht lesen durfte :wink: ).

Liebe Grüße
Nora ... deren Ressourcen beispielsweise immer liebend gerne für zwei Jahre Stillzeit gereicht haben - aber auch nicht für mehr. :D
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Talgaro
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von Talgaro »

Sakura hat geschrieben:
bienenmeister hat geschrieben:einen passenden Fred - zur bedürfnisorientierten Erziehung und Lob.
ja. der würde mich jetzt sehr interessieren.
verlinken: link oben aus dem adressfeld rauskopieren und in deine beitrag einfügen. fertig.
Bitte: click .
Liebe Grüße von Talgaro & ihren drei Räuberkindern (Juni 2002 - Juli 2006 - März 2010)
Sibi
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von Sibi »

Miss_Undercover,
mal eine persönliche Frage zu dem Telefonat mit Renz-Polster. Ich hatte bei dem Buch schon den Eindruck, dass er persönlich doch sehr zum AP neigt. Als Wissenschaftler kann er ja auch andere Arten des Umgangs mit Kindern beschreiben und es ist nur seriös, wenn er das auch tut. Aber gefühlsmäßig schien er mir doch eher ein Vertreter von AP zu sein. Oder bilde ich mir das nur ein?

Unabhängig davon finde ich es gut, dass Renz-Polster so einen Erfolg mit seinem Buch (hoffentlich auch mit dem nächsten) hat - gerade jetzt, wo Bergmann gestorben ist, ist es schön, wenn diese positive Sicht auf Kinder weiter "besetzt" wird und die öffentliche Diskussion über Kinder und Erziehung nicht allein Winterhoff und Co überlassen wird.
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bienenmeister
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von bienenmeister »

AP ????
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MelCel
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von MelCel »

Attachment Parenting nehme ich an.
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Re: mal ganz provokativ

Beitrag von Emmal J. »

Verseau hat geschrieben:achja, an selbstvertrauen mangelte es mir bis ich meinen mann kennen gelernt hab ;-)
hab mich nicht mal getraut im geschäft nach anderen größen zu fragen oder so.

ich bin 86 in der DDR geboren, das sagt glaub ich ziemlich viel aus, oder?
mit 6monaten in die krippe, zum sauber werden auf den topf gesetzt und mit nem gürtel am laufstall fixiert, ferbern ect.pp

Ehrlich, da muß man doch weinen, wenn man sowas über sich selbst schreibt, oder? :|
bienenmeister hat geschrieben:[Ich bin 87 in der DDR geboren, auch mit 6 Monaten Krippe, früh sauber. Und bin frech wie Bolle :mrgreen:

Frech....andere würden es vielleicht Schutzpanzer nennen, nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.
Aber bist Du auch zufrieden, geduldig, optimistisch? Fühlst Du Dich wohl? Du in Dir drin, nicht diese Bollerfassade, die Du darstellst?



Zum Thema: Ich hab mal irgendwo gelesen in einem Artikel (dem ich nicht zustimmen konnte, aber dieser Satz war hängengeblieben), daß Eltern immer diese Art von Erziehung/Behandlung für ihr Kind wählen, die dem Kind später einen guten Platz in der jeweiligen Gesellschaft verschafft. Also gemeinschaftsorientierte Gesellschaften machen ihre Kinder nützlich für die Gemeinschaft, diktatorische Gesellschaften machen ihre Kinder gefügig, Individualgesellschaften fördern ihre Kinder in ihren speziellen Talenten usw. Die meisten haben ihre Gründe, warum sie so erziehen, wie sie es tun.

Über die Erziehung im letzten Jahrhundert kann man ganz gut hier Über zwei NS-Erziehungsbücher nachlesen, über die Ursprungsidee der "naturnahen Erziehung der Naturvölker" hier Auf der Suche nach dem verlorenen Glück (kennt hier wahrscheinlich jeder).

Wenn sich die Ansprüche und Bedürfnisse einer Gesellschaft ändern, ändert sich auch die Erziehung. Manchmal ändert sie sich eben nicht so schnell wie die Politik, es ist alles ein Prozess.
Aber er hat wiedereinmal begonnen, hier in unserem Radius. Das zeigen die zig neuen Tragehilfen, die Stillgruppen, die steigenden Zahlen bei Sut und Co, adäquate Foren in anderen Ländern kann ich grad nicht nennen außer TBW, aber es gibt sie, die "Bewegung" nach den Diktaturen.

Meine Kinder sind geAPt und meine Tageskinder überwiegend geDDRt. Und der Unterschied ist sooo enorm. In der Aufnahmefähigkeit, im Körperbewußtsein, in der Frustrationstoleranz, im Selbstbewußtsein, in der Lebensfreude!!!
Wir haben heute die Recoursen, daß unsere Kinder das Leben so auskosten können. Dafür können wir nur dankbar sein.


glg!
Mäusel 6/05 Brudi 3/07 Bild

Leben auf Augenhöhe - Lieben Herz an Herz
ClauWi Trageberaterin GK08 und AK09
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