gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen...

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Scaramouche86
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gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen...

Beitrag von Scaramouche86 »

..ihr Lieben,
Ich erhoffe mir hier Tipps wie ich für alle Beteiligten das Leben einfacher gestalten kann. Hab die halbe Nacht bereits die Finger wund gegooglet, aber das Einzige was ich dazu gefunden habe, ist, dass die Kinder sich in KiTA, bei der TaMu oder was auch immer anpassen und ohne Brust schlafen.
Unsere Tochter scheint da ein Sonderfall zu sein und ich weiß so langsam wirklich nicht mehr weiter.

Wir stillen seit 23 Monaten. Gerade die letzte Zeit merke ich zum ersten Mal, dass es tagsüber weniger wird (vorher gefühlt alle paar Minuten, stillt sie jetzt nur noch mehr 5-6 mal täglich oder so...ganz grob).
Dafür hängt sie nachts dauerangedockt dran. Dank Familienbett stört mich das in 90% der Fälle nicht, aber es ist so extrem geworden, dass mir mittlerweile wirklich alles weh tut und ich oft stundenlang wach liege.
Sie schläft so schrecklich unruhig und sobald sie die Brust verliert oder ich versuche mich wegzudrehen wird sie wach. Alle Bemühungen Wasser, Essen, Streicheln, Singen usw wurden mit ganz, ganz saurem Geschrei quittiert.

Es gab eine Zeit, da war sie etwa 10 Monate alt, da habe ich mal versucht sie ohne Brust zum Einschlafen zu bringen, also zuerst stillen, dann aber andocken und in den Schlaf wiegen. Das klappte 2 Abende, danach war alles schlimmer als vorher.

Das nächste Problem ist ein anderes, allerdings ein näher Verwandter. Ich arbeite bereits seit sie 12 Monate alt ist wieder 2 mal die Woche je 5 Std. In der Zeit ist sie bei meinen Eltern. Sie liebt Oma und Opa abgöttisch und hat ein sehr gutes Vertrauensverhältnis zu Ihnen, dennoch schläft sie dort nicht ein. Meine Mama ist sehr geduldig mit ihr und versucht es immer wieder mit allem möglichen. Ne Zeitlang funktionierte es mit Tragen, aber auch das war anstrengend, denn sie ließ sich nach dem Einschlafen noch nie irgendwo ablegen. Ihre ersten 14 Lebensmonate hat sie auch nur auf mir im Tragetuch geschlafen, jegliches Ablegen endete sofort in Geschrei.
Also saß meine Mama dann die ganze Schlafenszeit mit Trage irgendwo. Mittlerweile will sie aber nicht mehr getragen werden und macht das deutlich klar, sagt nein und weint.
Jetzt müssen sie immer mit ihr Auto fahren damit sie schläft, können dann aber nicht anhalten, auch dann wird sofort heftigst protestiert.

Mein Mann kann sie auch nicht zum schlafen bringen. Eigentlich seit sie auf der Welt ist habe ich einmal die Woche abends Training, was wir gerne als "Mamaauszeit" beibehalten wollten. Aber auch nach fast 2 Jahren schafft er es nicht die Maus hinzulegen und deshalb bin ich bis auf die eine Std am Abend und die 2 Vormittage an denen ich arbeite auch rund um die Uhr bei ihr.

Einerseits fand ich es immer völlig normal und in Ordnung rund um die Uhr für mein Kind da zu sein, auch das Einschlafen an der Brust sah ich als völlig natürlich und normal an.
So langsam bin ich mir allerdings unsicher, ob da nicht gehörig was schief gelaufen ist.

Ein "gutes" Einschlafstillen dauert etwa 30 Minuten (vorher das Ritual mit Zähne putzen, lesen usw) nicht eingerechnet. An schlechten Tagen braucht sie bis zu 2 Std.
Wenn ich dann noch mal runter möchte zu meinem Mann, schläft sie nie lange ohne nuckeln. Muss dann immer wieder hoch in regelmäßigen Abständen und mich wieder runterschleichen.

Sobald wir dann endgültig ins Bett gehen dockt sie an und lässt bis morgens nicht mehr los.

Sie wird im Dezember 2 und statt besser habe ich das Gefühl, die Nächte und die Einschlafsituationen werden immer katastrophaler.

Heute Nacht taten mir irgendwann die Brustwarzen so weh, dass ich leise und liebevoll erklärt habe, dass ich gerade nicht stimmen möchte, weil ich Schmerzen habe und wollte sie streicheln, anders beruhigen. Sie hat SO sauer gebrüllt und über 2 Stunden sich nicht beruhigt bis mein Mann mit ihr aufgestanden ist. Essen und Trinken wollte sie nicht. Sie war dann bis morgens um halb 5 wach.
Und was soll ich sagen?! Seitdem liegen wir hier wieder stillend. Ich muss gleich arbeiten, habe kaum geschlafen wie in letzter Zeit so oft.

Ich finde irgendwie nach 2 Jahren ist der Leidensdruck einfach hoch.
Als sie noch kleiner war, hatte ich kein Bedürfnis mal was ohne sie machen oder mal abends raus zu gehen, aber so langsam schleicht sich das wieder ein und ich werde richtig unzufrieden über die Situation.

Ich hoffe ich habe detailliert genug geschildert und vielleicht hat(te) ja jemand ein ähnliches Problem, dass sich gelöst hat.


Dauerstillende Grüße, Scaramouche ;)
Scaramouche86
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Re: gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen..

Beitrag von Scaramouche86 »

Kleiner Nachtrag:

Also sowohl mein Mann, als auch meine Mama haben bereits wirklich alles mögliche Versucht. Sie quält sich wirklich bis aufs Letzte mit der Müdigkeit, aber Eingeschlafen ist sie bisher noch nie. Sie weint dann eher irgendwann pausenlos weil sie so fertig ist. Auch für alle Beteiligten sehr schlimm.

Nächtliches sanftes Abstillen nach Gordon hab ich auch einmal versucht, aber da war sie die ganze Nacht wach. Es gibt einfach, weder für mich, noch für andere, irgendeine Chance sie ohne Brust zum schlafen zu bringen
Milima
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Re: gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen..

Beitrag von Milima »

Das liest sich sehr sehr anstrengend. Fühl dich einfach mal gedrückt, unbekannter weise.
Ich kann dir leider keine tipps geben, denn bei uns ist es genau so. Allerdings schläft er bei der tagesmutter ein. Aber meistens nur eine halbe Stunde lang. Zu hause geht garnichts außer stillen. Mein sphn ist allerdings erst 13 Monate, aber ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst, denn ich würde langsam auch schon gerne was an der Situation ändern.
Vielleicht kommen ja noch hilfreiche posts.
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Maryam+Leo
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Re: gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen..

Beitrag von Maryam+Leo »

Huhu

liest sich wirklich anstrengend und bei uns ist es ähnlich

Mein Kind schläft bei mir NIE ohne Brust, nachts wird öfter mal gestillt was mich tierisch nervt. Abstillen nach Gordon brachte nix.
ABER sie schläft in der KIta und bei Oma, bei Papa hingegen (bei uns daheim ) nicht

Ich weiß auch nicht mehr was ich machen soll, solange ich da bin geht nix ohne Brust, auch nicht tagsüber.

Ich hänge mich daher mal dran
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DolphinFFM
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Re: gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen..

Beitrag von DolphinFFM »

Das hört sich sehr heftig bei euch an. Das da der Leidensdruck hoch ist, verstehe ich.

Meine (21 Monate) schläft zu Hause auch nur mit Brust ein, aber es gibt nachts auch mal Schlafphasen von ein paar Stunden (aber auch immer noch Dauernuckelphasen). Wenn sie abends alleine schläft muss ich auch immer noch wieder rein und wieder nuckeln lassen.
Aber meine schläft in der Kita und Mittagsschlaf macht sie im Kiwa, wenn ich nicht da bin.

Du hattest anfangs das mit der Kita/Tamu erwähnt - soll dein Kind bald fremd betreut werden? Wenn ja, wäre ich da trotz des oben von dir beschriebenen zuversichtlich.
Ich glaube die Situation in Kita/Tamu ist noch mal anders als bei Großeltern oder Papa. Meine hat sich in der Kita stark vom Herdentrieb der anderen Kinder überwältigen lassen. Anfangs hat sie in ihrem Kiwa geschlafen, nach 3 Monaten oder so ging es dann auf der Matte wie die anderen Kinder.
Der Herdentrieb zusammen mit der vorhergehenden Anstrengung in der Kita (die ganze Zeit mit anderen Kindern spielen und deren Launen (gut/schlecht) aushalten ist anstrengend), schafft einfach nochmal ganz andere Voraussetzungen als in der familiären Einzelbetreuung.

Konkrete Tipps zur aktuellen Situation habe ich leider nicht. Wir versuchen grade auch sanft das Ins-Bett-Bringen durch Papa einzuführen, aber bisher ohne Erfolg.
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Klimbim
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Re: gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen..

Beitrag von Klimbim »

Puh schwierig-leider bin ich gar keine Hilfe, denn wir haben hier eigentlich das gleiche Problem.
Maus ist 20 Monate, und einschlafen ohne Brust geht gar nicht, ausser im Auto und im Ausnahmefall beim Tragen. Allerdings auch nur ausserhalb der Wohnung.
Hier also zum Mittagsschlaf und abends und nachts. Mittagssschlaf geht super auch das Einschlafstillen, was mich allerdings eben sehr fordert ist das dauergenuckel in der Nacht.
Ich kann dabei leider nicht weiterschlafen, und so werden momentan die Nächte echt unruhig. Habe noch keine Lösung gefunden, vielleicht versuche ich demnächst mal ein Shirt drüber zu ziehen so das sie nicht immer die Brust " vor der Nase " hat :?
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Scaramouche86
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Re: gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen..

Beitrag von Scaramouche86 »

Hallo ihr Lieben,

Danke für die Antworten. Manchmal tut es auch gut zu lesen, dass man nicht ganz alleine oder gar unnormal ist.
Was ich jetzt schreibe klingt verrückt, ist es wohl auch :D

Nachdem ich den Text verfasst habe, musste ich daheim los. Bin mit der Kleinen zu meiner Mama (die Betreuung während ich arbeite) und hab meiner Mama aufgebracht von der Nacht erzählt und dabei geheult. Die Worte "ich halte das nicht mehr aus", "ich werde sie nachts nicht mehr stillen", bis zu "vielleicht sollte ich ganz Abstillen" sind unter Tränen gefallen.
Meine Puppe saß natürlich dabei und spielte mit dem Opa. Der wurde plötzlich auch laut, ich solle mich endlich zusammen reißen, die Kleine würde das doch alles verstehen. Ich meinte daraufhin, dass sie ruhig wissen kann, dass sie mich bald in den Wahnsinn treibt usw.
Teilweise natürlich unfair, aber einfach auch hoch emotional.
Auf der Fahrt zur Arbeit war ich so wild entschlossen wie nie, sie nachts nicht mehr zu stillen, egal wie die folgenden Nächte werden würden.

Auf Arbeit angekommen dachte ich nur an Sie, vermisste sie schrecklich und beim Gedanken ans Abstillen flossen sogar wieder Tränen.
Ich nahm mir fest vor mit ihr zu reden, dass es mir so leid tut wie eklig ich reagiert habe, aber dass ich so müde und so verspannt vom vielen Stillen in der Nacht bin. Nahm mir auch vor, mal mehr auf meine Bedürfnisse zu hören.

Als ich sie abholen war, bestand ich zum ersten Mal darauf, dass ich zuerst essen darf, bevor sie wieder stillen darf. Sonst überfällt sie mich nämlich regelmäßig direkt nach dem Arbeiten, hat sie akzeptiert.

Und was soll ich sagen?! Seit dem Tag hat sie jede Nacht (also 3 in Folge) von dem Moment an, als ich sie ins Bett gebracht habe bis morgens um 5 auf ihrer Seite im Familienbett durchgeschlafen.
Um 5 kurz gestillt, weggedreht und nochmal etwa bis 7 gepennt.
Traumhaft! Ich kann es noch immer nicht glauben.
Auch Tags stillt sie viel viel viel weniger als vorher. Zum Einschlafen halt nach wie vor, und ansonsten "zwischendurch" noch etwa 2 mal.
So lass ich mir das komplett gefallen und freue mich sogar tierisch auf das Stillen. Weil es selten und Besonders ist.

Und jetzt der Knüller ;)
War am Dienstag mit Freundinnen essen. Ein bisschen absichtlich, in Anbetracht der Situation, weil ich einfach so unzufrieden war usw hab ich mir auch gut Zeit gelassen. Zwar ab und zu mal aufs Handy geschaut, aber bewusst nicht gefragt ob alles klar ist.
Als ich gegen halb 11 heim kam, lag die Maus schlummernd bei Papa im Arm.
Zum ersten Mal seit 2 Jahren, hätte fast geheult vor Freude.
Ist auch ohne Theater eingeschlafen. Einfach so.


Ich merke grad selber, wie unglaubwürdig das sich alles anhört, im Anbetracht meine Textes am
Montag, aber ich schwöre, dass es die Wahrheit ist :D

Jetzt freue ich mich über die neue Situation bis es wieder heißt, neuer Zahn, Schub, Entwicklungsschritt whatever und es uns wieder aus der Bahn wirft :)
DolphinFFM
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Re: gestilltes Kleinkind kann nicht ohne Brust einschlafen..

Beitrag von DolphinFFM »

Hey, das nennt man Forenmagie! Toll, dass es sich bei euch so gut ergeben hat. Vielleicht hatte deine Papa recht und die Kleine hat sehr mitbekommen bei dem Gespräch mit deiner Mutter das es dir damit schlecht geht. Sie ist ja auch schon fast 2 und versteht somit wirklich viel.
Und dann kannst du ihr ja noch sagen, wie viel besser es dir jetzt damit geht.

Ich hoffe für euch, es hält lange an!
... mit den 3 Tigermädchen (02/2014 & 12/2016 & 01/2020)
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