Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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FrauWalfisch
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Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von FrauWalfisch »

Hallo zusammen,

ich bin gerade völlig am Ende mit meinem Latein und kann guten Rat brauchen, sofern es einen gibt. Und zwar erwacht meine Tochter (knapp 14 Monate) seit über einem halben Jahr alle 1,5-2 Stunden und möchte sofort stillen. Danach schläft sie wieder ein, manchmal auch nur für wenige Minuten, dann wieder stillen, dann die 1-2 Stunden Schlaf. Möchte ich sie anderweitig beruhigen, schreit sie sofort los, und zwar so lange, bis sie gestillt wird. Sie lässt sich dann nicht in den Arm nehmen, nicht wiegen oder streicheln oder schuckeln. Sie schlägt nur um sich, windet sich wie ein Aal und schreit. :( Sie schläft bei uns im Bett.

Im letzten Vierteljahr habe ich sie tagsüber abgestillt (aufgrund meiner Arbeit), was problemlos ging. Am nächtlichen Stillverhalten änderte dies nichts, weder positiv noch negativ. Sie war noch nie sehr stillfixiert, bloß nachts, da ist alles anders. Sie lässt sich vom Papa mit Tragen und evtl Flasche ins Bett bringen, das ist kein Problem. Sogar von mir akzeptiert sie Trage und Flasche (mal ausprobiert). Aber sobald sie nach der ersten Schlafphase erwacht, hilft nur Stillen und sonst gar nichts. Der Mann hat schon mehrfach versucht, ihr dann eine Flasche anzubieten oder sie zu tragen, und mich ins andere Zimmer auszuquartieren, aber das klappte auch nicht.

Mittlerweile bin ich vollkommen am Ende. Ich habe versucht, nach dem Gordon-Plan vorzugehen, aber jeder Versuch ging schief. Docke ich sie ab, bevor sie dazu bereit ist: sofort Geschrei, das steigert sich innerhalb weniger Minuten bis ins Extreme. Einmal haben wir stundenlang versucht, sie anders zu beruhigen, aber keine Chance. Warte ich länger mit dem Abdocken, ist sie schon wieder eingeschlafen und das ist ja nicht Sinn der Sache, wenn ich richtig verstehe (sie soll "wach" abgedockt werden, oder?).

Ich fühle mich nur noch erschöpft und ausgelaugt und wanke wie ein Zombie durch den Tag. Das Stillen reißt mich immer ziemlich aus dem Schlaf und es dauert eine Weile, bis ich wieder einschlafen kann. Vor allem, wenn sie nur 10 Minuten döst und dann wieder aufschreckt und direkt losschreit, ist das für mich echt höllisch.

Ich möchte eigentlich gern da hin, dass ich abends und morgens noch weiterstillen kann, aber ich bin derzeit dermaßen ausgebrannt, dass ich auch ein endgültiges Abstillen in Erwägung ziehe. Dann könnte ich mich wenigstens mit meinem Mann abwechseln. So wie es jetzt ist, ist das kein Zustand.

Was kann ich tun? Ich weiß gar nicht, was ich hören will...ich kann bloß so nicht weitermachen.

Danke und liebe Grüße
Frau Walfisch
Frau Walfisch mit Wasserfräulein (02/2014).
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Hyndla
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von Hyndla »

liebe frau walfisch,

das liest sich sehr anstrengend bei dir. und auch für deine tochter :( . es ist ja recht viel, was ihr da gerade zugemutet wird, tagsüber abgestillt, mama arbeitet, sicherlich auch fremdbetreuung in dieser zeit. kein wunder, dass sie sich dann nachts so ausdauernd rückversichern möchte, dass mama da ist - und das ja auch in einer zeit, wo bei den kleinen unwahrscheinlich viel passiert in richtung erste loslöseschritte und erkunden der welt. vielleicht kann es dir schon helfen, den blickwinkel etwas zu verändern und die situation besser akzeptieren zu können? statt stundenlangen versuchen, etwas zu verändern, nimm es so wie es ist und versuche weiter zu schlafen. es ändert sich von ganz allein, wenn die zeit dafür da ist. viel kraft wünsch ich dir.
Mini-Hyndla 11/2009 und der winzige Herr M. 09/2013
Lothlorine
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von Lothlorine »

Oh, ich kann dir so gut nachfühlen. Einen Tipp habe ich leider nicht für dich, nur meine Erfahrung: Wir haben es erst jetzt mit zweieinhalb Jahren geschafft nachts abzustillen. Vorher hatten wir es schon zweimal für einige Zeit hinbekommen. Anläufe gab es mehrere. Letztendlich habe ich gemerkt, dass es gute und weniger gute Phasen gab, es anzugehen. Schmerzlich war es dennoch, sie war teilweise so wütend, dass sie nicht von mir gehalten werden wollte. Aber das war nur eine Nacht und nur ca. eine Stunde so. Trotzdem für mich der Horror. Ich habe aber jedes Mal abgebrochen und es für einige Zeit vertagt, wenn es wie du schreibst extrem wurde. Ich glaube, das können wir Mamas ganz gut einschätzen.
Ja, es zehrt heftig an den Kräften. Ich hoffe für euch, dass ihr einen guten Weg für euch beide findet! :-)
Großes Pfadi (09/2012) und kleines Pfadi (05/2016)
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FrauWalfisch
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von FrauWalfisch »

Danke Ihr beiden!

Mit meiner Arbeit ist es so, dass ich Freiberuflerin bin und nicht Vollzeit außer Haus. Ich bin so weg, wie die Aufträge gerade kommen. In den ersten Wochen bin ich noch mittags nach Hause gefahren und habe gestillt, dann haben wir diese Mahlzeit immer weiter in den Nachmittag geschoben. Sie ist nicht in der Kita, sondern in dieser Zeit beim Papa daheim. Wahrscheinlich wird sie in eine Tagespflege kommen, und die beginnt erst in 4 Wochen oder noch später.

Ich würde einfach so gern mal wieder 5-6 Stunden am Stück schlafen dürfen...gestern Abend wurde sie eine Stunde nach dem Zu-Bett-bringen wieder wach, und dann nochmal nach einer Stunde. Ich bin dann selbst ins Bett und prompt in Tränen ausgebrochen bei der Vorstellung, nun die ganze Nacht stündlich geweckt zu werden (war nicht ganz so, 2x2 Stunden immerhin gab es).

Ich versuche wirklich, ihr nur wenige Veränderungen gleichzeitig zuzumuten. Mein Mann und ich sind auch seit ihrer Geburt gleichermaßen mit ihr zusammen gewesen, denn wir haben zusammen ausgesetzt (bzw er nur wenig oder nachts gearbeitet). Er ist also ein mehr als würdiger Ersatz, wenn ich weg bin.

Es gibt einfach Tage, da bin ich kaum zurechnungsfähig vor Müdigkeit. Während es bei allen gleichaltrigen Kindern im Freundeskreis langsam besser wird mit den Schlafphasen, quälen wir uns immer noch so rum. Ach Mann. Sorry fürs Jammern. Ich kann mich ja sonst wirklich nicht beschweren, denn in allen anderen Aspekten ist meine Tochter ein wirklich unkomplizierter Mensch.
Frau Walfisch mit Wasserfräulein (02/2014).
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cutetemptation
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von cutetemptation »

Einen Tipp habe ich leider nicht. Aber ein ebenfalls knapp 14 Monate altes Kind, das nachts ähnlich häufig stillt. Wobei wir auch tagsüber häufig stillen, insgesamt bestimmt 8-12x in 24 Std.

Das häufige stillen nachts ist für mich gar nicht das schlimmste an der Sache, sondern dass das Kind quasi jedes Mal schreiend wach wird. Ich habe also kaum eine Chance es erst einmal mit Kuscheln, Streicheln, gut Zureden o.ä. zu probieren, weil ja dann schon Holland in Not ist [emoji53]
Der Papa hat hier weder abends beim Einschlafen noch beim Weiterschlafen eine Chance. Tagsüber mit Tragehilfe oder Karre geht das allerdings zuverlässig.

Mir hilft nachts am ehesten nicht auf die Uhr zu schauen, nicht aufstehen (Klo, trinken), dann klappt es mit dem Weiterschlafen meist ganz gut...
CuteTemptation mit Kamikaze 02/'17 und Rollmops 02/'14 sowie Sternchen 02/'13 und kurzem Winken 01/'20
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Hyndla
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von Hyndla »

wir haben übrigens nächtliche stillabstände von 10 minuten bis zu 2 stunden :wink: . und trotzdem bin ich ausgeruhter als bei der großen damals. ich denke, es liegt daran, dass ich jetzt eine andere einstellung habe. ich weiß, dass es so ist und vor allem weiß ich, dass es anders wird, ganz ohne mein zutun. was natürlich nicht heißt, dass auch nicht wir schreckliche nächte haben und schreckliche tage, in denen ich vor müdigkeit umfallen könnte. wenn ich dann aber abends mit den kindern ins bett gehe, reicht das wieder zum erholen.
guck nicht, wie es bei anderen läuft und sehn dir nicht herbei, dass es bei euch auch so sein soll. es hilft wirklich, den fokus zu verschieben und die ganze sache so anzunehmen wie sie ist und auf die zukunft zu vertrauen. das setzt irgendwie unnütz gebundene ressourcen frei :wink: .
(((((frau walfisch)))))
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FuFu
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von FuFu »

Ich habe zu diesem Zeitpunkt an den Papa übergeben. Und im Gästezimmer geschlafen. Das fand Klein-FuFu nicht toll, aber es ging.
Mein Mann hatte Elternzeit und ich habe voll gearbeitet. Es ging nicht anders. Und ja, das Kind hat durchaus auch mal geweint. Aber beim Papa. Wenn es gar nicht ging, bin ich dann doch zum stillen rüber gegangen oder mein Mann hat sie mir gebracht. Ich hätte anders echt nicht durch gehalten.
Und ich finde auch, dass ab einem bestimmten Punkt die üblichen Tips wie nicht auf die Uhr schauen etc einfach nicht mehr helfen. ICH kann nicht Vollzeit im Büro am Computer sitzen und intellektuell irgendetwas produzieren, wenn ich jede Nacht alle Stunde geweckt werde. Also mit Geschrei etc. Ich habe immer die "Selbst-Andocker" beneidet.

Und es war auch für den Papa heftig, denn obwohl eigentlich nachts quasi abgestillt, ist Klein-Fufu trotzdem alle Stunde wach geworden... über Wochen und Monate.

Ich habe immer, wenn ich da war, gestillt. Also am Wochenende auch tagsüber wie sie mochte, aber mir unter der Woche ein paar Nächte "freigenommen".
Was gar nicht ging, war nicht stillen, obwohl ich im gleichen Raum war. Letztlich habe ich sie dann mit 18 Monaten abgestillt, weil reduzieren einfach bei meinem Kind nicht möglich war.

(((Frau Walfisch))) Ich hoffe, du findest bald das passende für euch!

Und das Kind schläft mittlerweile 10 bis 11 Stunden durch. Es gibt also Hoffnung. [emoji4]

☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
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Klein-FuFu Dez. 2012
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FrauWalfisch
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von FrauWalfisch »

@ FuFu, ja, mir kommt es zuweilen auch so vor, als ob (nächtliches) Reduzieren bei meinem Kind nicht drin ist. Das akzeptiert sie einfach nicht. Wie hast Du das dann angestellt mit dem Abstillen? Gab es als "Ersatz" nachts noch ein Milch- oder Wasserfläschen oder ähnliches?

@Hyndia, das mit der Einstellung klappt phasenweise ganz gut, aber die Phasen werden kürzer. Ich schau selten auf die Uhr, aber das hilft mir nicht so wirklich. Und wenn ich dann am Schreibtisch sitze und für einen Kunden was Kreatives produzieren soll, obwohl mir die Augen schon zufallen, ist das einfach nur scheußlich. Ganz lange hat mir das häufige Stillen nichts ausgemacht nachts, aber da hat die zwischendurch auch einfach ruhiger geschlafen. Sie wälzt sich mittlerweile sehr viel rum und zappelt.

Ich klammere mich immer mal wieder an die Hoffnung, dass es von selbst besser wird, und dann hör ich ein, zwei Berichte aus dem Freundeskreis, deren Zweijährige unverändert viel stillen nachts. Da wird mir dann kurz ganz elend.

@cutetemptation, aufs Klo gehe ich möglichst auch nicht in der Nacht – und trinken tu ich nichts, weil dann müsste man ja aufs Klo :)

Und dann ist da noch der körperliche Aspekt: Seit ich nur noch nachts stille, ist die Milchproduktion zurückgegangen. Und wenn sie dann sehr oft oder lange trinkt, fühlt sich das sehr unangenehm an. Als ob die Brust längst leer ist und sie da so trocken saugt. Fast schon schmerzhaft. Kann man da wohl irgendwas gegen tun?
Frau Walfisch mit Wasserfräulein (02/2014).
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Carraluma
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von Carraluma »

Möchtest du tagsüber nicht mehr stillen? Du könntest auch versuchen zu stillen, wenn du daheim bist. Bei längerem Stillen ist das bei sehr vielen so variabel kein Problem.
Wenn du nicht da bist, weiß dein Kind schon, dass es keine Mamamilch gibt.
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klecksauge
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Re: Nachts abstillen – wie? Ich kann nicht mehr :(

Beitrag von klecksauge »

Hier wurde es nachts mit etwa 1,5 Jahren besser. Ich war aber zu Hause und habe immer nach Bedarf gestillt.

Ich würde vermutlich wieder tags nach Bedarf stillen und gucken, ob es so nachts besser wird.
Liebe Grüße aus den Norden von
S. mit Sommerbub (08.12) und Herbstmädchen (11.15)
(Still-Mod-Team)

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