Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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uwi
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Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von uwi »

Unser Sohn ist jetzt 8 Monate alt. Er isst etwas Fingerfood und nachmittags inzwischen 100 g Getreide-Obst-Brei. Aus dem Becher trinken klappt inzwischen auch ganz gut.

Ich möchte ihn gerne so lange stillen wie er es braucht. Nun muss ich aber in 3 Monaten wieder im Job einsteigen. Betreuung übernimmt dann mein Mann.

Wie lässt sich das mit Langzeitstillen vereinbaren? Nicht, dass plötzlich die Milch weg ist. Ich wäre 9.5-10 Stunden aus dem Haus und mir blutet jetzt schon das Herz. :(
Ich müsste auf der Arbeit sicher mind. 1x abpumpen oder? Wie lange pumpt man denn da? Ich habe das noch nie gemacht.

Ich genieße das Stillen sehr. Und grade nachts wäre es sehr praktisch. Mini ist auch Stilljunkie.

Sagt bitte nichts wegen des Breis. Ich würde gerne komplett BLW machen aber ich hab Angst, dass er dann kaum was isst bis dahin und ihm die Umstellung bis dahin noch schwerer fällt :(
Liebe Grüße von uwi mit großem Sohn (*04/2014) und kleinem Sohn (*05/2016)

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Teazer
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Re: AW: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von Teazer »

Hallo Uwi!

Schön, dass Du Deinen Kleinen weiterstillen möchtest. :)
uwi hat geschrieben:Wie lässt sich das mit Langzeitstillen vereinbaren? Nicht, dass plötzlich die Milch weg ist. Ich wäre 9.5-10 Stunden aus dem Haus und mir blutet jetzt schon das Herz. :(
Das kann ich mir vorstellen. ((())) Aber Deine Männer werden das ganz toll meistern. Und abends/nachts kann Dein Kleiner dann Mama pur tanken.

Meistens ist das gar kein Problem, denn Dein Kleiner kann ja nachts weiterhin die Milchproduktion ankurbeln. :)
Ich müsste auf der Arbeit sicher mind. 1x abpumpen oder? Wie lange pumpt man denn da? Ich habe das noch nie gemacht.
Mit 11/12 Monaten ist das nicht unbedingt ein Muss, außer Du möchtest, dass Dein Kind untertags auch Muttermilch bekommt. Ansonsten reicht es wahrscheinlich, wenn Du bei Bedarf zum Entlasten pumpst oder per Hand ausstreichst. Solltest Du merken, dass Deine Milchbildung durch die lange Pause negativ beeinflusst wird, dann wäre 1-2 x Pumpen sicher angeraten.

Ein festes Pumpmuster ist nicht nötig. Hast Du Erfahrung mit einer manuellen oder elektrischen Pumpe?
Sagt bitte nichts wegen des Breis. Ich würde gerne komplett BLW machen aber ich hab Angst, dass er dann kaum was isst bis dahin und ihm die Umstellung bis dahin noch schwerer fällt :(
Dazu zitiere ich mich bequemer Weise mal selbst:
Teazer hat geschrieben:Ich weiß, dass die meisten blw mit Fingerfood gleichsetzen. Aber das ist ein großes Missverständnis. blw bedeutet "Baby-geleitetes Entwöhnen/Abstillen". Wenn ein Baby angebotenen Brei mag und selbst signalisiert was und wieviel es mag und diese Signale respektiert werden, dann ist das blw. Dem gegenüber steht eine Art des Breifütterns, bei dem Sattsignale ignoriert (Portion X muss das Baby essen) und/oder die Stillmahlzeiten nach einem festen Plan ersetzt werden. Das ist nämlich eine Form des Abstillens von seiten der Erwachsenen.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Schokoflocke
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Re: AW: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von Schokoflocke »

Hey uwi,

ich kann dir nur von uns berichten, als mein Sohn 5 Monate alt war, bin ich wieder 4 volle Tage arbeiten gegangen. Betreut hat ebenfalls mein Mann und ich habe gepumpt. Der Anfang war stressig, aber als er so ca. 9 oder 10 Monate alt war, musste ich gar nicht mehr pumpen. Tagsüber hat er gegessen und abends/nachts haben wir gestillt. Meine Brust hat das prima weggesteckt und das Begrüßungsstillen daheim war immer total schön.

Viel Erfolg!
Unterwegs mit dem großen Bruder (5/13), dem mittleren Bruder (12/14) und dem kleinen Flöckchen (3/17)
SiLu2623
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Re: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von SiLu2623 »

Hallo uwi,

Von mir auch ein Erfahrungsbericht. Ich bin mit 30 Wochenstunden nach ca.13 Monaten wieder eingestiegen, offiziell 3 Schichten, in der Realität arbeite ich aber nur Früh-und Spätdienst (Trennungszeit liegt zwischen 5 und 12 h, je nachdem ob ich frei , Früh-oder Spätschicht habe) .
Der Zwerg hat bis dahin auch nur wenig gegessen, bzw ging es grad in der Zeit los mit nennenswerten Portionen.
So in den ersten zwei Arbeitswochen bin ich zwar zum Feierabend hin fast geplatzt, hatte aber nie Schmerzen und die Milchproduktion hat sich total schnell angepasst. Das ist nach so langer Stillzeit meist auch kein Problem mehr. Es ist bei uns auch völlig wurscht, ob er 1 mal am Tag (und nachts halt noch) oder tageweise voll stillt bei Krankheit. Klappt alles prima und kein Ende der Stillzeit in Sicht.
Ach ja, abpumpen oder ausstreichen musste ich nie, ich war halt am Anfang mehr als froh ums Begrüßungsstillen am Nachmittag :-).
Also was das Stillen angeht, kann ich dir definitiv Mut machen.

Die Trennung an sich fiel mir/uns am Anfang auch extrem schwer, da war das Stillen nochmal ein super Extrakuschelbonus für uns beide. Aber mittlerweile haben wir uns alle gut mit der Situation arrangiert und mir macht es auch richtig Spaß, wieder zu arbeiten, weil ich weiß, L. fühlt sich wohl in der Kita und kann zu Hause soviel Mama tanken, wie er braucht, auch wenn wir nicht mehr den ganzen Tag zusammen sind.

Alles Gute für Euch!
SiLu mit Zwergi (04/13)
Vemala
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Re: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von Vemala »

Ich mag auch gerne von uns berichten. Als unsere Tochter 6 Monate alt war, bin ich Vollzeit arbeiten gegangen und hab dreimal täglich gepumpt - ganz schönes Pensum! Sie Milch hat sie tagsüber vom Papa bekommen. Das hab ich 4 Monate gemacht, dann ist mein Vertrag ausgelaufen. Ich hatte 6 Wochen, in der ich Vollzeit-Stillen erwartet hab. War aber gar nicht so, Essen stand hoch im Kurs, und bei uns gab's fast nur Familientisch, ganz selten mal Brei. Im neuen Job wollte ich auf keinen Fall pumpen, weil es für mich zu zeitaufwendig war. Dort arbeite ich jetzt seit 8 Monaten und stille immer noch: morgens, abends, nachts, am Wochenende... Die ersten Tage hatte ich die Pumpe dabei für den Fall, dass ich etwas entlasten möchte. Ich hab sie aber nicht gebraucht und dann auch irgendwann zu Hause gelassen.
Was das Essen angeht, kann sich in drei Monaten doch so viel tun, grade in dem Alter. Und Dein Mann kann ja entspannt alles anbieten, gerne auch Brei, wenn er das gerne mag. Vielleicht mag Dein Sohn in den ersten Tagen lieber auf Dich warten, aber er wird bestimmt schnell raus haben, dass Essen Spass und satt macht :-)
mit dem Mäusekind (05/2013)

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Re: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von warmbäuchlein »

Ich bin auch Vollzeit wieder eingestiegen als mein Sohn ein Jahr alt war.

Jetzt arbeite ich schon 3 Monate ohne Probleme. Ich bin meistens 8-8,5 Stunden außer Haus. Ich pumpe in dieser Zeit nicht ab. Da bei mir Abpumpen nicht funktioniert, ist das auch eine der wichtigsten Voraussetzungen für das weiterstillen! Abgesehen davon, dass ich beim Abpumpen nicht wüsste wo ich das in der Arbeit machen sollte. Und die MuMi dort in den Kühlschrank stellen... nein danke.
Das ist bei mir aber alles gar kein Problem. Ich hatte noch nie Brustspannen oder ähnliches. Ich denke, wenn die kleinen ein Jahr alt sind, ist das kein Thema mehr. Du wirst sehen, wieviel sich in den 3 Monaten noch tut. Die Brust ist da auch extrem flexibel. Nicht mehr wie am Anfang, wenn man vollstillt.

Mein Sohn hat immer sehr sehr viel gestillt und tut es immer noch, wenn ich zu Hause bin. Aber es klappt alles wunderbar.

Ich freue mich immer schon auf das Stillen nach der Arbeit.

Nur Mut. :D

Hier gibt's übrigens viele Berichte - ganz am Ende ist auch meiner (etwas ausführlicher als hier)
http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 1&t=156386
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uwi
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Re: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von uwi »

Danke für all eure Antworten. Das macht Mut.

@Teazer:
Ich habe nach der Geburt in der Klinik mal 2 Tage elektrisch gepumpt. Mit einer Pumpe von Medela. Ist die empfehlenswert? Dann würde ich sicherheitshalber noch eine kaufen.

Mit dem Lagern auf der Arbeit müsste ich aber tatsächlich mal schaun. :oops:
Liebe Grüße von uwi mit großem Sohn (*04/2014) und kleinem Sohn (*05/2016)

ixcacienfuegos
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Re: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von ixcacienfuegos »

Ich habe eine Handpumpe von Medela, wenn du sie nur für den Notfall willst (oder für ein Mal täglich oder so) dann reicht die. Da gibt's auch eine Trage- und Kühltasche dazu. Du könntest ja dann die Milch in der Kühltasche (die ist extra zum rausnehmen) in den Kühlschrank stellen. Wenn man das Kühlelement vorher ins Gefrierfach tut, hält es aber auch locker 6 Stunden kalt genug.
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
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Teazer
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Re: AW: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von Teazer »

uwi hat geschrieben:Ich habe nach der Geburt in der Klinik mal 2 Tage elektrisch gepumpt. Mit einer Pumpe von Medela. Ist die empfehlenswert? Dann würde ich sicherheitshalber noch eine kaufen.
Es gibt verschiedene Modelle von Medela, aber die funktionieren alle gut. Die Frage ist halt, ob Du zum Füttern oder Entlasten pumpen willst. Für letzteres würde definitiv eine manuelle Pumpe reichen. Aber auch für ersteres ist meist keine elektrische nötig.

Elektrische Pumpen empfehle ich eigentlich nur Frauen mit Vollstillbabys, die außerhäusisch arbeiten, weil man durch das Doppelpumpset Zeit spart. Bei einem Beikost essenden Kind kann man sich den deutlich höheren Preis einer elektrischen Pumpe eigentlich sparen.
Mit dem Lagern auf der Arbeit müsste ich aber tatsächlich mal schaun. :oops:
Gibt es einen Kühlschrank im Gemeinschaftsraum? Dann kannst Du Dir eine Frischhaltedose o.ä. kaufen, in die das Milchgefäß hineinpasst. Bei Feierabend packst Du die Milch dann in die Kühltasche (die gibt es notfalls sogar mit Zigarettenzünderanschluss ;) ).
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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nari
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Re: AW: Langzeitstillen trotz Vollzeitjob?

Beitrag von nari »

Interessant zu lesen, dass ihr gar nicht mehr pumpen müsst!
Ich arbeite seit mein Kleiner ein halbes Jahr alt ist für zwei Tage die Woche. Am Anfang habe ich 2 mal am Tag gepumpt, seit er ca 1 Jahr alt ist nur noch ein mal.
Vielleicht probiere ich es auch mal aus, gar nicht mehr zu pumpen. Es ist nämlich schon sehr zeitaufwendig. Bei mir dauert ein mal pumpen fast eine Stunde. [emoji20]
Da bin ich schon über meine elektrische Medela pumpe froh. :-)
Ich hab gehört, dass die Krankenkasse sich evtl an den Kosten beteiligt. Details weiss ich leider nicht.
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