Ab wann thematisiert ihr den Tod?

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Masim
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Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von Masim »

Mich interessiert, wie ihr mit dem Thema Tod bei euren kleinen Kindern umgeht.
Mein Kleiner wird ja bald Drei und ab und zu begegnet uns das Thema.
Zum Beispiel wenn er bei uns im 4. OG meint, er fällt im Treppenhaus nach unten.
Oder er ist bewusst auf einer Schnecke rumgetreten, die gerade noch zwei Kinder aus seiner Krippengruppe angeschaut haben. :shock:
Oder was passiert, wenn er auf die Straße vor ein Auto laufen würde.

Beim Treppenhaus habe ich gesagt, dass er ein ganz schlimmes Aua bekommt und ins Krankenhaus muss. Das ist aber natürlich eine Untertreibung...

Ab wann habt ihr gesagt, dass es den Tod gibt und wie habt ihr das formuliert?
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sutnahpele
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von sutnahpele »

Ja, ich kommentiere tote Tiere oder Bilder von verstorbenen Verwandten entsprechend. Aber egal, was ich sage, das Thema ist nunmal abstrakt und es wird noch eine Weile dauern, bis er es verstehen kann. Mir ist es aber wichtig, dass wir das Thema nicht tabuiseren. Ich hab ihm auch schon mal gesagt, dass er dann sterben wird, als er vom Balkon/aus dem Fenster/in den Treppenschacht springen wollte :shock: Nicht um ihm Angst zu machen, sondern weil es für mich die naheliegenste Antwort war. Was sagt man auch dazu, wenn das Kind irgendetwas lebensgefährliches machen will?
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3JungsMama
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von 3JungsMama »

Ist hier bei meinem Vierjährigen großes Thema! Habt ihr vielleicht Buchtipps?

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Mein Blog ist jetzt hier: http://naehguerilla.blogspot.de/
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Mohnblume
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von Mohnblume »

Wir machen auch kein Geheimnis aus dem Tod. Mein Vierjähriger weiß, das man sterben kann - aber es ist für ihn denke ich noch sehr abstrakt. Die Tochter meiner Freundin im selben Alter ist da krass anders, fragt oft nach dem Tod, hat sogar Angst dass die Eltern sterben...
Buchtips kamen hier schon mal in nem anderen Thread wenn ich mich erinnere... such mal über die Boardsuche! irgendwas mit Tieren, der alte Dachs, der stirbt, o.ä. ...


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Lösche Benutzer 7681

Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Seit Clara auf der Welt ist, haben wir zwei Hunde und ca. 10 Hühner an Altersschwäche verloren.
Wir sagen dann, das Huhn ist gestorben, weil es alt war.

Clara hat auch schon tote Hühner gesehen.
Für sie ist das keine große Sache, wir thematisieren das nicht groß, verschweigen aber auch nichts.

Allerdings hatten wir das Thema noch nie mit Menschen.
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hej-da
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von hej-da »

Ich bin unendlich froh darüber, dass das Thema Tod im letzten Sommer DAS Thema war. Er hat uns Löcher dazu in den Bauch gefragt und wir haben versucht, immer ehrlich und kindgerecht zu antworten.
Dadurch stand sozusagen das Grundgerüst und er konnte den Tod seiner Oma vielleicht ein ganz klein bisschen besser verstehen.......
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von (ka) »

Die besten Beerdigungen der Welt! Ein großartiges Buch das ich sehr gerne vorlese.
Bei uns wird der tot nicht speziell thematisiert aber er ist immer wieder Thema. Und ich transportiere das relativ sachlich. Alles stirbt irgendwann. Das ist eine Tatsache. Auch die Gefühle die da zu gehören sind gnz normal. Wobei zb bei meinen dreijährigen das ganze noch recht nüchtern betrachtet wird. Sie haben sehr interessiert zwei Wochen lang den Verfall einer toten Maus in dem Park hinter unserm Haus beobachtet. Wir sind jeden Tag einmal bei der Maus vorbei gegangen und sie haben kommentiert was sie sahen.
Jetzt ist grad der Opa von meinem Mann gestorben. Kommentar von meinem
Sohn dazu: jetzt ist der ganz ruhig der Opa Mama.
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Sibi
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von Sibi »

Masim hat geschrieben: Beim Treppenhaus habe ich gesagt, dass er ein ganz schlimmes Aua bekommt und ins Krankenhaus muss. Das ist aber natürlich eine Untertreibung...

Ab wann habt ihr gesagt, dass es den Tod gibt und wie habt ihr das formuliert?
Ich habe es noch nie in Bezug auf mein Kind formuliert, das finde ich völlig absurd (entschuldige). Vielleicht, gerade weil wir schon eine Situation hatten, in denen sie ohne Intensivmedizin wohl nicht herausgekommen wäre.

Wir thematisieren den Tod in Bezug auf nicht mehr lebende Familienmitglieder - ihre eine Oma ist lange, lange vor ihrer Geburt gestorben. Und kürzlich haben wir ein Schloss angeschaut und da habe ich auch versucht zu erklären, dass die ehemaligen Bewohner nicht mehr leben, es sie nicht mehr gibt. Aber ich habe das Gefühl, das ist alles zu abstrakt. Genauso, wie mein Kind nicht versteht, dass es eine Zeit gab, bevor sie geboren wurde. Sie versteht, dass sie vor ihrer Geburt in meinem Bauch war. Dass es aber sogar noch eine Zeit davor gab, kann sie nicht nachvollziehen. Wir sind also momentan in der Phase, zu erklären, dass das Leben ein Beginn und ein Ende hat.

Aber nochmal: Nie, niemals würde ich sagen, wenn mein Kind XY macht, kann es sterben. Das ist mir einfach viel zu riskant: Erst versteht es das nicht und irgendwann doch und bekommt Panik. Wenn ich vor etwas warne, dann tatsächlich, dass man sich dabei schrecklich weh tun kann und dann im Krankenhaus landet. Blöd, wenn "Krankenhaus" keine allzu unangenehme Erinnerung ist… Mein Kind verdrängt irgendwie den Teil auf der ITS und erinnert sich nur an die tolle Kinderküche im Spielzimmer. :roll:
mamoto
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von mamoto »

Beim großen war ein Trauerfall in der Kita Anlass das Thema ganz gründlich dort und zuhause aufzuarbeiten, er war damals 2. Buchtipps habe ich leider keine, ich weiß aber dass sie welche im Kindergarten hatten. Ich selber habe als Kind ( aber in welchem Alter? ) den Film mit dem Dachs gesehen. Mir will grad partout nicht mehr der Titel einfallen.

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Minimeu
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Re: Ab wann thematisiert ihr den Tod?

Beitrag von Minimeu »

Ich finde Ente, Tulpe und Tod von Wolf erlbruch ein, ja, wirklich schönes Buch zum Thema Tod und Sterben. Auch für mich als Erwachsene konnte ich da viel mitnehmen. Da gibt es auch einen sehr stimmigen Kurzfilm dazu für ältere kinder. Ansonsten finde ich es wichtig, es immer dann aufzugreifen, wenn das Kind es thematisiert. Das Verständnis von Tod entwickelt sich bis zur Adoleszenz in verschiedenen schritten, in kleinen Häppchen sozusagen, immer soviel, wie die kognitive und psychische Entwicklung des Kindes es zulässt. (Lange meinen sie es sei etwas reversibles, nicht endgültiges und auch noch nicht universell (andere sterben, meine Eltern/ich sterben nicht etc.). Ich finde es auch wichtig, Kinder auf Beerdigungen mitzunehmen/sie zu fragen, ob sie möchten, damit sie eine Trauerkultur von klein auf erfahren.

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