Ich habe mich schon durch das Forum gelesen und auch etliche Einträge gefunden, die meinem Problem sehr nahe kommen. Dennoch möchte ich mein Problem hier gerne schildern.
Ich bin 23 Jahre alt und seit dem 21.12.2013 Mama eines süßen Sohnes (ET+1), den ich normalerweise voll stille. Die Geburt verlief für uns beide problemlos und ging sehr zügig. Das Bondig klappte auch sofort.
Die zweite Nacht im KH war jedoch schon problematischer, mein Sohn schrien fast 6 Stunden druch. Zwischendurch gab es mal eine Pause von max. 15 Minuten. In diesen 6 Stunden habe ich ihn immer wieder angelegt und war der Ansicht, dass er ausreichend trinkt. Am Morgen, nach 1 1/2 Stunden stillen, dann der Schock: Nicht einmal 10ml hat er in dieser Zeit getrunken und sein Gewicht war von 2820g auf 2700g gesunken. Die Schwestern im KH machten mir sofort Angst, als sie mir sagten, dass er viel zu viel abgenommen hätte. Nachdem er von diesen dann eine Flasche mit 30ml PRE-Nahrung bekommen hatte, schlief er fast den ganzen Tag. Ich versuchte zwar ihn regelmäßig zum Stillen zu wecken, allerdings schlief er sofort wieder ein. Des Öfteren wandte ich mich daraufhin an die Schwestern, doch nie fand eine wirklich Zeit für uns. Ich war so traurig, enttäuscht und wütend zugleich. Am selben Tag wurden wir noch aus der Klinik entlassen und ich rief sofort meine Hebamme an. Ferner besorgte ich mir eine Babywaage und eine einfache manuelle Handpumpe (diese mit dem roten Pumpball). Den ersten Tag nach der Entlassung trank mein Sohn dann an der Brust, bekam aber zusätzlich noch abgepumpte Muttermilch, da er scheinbar wirklich nichts aus der Brust saugte.
Meine Hebamme nahm mir die Angst mit dem Gewicht und stellte 2 Tage nach der Entlassung (nun kam auch erst der Milcheinschuss) fest, dass mein Sohn zu schwach zum Ansaugen. Als ich, auf ihr Anraten, mit der Handpumpe kurz ansaugen sollte, klappte es mit dem Trinken hervorragend. Mit der Zeit ließen wir dann auch das Ansaugen mit der Pumpe sein, denn mittlerweile schaffte er dies allein und außerdem lief die Milch bei mir nur so... Wenn mein Sohn kurz den Mund von der Brust nahm, sah er aus wie ein Dreckferkel, und ich auch. Ihm reichte auch eine Brustseite vollkommen aus (4-Stunden Rhythmus).
Dann kam eine Zeit, wo er nach etwa 5-minütigen Trinken abdockte - schrie - wie wild suchte - andockte - kurz saugte - abdockte - schrie - wie wild suchte - andockte - kurz trank - usw.. Teilweise suchte er auch wie wild, hatte schon alles im Mund was er brauchte, aber schloss ihn nicht. Ich bin manchmal echt an Grenzen gestoßen. Nachdem sich diese Phase erledigt hatte, fing er an nur noch im Liegen zu trinken. Das war vor etwa 2 Wochen. Also wurde ab da nur noch im Liegen gestillt.
Letzte Woche (Donnerstag) haben wir eine längere Fahrt in die Heimat unternommen. Am Morgen habe ich deshalb mit meiner einfachen Handpumpe Milch aus der rechten Burst abgepumpt (160ml). Diese bekam er dann auch noch 4 Stunden, da ein Stillen gerade nicht möglich war. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich, wenn ich wirklich gewollt hätte, eine Möglichkeit zum Stillen gefunden hätte
Seit Montag ist das Gegenteil der Fall. Wusste ich am Wochenende nicht wohin mit der Milch, "suche" ich sie jetzt vergeblich. Seit Montag fühlen sich meine Brüste an wie "ausgelutscht" und ich bekomme meinen Sohn nicht mehr richtig satt. Ich lege ihn nun schon immer an beiden Seiten an. Am Mittwoch wollte ich es dann wissen und habe aus Spaß aus einer Brust Milch abgepumpt - 30ml
Mittwoch schlief er auch ungewöhnlich lange. War tagsüber schlafen vorher gar nicht sein Ding, schaffte er jetzt 6 Stunden und 5 Stunden.
Gestern Abend hielt ich es dann nicht mehr aus, er tat mir so leid, als er nach dem Stillen nur noch weinte. Also rührte ich PRE-Nahrung an, von der er noch ganze 100ml verspeiste. Ansonsten habe ich versucht seinen Hunger/Durst nur mit der Brust zu stillen.
Meine Hebamme meint, dass diese 8 Stunden, die er nicht an der Brust waren, meinem Körper signalisiert haben, dass er nicht mehr so viel Milch produzieren muss. Aber das kann doch nicht so schnell gehen. Ich bin wirklich verzweifelt und sehe den Wunsch, meinen Sohn so lange wie möglich zu stillen, dahinschmelzen
Seit heute nehme ich noch Bockshornkleekapseln (seit Beginn der Stillzeit trinke ich zudem Stilltee und Stillsaft sowie ausreichend Wasser) und hoffe, dass die Milchproduktion angeregt wird. Zudem lege ich meinen Sohn sofort an, sobald er wach wird oder wecke ihn spätestens nach 3,5 bis 4 Stunden. Es gibt auch Zeiten wo er nach 2 Stunden wieder an die Brust gelegt wird, dann aber nur 3 Minuten effektiv saugt und ein paar Minuten nuckelt, ehe er wieder einschläft. Alle Maßnahmen, ihn wach zu halten, bringen bisher nichts, auch nicht wenn ich Wechselstillen mache. Genrell saugt er sowieso nur wenige Minuten effektiv, egal ob ich ihn nach 2, 3 oder 4 Stunden stille und wird danach unruhig, da er scheinbar nichts mehr aus der Brust bekommt.
Nach den ersten kritischen Tagen im KH, die mich glauben ließen, dass ich nie stillen kann, kam eine doch glückliche Stillzeit. Und nun, mach 8 Wochen, gibt es schon wieder solche Probleme
Sicherlich war das Wochenende in der Heimat stressig, schließlich wollten alle den Kleinen sehen, sodass wir nur von einem Haus zum nächsten fuhren, aber ich hätte doch nie damit gerechnet, dass sich dieser Stress so extrem auf die Milchproduktion auswirkt. Nebenbei studiere ich noch. Allerdings habe ich schon Anfang Januar Prüfungen abgelegt, wo sich der Stress überhaupt nicht bemerkbar gemacht hat (bzgl. der Milchmenge). Nun habe ich noch eine Hausarbeit zu schreiben, die mir ein wenig die Nerven raubt.
Gestern habe ich 24 Stunden lang seinen Windelinhalt beobachtet (in dieser Zeit gab es NUR Muttermilch aus der Brust), da man angeblich anhand des Windelgewichts erkennen kann, ob das Baby genügend getrunken hat
1. Windel wog 99g (trockenes Windelgewicht schon abgezogen) und war nur Urin
2. Windel wog 46g - Urin und Stuhlgang
3. Windel wog 79g - Urin
4. Windel wog 59g - Urin und Stuhlgang
5. Windel wog 96g - Urin
6. Windel wog 43g - Urin
7. Windel wog 44g - Urin
8. Windel wog 57g - Urin und Stuhlgang
9. Windel wog 78g - Urin und Stuhlgang
10. Windel wog 111g - Urin
Selbst wenn diese Angaben das "Genügend" befriedigen, ist es doch individuell. Wenn mein Sohn nach dem Stillen schreit und dann noch Zusatznahrung bekommt, dann kann er ja nicht genügend getrunken haben?
Seine Gewichtsangaben seit der Entbindung sind wie folgt und sehr viellversprechend. Jedoch besteht dieses Problem mit der Milchmenge auch erst seit dem 10.02.2014:
21.12.2013 2820g
23.12.2013 2700g
25.12.2013 2820g
27.12.2013 2900g
06.01.2014 3200g
13.01.2014 3760g
20.01.2014 4100g
27.01.2014 4600g
04.02.2014 4930g
11.02.2014 5210g (allerdings direkt nach dem Stillen)
Ich brauche dringend Tipps, wie ich meine Milchproduktion anregen kann, um die Menge wieder zu erhöhen und aufmunternde Worte. Ich möchte meinen Wunsch nicht so schnell aufgeben, auch wenn ich schon verzweifelt und sehr traurig bin.
Ganz liebe Grüße und sorry für den langen Text
Jenny