ich habe dieses Forum kennengelernt, weil ich Schwierigkeiten mit dem Stillen hatte und bin so so begeistert, wie mir dort geholfen wurde!
Das Stillrpoblem ist behoben, so dass ich meine Aufmerksamkeit nun auf das nächste Problem richten kann...
Meine Tochter ist knapp 8 Wochen alt.
Meine erste Tochter ist 3 und war ein Schreibaby.
Die Kleine ist damit (GsD) nicht zu vergleichen (sollte man ja eh möglichst vermeiden), aber ein ruhiges Baby ist sie auch nicht gerade. Vieles an ihrem Verhalten kommt mir bekannt vor und erinnert mich an die Regulationsstörung unserer "Großen", die uns bis heute in Form von extremen Wutanfällen (negativ) und Feinsinnigkeit (Positiv) begleiten.
Problem dabei ist das Schlafverhalten. Ablegen kann ich sie wach eh kaum, da schreit sie nach kürzester Zeit. Sie saugt alles aus der Umgebung auf, ist hellwach und schaut sich alles an, als wäre sie 2 Monate weiter. Sie braucht scheinbar immer Input, den sie aber noch nicht verarbeiten kann, was sich dann im Schreien (besonders natürlich abends, aber eigentlich phasenweise auch den ganzen Tag über) äußert.
Manchmal weiß ich dann nicht, ob ihr langweilig ist (und ihr NOCH mehr Reize anbieten?) oder müde (runterfahren).
Sie ist sehr schreckhaft und der Moro Reflex ist (auch laut Hebamme) sehr stark ausgeprägt. Ihr Saugebdürfnis ist ebenso sehr stark ausgeprägt (nimmt aber keinen Schnuller, nur Mamas Brust, was ja an sich gut so ist).
Einschlafen fällt ihr sehr schwer, selbst im Autositz und Kinderwagen schreit sie sich erstmal die Seele aus dem Leib.
Abends bzw. nachts, wenn wir dann gemeinsam ins Bett möchten (sie schläft im Beistellbett oder bei mir im Bett) stille ich sie und dabei schläft sie oft ein. Wenn ich sie dann ablege, wird sie schnell wieder wach.
Ich kenne all die "Tricks", habe ja damals schon zig Bücher gelesen. Wir haben damals gepuckt, geschuckelt, scchhhhhhh gemacht, Schnuller gegeben und stundenlang unser Baby durch das abgedunkelte Zimmer getragen. Bis sie (die große Schwester) dann beim Ablegen meist auch wieder aufwachte...
Ein geregelter Tagesablauf und feste Zeiten sind sicherlich hilfreich, auch wenig Reize, nur bin ich inzwischen von unserer ersten Tochter überzeugt davon, dass das dem Kind auf Dauer nicht hilft bzw. es dann später immer noch total an eine ruhige abgeschottete Umgebung gewöhnt ist und mit Lautstärke und Unruhe schnell überfordert ist (schreckhaft, ängstlich...). Wir haben uns damals total isoliert und ich habe mir geschworen, dass das beim nächsten Kind anders wird. Dass wir da am Leben teilnehmen. Nun erkenne ich, dass wir wieder auf dem besten Weg dahin sind, WENN sie denn mal schläft, nur auf Zehenspitzen durch die Wohnung zu tapsen. Das ist sicher kontraproduktiv.
Nun habe ich erneut das Bucht "Schlafen statt schreien" gelesen und versuche nun seit ein paar Tagen, die Maus im Dämmerzustand abzulegen, also ohne die Saugassoziation. Denn: sie wird nachts sehr oft, manchmal stündlich wach, nur um zu saugen (nuckelt, schluckt kaum!). Da ich tagsüber keinen Schlaf nachholen kann, zermürbt mich das ziemlich. Neulich war ich so fertig, dass ich über ihr Schreien neben mir eingeschlafen bin.
Dazu muss ich eben noch anmerken, dass ich ihr Schreien auch sehr auffällig finde: manchmal so ein spitzer schriller Ton, als hätte sie Schmerzen. Den haben wir erst seit ein paar Tagen... (Termin beim Osteopathen steht bereits).
In dem Buch wird ja geraten, dass das Kind möglichst ohne Schreien unabhängig wird von seinen Schlafassoziationen. Das hieße bei uns KEIN Einschlafstillen, damit sie dann wenn sie nachts wach wird, nicht die Brust im Mund vermisst. Logisch. Ich habe sie nun also auch tagsüber vermehrt in ihr Bettchen gelegt, wenn ich Müdigkeitsanzeichen entdeckt habe und zum Teil ist sie dann (es geht leider nie ohne Schreien in den Schlaf, wenn die Brust nicht im Mund ist) dort auch eingeschlafen. Allerdings nach kurzer Zeit wieder aufgewacht. Natürlich nicht entspannt und nach einer halben Stunde wieder gähnend... Im Tragtuch schläft sie 2 Stunden am Stück, im Bett 20 Minuten. Mal abgesehen davon, dass ich dann nichts zu Hause schaffe - vor allem wenn das Einschlaf-Helfen schon 40 Minuten oder mehr gedauert hat, ist sie gereizt und noch weinerlicher.
Eine Regel besagt ja auch, dass der Nachtschlaf in dem Alter umso besser ist, je besser und intensiver der Tagschlaf war. Sprich: wenn das Kind übermüdet und gereizt ist, wird es umso schwieriger mit dem Schlafen. Also, was nun? Tragetuch und ausgeruht aber abhängig? Oder selbstständig im Bettchen einschlafen aber zu wenig ausgeruht? Bin da gerade verwirrt.
Wir haben auch noch extreme Schreistunden abends. Ab sechs/sieben Uhr bis zur gemeinsamen Bettgehzeit um zehn/elf mit wenigen (meist Stillpausen) Dauergeschrei. Wie gesagt, ich habe noch eine Tochter, die auch ins Bett gebracht werden möchte etc.
Ich würde ihr gerne auch so langsam eine Baby-taugliche Schlafen-geh-Zeit angewöhnen (so um acht), aber so wie hier derzeit um diese Uhrzeit Dauergeschrien wird, kann ich mir das nicht vorstellen. Sehe mich dann schon - wie bei unserer ersten Tochter - drei, vier Stunden wippend und schuckelnd mit ihr Schreiend auf der Bettkante sitzen....das haben wir alles hinter uns. Vorteil ist: man weiß, es geht vorbei.
Ich erhoffe mir hier nun ein paar Ratschläge (eben weil mich gerade auch die Aussagen aus dem Buch etwas verwirren) und vielleicht gibt es hier auch so eine ähnliche (tolle und professionelle) Begleitung wie im Stillforum??? Denn ich kann ja einen Schlafprotokoll erstellen, wie in dem Buch empfohlen, aber was die Auswertung angeht, würde ich gerne Unterstüzung finden. Denn ich bin nicht sicher, ob ich erkenne, was aktuell "falsch" läuft bzw. was geändert werden sollte.
Oder doch wieder "Try and Error" ?
Vielen Dank für´s Lesen, werd dann jetzt mal das Schuckeln übernehmen....

