Brust anweinen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Jonathan
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Brust anweinen

Beitrag von Jonathan »

Hallo, ich brauche mal aufmunternde Worte bitte :wink: .

Meine Tochter ist jetzt gute 4 Monate alt und bisher war stillen, bis auf ein paar Anfangsschwierigkeiten, total problemlos möglich. Sie hat gerne und gut getrunken und wenn ich ihr die Brust mal angeboten habe, und sie wollte nicht, hat sie halt einfach nicht getrunken, alles total easy.

Seit ein paar Tagen kann sie, wenn wir unterwegs sind, kaum trinken. Heute das zweite mal tagsüber ganze 5 Stunden nicht, das ist echt unüblich für sie. Wenn ich sie probiere anzulegen, dann weint sie herzerreissend und biegt sich durch, aber manchmal trinkt sie dann trotzdem und dann mit Appetit. Also kann ich an dem Weinen nicht zweifelsfrei festmachen, dass sie wirklich nicht will. Auch ansonsten weint sie die letzten Tage für ihre Verhältnisse recht viel, Fieber hat sie nicht und auch sonst kann ich keine Krankheit feststellen, vielleicht bekommt sie ja auch einfach nur mehr mit und kann sich den Eindrücken schlechter erwehren als sonst?

Dafür trinkt sie seit neuestem nachts viel öfter als sonst, so im Schnitt alle 2-3 Stunden, sie hatte auch schon Phasen, da konnte sie 4-8 Stunden durchhalten ohne Trinken. Lang ists her :lol: . Holt sie sich nachts, was sie tagsüber verpasst?
Und wie gehe ich mit der Trinkverweigerung um? Auf der einen Seite möchte ich sie auf keinen Fall stressen, denn das wurde ich als dünnes Kind schon beim Essen und sie ist wirklich propper. Auf der anderen Seite trinkt sie ja wohl manchmal, wenn ich "sie zu ihrem Glück zwinge", indem ich ihr einfach ein paar Minuten trotz Weinen die Brust anbiete und sie irgendwann ganz hektisch saugt. Aber will ich das? Ist es das wert oder würde sie nicht einfach dann trinken, wenns wieder passt daheim auf dem Sofa? Oder braucht sie es zwischendrin? Mein Gefühl sagt halt, sie hat Hunger und dann würde es ihr insgesamt besser gehen, sie würde ein paar Schlucke nehmen, auf der anderen Seite hasse ich Essens"zwang", das möchte ich auf keinen Fall.

Und es lässt mich nicht kalt, wenn sie meine Brust so verweigert :cry: . Ich liebe Stillen und auch wenn es vermutlich Quatsch ist, mir versetzt es schon einen traurigen Stich, wenn sie meine Brust nicht möchte und so herzzerreissend schreit. Geht das jetzt immer so weiter oder wird das wieder besser? Würde ja schon gerne ab und an länger weg gehen und wissen, dass sie trotzdem trinkt. Tut sie ja schon auch, beim Pony im Freien ist es viel besser als in der Fremde im geschlossenen Raum. Was meint ihr?
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Philippa
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Re: Brust anweinen

Beitrag von Philippa »

Ich bin keine Exptertin, wollte dich aber auch nicht wegklicken, denn ich kenne das!
Mein Sohn war in diesem Alter exakt genau so! Tagsüber die Brust angeweint, sich von alleine gar nicht zum Trinken gemeldet und nachts alles nachgeholt. Oder wenn er supermüde war, im Halbschlaf getrunken...
Ich war total verzweifelt, habe schon über abstillen, zufüttern, etc. nachgedacht und bevor ich mich zu irgend etwas durchringen konnte, war der Spuk vorbei :D und alles war wieder gut! Im Nachhinhein sage ich mal, er hatte einfach "keine Zeit" zum Trinken, wenn er fit und wach war. Irgendwann hatte er sich dann an die neuen Eindrücke gewöhnt und sie ließen ihn kalt oder er hatte zumindest Zeit, sich erst nach dem Trinken darum zu kümmern!

Das hört sich jetzt ganz gut an, ich kann aber deine Verzweiflung verstehen, ich habe schon Angst davor, wenn das bei meiner Tochter losgeht...
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Jonathan
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Re: Brust anweinen

Beitrag von Jonathan »

Danke Dir für Deine aufbauenden Worte!! Meine Schwester war auch eben am Telefon ganz lieb und meinte, dass sei so und ginge auch wieder vorbei. An Abstillen, Flasche oder ähnliches habe ich gar nicht gedacht, weil sie erstens keine nimmt, bzw. müsste der Papa das mal probieren, aber Schnuller wird sofort verschmäht und ich zweitens jetzt echt keinen Nerv auf monatelange Flaschennahrung habe, wenn ich ganz von alleine sozusagen 8) beste Milch immer dabei habe.

Aber es tut mir halt so leid, wenn ich weiß, es würde ihr mit einem Schlückchen besser gehen und meine Brust wird so ungern angeweint.... :? . Ganz zu Anfang weinte meine Tochter auch beim Stillen, weil sie die Brust so schlecht packen konnte. Meine Hebi meinte dann zu ihr, sie könne dich meine Brust nicht so anweinen, die Brust hat auch Gefühle :wink: . Damals verstand ich das nicht richtig, aber jetzt empfinde ich das schon ein wenig so, ich werde schon traurig, wenn sie nicht Trinken mag und dabei so schlimm weinen muss.
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klimaforscherin
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Re: Brust anweinen

Beitrag von klimaforscherin »

Oweh, ich verstehe das gut, meine Brust wird auch nicht gerne angeweint.
In dem Alter hatten wir es auch ganz schlimm, aber ich war selten lange unterwegs und Stillen im stillen Schlafzimmer ging dann. Auch manchmal erst nach "Überreden".
Ich habe mich in deinem Bericht wiedergefunden und deine Einschaetzung scheint mir sehr plausibel zu sein. Mir fällt es auch schwer, da locker zu bleiben und es hat Nerven gekostet, ruhigen Ort finden, trotzdem Geschrei.
Grüße
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Re: Brust anweinen

Beitrag von klimaforscherin »

Es wird auf jeden Fall besser!!
Er lässt sich zwar ab und zu ablenken, aber das ist für uns beide kein Drama mehr, dann guckt er eben und trinkt dann auch wieder weiter.
Grüße
klimaforscherin
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Pittiplatsch82
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Re: Brust anweinen

Beitrag von Pittiplatsch82 »

Ich kann dich so gut verstehen. Wir (meine Tochter und ich) haben das auch schon 2 Mal durch und ich war immer am Rande der Verzweiflung und tottraurig.
Finde es auch immernoch sehr schlimm wenn meine Süße mal nicht trinken will. Könnte da immer heulen! Ich hätte nie gedacht, dass das Stillen etwas so besonderes für mich wird.
Fühl dich gedrückt, das geht bald wieder vorbei!
Jonathan
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Re: Brust anweinen

Beitrag von Jonathan »

Danke für Eure lieben Antworten!!

Glücklicherweise geht es nachts (und da eben sehr oft für unsere Verhältnisse) und abends eigentlich ohne Probleme, morgens auch noch, aber unter tags wirds dann schwieriger, hauptsächlich, wenn wir nicht daheim auf unserem Sofa = Hauptstillplatz sind. Vermutlich muss ich eher eine Haltung einnehmen, die ihr zutraut, dass sie auch bei warmen Temperaturen nicht zu wenig trinkt, dass meine Milch langen wird und dass sie sicher wieder besser trinkt, wenn die Phase vorbei ist. Ist nur bisweilen sehr schwierig.... :? .
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Mascha80
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Re: Brust anweinen

Beitrag von Mascha80 »

Ich kenne das auch, es scheint wirklich völlig normal zu sein! Das wusste ich damals allerdings auch nicht... Bei meinem Söhnchen ging das mit ca. 15 Wochen los. Tagsüber ging dann so gut wie gar nichts mehr. :( Teilweise hat er bis zu NEUN Stunden nichts getrunken... Ich habe mir ebenfalls große Sorgen gemacht. Aber irgendwann habe ich es einfach akzeptiert und mich damit arrangiert.

Getrunken wurde tagsüber quasi nur noch im Halbschlaf (nur ganz ausnahmsweise auch mal einfach so, zu Hause). Unterwegs gar nicht. Es war halt so. Nachts dafür umso öfter... Als ich es akzeptiert hatte, ging es mir viel besser damit. Ich dachte so bei mir, ich hab halt ein besonderes Kind, ist eben so. :lol: Besonders, wenn im Pekip-Kurs oder sonstwo alle ganz in Ruhe ihre Babies stillten und wir nur daneben saßen... :wink:

Anders wurde es bei uns erst viel, viel später wieder. Mit einem Jahr vielleicht? ich weiß es nicht mehr. Jetzt ist er fast 18 Monate alt und kommt dafür gern auch unterwegs an und will unbedingt trinken... :roll: Du siehst, alles normal, alles fein. Biet es ihr ab und zu an, aber nicht ständig. Und wenn sie nicht mag, lass sie. Sie bekommt genug Flüssigkeit, bestimmt. Und sie hat Deine Brust trotzdem lieb. Auf jeden Fall. :lol:

Liebe Grüße
von Mascha.
Mascha mit Novembersöhnchen 2009
Jonathan
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Re: Brust anweinen

Beitrag von Jonathan »

Danke Mascha :wink: . Heute lief es auch schon wieder viel besser, vermutlich, weil ich versucht habe mich zu entspannen. Ich hatte schon regelrecht Angst meine Brust auszupacken und sie weint dann nur :( . Ich azeptiere ein NEIN von ihr jetzt einfach sofort, ich versuche gar nicht mehr, sie zu überreden und flups, es geht plötzlich wieder besser. Zudem glaube ich, hat sie ein Zahnproblem, sie kaut so dermaßen auf allem rum, was sie finden kann und auch richtig fest, da muss ja irgendwas sein. Vielleicht stillt sie auch aus diesem Grund nicht so einfach wie sonst. Und ich habe gemerkt, sie braucht dringend ihren Schlaf, das war auch einfacher früher, da ist sie halt eingepennt, wenn sie müde war. Jetzt braucht sie schon die richtige Umgebung, Ruhe, sonst geht das nicht. Morgen haben wir Babymassage, da kann es wieder anders sein, aber heute haben wir es uns daheim gemütlich gemacht mit liebem Besuch, die ein gleichaltriges Baby hat, da war bisher alles kein Problem. Aber wie gesagt, am schwierigsten ist es unterwegs.
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Re: Brust anweinen

Beitrag von schokoliebe »

Hier bei uns ist das gleiche Theater, schon seit über einem Monat (die Kleine ist jetzt 5 Monate).
Trinken klappt eigentlich nur abends und nachts richtig. Davor hatten wir keinerlei Probleme mit dem Stillen.
Tagsüber hat sie zwar meiner Meinung nach Hunger, aber wenn ich sie anlege nuckelt sie kurz, dann brüllt sie los und drückt sich weg, egal ob der MSR schon eingesetzt hat oder nicht.
Wenn sie dann mal länger als 5h nicht getrunken hat, nimmt sie die Brust für 2-3min, dann ist der schlimmste Hunger vorbei und sie brüllt wieder.
Ich lasse sie tagsüber inzwischen meist trinken wenn sie gerade eingeschlafen ist oder wenn sie eine Zeitlang geschlafen hat, dann trinkt sie im Schlaf und ohne Probleme.

Mein Großer hatte diese Phase auch, da hat sie aber nur 2-3 Wochen gedauert. Nur wenn wir unterwegs waren ließ er sich noch bis ca. zum 1. Geburtstag leicht ablenken.
Richtig harmonisch ist Stillbeziehung seit er ca. 1 Jahr ist, seitdem können wir beide das Stillen richtig genießen.

Daher werde ich diesmal auch durchhalten, es wird bestimmt wieder besser.
Söhnchen 10/2008
Töchterchen 12/2010
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