Ich finde, Du machst das doch ganz gut!
Ich glaube nicht, dass man mit Verboten weit kommt, auch später nicht, aber wenn man ihnen erklärt, dass die Tiere dafür sterben mussten und ihnen das weh tat, dann begreift das ein Kind ja auch und möchte das ja auch gar nicht. Kinder mögen Tiere ja unheimlich gern.
Mein Kind ist erst sieben Monate alt, von daher kann ich nicht von eigenen Erfahrungswerten sprechen wie das dann in der Auseinandersetzung läuft, aber ich bin ganz zuversichtlich, weil ich einige vegetarische und vegane Kleinkinder kenne, die da auch ganz selbstbewusst und selbstverständlich ihre Meinung zu Tieren oder Tierprodukten auf dem Teller äußern.
Ehrlich gesagt verstehe ich aber diese neue Toleranz nicht - ich bin weiß Gott nicht für eine restriktive Form von Erziehung, aber ich würde ja auch intervenieren, wenn mein Kind andere Kinder schlägt oder gemein ist oder Anderen Dinge weg nimmt und ich würde sagen, das sehen die meisten ähnlich. Aber beim Thema Fleisch wird es dem Kind überlassen, wie es sich verhalten soll. Ganz abgesehen davon, dass ich nich glaube, dass ein Kind eine Entscheidungen von einer solchen Tragweite selbst und ohne Input treffen kann, entscheidet man ja auch für das Kind, wenn es NICHT vegetarisch ernährt wird: Man entscheidet für das Kind,
dass es Fleisch isst. Und bei Bio-Fleisch muss man sich ja eigentlich nix vormachen, das ist ja nicht besser. Vielleicht nicht so belastet mit Antibiotika oder ähnlichem, aber für die Tiere ja nicht viel besser.
Für mich gehört eine vegetarische/vegane Lebensweise schon klar zu dem Basis-Katalog ethischen Handelns und natürlich finde ich wichtig, dahin zu arbeiten, dass mein Kind kein Fleisch isst - meiner Einstellung gegenüber fände ich alles andere als verantwortungslos. Und das geht über die Auseinandersetzung. Bei z.B. Bilderbüchern mit Bauernhöfen spricht man mit dem Kind darüber, wie schade es ist, dass die armen Tiere in Käfigen eingesperrt sind und die viel lieber frei sein würden. Bei Kinderüberraschungen im Supermarkt erklärt man, dass das der Kuh weh getan hat. Wenn die Oma Fleisch isst, erklärt man vielleicht, dass sie kein schlechter Mensch ist, aber dass sie das mit den Tieren nicht so gut weiß. Ich könnte mir auch vorstellen, mit dem Kind so verführerische Sachen wie einen Zoo zu besuchen - aber eben dann auch Gespräche zu führen; vielleicht in Dokus oder Bilderbüchern zeigen, wie Tiere in Natur lieben und wie doof das ist, dass die Tiere im Zoo hinter Gittern leben müssen und niemals raus dürfen. Das sind so grobe Gedanken, die ich mir bisher gemacht habe. Wenn es dann doch mal Fleisch probieren wollte, hätte ich wahrscheinlich keine Skrupel, Fake-Fleisch anzubieten; danach ist das Interesse ja meist wieder abgeflaut. Aber ich bin da ganz zuversichtlich - wenn man vorlebt und erklärt, dann sehe ich da eigentlich keine Probleme.
