Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

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muh
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von muh »

Sandküste hat geschrieben: 11.10.2018, 10:53
muh hat geschrieben: 11.10.2018, 10:18 Hier wurde ja schon ganz viel Kluges geschrieben. Was mir am Anfang gleich eingefallen ist, was ich meinen Kindern mitgeben möchte: sich nicht zu sehr mit anderen vergleichen, kein Neid darauf, was andere haben, können und sind. Das ist in Zeiten von Facebook, Instagram usw. sooo wichtig (sonst auch immer).
dazu braucht es gar nicht Instagram......(Kinder nutzen doch gar kein Facebook :mrgreen: )
Ich muss mir von K1 auch anhören, dass seine Freunde alle mind. einmal in Urlaub fahren (wir nie), teure Klamotten bekommen (ich kann oft nicht mal die nötigen Schuhe sofort kaufen), viel mehr Taschengeld bekommen, Auslandssemester verbringen usw. - in dem Alter ist Zugehörigkeit eben ein ganz zentrales Thema, das hat nicht mal unbedingt mit Neid zu tun. Und es ist ein schwieriges Thema.
Ich weiß, Facebook ist für alte Leute. Aber egal, snapchat, youtube, weiß der Geier, es wird doch immer nur das Schönste und Beste gezeigt. Und man muss lernen, dass das ein Trugbild ist. Und Neid macht einfach unglücklich.
Dazu gehören wollen ist bis zu einem gewissen Grad normal und gut, wir sind ja soziale Tiere. Es geht aber eben um das Maß.
Ich kann dich verstehen. Meine Tochter hat vor kurzem etwas ähnliches gesagt, dass es ihre Cousine viel besser hat: Hund, Katze, Pool, mehrere Urlaube im Jahr, ... :wink:
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Serafin
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von Serafin »

Meine Kinder sollen auch lernen, ihr Hirn einzuschalten. Sich zu informieren, selbst zu entscheiden, nicht einfach nachplappern.
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RedsMama
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von RedsMama »

So, jetzt vom Computer aus, schreiben am Handy macht mich wahnsinnig. Das Ding komm mit so vielen Sprachen nicht zurecht.

Das sind wirklich wunderbare und wichtige Ansichten! Danke! :D

Das hier:

Es geht ja nicht darum, dass das Kind jetzt für seine Zukunft Chinesisch oder was-auch-immer lernt. Es geht darum dass es- wenn demnächst Andorra die Wirtschaftsweltherrschaft übernimmt zum Beispiel- dass die Kinder sich ohne Selbstzweifel zutrauen dass sie es selbstverständlich packen Katalanisch zu lernen und es einfach anpacken. Und es dann auch durchziehen können, wenn es ihnen doch schwerfällt.

trifft sehr gut, worauf ich hinaus will. Grundkompetenzen sind das, was wir unseren Kinder geben wollen, um dann die anderen leichter erwerben zu können, wenn sie das müssen oder wollen. Aber auch die Grundkompetenzen entwickeln sich durch das Üben. Grundkompetenzen sind für mich ein gutes Körpergefühl, ein plastisches Gehirn bzw. flexible Denkeise bzw. Queerdenken können, Selbstzufriedenheit (unanhängig von was auch immer), Achtsamkeit (sich selber kennen und alles, inklusive sich selber, hinterfragen können), in Gesellschaft leben können. Und das bedeutet doch viel mehr und längere Arbeit, als das Kind in einem Chinesischkurs zu stecken (überspitzt gesagt).

Der Weltenbummler ist gerade drei geworden um am liebsten würde ich ihm schon alles "beibringen" :D Aber genau ist es ja, ich kann ihm keine von dieser Kompetenzen im klassischen Sinn beibringen. Er muss sie vorgelebt haben, und dann muss er sie üben können. Was ihr schon gennant habt - Neues mit Freude zusammen erleben, Kinder ihren Platz in der Familie nicht zu verweigern, sie fallen zu lassen und aufs Aufstehen zu ermütigen, sie Entscheidungen treffen zu lassen, sie zu schützen vom Sachen, die sie brechen würden, aber nicht von den Sachen, die sie stärken, alles hinterfragen und offen diskutiern zu können, das ist so vieles Gutes dabei!, und muntert mich frisch auf, diesen Weg bewusster zu treten.

Mich würde interessieren, wie ihr konkrete Dinge gestaltet, die euch wichtig erscheinen. Ich werde ab jetzt den Weltenbummler bewusster in unseren Aufgaben einspannen, zum Beispiel beim aufräumen und saubermachen (er wird Aufgaben bekommen, wie seine Wäsche in der Tonne zu tun, Geschirr in der Geschirrspüler...), bei dem Essensplanentscheidungen, im Garten schon diesem Herbst ihm einen halben Quadratmeter oder so widmen, dass er gestalten kann; ihn mit der Familie aktiv telefonieren lassen; und immer wenn es geht unsere Nachmittage mit Sachen gestalten, die wir zusammen machen können (und nicht etwas noch erledigen müssen, was schneller ohne die beiden geht, wenn wir alle zuhause sind). Gestern sind wir mit dem Rad für das erste Mal alle drei vom KiGa zum Kinderturnen und nach Hause wieder gefahren, und es war toll (auch wenn ich heute ordentliche Muskelkater habe). Ah! und Spielzeug aussortieren, es nervt mich, dass er soviel hat! Und eigentlich hat er sogar weniger als die meisten... Snugglepot, wir haben seit Jahren kein Fernseher :wink: und ich habe es nicht vor, das zu ändern. Meine portugiesische Familie staunt immer Bauklotze :lol:

Ellen, wie gestaltest du die "langweilige Zeiten"? Das würde mich interessieren. Sandküste und muh, wie geht ihr mit dem Thema "Vergleichen" um, darf ich fragen? Flädi, woher hast du die Ideen für eure Unternehmungen? Ich bin als Stadtkind, Leseratte und... naja, Südländerin...aufgewachsen.

So, die Königin ist wach, ich schicke mal ab.
Liebe Grüße
R.

I knew exactly how to raise my kid when I became pregnant. Then he was born...
I know nothing.
I am much wiser now.


Jeder wird perfekt und vollständig geboren. Unsere Job als Eltern ist nicht unsere Kinder zu erziehen, sondern sie davor zu schützen, gebrochen zu werden.

R., K., der großartige Weltenbummler 10/15 und die Strahlende Königin 06/18.


RL calls, wenig hier. Bitte PN oder zitieren wenn es dringend ist!
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Meine Kinder sind ja schon älter - 17,14 und 11.
Und gerade der Große vergleicht oft. Er hat offenbar einige Freunde, die eben mehr finanzielle Mittel haben.
Ich sage es ihm offen- er weiß, dass ich finanzielle Sorgen habe (so stark gerade, dass ich nachts nicht schlafen kann, weil Reparaturen anstehen und ich es nicht zahlen kann). Das sage ich ihm halt auch. Und dass eben die meisten seiner Freunde Einzelkinder sind - er eben Geschwister hat, seine Eltern getrennt sind (gut, dass ist hier in Berlin zum Glück total normal). Meist ist er sehr verständig - es muss nicht die Markenjeans sein, wenn der Style eben stimmt. Bei Schuhen ist das anders - da schauen wir gemeinsam nach Sonderangeboten z.B.
Urlaube kann ich nicht möglich machen - bis auf kurze Auszeiten. Ich habe ihm gesagt, er solle doch mal überlegen, ob er nicht einen Job findet - das will er nicht. Also - SO dringend kann sein Geldwunsch dann doch nicht sein....
Sein Studium usw. wird er allein finanzieren müssen - falls er studieren mag.
Führersein, Auslandsaufenthalt - so was geht halt nicht. Da müsste er ordentlich was beitragen.
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

RedsMama hat geschrieben: 11.10.2018, 12:23
Ellen, wie gestaltest du die "langweilige Zeiten"? Das würde mich interessieren. Sandküste und muh, wie geht ihr mit dem Thema "Vergleichen" um, darf ich fragen? Flädi, woher hast du die Ideen für eure Unternehmungen? Ich bin als Stadtkind, Leseratte und... naja, Südländerin...aufgewachsen.
Der Witz daran ist ja der, dass ich sie gerade NICHT gestalte, sondern mich komplett als Interaktionspartner rausnehme ( ich habe jetzt 1 Stunde Pause und möchte nicht gestört werden, Elektronik bleibt aus und ihr geht bitte ins Bastelzimmer oder raus). Das ist für alle Seiten ne win-win Situation.
Der Kleine macht dann oft Musik, malt oder legt sich auch mal ne halbe Stunde aufs Bett und träumt vor sich hin. Der Große baut irgendwas, Elektrokram mit Lego Technik im Zimmer, hämmert Dinge in der Scheune zusammen oder baut am Flussbaumhaus, das er mit seinen Freunden zusammengezimmert hat. Oft experimentieren sie auch zusammen, gerade am Wochenende sah ich vor dem Fester Bungee-Grüffelo rauf- und runterfliegen , an dem sie sie ausprobierten welche Gummis wie verbunden werden müssen damit er exakt 5 cm vor dem Boden zurückschnalzt. Damit können die sich eeewig beschäftigen.
Als sie klein waren habe ich sie mit Bastelmaterial und Lego in einen Raum gesetzt und das Beste gehofft für meine Inneneinrichtung.
muh
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von muh »

Zum Vergleichen: ich versuche dann klar zu machen, dass es uns eigentlich sehr gut geht und ich frage dann auch, was ihnen denn an unserem Leben gut gefällt und sage auch, was mir gefällt. Ich sage auch, dass es wohl bei jedem etwas gibt, dass er sich wünscht und nicht haben kann. Und ich sage, dass ich sie gut verstehe und dass es mir auch manchmal so geht, dass ich andere beneide.
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von Flädi »

Bei uns ist es wie bei Ellen. Ich gestalte gar nichts. Da passiert dann plötzlich vieles...aber es kann manchmal auch einfach ein Aushalten sein, wenn die Langeweile gross ist und die Kinder nur motzen. Allerdings ist das sehr selten. Die finden eigentlich immer was...ich glaube im grossen und ganzen würden die sich gut mit Ellens Kinder verstehen. Sie dürfen auch recht viel. Es gibt wenig was ich verbiete und gerade bei den Kleinen ist die Phantasie grenzenlos. Gerade warten wie am Bahnhof und mein Schal unterhält sie seit 30 Minuten bei allem Möglichen 🤪😂.
Wegen den Ideen für die Unternehmungen...die entstehen bei mir am laufenden Band. Mein Leben ist zu kurz um das alles zu machen 🙈🙊🙉. Bewährt hat sich aber auch eine Wandtafen, an die alle ihre Unternehmungswünsche aufnotieren dürfen.
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von Flädi »

Übrigens habe ich früher auch oft rumgebrüllt, aber es ist besser geworden. Wenn, dann gibt es auch immer mal wieder. Es gibt auch Gameverbot, wenn die 30 Minuten-Regel wieder mal absolut nicht geklappt hat. Aber hei, wie gesagt...keiner ist ohne Fehler.
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Sandküste hat geschrieben: 11.10.2018, 12:31 Meine Kinder sind ja schon älter - 17,14 und 11.
Und gerade der Große vergleicht oft. Er hat offenbar einige Freunde, die eben mehr finanzielle Mittel haben.
Ich sage es ihm offen- er weiß, dass ich finanzielle Sorgen habe (so stark gerade, dass ich nachts nicht schlafen kann, weil Reparaturen anstehen und ich es nicht zahlen kann). Das sage ich ihm halt auch. Und dass eben die meisten seiner Freunde Einzelkinder sind - er eben Geschwister hat, seine Eltern getrennt sind (gut, dass ist hier in Berlin zum Glück total normal). Meist ist er sehr verständig - es muss nicht die Markenjeans sein, wenn der Style eben stimmt. Bei Schuhen ist das anders - da schauen wir gemeinsam nach Sonderangeboten z.B.
Urlaube kann ich nicht möglich machen - bis auf kurze Auszeiten. Ich habe ihm gesagt, er solle doch mal überlegen, ob er nicht einen Job findet - das will er nicht. Also - SO dringend kann sein Geldwunsch dann doch nicht sein....
Sein Studium usw. wird er allein finanzieren müssen - falls er studieren mag.
Führersein, Auslandsaufenthalt - so was geht halt nicht. Da müsste er ordentlich was beitragen.
Ich finde das eigentlich auch selbstverständlich dass er etwas beiträgt . Entweder man sucht sich einen Nebenjob oder er muss halt mit dem leben, was geht.
Wir haben keine finanziellen Sorgen und dennoch würde ich das auch erwarten. Einfach deshalb, weil sowohl mein Mann als auch ich neben der Schule gearbeitet haben und ich das auch ab einem gewissen Alter normal finde, dass man aus dem Rundum-Sorglospaket aussteigt. Führerschein oder mein Auslandsaufenthalt- das hätten sich meine Eltern auch gar nicht leisten können. Wir handhaben das bei unseren Kindern aus ganz anderen Gründen so als aus Geldknappheit: mit dem Hintergrund einer normalen Kindheit wie wir sie hatten, hat es uns gutgetan. Das Gefühl, selbst etwas zu schaffen und zum Teil für sich selbst zu sorgen. Das bringt auch Selbstbewusstsein.
Ich denke Dir kommt aufgrunddessen was Du erlebt hast vieles hart vor. Aber es ist ein Unterscheid ob man jung dazu gezwungen wird zu arbeiten weil sich niemand um einen kümmert und man ganz alleine dasteht, oder ob man sich ne teure Jeans oder ein Moped leisten will.
Du tust so viel, 3 Kinder großbringen ist richtig anstrengend. Ab einen gewissen Alter darfst Du auch erwarten dass Du die Last nicht mehr alleine tragen musst sondern dass der junge Erwachsene sich daran beteiligt.
Lösche Benutzer 15449

Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?

Beitrag von Lösche Benutzer 15449 »

EllenRipley hat geschrieben: 11.10.2018, 14:54
Als sie klein waren habe ich sie mit Bastelmaterial und Lego in einen Raum gesetzt und das Beste gehofft für meine Inneneinrichtung.
:lol:

So ungefähr mach ich es auch. Kein TV, kein Tablett - und Mama setzt sich in den Garten zum Lesen. Meist spielen sie dann stundenlang Playmo. :)
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