Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Missy
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Missy »

Sakura hat geschrieben:
Wenn Du das Beistellbettchen nutzen möchtest: hat es ein Gitter zu Deinem Bett? Wenn ja, würde ich das abmontieren. Das Beistellbettchen dann so positionieren, dass Dein Baby, wenn es darin liegt, mit dem Mund auf Brusthöhe ist. Dann kannst Du Dein Kind im Bett liegend stillen (Du musst halt etwas rüber zum Beistellbett rutschen), und dann kann Dein Kind im Beistellbett einschlafen, ohne dass es noch einmal bewegt wird.
Hier möchte ich ganz dick unterschreiben. Für uns war das Beistellbett so Teil des Familienbettes und trotzdem lag er sicher in seinem Bett. Zur Not lag ich mit dem Kopf auch noch mit drin. :)

Ich hatte auch viele Pläne und Vorstellungen, wie mein Leben mit Kind sein könnte. Und dann kam mein Kind und hatte gänzlich andere Vorstellungen. :D
Lass dich drauf ein und arbeitet zusammen und nicht gegeneinander, das spart viel Ärger und stress.

Herzlichen Glückwunsch zum Kind! :)
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
Franzi175
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Franzi175 »

Alleine wo zu liegen und zu schlafen war früher (in Zeiten von Hyänen und Steppe :-)) für Babys der wahrscheinliche Tod. Die Kinder, die ständig nah an der Mutter waren haben einen überlebensvorteil gehabt. Natürliche Selektion. Und kein Kind heute weiß, dass es in der Wohnung keine Hyänen gibt. Ich fand das Buch von Renz Poster Born to be wild so aufschlussreich, toll zu lesen und hat mir das Wesen "Baby" soviel nähergebracht. Versuch euren weg zu finden, ohne die schlauen Tipps und Sprüche der anderen.
Und wenn du dir Studien über den plötzlich Kindstod durchliest und selbst interpretiert, wird dir schlecht, was viele Ratgeber aus den Daten machen und verknüpfen.
Lösche Benutzer 22482

Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 22482 »

Danke für eure Antworten!
Zu erst mal um Missverständnisse zu vermeiden: wenn meine Tochter mir zeigt, dass die Schlafsituation so das beste für sie ist bzw eben das was sie braucht, wird es so gemacht. Ich werde sie keinesfalls ins beistellbett "kämpfen". Ich hätte sie gerne in dem Bett, weil es sich für mich sicherer anfühlt. Macht aus Sicht eines Säuglings aber offenbar wenig Sinn.
Meine Hebamme hat mir heute auch nochmal gesagt dass nichts dagegen spricht, wenn sie auf meiner Brust schläft und ich hoffe ich kann die Sorgen mit der Zeit ablegen.

Ich hatte das bettchen extra so gewählt, dass man das Gitter an der Vorderseite hoch und runterfahren kann. So wollte ich es nachts direkt an meiner Seite haben und wenn ich auf die Toilette muss oder evtl. tagsüber dann Gitter hoch.
Wenn sie nachts auf dem Rücken neben mir im Bett schläft ist es eigentlich das gleiche als würde sie im bettchen schlafen. Aber das sieht sie wohl gaaaanz anders :lol:

Ich bin einfach so verunsichert ob ich da alles richtig mache und sie zufrieden UND sicher ist...

Dazu kommt meine Verwunderung weil ich von so vielen höre, dass diese Nähe natürlich ist (was ja auch absolut Sinn macht) und dann immer wieder von den Babys hört die von Anfang an ohne Problem im eigenen Bettchen oder zumindest Beistellbett schlafen. Das finde ich irritierend. Dann die Ratschläge der Ärzte dazu und man ist vollkommen verwirrt...

Ich bin gespannt wann unsere Maus uns zeigt, dass sie weniger Nähe braucht/möchte und bis dahin werden wir es so weiter machen wir jetzt.

Danke für eure Ratschläge und eure Erfahrungen die mir zeigen, dass ich nicht alles falsch mache.
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Giraeffchen
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Giraeffchen »

Hallo, herzlich Willkommen und herzlichen Glückwunsch!
All den vielen, wahren, schon genannten Sachen kann ich mich nur anschließen.
Es tut mir leid, dass du noch so verunsichert bist. Wir standen glaube ich alle mal an diesem oder einem ähnlichen Punkt.
Ratgeber suggerieren uns oft 'die eine' Wahrheit, die es aber in Wirklichkeit eben oft nicht gibt, weil wir Menschen alle unterschiedlich sind und ebenso unterschiedliche Bedürfnisse haben. Und sehr, sehr viele Babys haben noch das Bedürfnis nach *Mama so nah wie möglich*, sie kennen es bisher ja nicht anders und müssen erst ankommen in dieser Welt.
Ich finde es schön, dass deine Hebamme euch bestärkt, euren eigenen Weg zu finden. Hab ein bisschen Geduld, das wird!
Und auch die Unsicherheit wird schwinden, je besser du dein Baby kennen lernst.
Alles Liebe euch!

~mobil~
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
Lösche Benutzer 1828

Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Hallo - und herzlichen Glückwunsch :)

als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, wurde aus dem Arbeitszimmer ein Kinderzimmer. Gestrichen, tapeziert. Ein sehr teures Gitterbettchen gekauft. Dekoriert.
Dort sollte mein Kind schlafen.

Dann war er geboren. Ich lag -unerfahren noch- ein paar Tage auf der Entbindungsstation. Ihn in das Beistellbettchen zu legen war mir unmöglich. Ich brauchte mein Kind bei mir, an mir. Dort lag er nur drin, wenn ich duschen oder auf dem Klo war - in meiner Sichtweite. Ich konnte es nicht ertragen, ihn nicht an mir zu haben. Und - er ließ sich auch gar nicht ablegen. Das hat er massiv eingefordert. Und dafür bin ich jetzt noch dankbar. Nach den ersten Tagen kamen nämlich die ZWeifel - er müsse doch auch mal alleine liegen und schlafen. Er müsse doch auch mal im Kinderwagen liegen. Tat er aber nicht. Also schlief er bei mir, lebte an mir im Tragetuch. Er hat den Weg bereitet für seine Geschwister. Da war es für m ich nämlich ganz normal, dass mein Baby bei mir ist. Immer. Abends schliefen sie neben oder auf mir auf dem Sofa bis ich schlafen ging. Unternehmungen wurden mit Tragetuch gemacht. Nicht mehr hinterfragt - denn es war für mich absolut selbstverständlich. Und mir war auch dann bewusst, wie kurz diese Zeit doch ist. Und wie nötig sie ist und was sie alles hervorbringt. Beim zweiten Kind hatte ich dann weder Kinderwagen, Gitterbett noch Kinderzimmer - dafür ein breites Familienbett. Noch immer profitieren wir davon. Es war eine wunderbare Zeit.
RonjaR
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von RonjaR »

Hallo, herzlich willkommen hier!

Ich kann mich an diese Ängste noch gut erinnern. Ich war anfangs hin und hergerissen zwischen dem totalen Bedürfnis ganz nah mit meinem Baby zu liegen und meiner panischen Angst , ihm zu schaden.
Ob es besser wird, weil die Kinder größer und robuster werden, oder weil wir selbst entspannter werden- und nicht mehr so mit Hormonen vollgepumpt wie am Anfang... Keine Ahnung.
Unser Baby hatte links und rechts kleine Überrollbügel - gerollte Handtücher, weil er durch mein Gewicht öfter man in die kuhle und auf den Bauch gerollt ist. Ich habe mit offener Strickjacke oder Hemd geschlafen, um nicht Gefahr zu laufen, die Decke zu hoch zu ziehen und alle Kissen und Decken, die wir nicht brauchten wurden verbannt.
Nach und nach habe ich dran geglaubt, dass es so sicher ist und mich entspannt.

Ich hoffe, Ihr genießt es bald!


Pieps * 6/15
Pieps *06.2015
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Reisende
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Reisende »

unser söhnchen schlief die ersten nächte zuhause auf mir oder auf papas brust, mit so viel hautkontakt wie möglich. wir hatten das gefühl dass er das zum ankommen und ruhe finden brauchte. aus der neonatologie weiß man ja, dass hautkontakt hilft, die körperfunktionen zu stabilisieren und sehr wichtig für die entwicklung ist.

ich habe auch ein beistellbett neben mir. inzwischen läuft es so, dass ich ihn abends auf unserem bett in den schlaf stille. da liegt er dann möglichst mittig. ich warte dann ca 30-45min, bis er in die tiefschlafphase gerutscht ist, dann kann ich ihn vorsichtig ins bb rüberlegen.
wenn er nachts wach wird, ziehe ich ihn zu mir ran, er trinkt, und sobald er sich abdockt lege ich ihn wieder zurück, wo er dann problemlos weiter schläft. nach der letzten stillphase, meist morgens so zwischen halb 5 und halb 7, lasse ich ihn neben mir liegen. erstens weil er dann nicht mehr so dösig ist wie nachts und sensibler auf das umbetten reagiert, und zweitens weil ich es liebe dann noch ein bisschen mit ihm zu kuscheln. 8)

ich weiß nicht ob das bei allen babies so ist, aber ervrückt dann im schlaf immer ganz dicht an mich ran. selbst ohne bb hätte ich keine große angst dass er rausfällt, weil er sich immer zu mir hin orientiert, egal ob er links oder rechts vom mir liegt.

du wirst mit der zeit deine eigenen taktiken entwickeln und mehr und mehr sicherheit gewinnen. hab einfach vertrauen in dich, dein kind und eure instinkte.
♥️J (04/16) und T (07/19)♥️
Neuhier
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Neuhier »

Bei uns hat sich das mit der Zeit gegeben, dass das zweite Kind auch im anstellbett schlief. Wir haben ein wasserbett, ich hab das Kind einfach über meiner Decke auf meine Oberschenkel gelegt. Babykopf Richtung Knie, babybeine auf meinem Unterleib. Durch das wasserbett sank alles soweit ein, dass Baby nicht runterkullern konnte. Wurde Baby unruhig hab ich einfach ein bisschen geschaukelt (sehr praktisch im Wasserbett).
Im normalen Bett würd ich wahrscheinlich rechts und links der mamabeine Kissen auftürmen.

Für mich war das beim zweiten Kind auch vollkommen überraschend. Kind1 war anfängerbaby, kind2 ist eher ratgeberbaby.
Delivery 04/13 + 07/15
Samsoli
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von Samsoli »

Hallo,

auch wenn das jetzt schon ganz oft geschrieben wurde: War und ist bei uns genau so! Nur mit dem Unterschied, dass wir noch nie ein Babybett hatten :)
Mein erster hat sehr lange Zeit nur auf meinem Bauch oder dem meines Freundes geschlafen, bestimmt zwei oder drei Monate, und zwar tags und nachts... Naja, wir hatten Zeit und konnten das machen :?

Der zweite konnte schon ein bisschen früher neben mir schlafen und nicht nur AUF mir (also vielleicht so mit vier Wochen). Er lässt auch manchmal freiwillig die Brust los, dreht den Kopf weg und schläft dann weiter. Was bei beiden nicht geht/ging: Im Schlaf wegschieben oder heben. Bzw. geht es zwar jetzt beim Kleinen, allerdings schafft er es, sich innerhalb kürzester Zeit wieder zu mir zu robben (weiß nicht wie ichs besser bezeichnen soll, sieht sehr lustig aus: er krümmt sich zusammen und streckt sich wieder und hat so schon mit sechs Wochen nen halben Meter im Bett zu mir zurückgelegt)

Also, jedenfalls ein kleiner Tipp, falls das für Euch in Frage kommt, eure Platzverhältnisse es zulassen usw. Wir hatten das in der alten Wohnung so und ich fand es super:
Wir hatten neben unserem Bett eine normale Matratze aufm Lattenrost, die etwas tiefer als unser Bett war. So konnte ich mich zum Stillen zum Baby legen und dort auch gemeinsam mit ihm einschlafen. Wenn ich aber irgendwann wach geworden bin und mich mal wieder ausstrecken wollte oder unter die eigene Decke, bin ich einfach kurz nach oben gekrabbelt (waren echt nur ca. 15 cm Höhenunterschied) und hab da weiter geschlafen. Ich hätte das hier super gern wieder, aber geht leider aus Platzgründen hier nicht...

Hauptsache, du lässt dir nicht ausreden, dein Baby bei dir zu behalten - wenn du es bei Dir haben willst! Die einzige Person, die da noch Mitspracherecht hat ist der Partner finde ich! Alle anderen müssen da nicht schlafen, und deshalb braucht es sie auch nicht zu stören :D
Ich mit Großem (3/13) und Kleinem (2/16)
samoe
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Re: Neugeborenes "entscheidet" über Familienbett

Beitrag von samoe »

Herzlichen Glücjwunsch noch!

Auch ich kenne das: Man liest und liest und hat einen Plan. Dann kommt das Baby und wirft alles über den Haufen. Unser erster Sohn schlief genau einmal in dem Anstellbett, seither nie wieder. Das diente nur als Ablage und Rausfallschutz später :D...mit 3 zog er dann aus in sein Zimmer. Ich hatte mich belesen und war zum Schluss gekommen, dass FB gar nicht so gefährlich ist. Der Knirps lag einfach neben nir, ich rückte nach dem Einschkafstillen ein paar cm rüber und stopfte mir die Bettdecke unter den Körper. Schlafsack hatten beide sehr wenig an, nur im Herbst /Winter, manchmal auch nicht, da lagen sie dann unter meiner Decke einfach.
Meine Kinder hassen aber auch beide den Schlafsack, das ist denen viel zu warm.

Den Kleinen konnte ich anfangs schlafend ablegen...aber irgendwie fand ich das dann befremdlich, das Baby nicht direkt bei mir zu haben und so lag er doch wieder mit bei uns (wir hatten nun ein 60x120-Beistellbett). Da schläft hin und wieder der Große drin, wenn er bei uns ist und mittlerweile rollt sich der Kleine auch manchmal rein.

Ich verstehe deine Unsicherheit total und diese ganzen Empfehlungen in den Ratgebern immer, aber im Familienbett ist die Sicherheit genauso gegeben, wenn man mit Kissen/Decken ein klein wenig aufpasst. Außerdem passt dein Ammenschlaf auf die Mäuse auf.

Ob sich ein Knd schlafend ablegen lässt oder nicht, ist total unterschiedlich. Der Große ließ sich niemals nie verrücken. Der Kleine schon. Kann also bei einem weiteren Kind von euch auch ganz anders sein.

LG, samoe
Mit den zwei Jungs (04/2012, 06/2015) und der kleinen Püppi (01/2018)

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