Anna ist mir uebrigens auch sehr sympathisch.
Der Heiratsantrag...

mit 16-jähriger Pferdeflüsterin
und dem Dinoexperten :
(Kapitel 23)Aber in dieser letzten Quadrille [...] traf es sich, dass sie [Kitty] Wronskij und Anna sich gegenüber hatte. Sie war mit Anna seit jener ersten Begegnung nicht mehr zusammengetroffen und sah sie nun plötzlich in einer völlig neuen und unerwarteten Gestalt wieder. Sie bemerkte jetzt an ihr die ihr selbst so wohlbekannten Anzeichen der durch den Erfolg hervorgerufenen Erregung. Sie sah, daß anna berauscht war von dem Entzücken, das sie hervorgerufen hatte. Sie kannte dieses Gefühl und kannte seine äußeren Anzeichen und bemerkte sie jetzt bei Anna - sie sah den zitternden, flackernden Glanz in ihren Augen und das Lächeln des Glückes und der Erregung, das unwillkürlich ihre Lippen umspielte, sie sah die bewußte Anmut, Sicherheit und Leichtigkeit jeder ihrer Bewegungen.
Hier wird nochmal Anna aus Kittys Sicht beschrieben, da merkt man langsam die "dunkle Seite" von Anna, die sich anbahnt in Bezug auf Kitty:Das, was Kitty so klar in dem Spiegel von Annas Antlitz gesehen hatte, das blickte sie auch aus dem seinen an. Wo war sein gemessenes, sicheres Wesen geblieben, wo der sorglos ruhige Ausdruck seiner Züge? Jedes Mal, wenn er sich zu ihr wandte, senkte er immer ein wenig den Kopf, als wolle er vor ihr niederfallen, und in seinem Blicke lag einzig und allein der Ausdruck von Unterwürfigkeit und Zagen. "Ich will ja nicht verletzen", schien jedes Mal sein Blick zu sagen, "aber ich möchte mich selber retten und weiß nicht, wie?" Seine Züge trugen einen Ausdruck, wie sie ihn nie zuvor gesehen hatte."
"Ja, es ist etwas Fremdes, Dämonisches und Verführerisches in ihr", sprach Kitty zu sich selbst.

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Ja, wie macht dieser Tolstoj das bloß?? Die Figuren werden so lebendig, man meint sie zu kennen. Die Facetten, die Stimmungen, die Persönlichkeiten werden so klar auch in ihrer Widersprüchlichkeit. Und das alles ganz unauffällig, ohne dass man immer denkt "das hat er jetzt geschrieben um xy zu verdeutlichen".Capesider hat geschrieben:ab dem Zeitpunkt, wo Ljewin auf seinem Landsitz ankommt, ist er für mich fast wie eine andere Figur. So, als hätte er endlich wieder zu sich selbst gefunden und wäre in der Umgebung gelandet, wo er hingehört. Er verhält sich ganz anders, strahlt nicht mehr diese Unsicherheit und diese Selbstzweifel aus, das gefällt mir so viel besser. Er sollte nicht ständig versuchen, sich in der Stadt anzupassen.
Auf jeden Fall Anna, ich finde ihre Herzlichkeit, die sie Dolly und den Kindern gegenüber hatte, soooo schön!Marilu hat geschrieben:Wen würdet ihr gerne treffen?

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