LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lösche Benutzer 3770

Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

Ich wünsche mir so sehr, dass das mit dem Papa klappen würde mit dem Schlafen bringen. Wenn die zwei was zusammen machen, ist es super, aber halt wenn er müde ist nicht. Irgendwie hat er total Angst, loszulassen... aber ich kann ihn doch auch nicht abends alleine lassen, so dass er beim Papa weint... Für den Papa ist das übrigens auch alles ziemlich doof...

Stillen mach ich eigentlich auch nur noch daheim (bis auf Ausnahmen).

Ist es sinnvoll, es so einzurichten, dass er sich innerlich drauf einstellen kann? Z.B. immer dienstags, wenn wir beim Kinderturnen waren, ist er mit dem Papa zusammen und er bringt ihn ins Bett... - (wird aber am Ende vielleicht scheitern, weil der Papa das nicht immer so zeitlich hinbekommt... muss ja auch noch arbeiten...)
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finn
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von finn »

Bei uns war es einfach so, dass ich bisher 2x abends wirklich weg musste (das waren berufliche Termine) bzw. nicht da war. Da war es überhaupt kein Problem, dass der Papa ihn ins Bett gebracht hat. Wenn ich allerdings daheim wäre, wäre es bei uns auch unmöglich, dass der Papa ihn ohne Protest ins Bett bringt. Habt ihr es denn schon mal ausprobiert, wie es ist, wenn Du wirklich nicht da bist? Vielleicht funktioniert es dann ja auch? Ich hatte echt Bedenken bei uns, aber es hat dann einfach funktioniert.
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
Lösche Benutzer 3770

Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

ja,... da hat er über eine Stunde geweint... ein anderes Mal hat er versucht, die Zeit mit Büchern zu überbrücken bis ich komme (der Kleine) und hat dann schließlich doch noch geweint bis ich kam...
Stina
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Stina »

Mein Sohn ist auch ein LZS-Kind und lässt sich nur von mir ins Bett bringen. Er schläft nicht durch und stillt nachts noch mehrmals. :roll:

Aber: Wenn Papa da ist, spielt er viel mit ihm und ich bin zum Teil fast "abgeschrieben". Tagsüber, wenn ich mit ihm allein bin, sagt er ganz oft "Papa" (wenn ich nicht dabei bin, auch oft "Mama"). Vor ein paar Tagen war ich nach langer Zeit mal abends weg und er ließ sich von Papa herumtragen, bis er schlief (haben die beiden früher auch oft gemacht).

Ich verstehe, dass es anstrengend für Dich ist und dass Du Dir Gedanken machst, aber ich sehe es so wie Finn:
finn hat geschrieben: Bei der Oma würde ich meinen Sohn nicht übernachten lassen. Außer es gäbe einen äußerst wichtigen Grund (z.B. Geburt - aber da ist bei uns nix in Planung oder so was, wo es halt echt nicht anders geht). Sonst wüsste ich nicht warum, gibt für mich keinen Grund. Da kann er noch oft genug schlafen, wenn er selber sagen kann, dass er möchte.

Vielleicht musst Du ihm (und Dir) auch einfach noch ein bisschen Zeit geben? Bei uns hat sich viel auch von alleine gelöst, einfach weil er dann bereit dafür war.
Ich möchte meinen Zwerg auch noch nicht bei der Oma schlafen lassen.

Ich würde versuchen, Deinem Sohn die Nähe zu geben, die er jetzt noch von Dir braucht.
vivi
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von vivi »

@Vivi: Das was Du über Eure Tochter und das stillen schreibst, klingt für mich auch normal. Aber bei uns ist es viel extremer. Fabian hat heute seit dem Aufstehen um 7:30 4-5 x getrunken. Jetzt schläft er wieder. - Und ja, irgendwie fühl ich mich eingesperrt. Ich vermisse ein eigenes Ziel in meinem Leben, unabhängig von meinem Kind. Ich finde aber im Moment keines, vielleicht merkt er auch, dass ich dahingehend deprimiert bin...
ich kenne das gut, nachdem meine kleine aus dem kiga kommt stillt sie auch sehr oft, in der ersten zeit mehrmals in der stunde :roll: und auch nachts ist es zur zeit sehr häufig (6-8 mal). es geht aber trotzdem, dass ich lange weg bin.
ich kenne das mit dem schlechten gewissen, wenn man das kind abgibt. das hatte ich anfangs auch. aber wenn du dich sonst so liebevoll kümmerst und wenn du deinen kleinen in liebevolle hände gibst brauchst du keine schlechtes gewissen zu haben! ich habe gemerkt, dass ich viel ausgeglichener mit der kleinen umgehen kann und das ständige stillen besser akzeptieren und sogar genießen kann seit ich arbeite und sie regelmäßig von mir getrennt ist. ich vermissen sie furchtbar wenn ich weg bin und freue mich auf sie. ich kann dann die gemeinsame zeit viel mehr genießen.
ich glaube schon, dass ein kind genau spürt wie es der mama geht. kinder nehmen ja auch noch viel bewußter die körpersprache wahr. und deine körpersprache ist immer ehrlich, auch wenn du singst oder fröhlich redest merkt dein kleiner ob es aufgesetzt ist oder nicht.
hast du etwas , das dir viel freude macht? ein hobby, interessen? versuch wieder mehr DU zu sein und nicht "nur" mama. du brauchst keine schlechtes gewissen zu haben, dass du deswegen eine schlechte mutter bist, im gegenteil: warscheinlich wist du dadurch sogar eine bessere mutter (das kapitel "tue etwas für dich selbst" aus den kloeters briefen erklärt das schön).
liebe grüße vivi
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
Lösche Benutzer 3770

Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

Ich find es grad ein bißchen schwierig was für mich selbst zu tun... Ist immer was zu erledigen. Wir wollen ein Häuschen bauen und die Versicherungen müssen mal gecheckt werden und lauter so Papierkram... Der Job, den ich vorher hatte, ist auch nicht schön. Irgendwie muss ich erstmal herausfinden, was ich will und kann (schreib ich mit 38... *schäm*). Wenn ich arbeiten gehe, dann wirklich was, was auch Spaß macht...

Ich find's auf jeden Fall schonmal toll, wie Ihr mich hier aufgebaut habt. Das macht mir echt wieder Mut.

Wegen dem schlechten Gewissen... leider hab ich das Gefühl, dass ich trotzdem keine liebe Mutter bin, auch wenn ich ihn weggebe in gute Hände. Ich schaffe es nicht, mich ihm ganz zu widmen. Ich kann nicht dauernd Autos spielen oder Bücher angucken. Ständig denke ich, ich müsste was erledigen... ... ja, ich stille, wir haben Familienbett, aber ich fühle mich trotzdem nicht als gute Mutter... :roll:
vivi
alter SuT-Hase
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von vivi »

Wegen dem schlechten Gewissen... leider hab ich das Gefühl, dass ich trotzdem keine liebe Mutter bin, auch wenn ich ihn weggebe in gute Hände. Ich schaffe es nicht, mich ihm ganz zu widmen. Ich kann nicht dauernd Autos spielen oder Bücher angucken. Ständig denke ich, ich müsste was erledigen... ... ja, ich stille, wir haben Familienbett, aber ich fühle mich trotzdem nicht als gute Mutter... :roll:
meine meinung dazu ist, dass ein kind gar nicht dauernd bespielt werden möchte. ein kind möchte sehen, wie die welt funktioniert. m.m.n. ist es besser, wenn du dein kind immer dabei hast und dabei aktiv bist, dich mit anderen triffst, hobbys machst, haushalt und besorgungen mit kind erledigst und es so gut es geht einbindest. dann musst du dir über das autogeschiebe keine gedanken mehr machen. du bietest deinem kind etwas viel wertvolleres.
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
Gaby
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Gaby »

jenpet hat geschrieben:@Seerose: So wie Du es beschreibst halte ich es für "normal".
Ich glaube, da gibt es kein "normal" oder "unnormal", sondern das ist einfach individuell unterschiedlich.

Meine Kinder waren/sind alle sehr anhänglich, ähnlich wie Du es beschreibst, ich habe auch länger gebraucht, um das für mich anzunehmen. Mir wurde dieses Klammern auch manchmal zu viel.

Es ist aber wohl so, wie Julia schreibt, dass die Beziehung zur Mama eine ganz besondere ist, erst recht und gerade in den ersten Jahren. Wenn ein Kind sehr stark an der Mama hängt, ist das richtig und gut, und die Mama sollte auch nicht versuchen, daran etwas zu ändern, sondern es einfach genießen. Natürlich braucht die Mutter auch ihre Freiräume, die sollte sie sich auch schaffen.

Keine Angst, Dein Kind bleibt nicht so, es entwickelt sich weiter, ganz bestimmt! Ich habe vor allem bei Henri, der ganz extrem anhänglich war, manchmal gedacht, wie das wohl weitergehen soll, aber mit der Zeit hat sich vieles von selbst reguliert. Noch im letzten Jahr (da war er immerhin schon 3,5 J) hat er beim Laternelaufen an St. Martin wirklich nur an mir geklebt, er wollte nicht zu den anderen Kindern (bei denen ja immerhin auch Pia war) gehen, sondern ließ meine Hand oder mein Bein nicht los. Und dieses Jahr war es schon komplett anders: Er lief selbstbewusst und fröhlich mit den anderen Kindern mit, stellte sich mit ihnen vor die Türen, antwortete auf Fragen der Leute, ohne wie früher gleich schutzsuchend zu mir zu laufen. Also für ihn wirklich eine wahnsinnige Entwicklung. Dafür klebte mir in diesem Jahr Maya am Bein :lol: .

Ich halte die Mama-Anhänglichkeit, auch wenn sie extrem erscheint, in den ersten Lebensjahren für normal (und für unabhängig vom Stillen), irgendwann zwischen 3 und 4 Jahren schaffen die Kinder die Loslösung, sofern sie bis dahin genug Mama "tanken" konnten :wink: !

Übrigens wollen auch ältere Kinder durchaus noch mal kuscheln :) !
mit 07/02, 05/04, 03/06 und 10/08

Häng dein Herz an eine wackelnde Welt und dann wunderst du dich dass es runterfällt (Judith Holofernes).
Lösche Benutzer 3770

Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

@Vivi: Danke :D Ja, dann scheine ich doch eine gute Mutter zu sein. Denn ich unternehme so einiges. Ganz normale Dinge wie einkaufen, Haushalt, aber auch mal 'ne Freundin mit Kindern besuchen. 3x die Woche machen wir sogar ausschließlich was für ihn (turnen, Spiel- und Musikgruppe). Ich dachte nur ich muss noch zusätzlich meine ganze Aufmerksamkeit ab und zu nur ihm geben. Aber das fällt mir schwer. Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen, weil ich gerne "Sturm der Liebe" gucke, wenn Zeit ist (schon seit der Geburt). Gestern hab ich ihn dabei gestillt und mir gesagt, dass das ok ist, weil er sicherlich merkt, wie gut mir diese innere Auszeit tut.

Mir hat mal so eine "Elternberaterin" geraten, immer zur gleichen Zeit am Tag ihm die volle Aufmerksamkeit zu schenken für ca. eine halbe Stunde. Aber das kann ich nicht. So unter Zwang funktioniere ich nicht. Haltet ihr da was von?

@Seerose: Wie hast Du das gemacht, die Anhänglichkeit anzunehmen? Mir fällt es wirklich schwer. Ich stille ihn abends ins Bett. Momentan so gegen 21 / 21:30 Uhr. Meistens schlafe ich mit ein. Also keine Zeit für mich alleine oder mit meinem Mann. Nachts stillt er alle 1, 2 oder 3 Stunden. Morgens um 6 will ich aufstehen, damit ich mal Zeit habe, aber er merkt sofort wenn ich gehe oder manchmal nach 10 Minuten. Dann muss ich mich wider Willen wieder hinlegen und stillen, was mich verrückt macht.

Es hilft mir aber wirklich auch zu hören, dass andere Kinder sich ähnlich verhalten. Aber grad mit dem Schlaf höre ich von den Flaschenkindern immer und immer wieder das Gegenteil. Bei uns ist die Brust wie so eine Art Gott, hab ich den Eindruck. Ich finde es ja schön, dass er sie so lieb hat, aber ist es wirklich normal, dass er SOFORT, wenn er nur ein bißchen frustriert ist, gleich "nana" ruft? Muss er Frust nicht auch ein kleines bißchen aushalten können? Gestern Abend beim Abendessen wollte er auf meinen Schoß und trinken. Aber ich wollte eben weiter essen, in Ruhe. Ich sagte ihm, dass wir dann, wenn ich fertig bin, auf die Couch gehen zum stillen. Selbst das war ein unglaublicher Kampf. Aber ich kann und will nicht immer wie eine Marionette agieren. Oder springt Ihr gleich? Denke ich zuviel an mich??
Kirsten
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Kirsten »

Tja, ich hatte ein extrem anhängliches (mir gefällt eigentlich besser der Begriff "liebebedürftig") Kind, ein gar nicht anhängliches und noch ein ziemlich anhängliches. Die ersten beiden wurden langzeitgestillt, das dritte aus leider aus zwingenden medizinischen Gründen nicht. Das legt doch, rein aus der Praxis, den Eindruck nahe, dass es mit dem Stillen rein gar nichts zu tun hat, oder?

Das Lustige war aber, wie mein Umfeld damit umgegangen ist. Bei meinem sehr anhänglichen David hiess es: "klar, dass der so ist, wenn der immer noch an Deiner Brust hängt und Du den ständig im Tuch rumgeschleppt hast". Bei meinem sehr anhänglichen Noel hiess es dann: "klar, dass der so ist, der hat ja auch viel zuwenig Zuwendung bekommen, den hast Du ja nicht richtig stillen können, wahrscheinlich vermisst er das". Super, oder? :roll:
Bei meiner gar nicht anhänglichen, langzeitgestillten Tochter gab es gar keine Kommentare, denn sie war ja so, wie ein Kind "sein soll", entsprach der "Norm".
Was lernen wir daraus? Es gibt in unserer Gesellschaft die Vorstellung, dass ein Kind selbständig und unabhängig sein soll, aber es soll bitteschön eine bestimmte Aret der Selbständigkeit sein (z.B. nicht die, sich in der Nacht selbst an der Brust zu bedienen, sondern die, entgegen unserer biologischen Programmierung nachts allein ohne die Nähe geliebter Menschen auszukommen), und man hat völlig verquere Vorstellungen davon, wie diese zu erreichen ist. Nämlich nicht, wie die Bindungsforschung nahelegt, durch das Schaffen einer "secure base" in den ersten Lebensjahren, in denen das Kind anhänglich sein MUSS, um sich auch lösen zu können, sondern durch das viel zu frühe Einfordern einer Lösung, wenn das Kind oft noch gar nicht bereit dazu ist. Und die Ironie dabei: meistens erreicht man damit das genaue Gegenteil, nämlich ein unsicher gebundenes, unselbständiges Kind.

Also: lass Dir nix einreden, gib Deinem Kind seine "secure base" und irgendwann wird es, ganz von allein, weniger anhänglich, sondern immer unabhängiger und selbstbewußter!
Kirsten mit David (00), Fiona (02), Noel (04, LKGS, 8 Monate pumpgestillt) und Kendra (12/08, SGA-Baby, Stillen gelernt nach 6 Wochen, immer noch stillend)

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