LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lösche Benutzer 3770

LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

Hallo zusammen,

Mein Sohn ist 2 Jahre + 1 Monat alt und ein Langzeitstillkind. Was mir Kopfzerbrechen bereitet, ist seine extreme Mama-Anhänglichkeit. Ich frage mich, ob es normal ist, so wie es ist:

Er lässt sich nur von mir ins Bett bringen und nachts auch nur von mir beruhigen. Wenn ich mal nicht im Zimmer bin (auf der Toilette z.B.) und er wird wach, dann robbt er mit dem Schlafanzug aus dem Familienbett bis zur Schlafzimmertür und weint, und das, obwohl der Papa auch im Bett liegt.

Er wacht auch immer weinend auf, aber auch wenn ich daneben liege. (Dass das ziemlich häufig jede Nacht ist, brauch ich wohl kaum erwähnen…)

Draußen unternimmt er mit seinem Papa wunderbar alleine was. Aber wenn ich es drinnen wage, in ein anderes Stockwerk zu gehen, kommt er heulend hinterher.

Meine Mutter schafft es (bei Ihr zuhause), ihn ohne Brust in den Mittagsschlaf zu bekommen (mit Singen).

Ich frage mich momentan, ob ich ihn irgendwie zum „Mama-Kind“ mache, ob ich schuld bin. Er ist so Brust-fixiert, ein bisschen zu extrem für mich (ich fühle mich mit dem so arg viel stillen auch nicht wohl).

Sämtliche Flaschenkinder, die ich kenne, sind nicht so. Jetzt würde mich mal interessieren, wie das bei den anderen LZS-Kindern ist.

Mir hat vor einiger Zeit auch eine LLL-Stillberaterin gesagt, dass ich mal gucken soll, wo dieses „Rockzipfel-Verhalten“ herkommt und was ich tun kann. Aber ich finde keine Lösung. Gebe ihm nun schon seit einer Woche Bachblüten.

Mich belastet die Situation sehr. Zumal es nicht nur eine Phase sein kann, denn er ist schon immer so. Wobei es schon Phasen gab, wo es mal weniger war. Die Phasen dauern aber nur ein paar Tage. Meistens ist er sehr anhänglich. Komischerweise gilt das nicht für draußen oder wenn er bei meinen Eltern ist. Bei meinen Eltern hat es sich seit der Trennungsangst mit 8 Monaten sehr gebessert.

Würdet Ihr ihn trotz nächtlichen Stillens mal bei der Oma schlafen lassen. Sie hat gesagt, dass sie mit ihm dann zusammen im Bett schläft (also auch eine Art Familienbett), was ich superklasse von meine Mutter finde. Aber ich habe Angst, dass das zu viel für ihn ist und er dann sein Vertrauen verliert und auch tagsüber nicht mehr hin will.

Hat jemand sonst noch Ideen, was ich tun kann, um die Situation für uns alle besser zu machen?

Vielen Dank schon mal für ein paar Ratschläge

LG
Petra
maz
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von maz »

Wieviel ist denn dein Mann längere Zeit mit ihm alleine?
Alina war/ist auch sehr Mama-fixiert und wenn mein Mann sie mal nehmen wollte, gab es immer lauten Protest. Seit ich aber wieder zu arbeiten begonnen habe und zwei Wochenenden im Monat den ganzen Tag weg bin und in den Nächten dazwischen auch nicht im FB schlafe, geht es viel besser.
Sie ist allerdings erst halb so alt wie dein Sohn und ich weiss nicht, ob das bei euch eine Lösung wäre.
Marianne
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Lösche Benutzer 3770

Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

Wenn mein Mann abends von der Arbeit heim kommt, sind wir meistens zu dritt, weil wir zwei ja auch was voneinander haben wollen. Ebenso am Wochenende. Gelegentlich war ich samstags mittags auch mal alleine weg. Da klappt es dann supergut zwischen den beiden (ohne mich). Aber wenn er ihn ins Bett bringen will und ich bin nicht da, dann weint er solange bis ich komme (über eine Stunde).

Mein Sohn wacht auch im Familienbett auf, wenn ich grad nicht da bin (also wenn er früher ins Bett geht als wir). Er ist dann wiederum nur durch mich zu beruhigen. Irgendwie denke ich auch, dass vielleicht Jungen noch mehr fixiert sind auf die Mama.

Als Fabian halb so alt war wie jetzt, hatten wir das Problem auch schon.

Er hat anfangs in einer Wiege direkt neben mir geschlafen. Mit 8 Monaten hatte er dann extrem panische Trennungsangst, auch ganz doll abends. Wir kannten das bis dahin gar nicht so. Er schlief gerne in der Wiege. Dann haben wir uns für das Familienbett entschieden und seitdem schläft er bei uns. Und ohne mich geht's einfach nicht...
maz
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von maz »

Ich verstehe natürlich, dass du und dein Mann die Zeit, die ihr habt, auch zusammen verbringen wollt, geht mir auch so. Aber durch die Arbeit müssen wir uns halt trennen und das tut den beiden gut, meinem Mann und mir weniger. Es ist wohl wie immer, man kann nicht alles haben.
Aber vielleicht hat ja noch jemand Tipps mit einem älteren Stillkind.
Marianne
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jusl
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von jusl »

Ach, so selten ist das gar nicht. Und ich kenne echt viele Flaschenkinder, wo der Papa nicht mal Zähneputzen darf, muss alles Mama machen.

Typisch ist auch, dass die "Brustfixierung" sofort aufhört, sobald Mama gar nicht da ist. Mittagsschlaf ohne Stillen bei der Oma? Kein Problem! Mittagsschlaf zuhause ohne Stillen? Geht gar nicht! :D

Die Beziehung zur Mutter ist von Natur aus eine andere als zu allen anderen Bezugspersonen. Aber die Brustfixierung wird aufhören, ganz sicher! Vielleicht spürt Dein Kind, dass Du gerne mehr Abstand hättest und klammert deswegen besonders? Ich würde es mal mit Kontrastprogramm probieren: Oma und Papa ganz viel mit dem Kleinen unternehmen lassen, aber wenn DU da bist: rein ins Tuch und gaaaanz viel Nähe. Von DIR aus, ohne dass Dein Kind erst drum fragen muss. Eine solche "Kur" hat schon Wunder gewirkt, und das Kind hatte dann genug Sicherheit, von sich aus die Distanz zu vergrößern.

LG,
Julia
vivi
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von vivi »

hallo petra,
ich erkenne meine kleine in einigen verhaltensweisen wieder. sie ist jetzt 22 monate alt. auch sie ist zu hause immer dort wo ich bin, auch sie stillt zum mittagsschlaf und abends zum einschlafen und dazu oft nachts. ich halte das aber für ziemlich normal.
wenn sie einen tag mit papa oder oma zusammen verbringt geht auch alles ohne mich. sie schläft dann ohne protest kuschelnd mit dem anderen ein (das würde ich mir oft wünschen, aber bei mir ist es immer nur brust :roll: )
sie geht seit 3 monaten in die kinderkrippe und ich arbeite wieder. auch der schlaf in der kinderkrippe funktioniert wunderbar und sie hat auch noch nie geweint als ich gegangen bin oder weg war.
wir mussten immer wieder probieren, ob es auch ohne mich geht weil ich termine hatte, manchmal war ich in den letzten monaten 12 stunden tags weg und es hat sehr gut funktioniert. nur nachts möchte ich auf jeden fall noch da sein.
vielleicht musst du einfach mal wagen deinen kleinen länger bei papa oder oma zu lassen. tue auch mal etwas für dich, es klingt als fühltest du dich eingesperrt, das macht auf dauer dich und deinen sohn unglücklich. er hat mehr davon, wenn du ausgeglichen und glücklich bist. er wird das schon gut schaffen. vertraue darauf und hab keine angst, dass du ihm schadest. wenn es nicht funktioniert kannst du ja immernoch nach hause fahren. aber wenn es funktioniert habt ihr alle was davon, du fühlst dich freier, dein mann (die oma) bekommt ein engeres verhältnis zum kleinen. dein sohn ist zufriedener weil du zufriedenenr bist...

liebe grüße vivi
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
Lösche Benutzer 3770

Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

Vielen Dank für Eure Antworten. Es tut wirklich gut, das zu lesen.

@ Marianne: Ja, man kann nie alles haben, das ist wohl wahr...

@Julia: Ich glaube, da hast Du was sehr Wahres geschrieben: Mein Kind spürt, dass ich gerne mehr Abstand hätte. Und vielleicht klammert er tatsächlich deswegen so. Das könne gut einer der Gründe sein, warum er so extrem ist. Wir haben deswegen schon einen Oma-Opa-Tag eingeführt, jeden Montag. Er ist so ca. 7-8 Stunden dort. Morgens bringe ich ihn hin. Dann sage ich ihm, dass ich nun gehe. Er trinkt nochmal und es ist NULL Problem, dass ich gehe. Das selbe Spiel zuhause mit meinem Mann - keine Chance. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich ihn jetzt stille und dass Papa ihn dann ins Bett bringt. Und ich war schon abends weg. Aber es geht dann nicht. Auch wenn die Brust nicht da ist, er vermisst MICH so sehr, dass er nicht einschlafen kann. Zwischendurch hatten wir mal 2 Ausnahmetage, an denen hat es ungewollt funktioniert mit dem Papa. Aber das ist auch schon wieder Wochen her.

Das Problem hier ist, dass ich eigentlich immer nebenher was zu erledigen hab und dann immer mit halber Aufmerksamkeit das eine mache oder das andere. Ich sehne mich total danach, mal was konzentriert machen zu können... Meistens stopfe ich dann den ganzen "freien" Montag mit x Dingen voll, die ich machen muss/will.

@Vivi: Das was Du über Eure Tochter und das stillen schreibst, klingt für mich auch normal. Aber bei uns ist es viel extremer. Fabian hat heute seit dem Aufstehen um 7:30 4-5 x getrunken. Jetzt schläft er wieder. - Und ja, irgendwie fühl ich mich eingesperrt. Ich vermisse ein eigenes Ziel in meinem Leben, unabhängig von meinem Kind. Ich finde aber im Moment keines, vielleicht merkt er auch, dass ich dahingehend deprimiert bin...

Vielleicht schaff ich ja das, was Ihr geschrieben habt mit der Oma, dem Opa und dem Papa, und wenn's nur ein kleines bißchen mehr ist als zur Zeit. Ich habe aber immer das Gefühl, mein Kind abzuschieben... Mist, irgendwie eine Zwickmühle...

LG
Petra
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Seerose
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Seerose »

jenpet hat geschrieben: Sämtliche Flaschenkinder, die ich kenne, sind nicht so. Jetzt würde mich mal interessieren, wie das bei den anderen LZS-Kindern ist.
Hab jetzt nur mangels Zeit überflogen. Einen Rat hab ich nicht, aber Mailin stillt ja auch noch mit fast 3 und sie zeigt so überhaupt kein auffälliges oder übertriebenes Anhänglichkeitsverhalten. Im Gegenteil, sie ist sehr selbstständig, geht auch des öfteren mal 10 Minuten auf's Klo und verschließt die Tür mit den Worten "ich möcht jetzt mal meine Ruhe haben" :lol: und wünscht sich nun zum Geburtstag ein eigenes Kinderzimmer und vor allem ein eigenes Bett. :shock:

Natürlich ist das nur ein Beispiel bzw. Gegenbeispiel, aber alles was ich damit sagen will, ist, Kinder sind verschieden und gerade Außenstehende versuchen oft das für sie ungewöhnliche "Langzeitstillen" als Erklärung und manchmal auch "Schuld" für vieles herzunehmen.

Mir wurde auch schon gesagt, Mailins chronische Verstopfung liegt bestimmt daran, daß ich noch stille... :lol:
__________________________________________________

Liebe Grüße,
Seerose
Lösche Benutzer 3770

Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von Lösche Benutzer 3770 »

@Seerose: So wie Du es beschreibst halte ich es für "normal". Das ist toll mit dem eigenen Wunsch nach Kinderzimmer und Bett.

Fabian spiel auch, wenn er gut drauf ist gerne mal 10 Minuten oder auch länger selbständig mit seinen Autos. Aber dann wieder dieses extreme Klammerverhalten.

Manchmal habe ich Angst, dass er sich da gar nicht weiter entwickelt. Auf der anderen Seite denk ich: Ich sollte nicht jammern, sondern genießen, denn in ein paar Jahren will er gar nicht mehr mit mir kuscheln ... für immer... das macht mir dann auch Angst.
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finn
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Re: LZS-Kind (2 J.) und Mama-Anhänglichkeit

Beitrag von finn »

Zuerst mal glaube ich, dass die Mama-Anhänglichkeit nichts mit Langzeitstillen zu tun hat. Das kann man sich hindrehen wie man will und viele verschiedene Gründe herbeiziehen, wie es einem halt gerade passt.
Mein Sohn ist in manchen Dingen ähnlich, wie Du beschrieben hast. Er bekommt auch Zustände, wenn ich nachts mal auf dem Klo bin, obwohl der Papa noch da ist. Ins Bett bringe auch ich ihn. In fremder Umgebung bleibt er nur bei mir und braucht ewig bis er auftaut.
Allerdings habe ich im September wieder angefangen zu arbeiten und habe ihm und mir einfach zugetraut, dass wir, vor allem er, das hinbekommt. Klappt auch meistens prima. Bei der Oma und beim Papa schläft er auch ohne Stillen ein. Man muss irgendwie dann aber auch selber ein gutes Gefühl bei haben glaube ich und dem Kind vermitteln. Bei uns war es ne Weile auch ganz schwierig, dass er was alleine mit dem Papa macht. ABer als die zwei dann öfters mal alleine unterwegs waren, hat er glaube ich einfach gemerkt, dass es mit Papa auch echt super ist. Seitdem braucht er mich nicht mehr so sehr.
Ich habe Finn so mit 16-18 MOnaten (weiß nicht mehr genau) nicht mehr immer und überall gestillt, ich habe mit ihm gesprochen und es ihm erklärt und von da an war es für ihn okay, dass wir nur noch zuhause stillen (außer bei meinen Eltern, aber da sind wir auch häufig und länger).
Bei der Oma würde ich meinen Sohn nicht übernachten lassen. Außer es gäbe einen äußerst wichtigen Grund (z.B. Geburt - aber da ist bei uns nix in Planung oder so was, wo es halt echt nicht anders geht). Sonst wüsste ich nicht warum, gibt für mich keinen Grund. Da kann er noch oft genug schlafen, wenn er selber sagen kann, dass er möchte.

Vielleicht musst Du ihm (und Dir) auch einfach noch ein bisschen Zeit geben? Bei uns hat sich viel auch von alleine gelöst, einfach weil er dann bereit dafür war.
Liebe Grüße von mir mit den Jungs (12/06 und 10/09)
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