Stillen in den Wechseljahren / Hormongabe

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Seiltänzerin
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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormgabe

Beitrag von Seiltänzerin »

Frau_Sandmann hat geschrieben: 08.09.2025, 22:31Meine Libido hat sich in den 6 Monaten brigens nicht mehr erholt :-(
Als ich (mit Mitte 20) die „normale“ Pille abgesetzt hatte, hat es ca 8-9 Monate gedauert bis die Libido wieder da war. Da ist also vielleicht noch Hoffnung…
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Mondenkind
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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormgabe

Beitrag von Mondenkind »

Frau_Sandmann hat geschrieben: 08.09.2025, 22:31 Ich hatte bereits 3 Monate lang desogestrel eingenommen. Meine Libido hatte sich daraufhin komplett verabschiedet und ich hatte fast durchgehend Zwischenblutungen.
Die Zwischenblutungen bei der Desogestrel sind nervig, ja, lassen aber meist mit der Zeit nach.

Das mit der Libido kann auch ein Symptom der Wechseljahre sein. Das kann man meist nicht so einfach sagen, woher das kommt. Vieles hat darauf Einfluss.
Frau_Sandmann hat geschrieben: 08.09.2025, 22:31 Ich denke, dass ich einen Progesteronmangel habe, den die Slinda ja nicht ausgleichen kann.
Die slinda ist ja auch eine reine Gelbkörperhormonpille. Aber so einfach ist es auch nicht, man kann es nicht rein am "Progesteronmangel" festmachen. Das ist komplexer. Klar nehmen die Progesteronspiegel ab in den Wechseljahren. Aber vor den Wechseljahren hat man ja auch in der ersten Zyklushälfte ganz ganz niedrige Progesteronspiegel und da fühlt man sich ja gut.

Die Desogestrel oder die Slinda wären das, was ich einer meiner Patientinnen in deiner Situation anbieten würde.
Frau_Sandmann hat geschrieben: 08.09.2025, 22:31 Spricht denn etwas dagegen, dass ich zB. Femenita nehme?
Ich glaube ernsthaft nicht, dass dir Famenita hilft. Wirklich nicht. Nehmen kannst du es in der Stillzeit, aber ich halte es wirklich nicht für geeignet.
Frau_Sandmann hat geschrieben: 08.09.2025, 22:31 Was könnte man denn hypothetisch noch machen, wenn die Gestagenpille wieder nicht ausreichend hilft? Das würde mich wirklich sehr interessieren!
Ich würde dann in irgendeiner Form Östrogen dazu nehmen, aber ich würde wirklich erstmal beim synthetischen GElbkörperhormon bleiben, Progesteron hilft wirklich gar nicht, wenn man noch regelmäßige Blutungen hat.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormgabe

Beitrag von Frau_Sandmann »

Vielen lieben Dank für deine Mühe! Ich werde meine Hausärztin auf die Schilddrüse ansprechen und einen Test erbitten.

Ich habe sehr viel Info erhalten und sortiere das gerne alles für mich. Noch einmal vielen vielen Dank für deine Mühe und Zeit!!

LG
Viele Grüße von
Frau Sandmann
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Pelufer
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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormgabe

Beitrag von Pelufer »

Hallo Mondenkind,
weil es von dir hier geschrieben wurde und ich nicht weiß in welchem Thread es besser aufgehoben wäre, frag ich lieber hier nach.
Warum ist Progesteron in den Wechseljahren bei regelmäßiger Blutung nicht hilfreich?
Mein Gyn hat es mir verschrieben für die Zeit zwischen Eisprung und Blutung, und jetzt hab ich nen Fragezeichen über dem Kopf. 🫣
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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormgabe

Beitrag von Mondenkind »

Pelufer hat geschrieben: 10.09.2025, 07:38 Mein Gyn hat es mir verschrieben für die Zeit zwischen Eisprung und Blutung, und jetzt hab ich nen Fragezeichen über dem Kopf. 🫣
Da kann es helfen, muss man ausprobieren.

Letztlich ist es aber so: die meisten (nicht alle) Probleme im perimenopausalen Übergang kommen dadurch zustande, dass wir große Hormonschwankungen haben. Die kommen daher, dass der Eizellvorrat fast aufgebraucht ist und die Steuerungszentrale im Gehirn alles was geht raushaut, damit noch die letzten Eisprünge stattfinden. Denn darum geht es in der Natur, Arterhalt, die Reproduktionsfähigkeit solange es geht aufrecht erhalten. Einen Großteil der Probleme kann man lösen, in dem man den Eisprung und damit die Schwankungen unterdrückt. Das geht aber nicht mit Progesteron, das ist als das schwächste aller Gestagene zu schwach. Dafür brauchen wir Ovulationshemmer ==> die Pille oder vergleichbar starke synthetische Gelbkörperhormone.

Ein (mehr oder weniger) regelmäßiger Zyklus ist ein klares Indiz dafür, dass wir uns am Anfang des Übergangs befinden und es mit Eisprüngen zu tun haben. Noch Eisprünge ==> Progesteron nicht geeignet.

Ich weiß, es ist kompliziert. Ich mach jetzt seit 10 Jahren Wechseljahrestherapie und frag mich immer noch manchmal, was ist hier los... Und es ist erstaunlich, wie viel wir noch nicht wissen.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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blueberry
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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormongabe

Beitrag von blueberry »

Danke Mondenkind!
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Pelufer
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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormongabe

Beitrag von Pelufer »

Danke. 😊
Jetzt wird mir einiges etwas klarer, und ich bin beeindruckt wie viele "Kleinigkeiten" ausschlaggebend sein können um verschiedene Medikamente einzusetzen
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Re: Stillen in den Wechseljahren / Hormongabe

Beitrag von fragolapopulare »

Mondenkind, danke! Das hilft mir bei meiner eigenen Wechseljahrsgeschichte gerade kopfmäßig enorm.
Liebe Grüße, Fragola mit Mini Nr. 1 03/2018 und Mini Nr. 2 10/2022
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