Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

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CIJUNOAR
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von CIJUNOAR »

Elena hat geschrieben: 26.04.2024, 13:08
CIJUNOAR hat geschrieben: 26.04.2024, 13:01
Elena hat geschrieben: 26.04.2024, 10:55 Ich empfinde das nicht als normale Jugendsprache im Sinne von "alle Jugendlichen sprechen so". Das ist schon auch eine Milieu-Sache. An der Schule meiner Kinder und auch sonst in ihrem Umfeld wird nicht so geredet. Aber das sind zum größten Teil bildungsbürgerliche Familien, deren Kinder mindestens Latein, manchmal auch Altgriechisch lernen. :lol:

Ich denke, diese Ausdrücke sind nicht unbedingt "böse" gemeint, aber ich finde es wichtig für die Jugendlichen, dass sie einschätzen können, wo sie sie benutzen können und wo nicht. Ich würde zum Beispiel keinen Auszubildenden einstellen, der in meinem Beisein so spricht (auch wenn er nicht mich als Opfer tituliert, sondern jemand anderen :lol: ). Ich empfinde das nämlich als unheimlich stressig, diesen rauen Ton.
Ich empfand den Beitrag auch so wie lala.
Gefehlt hätte noch, dass noch ein Migrationshintergrund als Ursache dafür eingeworfen wird.
:roll:
Entschuldige aber dieses Augenrollen finde ich jetzt irgendwie genauso abwertend.
Im hohen Norden glücklich mit Mann und den beiden Jungs und unserem Familienhund
RegenbogenSchweinchen
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von RegenbogenSchweinchen »

Ich bin jetzt seit 20 Jahren ehrenamtlich Gruppenleiterin, und natürlich ist eine gruppenstunde nicht wie eine schulstunde und ich bin eher große Schwester (oder mittlerweile nette Tante, werde ja auch älter) wie in der Position einer Lehrerin. Und ich muss sagen das ich selber noch nie als "Opfer", genauso wenig als "Bro" oder was auch immer mal in war bezeichnet wurde. Auch so in den gruppenstunden werden selten solche Ausdrücke verwendet, zumindest nicht wenn wir alle gemeinsam reden, wenn sie in kleingruppen (ohne uns Gruppenleiter)sind eher schon mal. Wenn eher untereinander wenn sie wirklich gut befreundet sind, dann kommt schon mal ein "eh du bist ja voll das Opfer", was aber freundschaftlich gemeint ist.

Wenn es wirklich Konflikte gibt weil sie einen Streit haben oder es Mobbing gibt untereinander dann kommt eher ein "geh mir nicht auf die Eier alter" "fi**dich (xyz) selbst". Aber ich bin mir auch sicher das alle Jugendlichen (und kinder) wissen/merken das ich Mobbing und Ausgrenzung nicht toleriere und mir ein respektvollen miteinander wichtig ist.

Im Verein gibt es sowohl bildungsferne als auch gut bürgerliche Kinder und alles dazwischen. Mit und ohne Migrationshintergrund. Ich kann nicht sagen das es auf eine bestimmte Schicht/Herkunft begrenzt ist. Es gibt aber bestimmte Freundeskreise, da ist es untereinander schon normal, in anderen nicht.
Meine Beobachtung ist eher (aber Ausnahmen bestätigen die Regel) das Gruppen mit Jungen bzw Gruppen mit (sehr) jungen Eltern eher solche Ausdrücke verwenden.
Lieben Gruß vom RegenbogenSchweinchen
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Elena
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von Elena »

Das war auch abwertend gemeint bzw. so genervt, wie der Smiley eben aussieht. Ich finde, ich habe mir durchaus Mühe gegeben, einen differenzierten Post zuschreiben, meinen Gedankengang erklärt und ernsthaft nachgefragt, was an meinem ersten Posting als klassistisch verstanden wurde. Und dann kommen so zwei gar nicht konstruktive, hingeschmissene Zeilen mit einem angedeuteten Rassismusvorwurf, völlig aus dem Zusammenhang und ohne jede inhaltliche oder formale Veranlassung. Das ist nicht der Ton und das Niveau, auf dem ich diskutieren möchte.

Und wieder fühle ich mich langsam zu alt fürs SuT. Oder zumindest für eine Diskussionskultur, die von Übertreibungen und Pauschalisierungen und vor allem Polarisierungen lebt. Mir ist hier in den letzten Jahren zunehmend zu wenig Nachdenkliches und Kritisches, zu wenig echtes Interesse und echtes Lernen, zuviel Draufhauen, Pauschalisieren, in eine Schublade stecken. Ich habe Diskussionen hier immer geschätzt, weil man oft mit Dingen konfrontiert war, mit denen man sonst nicht in Berührung kam. Weil es echten Austausch zwischen eigentlich Fremden gab. In letzter Zeit nervt mich aber zunehmend, wie aufgeregt diskutiert und verurteilt wird. Mehr Zuhören, mehr Ruhe und genaues Lesen täte der Diskussion oft sehr gut - für meinen Geschmack. Nur dann erzielt man nämlich auch Nachdenklichkeit beim Gegenüber, statt Abwehrhaltung.
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muggel
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von muggel »

Elena hat geschrieben: 26.04.2024, 14:28 Das war auch abwertend gemeint bzw. so genervt, wie der Smiley eben aussieht. Ich finde, ich habe mir durchaus Mühe gegeben, einen differenzierten Post zuschreiben, meinen Gedankengang erklärt und ernsthaft nachgefragt, was an meinem ersten Posting als klassistisch verstanden wurde. Und dann kommen so zwei gar nicht konstruktive, hingeschmissene Zeilen mit einem angedeuteten Rassismusvorwurf, völlig aus dem Zusammenhang und ohne jede inhaltliche oder formale Veranlassung. Das ist nicht der Ton und das Niveau, auf dem ich diskutieren möchte.

Und wieder fühle ich mich langsam zu alt fürs SuT. Oder zumindest für eine Diskussionskultur, die von Übertreibungen und Pauschalisierungen und vor allem Polarisierungen lebt. Mir ist hier in den letzten Jahren zunehmend zu wenig Nachdenkliches und Kritisches, zu wenig echtes Interesse und echtes Lernen, zuviel Draufhauen, Pauschalisieren, in eine Schublade stecken. Ich habe Diskussionen hier immer geschätzt, weil man oft mit Dingen konfrontiert war, mit denen man sonst nicht in Berührung kam. Weil es echten Austausch zwischen eigentlich Fremden gab. In letzter Zeit nervt mich aber zunehmend, wie aufgeregt diskutiert und verurteilt wird. Mehr Zuhören, mehr Ruhe und genaues Lesen täte der Diskussion oft sehr gut - für meinen Geschmack. Nur dann erzielt man nämlich auch Nachdenklichkeit beim Gegenüber, statt Abwehrhaltung.
Aber verstehst du lalas Hinweis, dass was du im ersten Beitrag geschrieben hast sehr klassistisch ist?
Denn das war es. Da darf man gerne, egal welchen Alters, darüber nachdenken. Das man so denkt, wenn man sich im entsprechendem Umfeld bewegt, kann ich verstehen und trotzdem kann man sich da reflektieren. Was nicht heisst, dass du es nicht tust.
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AnnieMerrick
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von AnnieMerrick »

Erstmal danke an alle für ihre Eindrücke. Ich fühl mich alt(ich weiß aber auch nicht was cringe bedeutet).ichfühl mich sehr alt....

Trotzdem finde ich es in päd. Situationen "du opfer" unpassend. Zumindest fühlt es sich für mich so an. Sprache, Wirkung von Sprache usw.

Mobbing ist vielleicht das falsche Wort, aber solch einen Umgang möchte ich nicht in Gruppen.
Zumindest sagt mir das mein Bauchgefühl.
Ich muss eure Gedanken erstmal setzen lassen.

Vielleicht sitze ich auch in einer "steinalten" Kommunikationsblase.
Viele Grüße
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Ich reduziere meine Onlinezeit und antworte unter Umständen erst einige Tage später.
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Pelufer
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von Pelufer »

Wir haben auch gerade eine Mail aus der Schule bekommen wo das thematisiert wurde. Ich weiß noch nicht, wie ich da langfristig mit umgehen möchte
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Elena
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von Elena »

muggel hat geschrieben: 26.04.2024, 15:01
Elena hat geschrieben: 26.04.2024, 14:28 Das war auch abwertend gemeint bzw. so genervt, wie der Smiley eben aussieht. Ich finde, ich habe mir durchaus Mühe gegeben, einen differenzierten Post zuschreiben, meinen Gedankengang erklärt und ernsthaft nachgefragt, was an meinem ersten Posting als klassistisch verstanden wurde. Und dann kommen so zwei gar nicht konstruktive, hingeschmissene Zeilen mit einem angedeuteten Rassismusvorwurf, völlig aus dem Zusammenhang und ohne jede inhaltliche oder formale Veranlassung. Das ist nicht der Ton und das Niveau, auf dem ich diskutieren möchte.

Und wieder fühle ich mich langsam zu alt fürs SuT. Oder zumindest für eine Diskussionskultur, die von Übertreibungen und Pauschalisierungen und vor allem Polarisierungen lebt. Mir ist hier in den letzten Jahren zunehmend zu wenig Nachdenkliches und Kritisches, zu wenig echtes Interesse und echtes Lernen, zuviel Draufhauen, Pauschalisieren, in eine Schublade stecken. Ich habe Diskussionen hier immer geschätzt, weil man oft mit Dingen konfrontiert war, mit denen man sonst nicht in Berührung kam. Weil es echten Austausch zwischen eigentlich Fremden gab. In letzter Zeit nervt mich aber zunehmend, wie aufgeregt diskutiert und verurteilt wird. Mehr Zuhören, mehr Ruhe und genaues Lesen täte der Diskussion oft sehr gut - für meinen Geschmack. Nur dann erzielt man nämlich auch Nachdenklichkeit beim Gegenüber, statt Abwehrhaltung.
Aber verstehst du lalas Hinweis, dass was du im ersten Beitrag geschrieben hast sehr klassistisch ist?
Denn das war es. Da darf man gerne, egal welchen Alters, darüber nachdenken. Das man so denkt, wenn man sich im entsprechendem Umfeld bewegt, kann ich verstehen und trotzdem kann man sich da reflektieren. Was nicht heisst, dass du es nicht tust.
Hm, ich verstehe, dass lala das so gelesen hat - sie hat dann ja auch nachgefragt deswegen und ich habe überlegt und versucht zu erklären. Kannst du genauer sagen, was daran klassistisch ist? Ein anderes Beispiel, um es mir klarer zu machen: Hier hat jemand geschrieben, dass derartige Sprüche ihrer Beobachtung nach in Gruppen mit Jungen häufiger vorkommen. Ist diese Aussage deiner Meinung nach sexistisch? Oder wäre sie es, wenn es umgekehrt um Mädchen ginge (ich möchte nicht die Frage anschneiden, ob es Sexismus gegen Männer gibt, das führt dann vielleicht doch etwas zu weit ab)? Oder wäre das in deinen Augen einfach nur eine Tatsache, die jemand beobachtet hat?

So empfinde ich meine Feststellung, dass derartige Sprüche im Umfeld meiner Kinder nicht vorkommen, nämlich eigentlich auch. Ohne eine Wertung. Ich wüsste auch gar nicht, was ich gegenüber wem abwerten sollte - das humanistisch-bildungsbürgerliche Ökosystem ist mir in vieler Hinsicht suspekt und ich würde mir definitiv mehr Durchmischung wünschen, deshalb habe ich das im ersten Posting so überspitzt ausgedrückt. Trotzdem schaue ich weder auf diese Leute als "Klasse" herab noch auf bildungsfernere Menschen. Würde ich zumindest behaupten.
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muggel
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von muggel »

„Das ist schon auch eine Milieu-Sache. An der Schule meiner Kinder und auch sonst in ihrem Umfeld wird nicht so geredet. Aber das sind zum größten Teil bildungsbürgerliche Familien, deren Kinder mindestens Latein, manchmal auch Altgriechisch lernen“

Diese Aussage von dir ist für mich klassistisch. Kinder aus bildungsnahen Schichten sprechen nicht so. Du schreibst es sei Milieu Sache. Da schreibst du einem Milieu zu, dass nicht bildungbürgerlich ist, dass sie so eine Sprache sprechen.

Ich finde auch die Aussage, dass Jungs meistens so sprechen auch sehr Klischee Haft. Ich würde das sicher nicht so sagen.
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RegenbogenSchweinchen
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von RegenbogenSchweinchen »

Ich war es der es den Jungen zugeschrieben hat.

Und nein, natürlich nicht alle, aber tendenziell schon mehr Gruppierungen wenn sie Jungen enthalten oder sehr junge Eltern haben nach meiner Beobachtung. Aber ich habe ja auch geschrieben "eher". Also ganz klar gibt es in beide Richtungen Fälle. Und ich bin sicherlich keiner der irgendwelche Strichlisten führt, es kann also auch sein das ich es in irgendeiner Richtung mehr wahr nehme aber es keine signifikanten Unterschiede gibt.
Lieben Gruß vom RegenbogenSchweinchen
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Re: Was ist Mobbing/Was ist "Jugendsprache"?

Beitrag von Elena »

muggel hat geschrieben: 26.04.2024, 20:06 „Das ist schon auch eine Milieu-Sache. An der Schule meiner Kinder und auch sonst in ihrem Umfeld wird nicht so geredet. Aber das sind zum größten Teil bildungsbürgerliche Familien, deren Kinder mindestens Latein, manchmal auch Altgriechisch lernen“

Diese Aussage von dir ist für mich klassistisch. Kinder aus bildungsnahen Schichten sprechen nicht so. Du schreibst es sei Milieu Sache. Da schreibst du einem Milieu zu, dass nicht bildungbürgerlich ist, dass sie so eine Sprache sprechen.
Nein, der letzte Satz stimmt so nicht. Ich beobachte, dass solche Sprüche im Umfeld meiner Kinder nicht zur "normalen Jugendsprache" gehören. Ich führe das u.a. auf das Elternhaus zurück, wo sehr viel Wert auf bestimmte Dinge gelegt wird - manchmal vielleicht auch zuviel Wert, deshalb habe ich das Altgriechische zur Überspitzung erwähnt.

Ich habe aber nicht den Umkehrschluss gezogen, dass jeder, der so redet, ein bildungsferner Asi ist, um es mal jugendsprachlich auszudrücken. Das wäre in der Tat klassistisch. Aber das ist doch etwas völlig anderes. Regenbogenschweinchen und ich haben Beobachtungen gemacht und sie hier geschildert, ohne zu werten. So wie man vielleicht statistisch feststellen kann, dass der Name "Kevin" in bestimmten Schichten häufiger vorkommt als in anderen. Das ist nicht klassistisch. Klassistisch ist es, wenn man einen Kevin nicht zum Vorstellungsgespräch einlädt wegen der Assoziationen zu seinem Namen. Oder weil man weiß, dass seine Eltern keinen Schulabschluss haben oder so.
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