Zum Zufüttern wurde mir von meiner Hebamme geraten, weil sie meinte, das Baby hätte eine Trinkschwäche und ich hätte zu wenig Milch, da ich nicht ihren kompletten Bedarf mit Abpumpen decken konnte. Ich weiß natürlich mittlerweile, dass das zu früh war und man noch ein paar Tage gehabt hätte, um zu sehen, wie sich die Situation entwickelt.
Ich habe zwar durchgelesen, dass du relativ schnell mit der Flasche gefüttert hast, aber wie kam es dazu? Hat dein baby nach der Geburt nicht gut getrunken?
Nach 4 Wochen hatte ich dann eine Stillberaterin. Ich habe angefangen mit dem BES zuzufüttern, über die Seite, an der sie nicht getrunken hat. Immer nur 30 ml, wenn sie unzufrieden war. Also nicht mehr nach jedem Stillen oder in bestimmten Abständen. Ich habe ca. 100-150 ml am Tag zugefüttert.
Die Zufütterung mit dem BES ist prima und die Mengen waren nie wirklich hoch. Du ernährst dein Baby zum größten Teil mit deiner Milch.
Da ich nur mit einer Brust stille und wahrscheinlich eine geringe Speicherkapazität habe, muss ich stündlich stillen. In der Nacht eher alle 2 Stunden. Die Frustration meiner Tochter könnte auch an den kleinen Portionen liegen und nicht der Gesamtmenge.
Die Milch wird nicht in der Brust gespeichert, sie wird beim Stillen gebildet. Woran machst du die Frustration fest?
Noch ein kurzer Nachtrag. Das Zufüttern passiert in 30 ml Portionen über die schlechte Brust, die sie ansonsten komplett verweigert. Ich pumpe dort 5-10 ml und ganz selten mal 20 ml. Sie trinkt also etwas mehr als 30 ml, wenn sie das Set trinkt.
Die Brust wird also auch angeregt, das ist gut. Wie kam es zur Verweigerung dieser Brust?
Ich stille stündlich und öfter. Es kann sein, dass meine Tochter teilweise frustriert ist, weil die Mengen, die sie trinkt sehr klein sind. Da ich nur mit der rechten Brust stille, fehlt ihr quasi die zweite. Bis zum dritten Monat hat sie am Tag nur schlafend getrunken. Ich habe monatelang dauergestillt.
Haben die Hebamme oder die Stillberaterin nach einer Ursache geschaut? Gibt es Blockaden, wurde nach dem Zungenband geguckt?
Was ist denn ihre Perzentile? Für mich sieht es so aus, als hätte sie ihre Perzentile noch nicht erreicht.
Wie schon von Userinnen geschrieben, muss ein Baby keine bestimmte Perzentile erreichen, es ist ausreichend, wenn es sich entlang einer Perzentile entwickelt, bzw. in einem Bereich zwischen zwei Perzentilen. Auch Babys, die durch eine Gedeihstörung zwei oder mehrere Perzentilen nach unten kreuzen, müssen nicht die ursprüngliche erreichen.
Dein Baby liegt ziemlich genau auf der 50% Perzentile.
Ich hätte gedacht, dass man zum Beispiel, das Gewicht vom zweiten Tag nimmt. Das niedrigste Gewicht ist ja von vielem abhängig. Hätten wir nicht so früh zugefüttert, hätte sie sicher ein niedrigeres Gewicht gehabt.
Nein, man geht vom niedrigsten Gewicht aus. Hättest du nicht so früh die Empfehlung zur Zufütterung bekommen, wäre einfach nicht so früh in diese natürliche ENtwicklung eingegriffen worden. Es ist normal, dass Babys abnehmen, bis zum Milcheinschuss dauert es eben einige Tage, dann nehmen Babys in der Regel auch wieder zu.
Dich trifft daran keine Schuld, es hätte euch einfach mehr Unterstützung gutgetan, Beratung hinsichtlich eines guten und normalen Stillmanagements.
Hätte ich kein Problem mit dem Stillen, würde ich mir sicher ihre Kurve nicht so genau ansehen. Ich hoffe, ihr versteht mich. Da hier viel mit Daten gearbeitet wird, dachte ich, es wäre hilfreich noch ein paar Meinungen zu hören.
Bitte mach dir nicht so viele Gedanken wie und wann und warum das Baby nun auf welcher Kurve lag.
Dein Baby entwickelt sich gut, du ernährst es zu 95% mit deiner Muttermilch, die Zufüttermenge ist sehr gering und wenn ich mir die letzten Daten so ansehe, auch nicht wirklich nötig.
Kann ich dich ermutigen, den Blick von den Tabellen und Kurven zu lassen und ein bisschen Ruhe in das Thema Gewicht kommen zu lassen?
Wie gesagt, du kannst gerne weiterhin Brei anbieten, wir haben hier auch eine
Grundinfo Einführung Beikost, wo du dich gerne belesen kannst. Wichtig ist immer genug Fett!
Ansonsten kann ich dich gerne beim Reduzieren begleiten, allerdings weiß ich nicht, inwieweit deine andere Stillberaterin noch aktiv bei euch ist. Mehrere Köche verderben oft den Brei und jede*r berät anders. Daher würde ich dich da sonst an eure Stillberaterin verweisen.
Außerdem verstehe ich nicht, warum man an der Brust zuviel zufüttern kann. Wenn das Baby so viel trinkt, wie es braucht, dann sollte sich eine Zufütterung doch gar nicht zeigen. Dann würde doch die Pre die Muttermilch ersetzen. Das ist doch das Konzept von Angebot und Nachfrage.
Ich verstehe nicht genau, wie du das meinst.
Man kann an der Brust nicht zuviel füttern. Wir raten hier oft, dass das BES beim Stillen erst bei der zweiten Brust zugeschaltet wird, so dass das Kind schon an der 1. viel trinkt. Einige Kinder trinken auch nicht alles aus, bzw. werden dann halt nur sehr kleine Mengen zugefüttert.
Konnte ich dir einige Fragen beantworten? Was meinst du zu den Vorschlägen?
Viele Grüße