Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

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blueberry
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von blueberry »

Mondenkind hat geschrieben: 12.01.2024, 14:39 Informationen zur Nicht-Wirksamkeit von Homöopathie findet eins hier:

https://www.globukalypse.org/fakten

https://netzwerk-homoeopathie.info/homo ... -einstieg/
Danke Dir! Ich hatte so schnell keine (nicht vor Sarkasmus a la Böhmermann strotzenden 🙈) Quellen zur Hand.
Larila hat geschrieben: 12.01.2024, 13:54 Bei der verflixten Heilung der Kaiserschnittnarbe hat mir eines zumindest endlich geholfen, dass ich aus Internetforen mehrmals als Empfehlung gelesen hatte. :)
Da auch Wunden mit Heilungsschwierigkeiten irgendwann dann doch heilen, ist das ein weiterer "Effekt" von de facto nicht über den Placebo-Effekt hinaus wirksamen Behandlungen aller Arten:

Da die allermeisten Erkrankungen irgendwie in Wellen verlaufen (bei akuten Erkrankungen: Verschlechterung > Verbesserung; bei chronischen Erkrankungen halt oft wiederkehrende Schübe) folgt auf die schlimmste Phase früher oder später unweigerlich die der Besserung (ggf. bis hin zur Heilung).

Die meisten Menschen greifen zu einer (neuen) Maßnahme dann, wenn es ihnen gerade besonders schlecht geht und/oder andere Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt hatten.

Einnahme von Homöapathika korreliert deshalb natürlich sehr häufig mit Besserung.
Diese Korrelation (gemeinsames zeitliches Auftreten von Einnahme und zufriedenstellenderer Wundheilung) belegt KEINEN Kausalzusammenhang (also dass die Einnahme der Globuli die verbesserte Heilung VERURSACHT hätte).

(Wenn man die Homöapathika nicht auf dem Gipfel der Beschwerden sondern davor eingenommen hat (zum leichten Schnupfen kam dann z.B. doch erst noch der Husten dazu) dann handelt es sich laut Vertretern der Homöopathie übrigens gern um "Erstverschlechterung", die der Besserung vorausgehe, ODER man hat doch noch nicht die richtigen Globuli/richtige Potenz gefunden, ändert die Behandlung und DANN wird es besser. Voila!

In Studien kann man aber zeigen, dass es auch Menschen, die irgendein beliebiges anderes Placebo bekommen haben, im Schnitt genauso schnell oder langsam besser ging wie mit Globuli.)
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blueberry
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von blueberry »

Letztlich muss man sich aber nicht komisch vorkommen, wenn man im individuellen Fall meint, einen "ich habe Globuli Z genommen und dadurch wurde [Beschwerde XY] besser"-Effekt wahrgenommen zu haben.

Wir Menschen hatten durch unsere Fähigkeit zur Mustererkennung einen entscheidenden evolutionären Vorteil - es ist also KEINE Schande, auch mal Zusammenhänge zu "erkennen", wo es keine gibt* - das muss letztlich so sein, damit uns die echten, teils wirklich komplexen Zusammenhänge (z.B. der zwischen wandernden Sternbildern und vorhersagbar wiederkehren Jahreszeiten ... ) nicht entgehen.

(*zumal, wenn einem das im Falle der Homöopathie ...

[zählen da Schüsslersalze vom Grad der belegbaren "Wirkung" eigentlich auch mit rein?]

... eine ganze, hunderte Millionen Jahresumsatz schwere Pharmalobby wie die DHU geschäftstüchtig und mittels Vertrauenspersonen wie Hebammen anpreist.)

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Nicht zu verachten ist ja auch der Effekt des "ich habe Geld dafür ausgegeben und Aufwand dafür betrieben!"

Die sogenannte "Nachkaufdissonanz" reduzieren Menschen (unbewusst!) sehr gern dadurch, dass sie dem, wofür sie Geld und Zeit investiert haben, auch Sinnhaftigkeit/Vorteile zuschreiben.
(Firmen wissen das auch und unterstützen das bei teuren Produkten auch gern: "Herzlichen Glückwunsch zum Kauf dieses phantastischen Topfsets! ... " 😁)
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blueberry
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von blueberry »

Letzter Gedanke dazu :oops: , sorry:

Zur Verteidigung der Hebammen und Heilpraktiker usw.:
viele glauben tatsächlich selbst an Homöapathie!
Und allein, dass sich jemand mit einem hinsetzt, die Symptome erfragt (einen also ernst nimmt) und versucht, durch genaues Nachfragen das exakt richtige Mittelchen zu finden, hilft ja auch schon. (Das geht ja in Richtung "Sprechende Medizin". Ein klassisches homöopathisches Erstgespräch ist fast sowas wie Psychotherapie für Menschen, die sich vielleicht nie auf tatsächliche Psychotherapie einlassen würden).


Und ich kenne durchaus auch den Standpunkt einiger Ärzte, die sagen, dass sie Homöapathische "Arzneimittel" gezielt als Placebo einsetzen.
Man erzielt den Placebo-Effekt (oder Placebo by Proxy Effekt fürs Kind oder Haustier) so, OHNE dass man vor irgendwelchen Nebenwirkungen des empfohlenen Präparats Angst haben muss.

Echte, wirkstoffhaltige Medikamente können ja immer auch Nebenwirkungen haben.
Das ist bei wirkungslosen Zuckerkügelchen nahezu ausgeschlossen (wenn es nicht irgendwie zu einem Nocebo-Effekt kommt - was bei einem "milden, natürlichen Mittel", das Leute aus Überzeugung kaufen, seltenst passieren dürfte.)

Und die Patient:innen freuen sich dann, weil sie nicht einfach mit der Auskunft "Virusschnupfen - da hilft nicht viel außer Abwarten" nach Hause geschickt werden und quasi "umsonst" beim Arzt waren ... .
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von RegenbogenSchweinchen »

Larila hat geschrieben: 12.01.2024, 10:40
Aber Erfahrung mit den Globulis scheint ja dann keiner zu haben oder?
Persönlich nein.
Und ich muss auch sagen das mein Ausflug in die Welt der Globuli nicht erfolgreich war und ich sie nicht verwende.

Ich habe eine Bekannte, die ganz begeistert war und es bei beiden Kindern gemacht hat. Eine andere Bekannte hat sixh gedacht das sie es ausprobieren kann (wollte eigendlich Plazebta Globuli aber das hat nicht geklappt) und hat sixh dann auch welche machen lassen. Sie hat keinen Effekt gemerkt
Lieben Gruß vom RegenbogenSchweinchen
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von Lösche Benutzer 28346 »

Was bezüglich Globuli dennoch erwähnt werden sollte...
Der Zucker wirkt auf unser Gehirn wie ein Schmerzmittel... darum sind Babys nach Globulis meist besser gelaunt ...
Diesen Effekt machen sich mittlerweile in der neonatologie zu nutze ...
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Grizzly
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von Grizzly »

Valeska hat geschrieben: 12.01.2024, 08:40 Wenn ich Seife siede aus meiner Mumi mit den Haaren von ersten Haarschnitt des Babies und dann daraus Globuli machen lasse für das Kind ... wird es dann nie wieder dreckig oder nie wieder sauber? 🤔
Da wäre ich vorsichtig. Gegen Wachstum, gegen Haare. Das Kind bekommt dann vermutlich eine Glatze 🤷‍♀️
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blueberry
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von blueberry »

Zwergfussel hat geschrieben: 12.01.2024, 20:44 Was bezüglich Globuli dennoch erwähnt werden sollte...
Der Zucker wirkt auf unser Gehirn wie ein Schmerzmittel... darum sind Babys nach Globulis meist besser gelaunt ...
Diesen Effekt machen sich mittlerweile in der neonatologie zu nutze ...
Wobei es dafür üblicherweise kleine, zum Saugen geeignete Einmalportionen von 30%iger Glukoselösumg gibt, aus denen z B. 0,7 ml oder 2,0 ml Lösung tropfenweise austreten.

Ich weiß nicht, ob ich harte kleine Kügelchen da bei (neugeborenen) Babys unbedingt vorziehen würde?
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von Kleine »

Das wird schon sehr lange gemacht.

Bei Kindern, die das lange erfahren, funktioniert das aber nicht mehr. Wenn man meinem Sohn zB in einer Arztpraxis Gummibärchen zum Sofoertessen anbietet, lehnt er das schon immer ab…
LG
Anika

mit Grinsebacke (04/11) & Mini-Kämpfer (11/14) an der Hand, Blondinchen und den wilden Jungkatern auf der Bettdecke sowie Apportierkatze, rotem Einohrtiger und Kampfkuschelkater fest im Herzen
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von Dorkas »

blueberry hat geschrieben: 12.01.2024, 17:58 [zählen da Schüsslersalze vom Grad der belegbaren "Wirkung" eigentlich auch mit rein?]
Genau das wollte ich auch gerade fragen.
Mondenkind, kannst du da vielleicht auch ganz kurz etwas zu sagen?

Zum Globuli-Thema generell:
In meinem Bekanntenkreis ist eine Heilpraktikerin, die (natürlich) sehr von Globuli überzeugt ist. Also ich kenne sie aus dem privaten Umfeld und mag sie. Als ich mit der Kleinen schwanger war, wollte ich der Homöopathie eine faire Chance geben und habe eine mehrwöchigen Kurs bei ihr mitgemacht, um die Grundprinzipien der Homöopathie zu verstehen und die wichtigsten Mittel kennenzulernen. Ich habe mir viele verschiedene Globuli gekauft, Fachliteratur, und auch später immer mal wieder homoöpatische Medizin, die mir von verschiedenen Seiten empfohlen wurde. Ich habe also wirklich mit einer gewissen Kenntnis gehandelt und nicht einfach „irgendwas gegen Schnupfen“ oder so genommen/gegeben. Etwa 3 Jahre habe ich der Homöopathie so eine Chance gegeben.

Geholfen hat… nichts. Gar nichts. Nicht ein einziges Mal. So habe ich diesen Versuch inzwischen abgebrochen und gehöre nun zur Anti-Globuli-Fraktion.

Mir war es wichtig, dass ich mir von der Wirkung oder Nichtwirkung ein eigenes Bild mache. Ich glaube nämlich auch den Erfahrungen meiner Bekannten, dass es ihren Patienten durch die Globuli oft besser geht. Vermutlich gibt es einfach Menschen, denen dieser Placebo- und Zuhör-Effekt, von dem hier geschrieben wurde, sehr bei der Heilung hilft. Ich gehöre nicht dazu.

Lange Rede, kurzer Sinn: Vermutlich wirst du Frauen finden (eher außerhalb des SuT), die mit den Muttermilch-Globuli tolle Erfahrungen gemacht haben. Wenn man dadurch ein Gefühl der Geborgenheit und Verbundenheit verspürt - go for it! Wichtig ist einfach nur, dass man dadurch keine ggfs. notwendigen Arztbesuche vermeidet.
Dorkas mit dem Großen (11/2016) und der Kleinen (09/2019).
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Re: Erfahrungen mit Muttermilchglobuli?

Beitrag von Mondenkind »

Schüssler-Salze sind auch genauso einzuordnen. Da reicht ein kurzer Blick auf so ein "Präparat".

Damit gilt das Gleiche wie für andere homöopathische Teilchen auch:
- wirken nicht über den Placeboeffekt hinaus
- Nutzen nicht wissenschaftlich belegt
- Wirksamkeit nie bewiesen
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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