Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

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Glyzinie
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Glyzinie »

Bei uns wurde die Zeit kürzer gehalten, aber es waren die Leisten, nicht im Mund. Allerdings war er eine Frühgeburt, extrem verschlafen und trank teils noch aus der Flasche seine Mumi. Wasser bekam er jedenfalls nicht. Er hatte direkt bei der OP oder danach einen Tropf mit Flüssigkeit, der bald abkam.
Im Mund und Nasenbereich war dann als Kleinkind zwei Mal eine OP. Da durfte er aber sehr bald wieder stillen.
Narkosen hat mein Sohn immer gut vertragen.
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Amarantha
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Amarantha »

Gegen Übelkeit nach Narkose kann man auch medikamentös etwas tun. Allerdings tritt die Übelkeit häufig erst bei Kleinkindern auf. Unter einem Jahr ist Erbrechen eher selten.
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Amarantha
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Amarantha »

avalonne hat geschrieben: 29.06.2023, 23:40
Amarantha hat geschrieben: 29.06.2023, 09:52 Die aktuelle S1 Leitlinie zur perioperativen Nüchternheit bei Kindern empfiehlt für Muttermilch eine Nüchternheit von 3 Stunden. Die 4 Stunden sind veraltet. Sobald das Kind wach genug zum stillen ist, darf es stillen.
Danke für die Infos. In dem Wisch, den ich unterschreiben musste, standen auch 3 Stunden Nüchternheit bei Muttermilch, „sofern der Arzt es nicht anders verordnet“. Der Kiefer-Mund-Chirurg hat 4 Stunden angesprochen und der Anästhesist im Gespräch dann auch. Auf Nachfrage warum 1 Stunde länger, war die Antwort des Anästhesisten, dass bei so kleinen Babys die Muttermilch länger verdaut wird, als bei größeren Babys der Fall wäre und sie auf Nummer sicher gehen wollen. Ich muss gestehen, dass ich die Begründung schon unlogisch fand, weil doch Neugeborene schon sehr schnell Milch verdauen, warum sollten plötzlich 5 Monate alte Baby-Mägen länger brauchen?
Da wüsste ich auch keinen sinnvollen Grund. Das scheint dann eher persönliches Sicherheitsbedürfnis des Personals als Evidenz zu sein.
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Mondenkind
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Mondenkind »

Dies sind die Empfehlungen der Academy of Breastfeeding Medicine: https://www.bfmed.org/assets/DOCUMENTS/ ... german.pdf
Es ist am besten, die Stillpause vier Stunden vor der Anästhesie zu beginnen. Gemäß den ASA-
Richtlinien sollte die Mutter (oder die Betreuungsperson) angewiesen werden, etwa vier
Stunden vor der geplanten Eingriffszeit nicht mehr zu stillen bzw. dem Kind keine
Muttermilch mehr zu verabreichen, auch wenn das Kind geweckt werden muss. Das
Aufwecken des Kindes zum Füttern vier Stunden vor dem geplanten Eingriff verringert das
Risiko für Hypoglykämie und hämodynamische Instabilität, insbesondere bei Kindern unter
drei Monaten (II-1).24,25 Dies optimiert die kindlichen Glykogenspeicher und seinen
Volumenstatus, weil der Säugling sonst die Nacht durchschlafen könnte und vor der
geplanten Operation oder dem geplanten Eingriff möglicherweise nicht optimal ernährt oder
hydriert sein könnte.
Zusammenfassung der Empfehlungen zu Fastenzeiten zur Verringerung des Risikos pulmonaler
Aspiration 35
Aufgenommene Substanz Minimale Fastenzeit (Stunden) a
Klare Flüssigkeiten b 2
Muttermilch 4
Künstliche Säuglingsnahrung 6
Nicht-humane Milchen c 6
Leichte Mahlzeit d 6
Alles Gute für den Eingriff!
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Luana169 »

Hallo,

hab aus Zeitmangel jetzt nicht alle Nachrichten gelesen, wollte dir aber gerne von unserer Erfahrung berichten, falls sich etwas überschneidet dann sorry schon mal.

Unser Sohn musste seit seiner Geburt bereits zwei mal operiert werden. Das erste Mal war er 6 Monate alt und ich hab mir so viele Gedanken und Sorgen gemacht wie das alles klappen soll/wird. Ich versteh dich absolut! Im Nachhinein war das aber echt unbegründet, da Alles viel besser geklappt hat, als ich dachte.

Er war ebenfalls an erster Stelle geplant. Das war so gegen halb acht. Ich hatte ebenfalls die Anordnung, vier Stunden vorher nicht mehr zu stillen. Das war dann genau die Zeit in der Nacht, in der er zu Hause eigentlich im Stundentakt kam… 🙈
Ich hatte mir ebenfalls einen Wecker gestellt, wobei ich eh nicht gut geschlafen hatte und ihn überhaupt nicht gebraucht hätte. Da hatte ich ihn dann nochmal ausgiebig gestillt, und bin dabei dann wahrscheinlich auch ehr bei 3 1/2h Abstand gewesen. Ich habe vor der Geburt meines Sohnes selbst in der Anästhesie gearbeitet, und es daher ruhigen Gewissens gemacht. Aber natürlich will ich auf keinen Fall die Anordnung des Arztes bewerten oder gar in Frage stellen. Auf Nummer sicher ist sicherlich nie verkehrt.
Dann hatte mein Kleiner noch bis ca. 5 oder halb 6 geschlafen und dann waren wir direkt mit waschen und so beschäftigt. Der Papa kam dann auch direkt auf halb sieben und so war er wirklich die ganze Zeit abgelenkt. Er hatte dann auch noch einen kleinen Beruhigungssaft ca. eine halbe Stunde bevor er abgerufen wurde, bekommen. Und danach war er dann eh ganz entspannt und wie betrunken. Das hatte uns dann auch entspannt, weil wir gemerkt haben er grinst immer wieder und alles war soweit ok für ihn. Er hat das Stillen nicht gefordert, obwohl er wirklich schon immer sehr gerne und sehr viel gestillt hat.

Also es war wirklich überhaupt nicht so schlimm wie gedacht. Bei der zweiten OP war er bereit fast ein Jahr und da hatten wir dann tatsächlich deutlich mehr Probleme, da er dann nicht mehr an erster Stelle dran war.

Alles Gute für eure OP! Es wird alles gut gehen, du wirst sehen ❤️
Luana169
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Luana169 »

… hab jetzt eben noch von dem Stillen nach OP gelesen. Ich durfte ihn direkt im Aufwachraum, als er wach wurde, stillen. Das wurde auch von den Operateuren so befürwortet, weil sie meinten, das wäre einfach das beste Beruhigungsmittel der Welt. Und so war es auch… er war direkt friedlich und fühlte sich sicher.

Das mit der PONV (die Postoperative Übelkeit, die verstärkt durch den Einsatz von Narkosegasen auftreten kann) ist bei kleinen Babys ehr selten. Da habe ich mir persönlich überhaupt keine Sorgen gemacht.

Liebe Grüße
avalonne
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von avalonne »

vielen Dank euch allen für die zahlreichen Rüchmeldungen! All die guten Erfahrungen machen mir Mut und lassen auf einen unkomplizierten Ablauf der OP hoffen. Ich berichte nächste Woche, wie es gelaufen ist. Ich denke, dass ich mein Baby 4 Stunden vorher wecken werde, um zu stillen, auch wenn 3 Stunden wahrscheinlich ausreichen würden, möchte ich nicht gegen die ärztliche Anordnung handeln. Es gibt wie Mondenkind geschrieben hat, auch andere Empfehlungen bzgl. der Nüchternheit bei Muttermilch.
Little Boy 3/21 + Tiny Surprise 2/23
Und zwei ⭐️⭐️
Amarantha
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Amarantha »

Ich drücke euch auch die Daumen und bin guter Dinge, dass ihr das zusammen gut hinkriegt 🍀
Hier noch der Link zur Leitlinie, falls du lieber selber nachlesen möchtest: https://register.awmf.org/assets/guidel ... 2-03_1.pdf
Seite 7 und 8 enthalten die Empfehlungen zu Muttermilch, Flaschennahrung und klaren Flüssigkeiten

Alles Gute euch!
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von avalonne »

Hallo zusammen,
Die OP war am letzten Donnerstag und das Baby hat sich sehr tapfer geschlagen. Gestillt wurde das letzte Mal 3 Stunden vor dem vereinbarten Termin im Krankenhaus, da ich im
Gefühl hatte, dass wir nicht direkt dran kommen. Am Ende waren wir 2,5 Stunden später dran als vereinbart 😵‍💫. Somit war der Tiny 5,5 Stunden ohne Stillen und hat währenddessen ein bisschen Wasser aus einer Nuckelflasche getrunken.
Durch Tragen und Singen haben wir die Zeit gut überbrücken können. Zwischendurch hat er auch etwas geschlafen.
Ich war sehr überrascht wie gut er das gemacht hat, und dass er trotz Hunger verstanden hat dass wir nicht stillen dürfen. Er hat nicht viel geweint, eher gemeckert und war am Ende schwach und müde. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass ich nicht stillen kann und glaube, dass er das verstanden hat. Da er recht ruhig war, haben sie ihm auch keinen Beruhigungssaft verabreicht. Er wäre auch noch dafür zu klein, meinte sie auch, und es würden sie nur in Ausnahmefällen machen. Als es soweit war, kam eine Krankenschwester und hat ihn auf den Arm
genommen und in den OP getragen.
Direkt nach der OP wurde im Aufwachraum gestillt. Trotz betäubten Lippen konnte er andocken und hat zwar mit etwas Mühe sich satt getrunken. Er hat nach der OP viel geschlafen, gestillt und gekuschelt. Übelkeit ist nicht aufgetreten. Nach ein paar Stunden dürfen wir heim.
Die Reihenfolge der OPs habe ich leider nicht verstanden. Vor uns war ein 2 Jähriger dran, der vermutlich besser die Nüchternheit aushalten konnte und nach uns ein ähnlich altes Baby wie unseres aber mit Trisomie21. Da es ein Frühchen war und wegen T21 war er sehr winzig und hat wie die Eltern uns erzählt haben, zuletzt um 2 Uhr nachts aus einer Flasche getrunken. Er wurde dann nach uns drangenommen und war locker 8-9 Stunden ohne Nahrung. Das fand ich schon grausam. Er tat mir echt leid. Ich hätte eine bessere Planung in so einer großen Klinik erwartet…
Vielen Dank euch allen für die Tipps & Erfahrungsberichte.
Little Boy 3/21 + Tiny Surprise 2/23
Und zwei ⭐️⭐️
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Re: Mein Baby muss 4 Stunden nüchtern bleiben. Wie schaffe ich das?

Beitrag von Amarantha »

Toll dass ihr das so gut hinbekommen und die OP gut überstanden habt 🙂
Gute Besserung weiterhin!
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