Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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Lovelycats2
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lovelycats2 »

Ich geselle mich hier dazu. Unsere Tochter wächst dreisprachig auf.
Mein Mann ist Niederländer, Familiensprache ist Niederländisch. Außer Haus, wenn ich mit ihr alleine bin (auf Spielplätzen, beim Einkauf o.ä.) versuche ich überwiegend Deutsch mit meiner Tochter zu sprechen, das fällt mir allerdings wahnsinnig schwer, da wir zuhause halt fast immer Niederländisch sprechen. Meine Mutter betreut 2-3 Tage pro Woche und spricht dann mit meiner Tochter ihre Muttersprache Rumänisch. Ich spreche dann auch mit den beiden Rumänisch, wenn wir zu dritt sind. Wenn auch mein Mann da ist, sprechen wir Deutsch, denn der versteht kein bzw. kaum Rumänisch. Ich befürchte, dass ich maximal verwirrend bin, weil ich so durch alle drei Sprachen wechsle. Aber es fällt mir so schwer, durchgehend auf Deutsch zu sprechen, es hat sich schon irgendwie so eingeschlichen und wir haben so unsere "niederländische Routine".
Sind Probleme vorprogrammiert, wenn wir bzw. vorwiegend ich das so weiter beibehalte? Woran könnte man entstehende Probleme erkennen? Sie spricht mehrere Worte auf Niederländisch und einige auf Rumänisch. Deutsch nur ein, zwei, die sie auch auf RO und NL kann (z.B. Baum - boom - pom).

Vielleicht hat auch jemand Tipps, wie ich mir das Wechseln der Sprache einfacher gestalten kann. Mein Kopf ist manchmal auch einfach komplett verwirrt :oops:
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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Serafin »

Wohnt ihr in Deutschland? Wenn ja, wird das mit Kiga und so dann schon passen.
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Serafin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Serafin »

Teelicht hat geschrieben: 23.05.2023, 06:26 Man kann ja auch in seiner Expat-Blase bleiben und es auch den Kindern die Möglichkeit vorbehalten eine neue Sprache zu lernen, und den Kindern damit die Chance nehmen sich in ihren neuen Heimatland zu integrieren. Für Erwachsene sind ja zwei Jahre nichts, für Kinder ja eine Ewigkeit.

„Wie toll dass die kleinen Kinder schon französisch spreche !“ haben gehört. Wir werden immer gefragt, ob unsere Kinder in die französische Schule gehen (Vatersprache), weil sie es ja könnten. Aber wozu sollten die Kinder das? Sie würden die Kindheit in einer Blase von wechselnden Bekanntschaften verbringen, die alle völlig woanders in der Stadt wohnen würden. Uns war wichtig, dass sie sich gut in ihrem Umfeld integrieren.
Thats it. Und die Kinder, an die ich denke, sind hier geboren, die eltern haben sogar feste Stellen. Warum schickt man das Kind dann bitte in nen internationalen Kiga und dann wahrscheinlich die internationale Schule, nur damit es dort englisch lernt? MIt den Nachbarskindern hat es keine gemeinsame Sprache.

Unsere Kinder gehen/werden gehen in die ganz normale Grundschule des Sprengels. Nix mit katholischer Privatschule, nix mit sonst was. Und hätten wir nen Platz für den kleinen hier am Kiga bekommen, wären wir auch schon dahin gewechselt.

Was ich aber gern hätte, wäre eine deutsche Vormittagsschule/Kiga am Samstag. Das Nachbarskind besucht das für Russisch, das würde unseren schon gut tun.
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Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Larala »

Lovelycats2 hat geschrieben: 23.05.2023, 12:18 Ich geselle mich hier dazu. Unsere Tochter wächst dreisprachig auf.
Mein Mann ist Niederländer, Familiensprache ist Niederländisch. Außer Haus, wenn ich mit ihr alleine bin (auf Spielplätzen, beim Einkauf o.ä.) versuche ich überwiegend Deutsch mit meiner Tochter zu sprechen, das fällt mir allerdings wahnsinnig schwer, da wir zuhause halt fast immer Niederländisch sprechen. Meine Mutter betreut 2-3 Tage pro Woche und spricht dann mit meiner Tochter ihre Muttersprache Rumänisch. Ich spreche dann auch mit den beiden Rumänisch, wenn wir zu dritt sind. Wenn auch mein Mann da ist, sprechen wir Deutsch, denn der versteht kein bzw. kaum Rumänisch. Ich befürchte, dass ich maximal verwirrend bin, weil ich so durch alle drei Sprachen wechsle. Aber es fällt mir so schwer, durchgehend auf Deutsch zu sprechen, es hat sich schon irgendwie so eingeschlichen und wir haben so unsere "niederländische Routine".
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Was ist denn die Umgebungssprache?
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Larala »

Ach so, und was ist deine Muttersprache?
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lovelycats2 »

Umgebungssprache ist Deutsch.
Die Muttersprache meiner Mutter ist Rumänisch, zuhause haben wir allerdings (leider) Deutsch gesprochen (hat meine Mitter auch erst mit ~30 Jahren gelernt und nie völlig korrekt und akzentfrei gesprochen).
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Larala »

Wenn die Umgebungssprache Deutsch ist, würde ich mir darum keine Sorgen machen. Da hat sie ja viel Input, und das ist so nah am Niederländischen dran. Die Familiensprache Deutsch und die Oma-Sprache Rumänisch würde ich so beibehalten. Das sind klar definierte Räume und Kontexte. Außerdem wird irgendwann der Druck der Umgebungssprache so groß, dass alles, was sie jetzt von den beiden anderen Sprachen lernt, ihr in diesen Sprachen einen schönen Vorsprung gibt. Oft kippt nämlich das Verhältnis zwischen Familiensprache und Umgebungssprache irgendwann im Kiga- oder Grundschulalter, und ab dann wird die Umgebungssprache die stärkere Sprache, egal wie viel Mühe sich die Eltern zu Hause geben.

Ob du auf dem Spielplatz und beim Einkaufen Deutsch oder Niederländisch sprichst? Ich weiß nicht, ob das so viel ausmacht.
Ich fand es am Anfang auch sehr schwierig, in meine Muttersprache Deutsch zurückzuwechseln, wenn ich mit meiner Tochter gesprochen habe, weil ich einfach so drin war in der Fremdsprache. Das ist leichter geworden, als sie auch selbst Deutsch zu sprechen angefangen hat. Aber da ich in ihrem Alltag die einzige deutschsprachige Person bin, war es mir sehr wichtig das durchzuziehen.
In eurem Fall ist das ja anders. Wenn es für dich einfacher und dein Niederländisch gut ist, würde ich mich deswegen nicht zu sehr stressen. Vielleicht ist es sogar gut, wenn sie durch dich noch eine zweite Niederländisch-Quelle hat, auch außer Haus.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lovelycats2 »

Liebe Larala,

danke für deine ausführliche Antwort, das bestätigt auch mein Gefühl. Ich geh auch einfach mal davon aus, dass Deutsch durch die Umgebung früher oder später ganz automatisch kommt. Mein Niederländisch ist bestimmt nicht perfekt aber im Alltagskontext passt es gut.

Dann mache ich mir mal keinen Stress, außer Haus unbedingt Deutsch zu sprechen, wenn es sich unnatürlich anfühlt und wenn es sich irgendwann in die Richtung entwickelt, ist das aber natürlich auch ok. In deinem Fall macht es natürlich Sinn, wenn du die einige deutschsprachige Person bist.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von Lovelycats2 »

Ich wollte mal berichten, dass wir gerade bei meinem Vater sind und hier sprechen wir fast ausschließlich Deutsch. Wenig Niederländisch zwischen meinem Mann und mir und unserer Tochter und etwas Rumänisch zwischen meinem Vater und ihr. Und sie schnappt grade soooo viele Wörter auf. Tatsächlich in allen drei Sprachen, es ist für mich
so unfassbar beeindruckend, wie sie alles aufnimmt und ganz viel nachplappert und... ich bin grad total geflasht! Ja, ich weiß, dass das normal ist, dass das irgendwann passiert, wenn Kinder halt sprechen lernen, aber die letzten Tage geht es so rasant :shock:
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von delfinstern »

Dein Kind plappert schon 😳 das ist ja gerade mal ein Jahr! Meine fängt gerade langsam an, aber verständlich ist da noch nichts... Ich find das immer faszinierend, ich hab Spätsprecher.
Liebe Grüße
Delfin*
mit Delfinzwerg(1/17), Delfinknirps(12/18)und Delfinmini(5/21) *(11.14) *(2.18) *(2.26)

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