Leben mit Einzelkind

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nido56
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Re: Leben mit Einzelkind

Beitrag von nido56 »

Elena hat geschrieben: 12.08.2022, 11:06
Larala hat geschrieben: 12.08.2022, 10:04
Ich würde mir wünschen, dass meine Tochter auch mal ab und zu ohne uns auskäme und sich alleine beschäftigen würde. Andere meinen immer, dass sie das nicht kann/tut, liegt daran, dass sie Einzelkind ist. Ich vermute da inzwischen andere Ursachen.
Meine Große und meine Kleine können sich hervorragend alleine beschäftigen, die Mittlere nicht so gut. Bei denen ist das total Charaktersache.

Ich habe nochmal über unser 12jähriges Nachbarsmädchen (Einzelkind) nachgedacht. Sie hat eigentlich viel Kontakt zu anderen Kindern, weil sie bisher immer in Ganztagsbetreuung war und dann auch nachmittags viele Termine (Mannschaftssport u.ä.) hatte. ABER was ihr völlig fehlt, sind komplett unbeaufsichtigte Kontakte unter Gleichaltrigen. Alle Kontakte laufen immer in einem beaufsichtigten, geregelten Rahmen ab. In der Kita, In der Schule/OGS; im Verein. Verabredungen mit Freundinnen gab/gibt es zwar, aber nicht so wahnsinnig viel, schon wegen der langen Betreuungszeit nachmittags, da ist danach nicht mehr viel Zeit für anderes. Ich könnte mir vorstellen, dass sie so "erwachsen" redet und denkt, weil sie zwar andere Kinder um sich hatte und hat, aber eben immer nur in einem moderierten Rahmen.

Meine Kinder kommen mit ihrer Art nicht so gut klar, glaube ich. Vielleicht sind sie irritiert von einer Gleichaltrigen, die immer freundlich lächelt und mit allem einverstanden ist. Das ist jetzt natürlich übertrieben dargestellt, aber so erlebe ich sie, sie ist nie unbefangen. Keine Ahnung, ob das Verhalten irgendwie "typisch" für Einzelkinder ist, falls es da etwas Typisches gibt. Aber bei ihr habe ich schon oft gedacht, dass man ihr sehr anmerkt, dass sie vor allem mit Erwachsenen zusammen ist.
So ist der Pirat ueberhaupt nicht, obwohl er auch selten unbeaufsichtigt mit Gleichaltrigen zusammen ist. Schule ist hier ganztags und Kinder unter 12 duerfen im allgemeinen kaum unbeaufsichtigt raus. Das finde ich sehr schade, waere aber, glaube ich, auch nicht viel besser, wenn er Geschwister haette. Aber wenn Kinder zu Besuch sind, dann verschwinden die sofort in seinem Zimmer, machen die Tuer zu und kommen nur raus, wenn sie Hunger haben.

Ueberhaupt findet der Pirat relativ leicht Freunde. Vielleicht gerade deshalb, weil er oft allein zurecht kommen muss, Sport, Ferienbetreuung etc. Wir arbeiten beide und er wird parkatisch seit Geburt viel ausser Haus betreut. Nach ein paar Tagen findet er ueberall Anschluss.

Ich denke, fuer mich war es schwieriger, weil meine Mutter nach meiner Geburt nicht mehr gearbeitet hat und ein zutiefst unglueckliches Hausfrauendasein gefuehrt hat. Da war natuerlich der Fokus zu 100% auf mir. Trotzdem hatte ich eine gute Kindheit und fuehre heute ein zufriedenes Leben. Ich denke, jede Familienkonstellation hat Vor- und Nachteile. Waere ich in irgendeiner anderen Konstellation gross geworden, gaege es da sicher auch Punkte, ueber die ich heute nicht gluecklich waere.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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