Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
- Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich glaube schon, dass das geht. Absurd liegt doch im Auge des Betrachters. Ob es wirklich dazu führt, dass das jüngste Kind die Sprache dann auch spricht, ist natürlich nicht gesagt. Aber ich denke, ihr könnt damit auf jeden Fall Russisch in der Familie etwas etablieren. Die Sprache ist ja auch ein Stück Familiengeschichte für euch. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Großeltern freuen, wenn sie darüber einen besseren Zugang zu den Kindern bekommen, auch wenn die Kinder nicht wirklich konversationsreif werden. Mit den Größeren kann dein Mann ja auch Bücher lesen, Videos schauen oder Lieder singen, wenn sie Interesse haben. Und mit den Großeltern können sie die Sprache üben.
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Cocolin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Warum denn nicht?
Das einzige das ich mir vorstellen kann, ist dass die Großen je nach Alter und Charakter vielleicht erst protestieren (so „Papa mit MIR musst du aber weiter deutsch reden“) aber das lässt sich ja (er)klären.
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CIJUNOAR
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich konnte nicht alle Beiträge durchlesen, habe mit der Suchfunktion auf die Schnelle aber nichts finden können.
Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich.
Unser Sohn wurde von Anfang an zweisprachig erzogen. Konsequent ein Elternteil - eine Sprache.
Er versteht beide Sprachen perfekt, antwortet aber ausschließlich und immer nur auf deutsch. Selbst wenn wir bei Oma und Opa oder den Rest der Familie sind (die alle kein Wort deutsch verstehen und das ist ihm auch bewusst) antwortet er nur auf deutsch, was eine richtige Kommunikation natürlich erschwert)
Obwohl er die Sprache wirklich perfekt versteht, hat er bis jetzt kein einziges Wort darin gesprochen. Er ist jetzt fast 4 und wir haben die Hoffnung daher leider langsam aufgegeben. Mir wäre es auch nicht wichtig, wenn nicht eben der Rest der Familie so nicht mit ihm „reden“ kann.
Gibt es Kinder, die auch später plötzlich doch noch angefangen haben, die 2. Sprache aktiv zu nutzen? Auch in diesem Alter? Und kann man davon ausgehen, dass er alle Wörter dann noch erlernen muss oder ist durch das Verstehen der Sprache schon eine Basis gelegt, so dass es dann nur noch um die richtige Aussprache geht?
Liebe Grüße,
CIJUNOAR
Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich.
Unser Sohn wurde von Anfang an zweisprachig erzogen. Konsequent ein Elternteil - eine Sprache.
Er versteht beide Sprachen perfekt, antwortet aber ausschließlich und immer nur auf deutsch. Selbst wenn wir bei Oma und Opa oder den Rest der Familie sind (die alle kein Wort deutsch verstehen und das ist ihm auch bewusst) antwortet er nur auf deutsch, was eine richtige Kommunikation natürlich erschwert)
Obwohl er die Sprache wirklich perfekt versteht, hat er bis jetzt kein einziges Wort darin gesprochen. Er ist jetzt fast 4 und wir haben die Hoffnung daher leider langsam aufgegeben. Mir wäre es auch nicht wichtig, wenn nicht eben der Rest der Familie so nicht mit ihm „reden“ kann.
Gibt es Kinder, die auch später plötzlich doch noch angefangen haben, die 2. Sprache aktiv zu nutzen? Auch in diesem Alter? Und kann man davon ausgehen, dass er alle Wörter dann noch erlernen muss oder ist durch das Verstehen der Sprache schon eine Basis gelegt, so dass es dann nur noch um die richtige Aussprache geht?
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CIJUNOAR
Im hohen Norden glücklich mit Mann und den beiden Jungs und unserem Familienhund
- Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Was ist denn die zweite Sprache, und wo lebt ihr? Wer von euch Eltern spricht welche Sprache? Und wer in seiner Umgebung spricht welche Sprache? Gibt es Kinder, die die zweite Sprache mit ihm sprechen?
Wenn ihr bei den Großeltern seid, spricht er dann Deutsch mit ihnen, oder spricht er einfach gar nicht mit ihnen?
So aus dem Bauch heraus würde ich erstmal sagen: Nicht aufgeben. Selbst wenn er die zweite Sprache noch jahrelang verweigert, bringt es ihm doch unglaublich viel, zweisprachig aufzuwachsen.
Wenn ihr bei den Großeltern seid, spricht er dann Deutsch mit ihnen, oder spricht er einfach gar nicht mit ihnen?
So aus dem Bauch heraus würde ich erstmal sagen: Nicht aufgeben. Selbst wenn er die zweite Sprache noch jahrelang verweigert, bringt es ihm doch unglaublich viel, zweisprachig aufzuwachsen.
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Unsere Kinder sind 4 und 6. Die große gibt sich seit ca 1/2 Jahr super große Mühe die zweite Sprache auch zu sprechen. Die Kleine spricht mit viel Glück Zweiwortsätze.
Ich würde sagen. Geduld haben und weitermachen.
Ich würde sagen. Geduld haben und weitermachen.
Liebe Grüße von Beere (1986) mit großer Tochter (2016), kleiner Tochter (2018) und einem kleinen * im Herzen
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CIJUNOAR
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Danke für die Rückmeldung. Das gibt Hoffnung, dass es später vielleicht irgendwann plötzlich doch noch klappt.
Wir leben in Deutschland. Es spricht nur der Papa mit ihm türkisch. Seit unser kleiner Sohn 15 Monate alt war, passt er allerdings mindestens 6 volle Tage im Monat auf ihn alleine auf (wenn ich arbeite) und den Rest des Monats/Tages wird ja auch viel gesprochen. Die Sprache ist also genauso präsent wie das Deutsch.
Mit dem nicht-Deutschsprechenden Rest der Familie spricht er immer deutsch (nicht nur als Antwort sondern er startet auch ein Gespräch damit).
Ich habe das Gefühl, unser Sohn kann sich einfach nicht so recht „anfreunden“ mit der türkischen Sprache. Wenn ich meinem Mann zB mal auf Türkisch antworte, findet er das immer total seltsam.
Wir leben in Deutschland. Es spricht nur der Papa mit ihm türkisch. Seit unser kleiner Sohn 15 Monate alt war, passt er allerdings mindestens 6 volle Tage im Monat auf ihn alleine auf (wenn ich arbeite) und den Rest des Monats/Tages wird ja auch viel gesprochen. Die Sprache ist also genauso präsent wie das Deutsch.
Mit dem nicht-Deutschsprechenden Rest der Familie spricht er immer deutsch (nicht nur als Antwort sondern er startet auch ein Gespräch damit).
Ich habe das Gefühl, unser Sohn kann sich einfach nicht so recht „anfreunden“ mit der türkischen Sprache. Wenn ich meinem Mann zB mal auf Türkisch antworte, findet er das immer total seltsam.
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Cocolin
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
War bei uns lange ähnlich. Wir wussten er versteht alles, hat aber grundsätzlich auf deutsch geantwortet. Außer mit Papa, mit dem ging englisch aber Großeltern etc., oder am Telefon, nope. Ich bin mir grad nicht ganz sicher wann sich das geändert hat. Vielleicht im letzten halben Jahr?
Und er mag es überhaupt nicht wenn ich Englisch rede; wobei sich das auch gebessert hat. Vor einem halben Jahr durfte ich auf keinen Fall ein englisches Buch vorlesen; jetzt schon - soll aber bitte deutsch reden wenn er zwischendurch was fragt oder so.
Und er mag es überhaupt nicht wenn ich Englisch rede; wobei sich das auch gebessert hat. Vor einem halben Jahr durfte ich auf keinen Fall ein englisches Buch vorlesen; jetzt schon - soll aber bitte deutsch reden wenn er zwischendurch was fragt oder so.
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- Larala
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Ich habe gerade nochmal durch "Mehrsprachige Kinder" von Nodari und De Rosa geblättert. Ganz grob schreiben die Autoren: "Wenn ein Kind eine Sprache komplett verweigert, kann vielfältige Ursachen haben. Einer der häufigsten Gründe ist die Qualität und die Menge des Sprachkontakts. Es kann vorkommen, dass Kinder die Sprache des Vaters nicht akzeptieren, weil diese Sprache zu wenig in entspannten und spielerischen Momenten erlebt wird." Vielleicht gibt is da bei euch noch Verbesserungspotential, dass dein Mann probiert mehr mit eurem Kind zu spielen, singen und Quatsch zu machen?
Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass Sprachen ein gewisses Image haben und deshalb bevorzugt oder abgelehnt werden. Türkisch Sprechen wird in Deutschland ja nicht als "toll, so international" bewertet, sondern eher negativ. Ich denke, dein Kind ist noch zu jung, um das bewusst wahrzunehmen, aber es könnte vielleicht sein, dass dein Mann das ein bisschen so empfindet und ausstrahlt. Spricht er auch in der Öffentlichkeit mit dem Kind Türkisch?
Ich würde auf jeden Fall weiter dran bleiben. Wir nutzen auch viele deutschsprachige Medien. (Unsere Umgebungssprache ist Niederländisch, ich bin die einzige Deutschsprachige im Leben meiner Tochter) Also: Videos, Lieder zum Mitsingen, Vorlesen ohne Ende. Ich hab auch immer wieder versucht mich mit anderen deutschsprachigen Familien zu verabreden, aber da ist leider nie eine dauerhafte Spielgruppe draus entstanden. Sowas fände ich fantastisch. Mein Ziel war/ist es, meinem Kind zu vermitteln, dass die zweite Sprache ganz normal ist, dass es viele Menschen gibt, die sie sprechen und dass sie positive Erlebnisse mit der Sprache zu verknüpft.
Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass Sprachen ein gewisses Image haben und deshalb bevorzugt oder abgelehnt werden. Türkisch Sprechen wird in Deutschland ja nicht als "toll, so international" bewertet, sondern eher negativ. Ich denke, dein Kind ist noch zu jung, um das bewusst wahrzunehmen, aber es könnte vielleicht sein, dass dein Mann das ein bisschen so empfindet und ausstrahlt. Spricht er auch in der Öffentlichkeit mit dem Kind Türkisch?
Ich würde auf jeden Fall weiter dran bleiben. Wir nutzen auch viele deutschsprachige Medien. (Unsere Umgebungssprache ist Niederländisch, ich bin die einzige Deutschsprachige im Leben meiner Tochter) Also: Videos, Lieder zum Mitsingen, Vorlesen ohne Ende. Ich hab auch immer wieder versucht mich mit anderen deutschsprachigen Familien zu verabreden, aber da ist leider nie eine dauerhafte Spielgruppe draus entstanden. Sowas fände ich fantastisch. Mein Ziel war/ist es, meinem Kind zu vermitteln, dass die zweite Sprache ganz normal ist, dass es viele Menschen gibt, die sie sprechen und dass sie positive Erlebnisse mit der Sprache zu verknüpft.
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Sommervoel
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
Teelicht hat geschrieben: 06.11.2020, 18:57 Wenn man sich über Bücher unterhält statt einfach nur von vorne nach hinten vorzulesen, passt man sich auch automatisch an das sprachliche Niveau des Kindes an. Das ist eigentlich für das Kind viel besser, besonders wenn man noch am Anfang ist.
Gruß von Sommervogel mit Milchmonster 06/21 und Raupe 11/24
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Sommervoel
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung
oh Mist. Erster Forenbeitrag und versehentlich totalen Mist abgesendet. Kann ich das irgendwie löschen?
Wir sind andeathalbsprachig mit Deutsch und Schweizerdeutsch in D lebend. Langsam kinmen die ersten Worte und ich hab hier interessiert eure Erfahrungen gelesen. Wir hoffen sehr, dass Schweiterdeutsch dann auch gesprochen wird - die Schweizer Großeltern verstehen tatsächlich kaum hochdeutsch. Dialekte haben in D ja auch kein großes Ansehen.
Wir sind andeathalbsprachig mit Deutsch und Schweizerdeutsch in D lebend. Langsam kinmen die ersten Worte und ich hab hier interessiert eure Erfahrungen gelesen. Wir hoffen sehr, dass Schweiterdeutsch dann auch gesprochen wird - die Schweizer Großeltern verstehen tatsächlich kaum hochdeutsch. Dialekte haben in D ja auch kein großes Ansehen.
Gruß von Sommervogel mit Milchmonster 06/21 und Raupe 11/24