3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

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Nala85
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3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von Nala85 »

Hallo liebe Stillenden und Tragenden Mamis ;-)

Ich schreibe jetzt hier etwas ausführlicher weil ich selbst kaum mehr Zeit zum Denken hab und auch sonst einfach nicht weiß was noch normal ist und was hier eigentlich abgeht.

Kurzum - bei uns gehts nachmittags zu wie im Irrenhaus.

Tochter 3,5 Jahre wurde vor ziemlich genau einem Jahr große Schwester. Zu Beginn war von einer Geschwisterkrise nichts zu spüren aber eine ganz furchtbare Verlustangst war da. ich war das erste Mal in ihrem Leben 3 Nächte weg (also überhaupt weg und morgens nicht da). Ca. 3 Monate lang mussten wir alles zu viert machen - egal was. Und wenns nur in einem Restaurant der Gang zum Salatbuffet war. Unser Leben glich so ein bisschen diesem Rätsel wo man 3 Personen mit einem Boot übers Ufer fahren soll, aber bestimmte Personen darfst du nicht allein lassen und bestimmte darfst du nicht miteinander lassen. Jede Erledigung die einer machen musste, egal wie klein und wars nur der Liter Milch aus dem Supermarkt artete zu einem Akt aus ... Gut das haben wir überwunden.
Dann kam die Zeit wo man sie etwas bremsen musste weil sie einfach zu übermutig ihn bekuscheln, hochheben oder kitzeln wollte. Und Kritik hasst sie wie die Pest. NIEMAND sagt ihr wie sie ihren Bruder zu behandeln hat. :evil:
Bis vor etwa 2 Wochen hatte sie eine starke Babyzeit. Zu beginn so Sachen wie "in die Trage", im Arm wie ein baby halten, aus der Flasche trinken usw - haben wir sie alles lassen. Dann wollt sie wieder den Tisch an den Hochstuhl und ihre Essen auf dem Tisch liegen haben (wie der kleine Bruder der nur selbst isst und sich nicht füttern lässt). Als sie dann anfing rumzumantschen und absichtlich zu verschmieren oder zu werfen, hatte ich echt genug und hab ihr gesagt sie bekommt nurnoch trockene Sachen bis sie wieder normal isst. Von mir aus mit Fingern, von mir aus vom Tisch, aber ich stell mich nicht in die Küche und koche damit sie es dann am Tisch verschmiert und runterschmeisst. Also gabs jetzt 2 Wochen nur Nudeln, Gnocchi, Spätzle, Knödel - alles ohne Saucen ... nicht dass sie das stören würde.
So jetzt ist die akute Babyphase vorbei ABER:

Sie schreit – aus Wut, aus Freude, auch einfach mal so, sitzt am Sofa schaut fern und brüllt plötzlich "Kooookaaaaioooo!!!!" Und da kann man noch mit den Achseln zucken, aber sie schreit ihren kleinen Bruder an. Der steht nur da und schaut sie aus 2m Entfernung an und sie springt zu ihm hin und brüllt ihm aus 10cm Entfernung so richtig kehlig ins Gesicht. :( Der beginnt natürlich sofort zu weinen - ich will ihn trösten, aber sie schaut ihn noch böse an, knurrt oder schreit noch 3 mal hinterher, sodass wir fluchtartig den Raum verlassen. Heut waren wir nur zu zweit (der Papa ist mit dem Bruder geflohen) - bauen Bausteine und sie schreit mittendrin irgendwelche unerkennbaren Worte ... :shock: Versuche ihr zu sagen dass sie doch bitte bisschen leiser sein soll, kehren natürlich ins Gegenteil.
Gut mit normalen Wutausbrüchen wegen Mama und Papa die zu irgendwas Nein sagen - ist für uns normal - aber dieses permanente Geschrei ist unerträglich. Ab 16 Uhr wird hier gebrüllt und geplärrt und gekreischt und geweint, der Bruder zum 10. mal zum weinen gebracht und der Papa und ich sind spätestens 18.30 dermassen am Ende.
Heute hat sie 1h gebrüllt und geweint und Türen geschmissen und mich angeschrien weil ich ihr sagte dass die 2 großen Pflaster nach 7 Tagen endlich mal runter müssen weil sie langsam schwarz werden *örgs Hab ihr angeboten es in der Wanne abzubaden, einen Zopf zu machen damit die Haare nicht nass werden, dass sie nur mit Beinen und Popo reingeht, aber wurde nur weiter angebrüllt, die Alternative "schnell abreißen" hab ich dann nach 1h einfach durchgeführt und dann mit Öl den Rest gelöst. Nichtmal 1 min später wollt sie mit mir puzzeln wo ich mich dann echt frag - war das nötig? So viel Geschrei und dann ist nach 1 min wieder alles ok?
Auf die Frage warum sie ihren Bruder so anschreit, sagt sie sie will ihre Ruhe haben. Aber es tut ja keiner was. Wenn sie aus dem Kindergarten kommt, darf sie sich aufs Sofa knotzen und fernsehen und es stehen Snacks bereit. Der Bruder kann noch nichtmal aufs Sofa hoch, spielt meist am Teppich , 1-2 mal wollt er ihr was zum spielen geben aber das wird er wohl auch nimmer wiederholen ... er fürchtet sich langsam vor ihr. Man merkt an seinem Blick diese Skepsis wenn sie mal fröhlich zu ihm kommt, dieses "Na ich weiß nicht was du vorhast, du brüllst mich sicher gleich wieder an". Das macht mich soooo traurig. Sie haben schon lieb miteinander gealbert und als sie merkte er kann einen Ball werfen und fangen, haben sie auch mal gespielt - und jetzt rennt das so in die falsche Richtung. :|
Mein Mann sagt mir gerade dass er im Kindergarten heute auch einen Buben aus ihrer Gruppe so andere Kinder anschreien sah :roll:

Sie ist sehr temperamentvoll, sensibel, emotional ... ich wehr mich gegen so "neumodische Diagnosen" aber 1-2 Personen haben schon den Begriff "gefühlsstark" "Hochsensibel" fallen lassen. Sie empfindet einfach sehr stark - egal was. Es gibt nur superfröhlich ausgelassen überdreht, oder superzornig, weinerlich, alles Drama. Dass sie mal ganz neutral wo sitzt und was spielt gibt es nicht. Auch körperlich ... sie weint so stark wenn was ist. Und zwischen nem halbgebrochenen Bein und der störenden Etikette im T-Shirt gibt es keinen Unterschied. Könnt ihr euch vorstellen was ich mein? Einmal hat sie morgens schon so geweint, immer wieder, sie hat soooo Bauchweh richtig kräftig geweint. Mein Mann ist Sanitäter und konnte beim Abtasten nix feststellen aber weil sie so weinte wollt er mit ihr in die Klinik. Ich war mir eben nicht sicher - eben weil sie wegen allem so weint. Am Ende hat sie einfach nur mal Zeit und ne Windel fürs große Geschöft gebraucht und alles war wieder paletti :) Also es ist einfach alles soooooo verdammt intensiv und ich kenne kein Kind im Umfeld das so ist. Meine Nichte (gleich alt) ist extrem ausgeglichen, friedlich und ja vermutlich angepasst weil sie die 2. ist. Mein Neffe war zwar auch so "empfindlich" was zb Pullover, enge Kleidung, baden etc anging - aber hatte nicht diese Wut, dieses Aufbrausen. Da hab ich oft das Gefühl ich wär eine Alien-Mama wenn man gefragt wird "warum ist sie so? warum macht sie das? was hat sie?"
Und oft wirkt sie überdreht fröhlich dass man sie wahrscheinlich für den größten Sonnenschein auf Erden hält, aber es kann so schnell umschwenken und dann ist alles furchtbar. Auch im Entwicklungsgespräch wurde uns gesagt dass sie gerade sehr mit ihren Emotionen kämpft und sehr oft und plötzlich heftig weint, und seis nur weil jemand den Löffel von ihr genommen hat. Sie nannte es "unkontrolliertes Weinen" ... die Kinder seien wohl sehr lieb zu ihr und verständnisvoll (sie ist eher eine der jüngeren dort) - wenn sie sich beruhigt hat sei alles wieder ok, von einer auf die nächste Sekunde.
Wenn sie daheim diese Ausraster hat und dann nach ein paar Minuten zu mir kommt und meint "ich hab mich wieder beruhigt" bricht mir fast das Herz - weil es einfach soooo heftig ist für teilweise so banale Sachen.

Aber besonders der Umgang mit ihrem Bruder macht mich gerade so traurig. Der denkt wahrscheinlich schon es wäre normal - beginnt auch rumzukreischen - dann kreischen sie sich gegenseitig an bis mindestens einer weint. Dabei ist sie eigentlich eine sehr sensible und für ihr Alter sehr empathisch und aufmerksam. Bei mir zb. merkt sie jeder Regung in meinem Gesicht und fragt gleich "Mama bist du traurig?" Letztens schob ich beide im Buggy und tippte an an eine bekannte eine kurze Nachricht und sie fragte gleich "Mama, bist du böse?" ich sage Nein. "Du machst deinen Mund so (zieht mit den Fingern den Mund schmal) und die Augen (zeigt mit den Fingern schmale Augen und gesenkte Augenbrauen)". Vorhin nach so viel Geschrei machte ich ihr eine Windel und war einfach energietechnisch am Ende und sie fragt mich warum ich böse schau. Ich meinte es ist einfach sehr anstrengend für mich weil sie so viel schreit. :|
Ich liebe sie wirklich sehr. Ich war selbst ein sehr emotionales Kind (bzw. bins immernoch aber hab gelernt es nicht jedem zu zeigen, weil ich immer die "Heulsuse" war) und möchte ihr auch den Raum geben zu weinen, emotional zu sein ohne zu verurteilt zu werden ... aber dieses dauernde Schreien aus Wut, Freude, weil sie was haben will, lässt in mir einfach alle Alarmglocken klingen und irgendwann gehts einfach puff und mein Verständnis ist weg.
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IrisMads
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von IrisMads »

Ohje, viel helfen kann ich leider nicht.

Spontane Ideen :
Ist sie müde ?
Überdreht aus der Kita?
Verhalten " kopieren " aus der Kita ? ( Gespräch mal mit Erziehern suchen, wie sie sich dort verhält)
Einen Puffer bauen, wenn möglich Zeit nehmen und einen Raum Kuscheltier oder Puppe und ihren Frust/Wut rausschreien lassen ?

Ich erinnere mich, dass mein Grosser sich eine Zeitlang selbst gehauen hat. Da haben wir ein grosses Kissen genommen zum drauf hauen. Später hat er zu Hause immer den Streit gesucht, bis er geweint hat und hat dann erzählt das er geärgert wurde in der Schule. Das hat er immer so kompensiert.

Ich glaube nicht, dass deine Kleine den Bruder nicht mag oder ihm Angst machen will. Ich denke, sie muss verarbeiten wie er sich entwickelt. Jetzt läuft er, weint und kreischt vielleicht auch msl wenn etwas nicht klappt. Und das kennt sie nicht.

Fühl dich gedrückt und ich schicke dir ganz viel Kraft !
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von DerStoepsel »

Falls du Zeit zum lesen findest kann ich dir das Buch „so viel Freude so viel Wut“ von Nora Imlau empfehlen.
Und das Geschwisterbuch vom gewünschtesten Wunschkind. In deren Blog gibt es dazu auch Einzelartikel.

Ich glaube dir, dass es eine sehr anstrengende Situation ist und dass du verzweifelt bist. Ich schicke dir ganz viel Kraft!
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von Mamane »

Oh nein, das Internet hat meine Antwort gefressen, ich probiere es nochmal.

Ich kann (leider) keine Erfahrungen oder Tipps beisteuern, möchte dir aber sagen, dass das sehr sehr anstrengend klingt. Für jeden Tag, den du schaffst, ohne durchzudrehen oder verrückt zu werden solltest du dir abends auf die Schulter klopfen. Ernsthaft! Das muss ja mega schwierig sein. Alleine das Aushalten und Durchhalten ist eine großartige Leistung von dir, bzw euch Eltern.

Über das Buch von Nora Imlau habe ich auch schon Gutes gehört. Vielleicht gibt es einen potcast mit ihr zu dem Thema? Da könntet du beim Stillen / spazieren gehen / whatever mal nebenbei was dazu hören?

Und "Modediagnosen" hin oder her, wenn es unter den genannten Begriffen irgendwelche hilfreichen Informationen oder gar Unterstützung gibt, würde ich die nutzen. Vielleicht gibt es dazu sogar eine Möglichkeit des Coachings/ Beratung...? Für mich klingt das so, als ob eine Mischung hilfreich sein könnte aus kleinen Stellschrauben, die bestimmte Situationen leichter machen, und Akzeptanz der Besonderheit deiner Tochter. Und vielleicht spielt auch dir Zeit für euch, um auch mit ihr rückblickend über manche Situationenen reden zu können und dann gemeinsam Schlüsse für die Zukunft ziehen zu können..?
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AllerLiebst
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von AllerLiebst »

Nur wenig Zeit, aber ein paar Gedanken:

Dass sie schon so früh, Deine Gefühle “erspürt“ lässt mich tatsächlich in Richtung HSP denken. Dazu würden auch die störenden Wäsche Etiketten passen.

“So viel Freude, so viel Wut“ wurde ja schon genannt. Wäre auch mein Lesetipp gewesen. Und “Geschwister als Team“.

Hat sie einen eigenen Bereich, wohin sie sich zurückziehen könnte? Könntest Du Ihr Alternativen anbieten? In einem anderen Raum oder im Garten schreien? In ein Kissen boxen? Trommeln? Beim gewünschtesten Wunschkind wird die Methode des “Schiebens“ erklärt. Das funktioniert hier oft ganz gut bei Tobsuchtsanfällen (und die Mittlere hat einige davon - ich kann deine Erschöpfung gut nachfühlen).

Du schriebst vom Fernsehen nach der Kita. Ich verstehe, dass das für alle Beteiligten zunächst als Entlastung erscheint, aber ... gerade bei meiner Mittleren beobachte ich, dass Medienkonsum (z.B. mehrere Hörspiel Folgen oder lange Zeit tiptoi) zu noch mehr Ausrastern hinterher führen. Und gerade die Zeit nach der Kita ist da mMn besonders kritisch. Meiner Erfahrung nach funktioniert in Ruhe Bücher lesen und dabei etwas Obst oder Gemüse essen zum Runterkommen und Auftanken am besten.
Liebe Grüße von A. mit Knöpfchen (05/13), Pünktchen (11/16) und Flöhchen (03/19).
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von Nala85 »

Danke schonmal an jeden der das ganze überhaupt gelesen hat und sich Gedanken macht.
IrisMads hat geschrieben: 22.04.2022, 20:44 Ist sie müde ?
Überdreht aus der Kita?
Müde ganz gewiss sogar. Sie hat erst vor ca. 2 Monaten aufgehört Mittagsschlaf zu machen. Momentan bringen wir beide 18.30/19 uhr ins Bett weil sie so hinüber sind. Sie schläft ca. von 19/19.30 bis 6
Überdreht manchmal. Manchmal kommt sie heim mit dunklen Augen und du siehst sie ist einfach platt und es tut sich nimmer viel (wir holen sie zwischen 15 und 15.30). Das sind die Tage wo sie um 17.30 schon von selbst sagt sie will Zähneputzen. Manchmal ist sie fröhlich überdreht aber irgendwo kippts und sie schreit uns und ihren Bruder immer an. Alles was man macht ist falsch.
IrisMads hat geschrieben: 22.04.2022, 20:44 Verhalten " kopieren " aus der Kita ? ( Gespräch mal mit Erziehern suchen, wie sie sich dort verhält)
Einen Puffer bauen, wenn möglich Zeit nehmen und einen Raum Kuscheltier oder Puppe und ihren Frust/Wut rausschreien lassen ?
Ohja ganz bestimmt. Mein Mann hat sie auf einen Geburtstag begleitet und meinte die reden und krähen grad alle wie Babys rum. Und wir dachten das sei nur sie, weil sie eben ein baby daheim hat.
IrisMads hat geschrieben: 22.04.2022, 20:44 Ich glaube nicht, dass deine Kleine den Bruder nicht mag oder ihm Angst machen will. Ich denke, sie muss verarbeiten wie er sich entwickelt. Jetzt läuft er, weint und kreischt vielleicht auch msl wenn etwas nicht klappt. Und das kennt sie nicht.
Danke ja das kann sein. Eine zeitlang hat sie seine Erfolge richtig gefeiert, aber im Moment "nervt" er sie nur, soll weg, wird angeschrien, geschubst - er soll sie weder anfassen noch anschauen. Aber ja, vielleicht fühlt sie sich "bedroht" weil sie nun nimmer so leicht ausweichen kann? Er ist auch recht groß - kommt also schnell mal wo ran wenn er aufsteht. Er ist nichtmal 10cm kleiner als sie mit seinem 1 Jahr :lol:
Abendessen ist immer das schlimmste. Heut haben sie sich minutenlang mit Nein! angeschrien .... ja das ist sein erstes und einziges Wort bisher - denn das hört er so oft in allen möglichen Tonlagen von ihr - als tadelndes Neinneinein und auch einfach mal mitten ins Gesicht gebrüllt. Ich glaube er denkt mittlerweile sie heißt Nein. :roll:
DerStoepsel hat geschrieben: 22.04.2022, 21:15 Falls du Zeit zum lesen findest kann ich dir das Buch „so viel Freude so viel Wut“ von Nora Imlau empfehlen.
Und das Geschwisterbuch vom gewünschtesten Wunschkind. In deren Blog gibt es dazu auch Einzelartikel.
Danke wollte ich mir zulegen, aber sogar beim Geschwisterbuch bin ich gradmal im Wochenbett zu den wichtigsten 3 Kapiteln gekommen und seitdem hatte ich kein Buch mehr in der Hand. "Hören" kann ich hier sowieso vergessen und Spaziergänge sind nicht möglich. Jedes Rausgehen ein Krampf mit Diskussion und Schreierei obwohl sie eigentlich eh möchte. Aber bis wir mal geklärt haben welches Fahrzeug, welche Hose, dass sie eine Jacke braucht, nicht ohne Schuhe gehen kann, ihr Schlafkissen nicht in die Sandkiste mit darf, dass ich nicht den riesigen Bollerwagen raustrage für 50m vorm Haus ... draussen gehts meist aber dann ist nach kurzer Zeit "alles so anstrengend!" ich soll sie tragen obwohl wir einen Kinderwagen haben, sie hat Hunger, Durst, will ihren Schnulli alle 2 minuten muss ich stehenbleiben und ihr was darreichen. Der Bub hat auch nach 20 min genug vom Sitzen und will raus ... Spaziergänge sind also out.
AllerLiebst hat geschrieben: 23.04.2022, 11:55 Hat sie einen eigenen Bereich, wohin sie sich zurückziehen könnte? Könntest Du Ihr Alternativen anbieten? In einem anderen Raum oder im Garten schreien? In ein Kissen boxen? Trommeln? Beim gewünschtesten Wunschkind wird die Methode des “Schiebens“ erklärt. Das funktioniert hier oft ganz gut bei Tobsuchtsanfällen (und die Mittlere hat einige davon - ich kann deine Erschöpfung gut nachfühlen).
Wir haben nur 1 Kinderzimmer das bislang aber nur von ihr zum Schlafen benutzt wurde. Gespielt wird eigentlich im Wohnzimmer. Gestern haben wir dann probiert dass sie ihre Fernsehzeit im Zimmer verbringt und dort auf nem Tischchen Essen und Trinken hat. Natürlich sollte einer von uns immer wieder mal danebensitzen, ist ok. Sie sagt ja auch immer sie will ihre Ruhe haben (Lass mir in Ruhe!!! schreit sie auch wenn wir was sagen was sie nicht hören will.) Der Bruder soll sie in Ruhe lassen. Der weint dann vor der Tür - der Papa versucht abzulenken. Nach 1h Ruhe haben schreit sie ihn immernoch an sie will ihre Ruhe. Heute hab ich anschließend noch 1h mit ihr hinten gespielt und sie war sehr vergnügt, aber dann ist es wieder eskaliert als wir zumindest 1x raus wollten. Draussen wars wieder fein. Drinnen wieder Schreien und NEEEEEIN!
Gerne möchte ihr diese Ruhezeit geben, ihr das Zimmer als Ruhepol geben. Aber ich hab nicht das Gefühl dass es das ist was sie braucht ... was genau "Ruhe" bedeutet.
Sie haut eigentlich nicht (bzw wars nur eine kurze Phase wo das auch im Kiga aufkam). Ich hab auch nicht das Gefühl dass da körperlich was raus muss - schreien halt. Aber das kommt so aprupt und unkontrolliert dass sie es nicht umlenken kann oder in ein Kissen. Das ist eher wie ein Reflex. Schieben tut sie mich oder den papa auch wenn sie wütend ist, bei einem 1 jährigen Steh anfänger aber auch keine Lösung - 2 mal ist er da schon rücklings nach hinten auf den Fliesenboden gefallen.
AllerLiebst hat geschrieben: 23.04.2022, 11:55 Du schriebst vom Fernsehen nach der Kita. Ich verstehe, dass das für alle Beteiligten zunächst als Entlastung erscheint, aber ... gerade bei meiner Mittleren beobachte ich, dass Medienkonsum (z.B. mehrere Hörspiel Folgen oder lange Zeit tiptoi) zu noch mehr Ausrastern hinterher führen. Und gerade die Zeit nach der Kita ist da mMn besonders kritisch. Meiner Erfahrung nach funktioniert in Ruhe Bücher lesen und dabei etwas Obst oder Gemüse essen zum Runterkommen und Auftanken am besten.
Das hat sich eigentlich nur etabliert weil es auch wirklich funktioniert hat. Sie kam heim, ass was, sah 30 min fern und dann sprang sie von selbst auf und wollte noch mit mir raus. Seit sie mittags nichtmehr schläft werden daraus auch mal 1h oder mehr und sie will und kann nixmehr machen. Alles anstrengend, "mama du musst ..." ist dann ihr liebster Satz. neben ihr sitzen, ihr was zum essen bringen, mit ihr schauen, sie streicheln, mit ihr puzzeln - bei allem macht sie dann aber nichtmehr mit sondern liegt nur daneben und lässt mich machen. Das war früher ganz anders ... letzten Sommer ist sie oft um 17.30 noch mit mir raus zum Spielplatz und den ganzen Weg heim gelaufen und war fröhlich. Derzeit trauen wir uns um 17.30 nirgends mehr hin und schicken auch jeden Besuch nach Hause ...
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von IrisMads »

Habt ihr versucht ihr einfach mal 30 Min. Schlaf zu gönnen nach der Kita oder in der Kita ?
Ich komme nicht umhin, dass sie einfach müde ist und selbst nicht weiß, wohin mit sich.
Vielleicht denke ich auch zu einfach.
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von Kaba »

Ich würde, glaube ich, bei der Müdigkeit ansetzen - ab 6 wach und dann bis 15.30 in der Kita ist in dem Alter vielleicht auch einfach wahnsinnig anstrengend. Hier wurde der Mittagsschlaf letzten Herbst/Winter abgeschafft, sie schläft allerdings morgens bis halb 8/8. Die Nachmittage, vor allem nach der Kita, finde ich aber auch manchmal echt grenzwertig, weil sie einfach soo müde ist. Ist vielleicht bei euch ein kurzer Mittagschlaf doch noch eine Option?

Ansonsten ist hier die Stimmung draußen immer besser als drinnen, am besten auf einem Spielplatz mit viel Sandelzeug. Aber du schreibst, raus gehen funktioniert auch nicht so gut? Wenn das Losgehen stressig ist, würde ich direkt nach der Kita noch auf den Spielplatz oder so.
Und hier funktioniert es bei Übermüdung am besten, je weniger sie selbst entscheiden muss - also auf keinen Fall fragen, was sie machen will, sondern einfach mit der Duplokiste auf den Boden setzen und anfangen zu spielen/Bastelsachen und Obstteller auf den Tisch stellen und sich hinsetzen etc.
Manchmal gibt es hier auch Fernsehen, vor allem wenn ich selbst auch kaputt bin, aber je müder sie ist, desto mehr Drama gibt es, wenn ich dann wieder ausmache...
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von Kaba »

IrisMads hat geschrieben: 23.04.2022, 20:33 Habt ihr versucht ihr einfach mal 30 Min. Schlaf zu gönnen nach der Kita oder in der Kita ?
Ich komme nicht umhin, dass sie einfach müde ist und selbst nicht weiß, wohin mit sich.
Vielleicht denke ich auch zu einfach.
Ah, das hatte ich noch nicht gelesen. Genau, selber Gedanke.

Wie ist sie denn z.B. vormittags am Wochenende drauf?
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Re: 3,5 Jahre - Willkommen im Irrenhaus

Beitrag von Reh »

Zu dem Thema, dass deine Große alles intensiver wahrnimmt, erlebt, auslebt, kamen ja schon einige Ideen. Mir kam auch "So viel Freude, so viel Wut" in den Sinn.

Allerdings möchte ich zum Thema kleiner Bruder was sagen. Wir haben hier einen sehr ähnlichen Altersabstand, sind euch aber etwa ein Dreiviertel Jahr voraus. Vor einem Dreiviertel Jahr war es hier auch so, dass der große den kleinen aus dem Nichts angeschrien hat, oft sogar grundlos zu ihm hingegangen ist und ihn geschlagen hat. Es hieß auch so oft "weeeeg, lass mich in Ruhe!". Ich habe uns in vielen Punkten deiner Beschreibung wieder gefunden.
Das ist alles besser geworden, vllt so in den letzten zwei, drei Monaten - kurz vor dem 4. Geburtstag des Rehleins, und zu dem Zeitpunkt, an dem das Rehkitz Anweisungen des Rehleins im gemeinsamen Spiel halbwegs befolgen konnte.
Jetzt spielen sie ab und zu richtig gut zusammen. Das Rehlein haut nicht mehr immer jedes Mal sofort drauf, wenn es sich subjektiv geärgert fühlt - und das Rehkitz geht trotz der Attacken damals immer noch freudig auf das Rehlein zu, vermisst es, freut sich, wenn es wieder kommt...
Vllt gibt dir das Hoffnung für die Geschwisterbeziehung.
5 * im Herzen, Rehlein 02/18, Rehkitz 07/20, Reh-Mini 03/23

Ich kann Groß- und Kleinschreibung, mein Handy nicht immer...
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