Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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ShinyCheetah
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von ShinyCheetah »

Du kannst deinen Thread heute Abend melden, damit sich eine Stillberaterin hier um dich kümmert :) Es kann sein, dass er untergeht (es haben ja ein paar Leute geantwortet, da kann es schon mal untergehen, dass es dringenden Beratungsbedarf gibt).

Druck rausnehmen ist mit kleinem Baby immer gut :)

Du schreibst, du hast eine Creme gegen Soor da. Was denn für eine? Wenn du anfängst, darauf hin zu behandeln, sollte das Baby mit einem Mundgel mit gleichem Wirkstoff zeitgleich mitbehandelt werden.

Du schreibst, am schlimmsten ist das Anlegen nachts, wenn dein Baby mit Hunger aufwacht. Wie ist denn eure Schlafsituation? Eigentlich muss es gar nicht so weit kommen, dass Babys nachts vor Hunger wach werden. IdR merkt man schon lange vorher, dass sie unruhig werden, sich hin und her drehen, schneller atmen und sowas. Das ist dann der Moment, die Brust hinzuhalten :) Im Allgemeinen machen die Babys dann im Halbschlaf ganz entspannt den Mund weeeit auf, docken an und trinken ganz ruhig. Wenn sie fertig sind, docken sie von alleine ab und schlafen weiter. Nachts fließt die Milch leichter, auch das macht es eigentlich einfacher. Kann es sein, dass du nachts zu lange wartest mit dem Stillen? Oder nicht mitbekommst, wenn dein Baby frühe Hungerzeichen zeigt (Augen unruhig bewegen, hin und her drehen, Lippenbewegungen etc. pp)? Am besten fürs Stillen ist tatsächlich, wenn das Baby mit im eigenen Bett schläft (Familienbett) oder direkt neben einem im Beistellbett, das mit dem Elternbett verbunden ist.

Du schreibst du pumpst jetzt gerade. Wie bekommt dein Baby die Milch? Per Flasche? Das ist in eurer Situation leider keine gute Idee, da das zu einer Saugverwirrung führen kann. Die Trinktechnik an der Brust ist eine völlig andere als an der Flasche. Ein Unterschied ist, dass Babys beim Trinken an der Flasche den Mund viel weniger weit aufmachen müssen als beim Stillen - siehst du das Problem? ;) Du willst euer Problem ja nicht noch verstärken. Mit ein bisschen Pech verweigert dein Baby die Brust irgendwann komplett und du bist ruck zuck ungewollt in einer Abstillspirale. Du könntest versuchen, stillfreundlich per Becher zuzufüttern, aber irgendwodran muss dein Baby ja saugen dürfen und außer der Brust kann leider alles zu einer Saugverwirrung führen...

Zum Cortison solltest du definitiv nochmal einen anderen Arzt befragen. Ich hab den Embryotox-Artikel zu Prednisolon mal gelesen, das ist ein Kortison-Wirkstoff:
https://www.embryotox.de/arzneimittel/d ... ednisolon/

Das klingt alles recht unproblematisch, allerdings muss man halt drauf achten, dass das Baby die Creme nicht direkt selbst aufnehmen kann, d. h., Brust eincremen und dann Stillen ist nicht so toll. Ich bin keine Stillberaterin und kein Arzt, darum weiß ich nicht, welches Vorgehen dann am besten wäre - falls Cortison bei deinem Problem überhaupt zielführend ist. (Ich persönlich würde eher das Pilzmittel ausprobieren...) Also vielleicht macht es Sinn, eine Seite zu cremen und dann x Stunden lang (4?) nur die andere Seite zu stillen, im Wechsel. Oder es reicht, unmittelbar vor dem Stillen Cremereste abzuwischen. Oder man muss die Brust unmittelbar vor dem Stillen richtig abwaschen. Wenn Cortison dann tatsächlich hilft, muss man das ganz vorsichtig wieder ausschleichen, sonst kommt das Problem schnell wieder. Also, ich würde versuchen einen stillfreundlichen Arzt zu suchen, der bereit ist, mit Embryotox zu telefonieren und die Details zu klären.
mit Sohn F (Ende September 18)
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von Mondenkind »

Hallo, ich melde mich morgen.
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von UnbreakableLemon »

Familienbett haben wir, ich werde glaub ich sofort wach sobald sie sich nur ein bisschen bewegt :-)

Zwischenstand beim Pumpen ist, dass jetzt keine schnelle Besserung aufgetreten ist. Insgesamt frag ich mich auch, ob Kortison da was bringt, da die Haut nicht verletzt ist, eher das Gewebe. Die Brustwarzen werden auch nach dem Pumpen weiß, in dem Moment tut es aber nicht weh. Mit ner Stunde Abstand brennt es dann und ist sehr berührungsempfindlich. Kann da dann doch primär Vasospasmus die Ursache sein? Da ich schon seit Monaten Magnesium, Calcium und vitamin b6 nehme, wäre die letzte Möglichkeit dann Nifedipin, oder? Hatte den Vasospasmus bislang eher als Symptome einer schlechten Technik gesehen. Auch hab ich seit ich Pumpe öfter Knoten in der Brust, die ich dann mit Wärme und Massage bei, bevor es zum Stau kommt. Das hatte ich beim Stillen nie...

Bin mal gespannt, was Mondenkind meint.
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von Mondenkind »

Hallo, entschuldige bitte die verspätete Antwort.

Erstmal Hut ab vor deinem Durchhaltevermögen, seit 11 Wochen mit Schmerzen zu stillen. Das ist eine große Belastung! Du hast ja schon vieles probiert und scheinst gut informiert und kompetent im Umgang mit den verschiedenen Infos und Empfehlungen.
hebamme und Kia sagen schmerzen seien normal
Definitiv nicht normal!
Hautarzt stellt irritatives ekzem fest aber meinte, da kein Cortison geben werden kann wegen stillen, könne man wenig machen) versucht.
Wenn nötig kann Cortison auch in der Stillzeit auf der Brust angewendet werden. Hast Du mal ein Foto? Gern per PN.

Zur Stillposition wenn das Baby den Mund nicht weit aufmacht: hast Du mal Laid back nursing probiert? ZB wie hier Laid back nursing. Du findest unter den Stichworten "Laid back nursing" oder "intuitives Stillen" viele Videos dazu.

Schmerzen beim Pumpen kommen meist durch die falsche Haubengröße und/oder zu starken Sog. Womit pumpst Du?
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von UnbreakableLemon »

Vielen Dank, Mondenkind, für Deine Antwort. Nach 5 Tagen (fast) ausschließlichem Abpumpen haben sich die Brustwarzen kaum gebessert. Kann ich dann davon ausgehen, dass es zumindest nicht ausschließlich an der Trinktechnik liegt?

Laid back nursing habe ich auch schon gemacht, am Anfang ging das gut, zuletzt tat auch das weh. Ich hab einfach das Gefühl, die Reizung klingt nicht ab, ob ich stille oder pumpe. Beim Pumpen sind es nicht direkt Schmerzen, eher so Nadelstiche und danach auch das Brennen und extrem berührungsempfindlich. Auch beim Stillen war es währenddessen meist eher unangenehm als schmerzhaft, aber dann danach halt auch stechen und brennen.

Können Schmerzen bei Vasospasmus auch erst nach dem Krampf auftreten oder schmerzt es immer nur, wenn die BW grade weiß sind? Bei mir schmerzt es beim weißwerden direkt nicht, eher später, und ist wie beschrieben extrem berührungsempfindlich.

Frage zum Soor/Bakterien: ist es nur der Milchgangsoor, der nicht im Abstrich nachzuweisen ist, oder auch der 'normale'? Sind Bakterien immer nachweisbar? Wie schon geschrieben, Abstrich aus ausgestrichener MuMi Anfang Januar war negativ für pathogene Keime. Mein Gyn war auch auf dem Stand, man könne in der Stillzeit keine Medikamente einnehmen (und war auch überhaupt schon gegen den Abstrich), was ja so nicht korrekt ist, da werde ich mich auch mal anderweitig umschauen müssen...

Ich pumpe mit der Medela Symphony, Haubengröße S, also die kleinste. Die BW reibt nirgends, wenn überhaupt wird zuviel von Vorhof mit eingezogen. Aber tatsächlich zieht es auch da eher in die Bw-Spitze, die auch gerötet ist.

Fotos schicke ich Dir spätestens morgen früh, sobald ich gutes Licht dafür habe.

Danke schonmal für die Unterstützung!
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von delfinstern »

Du arme.
Bei mir tut das Weiße auch nicht weh, eher hinterher oder vorher(?). Extrem empfindlich.
Klingt ähnlich wie bei mir. Da wars wohl eine Kombi aus Soor und Vasospasmus. Wurde der Pilz besser, war die Brustwarze weniger empfindlich und weniger weiß. Gute Besserung.
Liebe Grüße
Delfin*
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von Glyzinie »

Guten Abend,

Ich meine, dass die Haube die BW komplett bedecken sollte. Das Baby nimmt ja auch alles in Mund.
Mit eiligem Piffi (11/2016)
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von UnbreakableLemon »

delfinstern hat geschrieben: 12.02.2022, 20:01 Du arme.
Bei mir tut das Weiße auch nicht weh, eher hinterher oder vorher(?). Extrem empfindlich.
Klingt ähnlich wie bei mir. Da wars wohl eine Kombi aus Soor und Vasospasmus. Wurde der Pilz besser, war die Brustwarze weniger empfindlich und weniger weiß. Gute Besserung.
Danke für Deinen Beitrag, delfinstern. Mm, das könnte natürlich sein. Hast Du den Pilz mit Creme (wenn ja welche?) in den Griff bekommen oder war Fluconazol notwendig? War der Soor nachgewiesen, auch beim Baby zu sehen (bei uns definitiv nicht), oder wie auf Verdacht behandelt? Ich versuche alles ;-)
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von delfinstern »

ich hab nur auf Verdacht behandelt. Alles andere an Tips hat nicht funktioniert, das war quasi die letzte Idee. Mein FA war nicht sonderlich hilfreich, daher hab ich mir die Creme und das Mundgel einfach selber gekauft. Kia hab ich nicht gefragt. Beim Baby war nichts zu sehen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob der Sch*** vollständig weg ist, ab und zu tut es noch 1-2 Tage weh, aber meistens hilft Bepanthen und Octenisept. Das Mundgel hat das Baby allerdings nicht sonderlich regelmäßig bekommen. 2 Tage hat es das mitgemacht, danach brauchte es nur das Gel riechen und der Mund war zu.....Der Knirps verweigerte ab dem ersten Mal "Smeckt nicht bähhhh" das Gel. Ich habe die ersten Tage mit allem "draufgehauen" was ich wusste: Magnesium, Vit-B-Komplex, Octenisept (falls Infektion), Pilzcreme, Bepanthen (zwischendrin), Wegwerfstilleinlagen ( *heul* ). Ich hab an Weihnachten nochmal auf Mehrwegstilleinlagen gewechselt, dann habe ich nochmal gecremt..... Jetzt ist es ok, ich nutz aber nur noch Wegwerfeinlagen oder Taschentücher.
Liebe Grüße
Delfin*
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Re: Seit fast 3 Monaten Schmerzen beim /durchs Stillen, kurz vorm Aufgeben

Beitrag von Mondenkind »

Ich habe Deine Fotos bekommen. So richtig was draus ableiten kann ich leider nicht.
UnbreakableLemon hat geschrieben: 12.02.2022, 19:52 ist es nur der Milchgangsoor, der nicht im Abstrich nachzuweisen ist, oder auch der 'normale'?
Was meinst Du damit genau, was meinst du mit "normal"?
UnbreakableLemon hat geschrieben: 12.02.2022, 19:52 Sind Bakterien immer nachweisbar?
Auf der Haut leben immer Bakterien, und auch Pilze.
UnbreakableLemon hat geschrieben: 12.02.2022, 19:52 Wie schon geschrieben, Abstrich aus ausgestrichener MuMi Anfang Januar war negativ für pathogene Keime.
Muttermilch enthält verschiedenste keimtötende Inhaltsstoffe, ein Keimnachweis ist selten sinnvoll und fast nie machbar aus Muttermilch.
UnbreakableLemon hat geschrieben: 12.02.2022, 19:52 Mein Gyn war auch auf dem Stand, man könne in der Stillzeit keine Medikamente einnehmen
Das ist natürlich Quatsch.
UnbreakableLemon hat geschrieben: 12.02.2022, 19:52 Die BW reibt nirgends, wenn überhaupt wird zuviel von Vorhof mit eingezogen.
Die Pumpe sollte richtig gut passen, nicht zu klein und nicht zu groß sein.

Der häufigste Grund für schmerzhafte Brustwarzen ist ein Problem beim Anlegen bzw der Saugtechnik des Kindes.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

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