Labello86 hat geschrieben: 01.02.2022, 19:03
Jetzt war ich neugierig und habe über rahmengenähte Schuhe recherchiert und jetzt verstehe ich gar nichts mehr

nicht mal das, was ich selbst auf der letzten Seite geschrieben habe, kann ich mir noch erklären.
Wo soll denn der Vorteil gegen eine normale Außennaht sein? Im Endeffekt baut man ja nur eine Schicht Leder zwischen Schaft und Brandsohle ein und hat dann 2 Schichten Leder innenliegen, die man entweder ausgleichen oder abschneiden muss, oder?
Meinst du die Schuhform wird schöner, wenn die Naht innenliegt? Wäre dann rar nähen und wenden keine Option?
Also zuerst will ich nochmal sagen, dass meine Version von rahmengenäht sicher nicht viel mit dem zu tun hat, was man bei Qualitätsschuhen unter rahmengenäht versteht

Nicht, dass irgendwer hier solche Qualitätsschuhe tragen wollen würde, ich finde, die sehen furchtbar hart und unbequem aus
Wie genau das bei echten rahmengenähten Schuhen gemacht wird, hab ich auch nicht in allen Details verstanden, wo ich gelesen hab, stand noch irgendwas von Einstechnähten und Schießmichtot, was danach klang, als bräuchte man auch extra Maschinen/Werkzeug oder vielleicht wird das auch sogar mit speziellen Nadeln handgenäht, idk
Mich hat im Wesentlichen diese Idee von dem Streifen, auf den man dann die Außensohlennaht setzen, nicht mehr losgelassen

Nen traditionellen rahmengenähten Herrenanzugsschuh herzustellen ist also eh nicht mein Ziel
(Das hast du auch nicht gesagt, ich weiß

)
That being said xD -
Warum nicht einfach rar und wenden (ich nehme an, du meinst Oberschuh und Brandsohle rar)?
Erstens geht das mit Releda nicht, das ist zu steif zum wenden. Das ließe sich natürlich einfach lösen, indem man Leder für die Brandsohle nimmt, aber dass ich die Releda-Variante mag, hab ich ja hier schon öfter verraten
Zweitens: Weil man dann das gleiche Problem hat, wie wenn man sich an die Barfoots-Ohne-Sohlennaht-Anleitung hält: keine ebene Fläche zum Kleben der Laufsohle. (Larala hat die rar Variante, soweit ich weiß, mal probiert und bestätigt, dass das für die Haltbarkeit der Laufsohle genauso Murks ist wie die Barfoots-Variante.)
Zusätzlich dürfte die Naht auch eine Schwachstelle bei Feuchtigkeit sein.
Die Tiptaps werden mWn laut Anleitung so genäht, da wird dann noch empfohlen, das mit so ner Sohlenreparaturpaste abzudichten.
Überzeugt mich insgesamt null.
Fazit: Rar und wenden ist super für Puschen, die keine Laufsohle kriegen, alles andere brauch ne andere Lösung (meine total unbescheidene Meinung

)
Vorteile von rahmengenäht gegenüber normaler Sohlenaußennaht
... bzw sollte ich schreiben "erhoffte Vorteile" solange ich es noch nicht ausprobiert habe ...
- bei meinem Prototypen vom Wochenende gefällt mir die Optik mit dem mehrfarbigen "unter" der Sohlennaht irgendwie nicht (bei Schuhen mit Umrandung ist das irgendwie anders). Ich gucke das einfach an und denke "hm, eigentlich lieber so nicht, ne"

. Ein schlichter schwarzer optisch zurücktretender schmaler Rahmen könnte das Problem lösen (to be verified)
- (was rinalinchen auch bereits schrieb und vermutlich mit weniger Geschwafel als ich) man verbindet durch dem Rahmen den Vorteil der Außensohlennaht (Laufsohle haltbar) mit der schöneren Form der Ohne-Außensohlennaht-Variante
(insbesondere gibt es Schuhe wie die Ballerinas, die mit Außensohlennaht vorne zu flach werden: blätter mal hier zurück bis letztes Frühjahr, da habe ich Ballerinas mit Außensohlennaht probiert und meine Tochter hat sie zwar gerne getragen, es war aber alles andere als optimal).
Durch das rar Nähen mit dem Streifen und dann NZ nach innen wenden kriegt der Schuh nochmal eine ganz andere Form