Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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cavaillona
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Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von cavaillona »

Hallo in die Runde,

ich wende mich nochmal an Euch, da ihr mir schon beim letzten Mal so toll geholfen habt. :) Meine Tochter hat Dank der tollen Tipps mittlerweile ganz toll zugenommen, wir haben nun das Geburtsgewicht mit guten 6 Monaten auch verdoppelt und unser Kinderarzt möchte uns nun auch bis zur U6 nicht mehr sehen. Also insoweit war nun alles prima.

Ich habe mich an die Tipps hier gehalten und meine Tochter schön kalorienreich mit Beikost gefüttert, da sie ein absoluter Breijunkie ist, kann es ihr da nicht genug geben - morgens mittags abends je 200 Gramm sind kein Problem, gerne auch mal hier und da eine ganze Banane, sie futtert wirklich gerne.

Passend dazu musste das Kind nun vor gut zwei Wochen auch die ersten Zähne bekommen.

Letzte Woche hat es angefangen, dass sie mich beim Stillen gebissen hat. Seitdem ist der Wurm drin und ich habe das Gefühl, meine Milchmenge wird täglich weniger. :( Ja, man liest überall, dass Zähne kein Grund zum Abstillen sind. Und ich MÖCHTE ja auch gar nicht abstillen.

Momentan ist es aber so, als habe sie verlernt, wie man stillt - sie kaut auf dem Nippel rum, löst den Milchspendereflex oft gar nicht erst aus, stemmt sich dann weg und ist wahlweise sauer oder lacht. Wenn sie durstig ist, ist das so total frustrierend, sie wird dann immer zorniger, beißt irgendwann feste zu, ich zucke zusammen, sie erschreckt sich ebenfalls, dann weint sie. Letzte Woche war es so schlimm, dass ich fast mitgeheult hätte, es tut irre weh und es verlangt mir die komplette Selbstbeherrschung ab, sie nicht grob von der Brustwarze zu ziehen oder laut zu fluchen.

Unsere Tage sind seitdem wirklich durchwachsen - mal klappen die Stillmahlzeiten richtig gut, dann wieder gar nicht. Zwischendurch gibt es Tage, an denen ich nicht weiß, ob ich heute schonmal "richtig" gestillt habe. :( Und das macht mir Angst, weil ich das Gefühl habe, auf dem besten Weg zum Abstillen zu sein.

Momentan sieht es so aus:

Wir stillen morgens direkt nach dem Wachwerden. Normalerweise hat das immer super geklappt, im Moment ist das oft nicht der Fall. 50/50, würde ich sagen.
Nach dem Anziehen gibt es für sie Getreidebrei mit Obst, eine große Schüssel voll (bestimmt 200 Gramm).
Danach schläft sie, gut und gerne 2 Stunden.
Gegen Mittag lege ich sie wieder an, das klappt häufig ganz gut, aber auch nicht immer. Am frühen Nachmittag isst sie herzhaften Brei, auch gerne an die 200 Gramm. Danach spielt sie, schläft nochmal.

Jetzt gleich wäre wieder Zeit zum Stillen, aber heute habe ich noch nicht einmal so wirklich richtig gestillt glaube ich. Ein paar Schlucke sind im Kind, aber entweder ist alles andere spannender, es wird gebissen oder sie liegt einfach nur in meinem Arm und strahlt mich an. ;)

Abends läuft es dann oft besser, es gibt dann nochmal Abendbrei und später dann stillt sie immer mal wieder. Einmal definitiv noch vor dem Einschlafen und einmal in der Nacht.

Ich habe einfach Bedenken, dass zu wenig Flüssigkeit im Kind landet, dass ich irgendwann gar keine Milch mehr produziere. Es fühlt sich alles schon so leer an.

Ich habe teilweise das Gefühl, dass ihr der Milchspendereflex zu lange dauert und sie daher lieber auf den Brei wartet. Und dass sie es überhaupt eher langweilig an der Brust findet - ein echter Brustjunkie ist sie jedenfalls nicht. Sie möchte auch nicht einschlafgestillt werden, am Liebsten schläft sie bei ihrem Papa im Arm.

Wie kriege ich das Ganze wieder besser ans Laufen? Habe nun wieder angefangen, Bockshornklee zu nehmen, das erleichtert gefühlt den Milchspendereflex und reduziert die Ungeduld.

Vielleicht hat jemand Ideen.
Lösche Benutzer 27615

Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Lösche Benutzer 27615 »

Meine hatten immer so mit drei Monaten den ersten Zahn. Ich habe immer das gemacht, was mir meine Hebamme geraten hat, als sie die Spitzen des ersten Zahns gesehen hat - wenn zugebissen wird, Baby heranziehen. Dann kriegt es keine Luft und löst das Kiefer. Funktioniert schnell und problemlos. Dann Baby weglegen und ruhig aber ernst sagen "Nein! Nicht beißen! Da beißen!" und Beißring anbieten.
Wenn das Baby schon vor dem Anlegen frech dreinschaut, dann lege ich gar nicht an bzw. achte darauf, ob da ein kleiner Piranha zubeißen will. Das hatte der Große nicht, der Kleine (5 Monate) jetzt aber schon. War nach drei Tagen aber auch erledigt.
Es sollte einfach kein Spiel werden.
Viel Glück!
Schnecke106
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Schnecke106 »

Ich fühle mit Dir! Wir hatten auch mehrere Phasen mit viel beißen, teilweise hatte ich richtige Wunden. Bei uns war es meistens, wenn neue Zähne gerade frisch da waren. Die hat er liebend gerne ausprobiert.

Aus welchen Gefäßen trinkt sie denn Wasser? So Trinklernbecher mit Aufsatz können beißen wohl mitunter begünstigen.

Ich glaube, so Phasen, in denen die Brust nicht so wichtig ist, gibt es immer mal. Essen ist jetzt gerade spannend und anscheinend schmeckt es ihr. Es werden vielleicht auch wieder Zeiten kommen, wo die Brust bevorzugt wird. Die Milchmenge kann dann in der Regel schnell wieder hoch gefahren werden.
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Larala
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Larala »

Ich vermute, dein Baby betrachtet das als lustiges Spiel. Mal schauen, ob Mama wieder so lustig schreit. Ich würde es genauso machen wie Solina schreibt. Deutlich "Nein" sagen und sofort eine Alternative zum Beißen anbieten.
Wenn du bei jedem Stillen gestresst bist und Angst hast, sie könnte wieder beißen, erklärt das vielleicht auch, warum die Milch nicht fließen will. Für den Milchspendereflex braucht es nämlich Oxytozin, das Entspannungshormon.
Wenn das Baby ruhig in deinem Arm liegt und dich anstrahlt, hat sie einfach keinen Hunger. Du könntest probieren sie vor dem Essen anzulegen, damit sie mehr trinkt. Danach wird sie vermutlich von dem Brei weniger essen. Über die Flüssigkeit würde ich mir nicht so viel Sorgen machen. In Brei steckt ja auch viel Wasser.
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cavaillona
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von cavaillona »

Danke euch erstmal,

ich habe natürlich viele Artikel zum Thema Beißen gelesen und schiebe sie natürlich weg und sage bestimmt "nein". Das klappt so weit auch, auch durch genaues Beobachten kann ich erkennen, ob sie gerade Unfug im Kopf hat oder es nochmal ausprobieren will - also konzentriere ich mich im Moment beim Stillen aufs Stillen. Das mit dem Beißen ist schon besser geworden, aber ich habe halt einfach das Gefühl, dass es seitdem einfach nicht mehr so will, wie davor.

Ich habe einfach den Eindruck, dass der Milchspendereflex häufig auf sich warten lasst und mein Baby dann auch gerne auf den Brei wartet bzw. sie eben ungeduldig wird.

Ich weiß halt auch nicht, wieviel Milch in dem Alter noch normal ist, wenn sie 3 recht große Mahlzeiten zu sich nimmt. Einmal nachts Stillen ist ja eigentlich auch schön, zumindest für den elterlichen Schlaf und es ist ja auch natürlich, dass das Stillen weniger wird, wenn sie mehr isst. Da ich an dem Punkt noch nie so war, habe ich einfach Angst, dass die Milch irgendwann ganz wegbleibt und ich mich unfreiwillig abstille. Das Vertrauen, dass schon was da ist, wenn sie es möchte, habe ich dann einfach nicht.

Mir fehlt auch einfach der Vergleich, wieviel andere Kinder an der Brust in dem Alter noch trinken. Meins nimmt oft einfach nur ein paar Schlucke und ist dann zufrieden. Dann gibt es wieder was rumzukullern, zu spielen oder die Schwester macht Quatsch. Aber es kommt mir einfach sehr sehr wenig vor, was sie im Moment noch trinkt.
Schnecke106
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Schnecke106 »

Es gibt irgendwo eine kurze Liste, wie viele Stilleinheiten ein Baby ungefähr haben sollte um die Milchmenge aufrecht zu erhalten, ich glaube im Zusammenhang damit wie oft Beikost je nach Alter angeboten werden sollte. Leider finde ich sie gerade nicht, aber vielleicht jemand anderes.

Ich verstehe Deine Sorgen, dass die Milch nicht mehr reichen könnte - wenn man einmal Sorge um das Gewicht hatte, ist es mitunter schwierig Vertrauen zu haben. Für mich hört sich Eure Situation aber nicht bedenklich an (wenn auch anstrengend).
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Theolino »

meintest Du diese Angabe Schnecke106:
Die 24-Stunden-Trinkmenge eines Stillbabys ist von mehreren Faktoren (Alter, Geschlecht, Gewicht, Gesundheitszustand etc.) abhängig. Lawrence und Lawrence geben in "Breastfeeding: A Guide for the Medical Profession", Ausgabe 1999, folgende Durchschnitts-Trinkmengen (in ml, mit Standardabweichung) in 24 Std. an:

jünger als ein Monat 673 +/- 192
1 bis 2 Monate 756 +/- 170
2 bis 3 Monate 782 +/- 172
3 bis 4 Monate 810 +/- 142
4 bis 5 Monate 805 +/- 117
5 bis 6 Monate 896 +/- 122
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Theolino
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Theolino »

Arr vertippt ich meinte dieses hier...
Als grobe Regel gelten folgende Angaben zum Still-/Beikostbedarf:

6-7 Monate: mind. 4-5x stillen, 1-2x essen

8 Monate: mind. 3x stillen, 2-3x essen

9 Monate: mind. 3x stillen, 2-4x essen

10-11 Monate: mind. 2x stillen, 2-5x essen

12 Monate: 2 x stillen, 3-5x essen

Häufigeres Stillen ist natürlich völlig okay.
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Schnecke106
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Schnecke106 »

Ja genau, die meinte ich. Danke für's Raussuchen :-)
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Romerl
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Re: Babys Zähnchen machen mir das Leben schwer und die Milch wird immer weniger...

Beitrag von Romerl »

Auch ich fühle gerade so mit Dir, auch wenn unsere Kleinste nicht mehr so sehr auf das Stillen angewiesen ist, da sie bereits 13 Monate alt ist.

Wenn bei unserer Kleinsten neue Zähne im Anmarsch sind, merke ich es auch an einem veränderten Stillverhalten. Erstens saugt sie viel schwächer und löst dadurch den MSR mitunter sehr spät oder gar nicht aus. Zweitens trinkt sie trotz einsetzendem MSR viel weniger bzw. hört dann einfach auf. Richtig gebissen hat sie mich GsD noch nicht.

Bei uns ist das Stillen während des Zahnens leider kein Hilfsmittel sondern sorgt wohl eher Schmerzen. Dadurch haben sich unsere Stillauszeiten mind. halbiert und selbst dann trinkt sie nicht richtig. Ich merke es leider auch an der Völle der Windeln. Sie trinkt dann auch anderes nicht so richtig. Aktuell habe auch ich Sorge, dass sie sich durchs Zahnen abstillt.

Bei uns läuft das nun auch schon mehr oder weniger ein halbes Jahr so ab - wenn’s gut läuft, mal mit einer Woche Pause, wenn’s schlecht läuft nur einen Tag Pause. Dann beginnt das Drama von vorn.

Wir haben hier schon alle acht Schneidezähne, zuletzt kamen die vorderen vier Backenzähne nahezu gleichzeitig. Jetzt ist es wieder akut und ich vermute die Eckzähne als Übeltäter. Mir bleibt dann auch nichts anderes übrig als Abzupumpen, um den Milchfluss aufrecht zu erhalten und ihr die gute Milch zumindest anderweitig anzubieten.
mit Modell-Junge (9/14), Drama-Queen (07/17) und Flusi (04/20)
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