Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

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Linnunrata
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Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Linnunrata »

Hallo ihr Lieben!

Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit (habe vor 2 Jahren eine Journalismus-Fernausbildung angefangen, weil ich noch was "für den Kopf" haben wollte neben dem Kind) über das Thema Aktive Vaterschaft anlässlich eines neu gegründeten Vatertreffs bei uns in der Stadt.

Mein Mann ist hellauf begeistert, sich dort endlich mit anderen gleichgesinnten Papas austauschen zu können, weil er sich lebensweltlich ziemlich aus seinem alten Freundeskreis rausentwickelt hat. Wir sind inzwischen auch mit dem leitenden Papa (bzw. der Familie) befreundet, der gerade für 2,5 Jahre Elternzeit nimmt während die Mama in vollzeitnaher Teilzeit arbeiten geht.

Wir schwingen bei ziemlich vielen Themen voll auf einer Wellenlänge mit diesen progressiven Familien, die es anders machen wollen als ihre Eltern. Nur ausgerechnet beim Erziehungsthema merke ich, dass die bedürfnis- und bindungsorientierte Erziehung meine Ansichten und unser Handeln eher zum Traditionellen hin beeinflusst. Also z.B. langes Stillen führt zu viel Mama-Verantwortung gerade in den ersten Monaten, lieber später in die Kita und ich bleibe gern ein paar Jahre aus dem Beruf, ich übernehme gerne das Management zu Hause (Stichwort Mental Load). Mein Mann arbeitet Teilzeit (haben unsere finanziellen Wünsche zurückgestellt) und verbringt viel Zeit spielend mit unserem Kind und erledigt Dinge, die ich ihm deligiere.

Und mich würde mal interessieren, wie das denn bei euch ist und ihr das seht? :) Ab welchem Alter des Kindes habt ihr wie viel und welche Verantwortung an den Papa abgegeben? Wer hat dabei das Tempo bestimmt? Haben eure Partner vielleicht die Arbeitszeit reduziert?

Politisch wird mit den Bonusmonaten beim Elterngeld Plus vor allem ein Familienmodell angestrebt, wo beide Elternteile in vollzeitähnlicher Teilzeit arbeiten und im entsprechenden Umfang Betreuungsangebote wahrgenommen werden. Wäre das was für euch oder lebt ihr das sogar?
Mit dem großen Jungen, G *09/2017 und dem kleinen Mädchen L *11/2021.
Bönthi
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Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Bönthi »

Wow, sehr spannendes Thema. Ich erzähle gerne, wie es bei uns ist.
Theoretisch haben wir jetzt im ersten Lebensjahr auch die "klassische" Rollenverteilung. Den ersten Monat hatte mein Mann Elternzeit und seit dem arbeitet er wieder voll. Ich bin die ersten zwölf Monate komplett zu Hause, danach werde ich in Teilzeit wieder arbeiten gehen. Mein Mann nimmt dann noch einen Monat Elternzeit für die Eingewöhnung in der Krippe. Zum einen passt das finanziell so einfach am besten, zum anderen gefällt mir diese Verteilung tatsächlich auch. Ich würde sogar gerne noch länger zu Hause bleiben, dass ist finanziell aber nicht möglich, zumindest Teilzeit muss ich arbeiten. Man muss aber dazu sagen, dass mein Mann im Schichtdienst arbeitet. Er ist also tagsüber viel zu Hause und kann viel mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen, als er es bei einem klassischen Job könnte.
mit Zelli, dem kleinen Zellhaufen (02/20)
Elizi
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Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Elizi »

Bei uns ist es so, dass wir beim zweiten Kind jetzt ab dem 9. Monat beide 50 %arbeiten. Ich wollte einfach nicht mehr so lang zuhause sein und wir hatten das probeweise vor der Geburt des kleinen kinds schon mal 3 Monate, wo es uns super gefiel. Nun arbeitet mein Mann Mo-Do von 7-12 Uhr und ich arbeite von 13-17 Uhr. Am Freitag arbeite ich von 8-12 Uhr. Uns reicht das vom Gehalt her momentan. Wir verdienen auch beide ähnlich viel, sodass wir auf das gleiche rauskommen, wie wenn nur er oder ich arbeitet. Für uns ist das perfekt. Ich konnte es mir nicht mehr vorstellen länger alleine zuhause zu sein mit den Kindern. Ich bin nicht für das 100 % Mama-sein gemacht. Könnte mir es sogar vorstellen 100 %zu arbeiten. Aber es wird wsl darauf rauslaufen, dass wir beide wieder Stunden erhöhen, wenn die Kinder mal in kiga und Schule sind. Von den mental load Sachen ist es auch relativ gut aufgeteilt bei uns. Ich kümmere mich um Sachen wie Kleidung, Schuhe, etc der Kinder und lese Erziehungssachen und so. Außerdem koche ich meistens, weil ich ja vormittags zuhause bin. Mein Mann macht aber deutlich mehr im Haushalt, aufräumen und putzen, einkaufen. Irgendwie fühle ich mich seitdem wir beide arbeiten viel besser und habe nicht mehr das Gefühl, alles sei so ungerecht verteilt. Obwohl ich jetzt weniger Zeit für mich ganz allein hab (vorher hat mein Mann dann jeden Abend die kinder genommen und was unternommen, jetzt wechseln wir uns damit ab). Er "denkt" jetzt auch viel mehr mit und erledigt Sachen, weil er sie selbst bemerkt (wenn was ausgeht oder wir ein Geburtstagsgeschenk brauchen, etc.) außerdem versteht er nun, wie es mir ging und hat viel mehr Verständnis für die Anstrengungen der ganztägigen Kinderbetreuung. Er sagt, dass es für ihn jetzt anstrengender ist, als 40 h zu arbeiten... Und für die Kinder ist es einfach toll, für sie sind wir beide gleichwertige Eltern. Die Bindung ist riesig zwischen ihnen und dem Papa.
Mit Sommerkind 7/17 und Winterkind 12/19
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Myeskathry
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Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Myeskathry »

Bei unseren Großen lief es doch relativ traditionell bei uns. Mein Mann hatte einen weiten Arbeitsweg und ich als Studentin mehr Möglichkeiten als er mir die Zeit für die Kinder einzuteilen.
Nun beim kleinen Edelmann bin zwar ich wieder länger in EZ (will ja auch stillen und passt so finanziell besser) aber mein Mann kann nun zur Arbeit spucken: einmal quer über die Dorfstraße. Dadurch und auch weil sein Chef uns sehr als Familie unterstützt hat er wahnsinnig viel mehr Zeit für die Kinder und besonders den kleinen Edelmann. Im Sommer hatte er ihn gerne für Gartenarbeiten in der Trage, macht sich die von alleine um, etc. Auch dass der kleine Edelmann eine Hausgeburt war hat sehr zum Vater-Sohn-Bonding beigetragen. Solch eine gute Beziehung hatte und hat mein Mann mit den Großen nicht! Der Zeitfaktor macht echt viel aus.
Liebe Grüße
Myeskathry mit Ritter (7/12), Möhrchen (7/14) und kleinem Edelmann (4/20) +🐈
samoe
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Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von samoe »

Beim ersten waren wir noch Studenten und hatten einfach generell noch viel Zeit für das Kind. Dann war ich kurz VZ, was ich absolut furchtbar fand.
Ab dem zweiten war es klassisch. Ich daheim, mein Mann VZ. Ich hätte es nur gedacht, dass ich mal sooo lange für die Kinder daheim bleibe, aber es hat ihnen so gut getan. Mein Mann ist wenn er Zeit hat ein aktiver Papa. Und ich finde, es ist von Kind zu Kind mehr in seine Rolle gewachsen und hat sich dann die Babys auch selbständig fürs Aufräumen umgeschnallt. Was anfangs undenkbar war, ist mittlerweile völlig selbstverständlich.

Generell denke ich liegt viel daran, die Papas machen zu lassen. Auch wenn man es als Mama anders machen würde.

Ich gehe bald 30h arbeiten, mein Mann 35h. Dann möchte er auch noch mehr in HH und Betreuung übernehmen und dann ist es denke ich schön ausgeglichen.
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nido56
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Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von nido56 »

Dann erzähle ich auch mal. Her bei uns gab es, als der Pirat geboren wurde noch keine Elternzeit. Ich hatte 20 Wochen Mutterschutz, der Piratenpapa nur 2 Wochen direkt nach der Geburt.

Ich war damals in der Wissenschaft tätig und hatte Verantwortung für Doktoranden. Deshalb bin ich bereits nach wenigen Wochen einmal wöchentlich für 4 Stunden ins Institut gefahren, und der Piratenpapa hat sich derweil um das Baby gekümmert. Nach einem schwierigen Stillstart mit Zufüttern kannte der Pirat eh die Flasche.

Nach dem Mutterschutz haben wir beide Vollzeit gearbeitet. Der Pirat war ganztägig in der Krippe, und einer von uns hat in morgens gebracht und der andere abgeholt. Zeitlich haben wir uns die Kinder Betreuung also praktisch gleichwertig aufgeteilt. Aber durch das Stillen, klebte der Pirat schon sehr an mir,und ich war immer für die Nächte zuständig.

Heute kümmere ich mich mehr um "Kunderangekegenheiten", vor allem um Schulkram und Hobbies, weil das einfach irgendwie mehr mein Ding ist. Der Piratenpapa managed dafür größtenteils den Haushalt. Einkaufen und Kochen übernimmt zB zu 90% er. Und zu Elterabenden geht normalerweise auch eher er, weil er mehr Geduld hat, während ich bei endlosen Diskussionen über Nichtigkeiten schnell nervös werde.

Ich würde sagen, wir haben wirklich eine ausgewogene Aufteilung, und der Pirat hat ein enges Verhältnis zu uns beiden. Ich bin eher Typ verstängnisvoller Erklärbär, der Piratenpapa eher hart aber herzlich. Aber beide haben wir eine sehr vertrauensvolle Beziehung zu unserem Sohn.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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Willma
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Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Willma »

Bei uns ist eine sehr aktive Vaterschaft, der Papa ist seit der Geburt des ersten Kindes in Elternzeit und war nur zwischen dem ersten und zweiten Kind für vier oder fünf Monate 50% TZ in EZ arbeiten.
Er ist sehr interessiert und engagiert, hat mir das erste Kind anfangs nur zum stillen gebracht und sich dann sofort wieder gekümmert, gespielt, ins Tuch gebunden. Das war mir schon zu viel, ich musste ihn da richtig bremsen.
Er hat mit dem ersten Kind nahezu jeden Kurs belegt, den er finden konnte, z.B. Baby-Shiatsu, bei dem er der einzige Mann war. Mit einem anderen Vater, der sechs Monate EZ machte, ging er einmal in der Woche zum Babyschwimmen und einmal in der Woche in den Zoo.
Ich habe bei den ersten beiden Kindern jeweils eine Krabbelgruppe gegründet, bei der sehr oft mit dabei war.
Beim ersten Kind bin ich nach 8 Monaten, beim zweiten Kind nach 13 Monaten und jetzt werde ich nach 14 Monaten wieder Vollzeit arbeiten gehen. So lange haben wir gemeinsam EZ und kümmern uns gemeinsam um alles, wobei das auch bedeuten kann, dass jeder "freie Tage" bekommt, an denen er was für sich machen kann. Wenn ich wieder arbeite kümmert sich der Papa um die Kinder (wecken, anziehen, frühstücken, Kita, Einschlafbegleitung) und um den Haushalt (putzen, teilweise einkaufen, ab und zu kochen, manchmal Wäsche) und ich kümmere mich mit um die Kinder, wenn ich von der Arbeit komme, koche und mache Wäsche.
Wenn mein Mann stillen könnte, würde er das mit Sicherheit auch noch zu 50% übernehmen, zumindest sagt er das immer. :lol:
Muckel (5/16) Knubbel (12/17) Wusel (6/20) Krümel (*+9/23)
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Myeskathry
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Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Myeskathry »

Wow, Willma, dann solltest du deinem Mann nicht erzählen, dass es tatsächlich immer mal wieder Väter gibt, die stillen. Ich habe mehrfach darüber gelesen und finde das Thema schwer faszinierend.
Liebe Grüße
Myeskathry mit Ritter (7/12), Möhrchen (7/14) und kleinem Edelmann (4/20) +🐈
Lösche Benutzer 26955

Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Lösche Benutzer 26955 »

Finde das Thema auch sehr spannend und möchte gern etwas dazu schreiben, auch wenn ich mir unserer Verteilung im Moment echt nicht glücklich bin.
Wir sind beide im Studium und im ersten Semester mit Kind haben wir beide unseren Stundenplan etwas reduziert, ich wesentlich stärker. Angebotene Hiwi-Stellen hatten wir beide während der Schwangerschaft ausgeschlagen, wobei das für mich selbstverständlich war, er war damit eher nicht so zufrieden, aber hat sich durch mein Bitten auch dazu entschieden. So hatten wir beide sehr viel Zeit zu Hause. Ich war für Sternschnuppi zu 80% zuständig, weil sie eigentlich ständig gestillt hatte als Neugeborenes und er hat den Haushalt bis auf ein paar Kleinigkeiten übernommen. Planung und Information war von Anfang mein Metier, das liegt nicht in seinem Interesse, aber alle Konzepte und Vorgaben, die ich für gut befinde, werden "akzeptiert" und "eingeübt".
Die Vorlesungszeit begann für mich dann am ihrem 11. Lebenstag und seit dem war ich zweimal wöchentlich für 90 min in der Uni und Sternschnuppi hat die Zeit eigentlich durchgängig bei ihrem Papa im Tuch verschnarcht🥰
Dadurch war er auch sonst immer fit, wenn es um ihre Versorgung ging und hat sich selbstverständlich eingebracht, wenn ich platt war. Baby eingebunden, bisschen durchs Zimmer gelaufen, nebenbei am Handy Videos gestreamt etc.
Aber als die Schlafenszeit weniger und das Bedürfnis nach aktiver Zuwendung mehr wurde, ist er raus. Er will nicht richtig mit ihr spielen, redet nur sehr wenig mit ihr und mag halt lieber seinem Kram nachgehen. Für mich bedeutet das im Umkehrschluss, dass das alles an mir hängen bleibt und ich mein Kind da auch als sehr fordernd empfinde, über weite Strecken habe ich das Gefühl, dass das was sie braucht, von einem Mensch allein gar nicht zu leisten ist, sodass ich mich oft unter Druck und ungenügend finde. Aber er findet einfach keine Motivation, etwas zu ändern. Vor Corona habe ich das gut mit verschiedenen Kursaktivitäten ausgleichen können, aber das war ja nach kurzer Zeit nicht mehr möglich. Das führte auch dazu, dass ich von meinem Studium kaum etwas ohne weitere Hilfe von meiner Familie realisieren kann, da er sich nach fünf Minuten einfach nicht mehr um sie kümmert und sich zurück zieht, wenn sie weint oder sich in Gefahr bringt, ist ihm das egal und er tut nix. Er braucht einfach abrechenbare Ergebnisse, wenn er etwas macht, dass ihm keinen Spaß bringt. Einen beladen Wäscheständer, ein gedeckter Tisch mit gefüllten Tellern, ein aufgeräumter Boden. Kein Kind, dass nach 15min Spiel immer noch was will und nicht "fertig" ist 😠
Sternschnuppi merkte dadurch natürlich auch, dass ich ihre einzige zuverlässige Bezugsperson bin und so schaukelte sich die Spirale aus Desinteresse seinerseits und Ablehnung ihrerseits immer weiter hoch. Es wurde immer mehr wir und er und alles, was für sie zu organisieren war, wurde von ihm behandelt, als wäre es für mich allein. Kinder auf dem Spielplatz treffen - du hängst ständig mit anderen rum (im Sandkasten); Kleidung kaufen in der nächsten Größe - du kaufst dir ständig neue Sachen (in Größe 68). Das ärgert mich sehr und das Konfliktpotenzial nervt mich ungemein.
Im nächsten Jahr wird er dann doch eine Hiwi-Stelle annehmen. Vielleicht macht ihn das zufriedener. Fremdbetreuung kann ich mir im Moment für mein Kind gar nicht vorstellen. Da stecke ich lieber noch eine Weile zurück im Studium.
Was mir wirklich Sorgen bereitet ist die Angst, dass mein Kind nicht ordentlich versorgt wird, wenn mit mir mal was wäre 😔
Elena
Miss SuTiversum
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Registriert: 05.08.2009, 17:08

Re: Aktive Vaterschaft aus Mama-Sicht

Beitrag von Elena »

Mein Mann und ich waren uns von Anfang an einig, dass wir gemeinsam Verantwortung für den Familienalltag übernehmen möchten und z.B. Elternzeiten teilen möchten. Wir haben drei Kinder bekommen und jeweils 14 Monate Elternzeit durch 2 geteilt, also erst ich 7 Monate, dann mein Mann, der dann auch die Eingewöhnung in die Krippe gemacht hat. Ich habe alle drei Kinder problemlos mindestens 2 Jahre gestillt, die Kleinste sogar 3 Jahre. Vollzeit gearbeitet habe ich allerdings nie mehr, anfangs war ich nur ca. 4-5 Stunden aus dem Haus. Mein Mann arbeitet allerdings seit seiner zweiten Elternzeit auch nur noch 70%.

Wir hatten immer ganz tolle, liebevolle außer-Haus-Betreuung. Zuerst in einer sehr kleinen, familiären Krippe (die haben meine Große anfangs in der Trage in den Mittagsschlaf getragen!), dann in einem tollen Kindergarten. Fremdbetreut wurden unsere Kinder also nie. :wink: Sie hatten immer verlässliche, liebevolle Bezugspersonen um sie rum. Insofern bin ich nicht der Meinung, dass eine Binsungsorientierte Erziehung und Betreuung außer Haus sich ausschließen! Im Gegenteil, eine zumindest stundenweise Betreuung außer Haus kann auch dazu führen, dass beide Eltern zufriedener sind und im Umgang mit dem Kind entspannter und zugewandter.

Unsere Kinder waren nie länger als bis 15 Uhr (Krippenzeit, Mittagsschlaf), eher nur bis 14 Uhr im Kindergarten. Da mein Mann und ich beide Teilzeit arbeiten (er 70%, ich selbständig zwischen 50 und 70%) und mein Mann seit einigen Jahren von zuhause aus arbeitet, haben wir keine Betreuungsprobleme. Seit die Kinder im Grundschulalter sind, akzeptieren sie nämlich völlig problemlos, wenn sie nachmittags mal auf sich gestellt sind und "nur im Notfall" (Spiel oben aus dem Schrank holen, Hunger, Streit, blutende Wunden) die arbeitenden Eltern stören können. Da sie ohnehin miteinander spielen und uns nicht brauchen, ist das für sie die weitaus bessere Lösung als eine Betreuung in der Schule.

Mental Load ist zu etwas größeren Teilen bei als bei meinem Mann, wobei mir das aber nur selten etwas ausmacht. Hausarbeit ist sehr gleichmäßig geteilt, Hobbys der Kinder (Fahrten irgendwohin oder auch mal Instrument üben beaufsichtigen) mache ich zu größeren Teilen, weil mein Mann an zwei Nachmittagen feste Arbeitszeit eingeplant hat und ich nicht. Aber er geht genauso mit zum Schwimmkurs, bringt die Kinder zum Instrumentalunterricht, beantwortet Fragen zu Hausaufgaben und ist insgesamt genauso "drin" wie ich in dem, was bei den Kindern gerade so passiert.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
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