2. Kind Bauch vs. Kopf

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Lösche Benutzer 26737

2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Lösche Benutzer 26737 »

Hallo liebes Forum,
Ich wende mich heute mit einer Frage an euch, weil ich glaube,dass hier ganz tolle ehrliche Mütter oder Väter zu finden sind die vielleicht ähnliche Voraussetzungen haben oder hatten.
Also, wir haben einen 4,5 jährigen Sohn und möchten gerne noch ein weiteres Kind. Mein Mann war bis vor kurzem noch strikt dagegen , aber das Blatt hat sich plötzlich gewendet. Nun überlegen wir...
Zu unserer Geschichte: unser Sohn ist eher Richtung "schwierig" einzuordnen :lol: :wink: als Baby sehr quengelig, danach sehr fordernd und aktiv. Heftige Autonomiephase mit vielen Wutausbrüchen und und und. Mittlerweile wird es besser, daher können wir uns überhaupt erst mit dem Thema zweites Kind befassen. Dazu ist mein Mann Schichtarbeiter. Früh, Mittag Nachtschicht immer im Wechsel. Wir haben keinerlei Unterstützung. Keine Eltern, ect. Die sich Mal ums Kind kümmern könnten. Wir sind schon mit einem Kind sehr am Limit der Belastung. Noch dazu habe ich weder Auto noch Führerschein. Aufgrund einer unerklärlichen Angst kann ich dies auch nicht verwirklichen.
Kurz gesagt. Der Bauch und das Herz wünschen sich ein weiteres, aber der Verstand sagt lass es! Das schaffen wir emotional nicht. Wir sind hin und her gerissen. Auch hätten wir gar keinen Platz für ein weiteres Kinderzimmer. Es sei denn wir Eltern würden in den Keller ziehen... Also irgendwie machbar wäre es schon.
Ich weiß, dass mir keiner diese Frage beantworten kann, aber vielleicht gibt es jemanden der Erfahrung hat mit so einer Konstellation. Und würde mir ganz offen und ehrlich ihre Sicht nennen. Wir sind in den letzten Jahren zeitweise echt durch die Hölle gegangen. Emotional, viel Streit..... Nun haben wir endlich wieder halt gefunden und natürlich panische Angst, dass wir an einem weiteren Kind zugrunde gehen. Klar, es wird nicht einfacher, aber auch dieses Kind wird irgendwann älter.
Habe aber auch genauso viel Angst, kein Kind mehr zu bekommen und es ewig zu bereuen und darunter dann zu leiden.
Ach man, schwierig schwierig.
samoe
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von samoe »

Hallo, unsere Ausgangssituation ist völlig anders. Schwiegereltern mit im Haus und dadurch auch Unterstützung, aber beide arbeiten und insgesamt haben wir nicht sooo viel Hilfe.
ABER unser großer Sohn ist auch echt ein Kaliber an Kind. Als Baby zwar eigentlich recht entspannt, aber insgesamt ein sehr herausfordernder Charakter und ich sage immer, dass ich SO ein Kind niemals nochmal schaffen würde, ich bin um jedes Jahr, das er älter wird froh. Gerade gestern hatte er mal wieder einen Meltdown mit 45 Minuten Gebrüll 🙄...
Naja, jedenfalls siehst du an der Signatur, dass wir drei Kinder haben. Nr. 2 ist völlig anders als Nr. 1. Die Kleine ist wieder deutlich willensstärker, aber sonst recht easy - noch :lol:

Damit will ich dir einfach etwas Mut machen!
Mit den zwei Jungs (04/2012, 06/2015) und der kleinen Püppi (01/2018)

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Quintess
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Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Quintess »

Hast du den Druck das jetzt zu entscheiden? Kannst du noch 1-2 Jahre warten oder ist dir dann der Altersunterschied zu groß?

Ob deine Beziehung stabil genug ist die Babyjahre durchzustehen, weißt nur du selbst. Wenn du sagst ihr seid jetzt schon am Limit muss das natürlich gut durchdacht werden.
Durchwachte Nächte, vollgekotzte Klamotten, volle Windeln und ein schreiendes Baby kitten nunmal keine angeknackste Beziehung.

Und auf der anderen Seite können hier sicher alle den Wunsch nach einem weiteren Baby absolut verstehen.

Wie ist denn euer Tages/Wochenablauf? Bist du fahrtechnisch auf deinen Mann angewiesen oder flexibel durch Fahrrad oder öffentlichen Nahverkehr? Das du nicht selbst Auto fährst würde ich nun absolut nicht als Punkt gegen ein Baby sehen. Geht dein „Großer“ in den Kindergarten?

Wir hatten auch niemanden in der Nähe, der sich mal ums Kind kümmert. Davon würde ich das nicht abhängig machen. Viel wichtiger ist, dass ihr das beide wollt und beide da an einem Strang zieht. Das dein Mann dich unterstützt wenn er von seiner Schicht kommt.

Ich kann nur von mir ausgehen... mein Ex Mann hat sich schon wenig um Kind 1 gekümmert sondern sich mehr seiner Karriere zugewandt. Als dann das 2. kam war das natürlich nicht anders. Am Ende hab ich meine Pferde verkauft weil er nicht die Kinder betreute und ich mit 2 Kindern im Schlepptau nicht mehr zum trainieren kam.

Am Wochenende brauchte er eine Auszeit von seiner stressigen Woche und zog mit Freunden los während ich meist alleine mit den Jungs was unternahm. Das ich auch die ganze Woche gearbeitet habe und nebenbei Hausbund Hof und anfangs noch die Pferde hatten war eher nebensächlich.
Als der kleine knapp 3 war habe ich mich getrennt. Missen möchte ich den Kleinen jedoch auf keinen Fall. Die Entscheidung Für ein 2. Kind war für mich absolut die richtige.
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Quintess
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Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Quintess »

Mittlerweile habe ich mit neuen Partner sogar noch ein 3. bekommen.
;) es geht alles
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Lösche Benutzer 26737

Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Lösche Benutzer 26737 »

Danke schonmal.
Warten wollen wir eigentlich nicht mehr mit der Entscheidung. Zwecks unser Alter, Altersunterschied der Kinder ect....
Mit noch weiteren Jahren würde sich unsere Gesamtsituation nicht ändern. Also mein Mann wird die gleiche Arbeit habe, ect...
Ja unser Sohn geht in die Kita bis 14.15. ich arbeite nur 10 Stunden. Und ja, wir wohnen in einer Kleinstadt im Ruhrgebiet wo ich bis jetzt alles auch zu Fuß, mit dem Rad oder halt mit dem Bus erreichen konnte. Viele Spielplätze, Schwimmbad, Ärzte, alles hier direkt vorm Haus quasi.
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Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Larala »

Unsere Situation ist anders, aber deinen Satz "wir sind jetzt schon an unserer Belastungsgrenze" haben wir beide auch immer wieder geäußert. Ich finde, da helfen auch Vergleiche mit anderen Familien nicht (unsere Nachbarn haben vier Kinder, arbeiten beide fast Vollzeit und haben sich kürzlich einen Welpen zugelegt - und sie sehen meistens entspannt und zufrieden aus...) Jeder hat eben eine andere Belastungsgrenze, und da muss man ehrlich zu sich selbst sein. Mir hat es geholfen zu hinterfragen, woher dieser Wunsch nach einem weiteren Kind kommt. Ist es Wehmut, dass die süße Babykuschelzeit vorbei ist? Ist es das gesellschaftliche Bild, wie eine Familie aussehen sollte? Die Idee, dass Einzelkinder einsam oder sozial inkompetent sind (stimmt nicht)? Oder oder oder...?
Ich habe lange damit gerungen, aber wir haben uns jetzt gegen ein zweites Kind entschieden. Dabei war auch ein wichtiger Gedanke: Was wäre schlimmer - wenn wir ein Einzelkind behalten oder wenn unsere Beziehung an einem zweiten Kind in die Brüche ginge? Klar, sind das nicht die zwei einzigen Möglichkeiten, aber eben die beiden Worst Case-Szenarios.
Ich fand mich in unserer Entscheidung bestätigt, als ich angefangen habe, die Babysachen wegzugeben. Das fühlt sich nämlich für mich gut und befreiend an. Ich denke, wenn man das nicht übers Herz bringt, ist das ein deutliches Zeichen, dass man mit dem Kinderwunschthema noch nicht abgeschlossen hat.
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Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Lösche Benutzer 24994 »

Wir haben auch eine ganz andere Situation als ihr, aber ich finde, man sollte die Entscheidung für ein Kind auch mit dem Herzen treffen, dann kann man vieles noch regeln und Lösungen finden.

Also Kinder brauchen nicht jeder ein eigenes Zimmer, bzw kann man auch nach einer anderen Wohnung schauen, wenn das Kind etwas älter ist.

Keine Unterstützung vor Ort: es gibt Projekte wie welcome, wo jemand zur Unterstützung vorbeikommt oder ein Babysitter/Haushaltshilfe unterstützt. Kann man ja auch schon mit Kind erwünscht Geld für zurücklegen etc...

Ich glaube durch die Betreuung deines Sohnes und den größeren Altersabstand solltest du genug Möglichkeiten haben, dich auf das Baby zu konzentrieren oder auch mal auszuspannen.

Ich denke auch der Knackpunkt ist eure Beziehung.
Da würde ich nochmal überlegen, ob ihr es euch zutraut, diese Probe einzugehen.
Und Beziehungen können ja auch aus anderen Gründen scheitern oder enden.
Lösche Benutzer 24994

Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Lösche Benutzer 24994 »

Kinderwunsch nicht Kind erwünscht :roll:
Quintess
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Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Quintess »

MCM18 hat geschrieben: 25.09.2020, 16:57
Ich glaube durch die Betreuung deines Sohnes und den größeren Altersabstand solltest du genug Möglichkeiten haben, dich auf das Baby zu konzentrieren oder auch mal auszuspannen.

Ich denke auch der Knackpunkt ist eure Beziehung.
Da würde ich nochmal überlegen, ob ihr es euch zutraut, diese Probe einzugehen.
Und Beziehungen können ja auch aus anderen Gründen scheitern oder enden.

Genauso
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Re: 2. Kind Bauch vs. Kopf

Beitrag von Meerhuhn »

Ich weiß sehr gut wie du dich fühlst. Wir wissen noch nicht, ob wir dieses Wagnis eingehen werden. Ich bin so froh, dass mein Partner und ich wieder zusammen sind (wir waren zwischenzeitlich getrennt) und es gerade gut läuft. Und unser Kind ist inzwischen so groß, dass er auch mal bei Großeltern übernachtet und eigenständig spielt. Nachts können wir in der Regel durchschlafen. Lauter tolle Sachen, die mit einem Baby erst mal wieder weg wären. Zumal vor allem meine Belastungsgrenze ziemlich niedrig ist. Jedenfalls, wenn es kaum Pausen gibt. Und die gab es mit Mamakind relativ wenig. Wir haben Fehler gemacht, klar. Nicht jedes Kind ist gleich, auch klar. Aber was, wenn wir andere Fehler machen? Wenn unser zweites Kind trotzdem kein "entspanntes" Kind wird?
Ich fange jetzt in einem befristeten Arbeitsverhältnis an zu arbeiten mit Aussicht auf Enfristung nächstes Jahr. "Unser" Haus (ich wohne derzeit nicht mit dort) wird auf mein Drängen nächstes Jahr eine Großbaustelle, damit sich die Wohnsituation endlich verbessert. Das wird unglaublich viele Ressourcen schlucken (finanziell, zeitlich, kräftetechnisch, ...) und wir haben beide schon ein bisschen Muffensausen. Damit ist für mich klar, dass wir im nächsten Jahr kein Kind kriegen werden. Dann kann ich immer noch weitersehen, wie die Beziehung läuft, was der Kinderwunsch sagt.
Ich habe in den letzten Jahren mit einigen Müttern gesprochen, die große Altersunterschiede zwischen ihren Kindern haben oder eher kleine. Und ich finde, beides hat Vor- und Nachteile. Ursprünglich wollte ich auch maximal vier Jahre Abstand. Inzwischen ist das für mich kein Kriterium mehr.
Wenn ich trotz Verhütung schwanger werden würde, weiß ich, dass mein Freund hinter mir steht und mit mir das kleine Wesen willkommen heißen würde. Das ist ein beruhigendes Gefühl, aber ich wünsche mir trotzdem bessere Bedingungen.
Kleiner Professor - April 2015
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