Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Mondenkind
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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Mondenkind » 02.12.2019, 21:16

Franziklein hat geschrieben:
02.12.2019, 11:57
Ich hatte mich ja eigentlich auch daran gewöhnt, dass sie nicht so viel trinkt. Nur hatte sie damals immer zugenommen. Ich war dieses Mal eben so irritiert und nun auch wieder total verunsichert.
Derartige Einzelwerte sagen aber wirklich ncihts aus. Sie dürfen nicht isoliert betrachtet werden!
Franziklein hat geschrieben:
02.12.2019, 12:01
Und klar würde ich ihr gerne mehr vertrauen, aber ich hab jetzt irgendwie bammel, dass sie jetzt nicht mehr zunimmt, da sie ja trotzdem nicht mehr essen wird...ich werde probieren, den Brei gehaltvoller zu gestalten. Bei der Flasche hatte ich jetzt übers Wochenende auch das Gefühl je mehr ich sie ihr anbiete, desto weniger trinkt sie. :(
Der Druck ist grad für Euch beide zu groß, denke ich.
Franziklein hat geschrieben:
02.12.2019, 16:55
Mittlerweile glaube ich, dass wir auf eine Fütterungsstörung zusteuern. Wer kann denn da helfen, wieder herauszufinden? Ich bekomm richtig Panik, wenn ich nur daran denke.
Ich denke das auch, dass Ihr auf eine Fütterstörung zusteuert. Schau doch mal, ob Du so jemanden in Eurer Nähe findest: https://www.emotionelle-erste-hilfe.org ... atzgebiete
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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Franziklein » 02.12.2019, 21:52

Natürlich keiner bei uns in der Nähe...wie kann man sowas denn noch irgendwie aufhalten???
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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Kleine » 02.12.2019, 22:11

Vielleicht hilft Dir ein Erlebnis, das ich während unseres ersten Klinikaufenthalts in Oberjoch hatte. Vorweg möchte ich noch sagen, dass mein Mini eine muskulär bedingte schwere Fütterstörung hat und wir unter anderem deshalb dort jedes Jahr 4 Wochen verbringen. Wenn es Dir nicht hilft, ignoriere es bitte.

Es gab dort einen Jungen, 15 Monate alt. Der Kerl war zuckersüß und reiste zunächst mit dem Papa an. Dieses Kind konnte auf Kommando kotzen. Es passte ihm was nicht, andere Kinder bekommen ein Wutanfall, dieses Kind grinste seinen Vater an und kotzte ihm auf die Füsse. Jede Mahlzeit ein Horror. Bekam er nicht hinterher seinen Film, Du kannst es Dir denken.
Ich war echt fassungslos, der Papa war so fürsorglich, dass ich mir dachte, dass das ja gar nicht sein kann, dass dieses Verhalten von außen induziert ist.
Ein paar Tage später kam die Mutter, auch total nett und liebevoll. Aber Sie hatte 2(!!!) fette bis zum Anschlag gefüllte Leitzordner dabei. So viele Unterlagen hatte ich zu diesem Zeitpunkt für meinen Mini nicht und der hat echt viel mitgenommen im ersten Jahr. Ich fragte, was denn da drin sei und sie meinte, och, nur die Gewichts- und Essensdaten.
Die gute Frau hat ein reifes gesundes Baby bekommen, das problemlos gestillt hat vom ersten Tag an. Sie hat ihn morgens und abends und vor und nach JEDER Stillmahlzeit gewogen. Sie hatte sogar eine extra Feinwaage dabei, damit sie jedes Reiskorn wiegen konnte, was der kleine Mann gegessen hat. Sie hat die echt gezählt!!! Und natürlich das Ausgekotzte mit einem zuvor gewogenen Tuch aufgewischt, um auszuwiegen, was er an Nahrung behalten hat... Bei reinen Flüssigkeiten hat sie daneben eine gleich große Wasserpfütze gegossen, um die Menge abzuschätzen. Und das für mich Schlimmste war, dass das für sie normal war.

Jetzt musst Du wissen, dass mein Mini zu dieser Zeit noch gar nichts Festes essen konnte (18 Monate war er da).

Da habe ich mir geschworen, dass ich sowas nicht mal im Ansatz für meinen Mini und mich möchte.
Und dass meine Geduld ewig sein wird bis es mit dem Essen klappt, aber bitte niemals das.

Heute, 3 Jahre später, hat er immer noch eine schwere Fütterstörung, aber das Wenige, was er essen kann, isst er mit Freude.

Lass Dein Baby mit Essen spielen, rummatschen, mach ein Video für ihre Hochzeit davon und lacht Euch über die Sauerei schlapp. Für die allermeisten ist es selbstverständlich, dass Kinder essen und nervig, wenn sie Sauerei machen. Aber es ist nicht selbstverständlich...

Meinen Großen habe ich übrigens 8 Monate vollgestillt und seine erste Beikost war Pizzarand... 4 Wochen später hat er mit zwei Raspelzähnchen alles gegessen, sogar ungewürztes Schweinefilet...

Versucht das Thema Essen anders zu belegen, mit mehr Spaß am Kind. Bastelt Überzieher für die Flaschen und bietet nach der Uhr an, es sei denn, sie meldet sich vorher. Ich hoffe, Ihr findet einen Weg raus, für Euch und Euer Kind.
LG
Anika

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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Mondenkind » 03.12.2019, 07:37

Kleine, das hast Du echt toll geschrieben, danke!

Ich vermag aber nicht abzuschätzen, ob man das alleine hinkriegt, aus der Spirale rauszukommen.

Ich habe aber ganz bewusst nicht angesprochen, hier nochmal zu wiegen. Wiegen und abmessen wird hier sicherlich keine Entspannung bringen.

Franziklein, wo wohnst Du denn? Gern per PN.
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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Babsi » 03.12.2019, 09:42

Hallo, ich glaube das Angebotdas meine KiÄ damals meinte wäre im SPZ bei der dortigen Psychologin gewesen. Evtl. könntest du ja doch mal bei der KiÄ nachfragen.
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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Salatblatt » 03.12.2019, 19:50

Huhu,

Meine Tochter (9 Monate) „will“ auch nicht essen. Meine Kinderärztin hat mich deswegen verrückt gemacht.
Mir hat das Buch „Mein Kind will nicht essen“ von Dr. Gonzales sehr geholfen!
Ich lege es dir auch dringend ans Herz. Ich bin mir sicher, eure Sorgen und Probleme werden sich dann in Luft auflösen!

Noch eine kurze Erfahrung aus meiner Familie: meine Schwester, geboren 1980 „wollte“ nie so viel PRE trinken, wie auf der Packung angegeben war.
Sie hat auch standhaft immer Brei verweigert, aß mit 6 Monaten nur Leberwurstbrot und Fleischwurst.
Meine Mutter hat sich Sorgen gemacht, aber ihr Kinderarzt hat sie beruhigt.

Meine Schwester hat sich gut entwickelt, ist heute Ärztin und hat selber 2 gesunde Kinder. Eines davon kommt ganz nach ihr und wollte auch nie „richtig“ essen anfangs.

Biete ihr die Flasche und die Beikost ohne Zwang an und schau was passiert. Solange sie zunimmt und gut drauf ist ist es fast „egal“, wieviel sie isst.
Liebe Grüße Salatblatt mit Ableger (* 18.2.2019)

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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Klarrti » 03.12.2019, 23:03

Die Löwin hat auch schon immer eher wenig gegessen und ich hatte hier auch ein Thema dazu eröffnet. 160g hat sie bis zu ihrem 2. Geburtstag nie als eine Portion geschafft. Wieviel sie getrunken hat, weiß ich nicht, weil sie gestillt wurde. Aber wäre es evtl. möglich, eine Socke über die Flasche zu machen, sie trinken lassen wie sie mag und den Rest wegzuschütten ohne zu sehen wieviel übrig ist? Das würde vielleicht helfen, um die Kontrolle etwas abzugeben. Wenn die Idee doof ist, ignoriere die.
Aber ich weiß wie schwer das ist, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Wie oft hab ich meinem Mann abends die Ohren vollgeheult, wie wenig die Löwin gegessen hat und das kann doch nicht reichen. Zum Glück hat mein Mann mich immer wieder aus dem Gedankenkarussel rausgeholt. Heute isst die Löwin immer noch "wenig", aber abwechslungsreich und probierfreudig. Ich wünsche euch vom Herzen, dass ihr das Thema Essen bald entspannt sehen könnt und einfach nur Freude am Tisch habt, egal wer was und wieviel isst.
mit der Löwin 08/16 an der Hand.

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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Franziklein » 04.12.2019, 07:39

Ja das mit der Socke habe ich auch schon überlegt. Werde ich glaub ich mal versuchen.
Ich habe gestern nach langem hin- und hertelefonieren ein Gespräch mit einer Expertin für Fütterstörungen. Wir sollen ihr jetzt Videos schicken, wie wir die Kleine füttern.
Es war auch die Rede von einem Eisenmangel, weil sie eben auch so wenig Appetit hat. Ich leide an einer Kugelzellanämie und hatte zum Ende der Schwangerschaft einen hohen Eisenmangel. Mir wurde ans Herz gelegt, dem Kind Blut abnehmen zu lassen...wie würdet ihr denn entscheiden? Ich hab schon Bammel davor, weil das dann am Kopf erfolgt. Zudem muss ich mir eine andere KiÄ suchen, da es meine sowieso nicht macht.
Maikäfer 2019

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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Adjoa » 04.12.2019, 08:02

Bist du dir sicher, dass das am Kopf erfolgen wird? Bei Motti wurde mit sechs Wochen und acht Wochen unzählige Male Blut abgenommen, aber nicht am Kopf. Zudem war die Blutabnahme auch nicht jedes Mal ein Drama. Ich bin nur Mama und keine Expertin, würde das aber schon abklären lassen.
Adjoa mit Motti (02/19)

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Re: Gewichtsabnahme nach Beikosteinführung

Beitrag von Myla » 04.12.2019, 08:08

Hier hat die Kinderärztin den Bluttest gemacht, als sie knapp 12 Monate alt war und quasi nichts gegessen hat. Wir haben seit dem 6. Monat versucht Beikost einzuführen. Das einzige was sie aß waren Nudeln (wir reden dabei aber über Höchstmengen von 2 Stück...) und Ketchup von Pommes ablecken ging auch. :roll: Sie hat das deutlich besser weggesteckt als ich gedacht hätte, wobei sie in dem Alter das Blut schon aus der Hand geholt haben. Die Werte waren aber unauffällig, sowohl Eisen als auch Vitamin D (allerdings auch hier gestillt, ich sage das nur dazu, weil ich nicht weiß inwiefern Premilch von der Nährstoffzusammensetzung da anders ist, weil ich mich da nicht auskenne).

Irgendwann fing sie an zu essen. Als sie mit 20 Monaten in die Krippe kam, war sie immer noch nicht die beste Esserin, was sich auch da erstmal nicht änderte. Sie aß einfach kleine Portionen oder auch mal nichts. Ich hatte kommunziert, dass das für sie normal ist und das wurde auch gut angenommen. Mir wurde z.B. regelmäßig gesagt: Sie hat gut gegessen, in ihrer Portionsgröße halt :lol:
Es wurde dann immer mehr, aber auch jetzt -mit fast 3 - ist es noch so, dass sie problemlos auch mit wenig auskommt und zufrieden ist, wenn sie das Essen nicht sooo lecker findet. Dafür kann sie Nudeln essen als gäbe es kein morgen, da hab ich immer das Gefühl, sie gleicht das Kaloriendefizit von anderen Tagen mit aus. Aber insgesamt, gerade im Vergleich zu ihrem 5 Monate älterem Cousin (der wiederum im Vergleich zu seinem älteren Bruder schon immer ein schlechterer Esser war), isst sie immer noch wenig. Meine angeblich satten Neffen (3 und 5) haben am Sonntag beim Abendessen locker die doppelte Portion dessen gegessen, was meine beiden Mädels ( knapp 3 und 8) vertilgt haben, die sich seit dem Frühstück (bei dem die Große auf 1 Brötchen kam und die Kleine auf ein halbes) nur während einer längeren Autofahrt eine Brezel geteilt haben. :roll: Trotz dieser Unterschiede sind das alles normal gesunde Kinder, die weder zu dünn noch zu dick sind.

Ich würde mich in jedem Fall wieder fürs Blut abnehmen entscheiden. Mir hat das Sicherheit gegeben einfach weiter Milch zu geben, bis sie isst. Für mich war es unproblematisch damit zu warten, bis sie fast 1 ist, ich kannte aber das eher späte essen auch bereits von der Großen (nur nicht so extrem). Aber bei euch ist ja jetzt das Problem da, also würde ich persönlich auch jetzt in die Abklärung gehen.
Myla mit Madame (9.9.2011) und dem kleinen Hitzköpfchen (5.12.2016)

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