Cooler Papa, strenge Mama?

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Nachtblau
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Nachtblau »

Linda89 hat geschrieben: 17.07.2019, 18:24
08u11 hat geschrieben: 16.07.2019, 13:46 Andere Themen sind da viel schwieriger, zum Beispiel die Sache mit dem ungesunden Essen: mein Mann und ich möchten beide, dass die Kinder grundsätzlich gesunde ernährt werden. Ausnahmen mit Süßigkeiten und Fertigproduktion sind aber okay. Tja, führt bei uns leider oft dazu, dass mein Mann die Ausnahmen voll zu seinen Gunsten ausnutzt und mir dann nur nur das gesunde Soll übrigbleibt :( Da habe ich zum Beispiel auch keine wirkliche Lösung, denn mein Mann macht das ja nicht aus Bösartigkeit, sondern weil ihn schlichtweg Kochen unheimlich stresst.
Das ist bei uns auch so. Auch mit TV und anderen Sachen. Das ist mir sofort in den Kopf gekommen als ich den Threadtitel gelesen habe. Ich fühle mich da auch als die doofe Mama, die nichts erlauben kann, weil der Papa schon zu viel erlaubt :( und habe auch keine Lösung außer dann halt doch noch zusätzlich mehr zu erlauben...


So geht's mir auch oft und ich habe das auch schon meinem Mann gegenüber formuliert. Dass ich von ihm erwarte, dass er sich ebenfalls verantwortlich verhält und sich nicht nur die Rosinen rauspickt. Ansonsten gebe ich, wenn möglich, dann auch die Konsequenzen ab. Wobei das manchmal auch schwierig ist. Wenn das Kind von zu viel fernsehen nachts schlecht schläft und GöGa im Wohnzimmer nächtigt, na wer steht denn dann am Bett und tröstet? Und wer steht mit ständig Süßigkeiten futterndem Kind beim Zahnarzt und darf sich anhören, dass das schlechte Zähne hat. (Läge hier an den Arbeitszeiten.) Ich bin halt aber auch unabhängig vom Geschlecht eher ein Planer und er nicht. Ein Kind, das vollständig von einem abhängig ist, polarisiert das Ganze natürlich noch. Kommt dann noch "mehr Zeit mit dem Kind verbringen" dazu, entwickelt das halt schnell eine Eigendynamik.

Ich habe inzwischen einige Dinge abgegeben. (Schwer!) Ich fahre beispielsweise morgens schon zur Arbeit, bevor bei uns jemand anderes wach ist. Da muss mein Mann dann alleine machen. Ich bringe den Kindern bei, Taschen selbst zu packen, obwohl ich das schon noch oft erledige. (Dann ja ich schneller meine Ruhe. :D)
Mein Mann saugt inzwischen einmal die Woche, da muss er zwangsläufig vorher aufräumen. Wobei wir da noch an der Umsetzung arbeiten. ;)

Und mein Mann musste auch erkennen (oder sagen wir mal, ich hoffe, dass er das erkannt hat) dass der Spaßpapa sein auch einen Nachteil hat. Das Kind lernt nämlich nicht, dass Papa, wenn er da ist, auch noch was anderes macht, als zu spielen. Ergo: Wenn Papa da ist, muss er mit mir spielen. Sachen im Beisein der Kinder zu erledigen, ist quasi unmöglich. Das nervt halt schon sehr und führt hoffentlich dazu, dass bei beiden Seiten bald ein Lernprozess einsetzt. Ich falte nämlich ganz in Ruhe Wäsche, während die Kinder nebenan alleine spielen und manchmal helfen sie sogar, damit ich dann schneller Zeit für sie habe. Win-Win würde ich sagen.
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

NIN hat geschrieben: 16.07.2019, 22:41 Vieles wurde ja schon geschrieben. Ich kann gut nachfühlen... Mir geht es oft so, dass es mich nervt, dass immer ich die bin, die den tagesplan im Kopf haben muss, dass man auch an Tagen ohne Termine nennen ungefähren Zeitplan mit essen und Zubettgehen im Kopf hat etc.
Aber mit Ja zumindest schon etwas älteren Kindern als deinem würde ich sagen, dass es das Verhältnis nicht negativ beeinflusst. Meine Kinder bevorzugen mich (leider??) immer noch bei fast allem, obwohl der Papa doch recht präsent ist.
Ich denke wie schon geschrieben, hängt viel von der eigenen Zufriedenheit ab, weil ganz 50:50 aufteilen wird ja nie gehen oder muss es ja nicht unbedingt.
Ich würde auf jeden Fall mal den arbeitsstart abwarten, weil das hat bei uns wirklich viel verändert und auch im Umfeld habe ich das oft erlebt. Das wirkt auf unterschiedliche Weise, zum einen hat man selbst auf mal wieder ne anderen Fokus, Zufriedenheit aus einem anderen Bereich. Je nachdem, wie man es organisiert, muss der Papa auch ganz anders. Was zuvor eher optional war, wird evtl zur Pflicht. Andersrum muss man als Frau auch einfach Sachen abgeben, wobei das bei mir erst bei Kind 2 und 3 so richtig kam, weil einem einfach die Kapazitäten ausgehen. Ich gebe nämlich auch ungern ab, lasse mir ungern helfen und für mich war es ein langer Weg, Papa auch einfach mal machen zu lassen.
Weil aus seiner Sicht fühlt es sich ja nicht besser an. Er darf ja nur immer wieder mal, weil er ja arbeitet, kann ja garnicht die Bindung aufbauen, weil er viel seltener da ist etc. Daher dann auch so Auswüchse wie mit dem süßen. Er denkt ja wirklich er müsste "aufholen". Was ich meine ist, irgendwie muss man sich halt annähern. Das deutsche System mit 1 Jahr elternzeit begünstigt das ganze auch irgendwie, weil in der Zeit die Rollen scheinbar klar verteilt sind.
Lustig finde ich, dass du selbst die Aussage mit den "überalterten akkademikerinnen" zitierst, daran musste ich nämlich spontan denken.
Tja, das mit der Planung kommt halt einfach so, wenn man derjenige ist, der mehr daheim ist. Das Planen dann auf zwei Leute zu verteilen, wäre ja auch schon wieder etwas unökonomisch, da müsste man dann erst wieder planen, wer was plant, die Infos aus der Alleinzeit weitergeben usw. Nicht umsonst haben Teams in Firmen ja auch eher nur einen Projektmanager.
Gut zu wissen aber, dass bei euch das Verhältnis auch nicht beeinträchtigt ist.
Bin auch sehr gespannt auf den Arbeitsstart und das Abgeben :mrgreen:
Und ja, genau, ich denke wir fühlen uns irgendwie beide auf unsere Weise "benachteiligt", was ja eigentlich total dumm bzw. nicht hilfreich ist. Eigentlich sollten wir uns lieber jeder auf seine Weise privilegiert fühlen.
Mir fiel noch ein Punkt ein, nachdem ich dein Ausgangspost gelesen hatte.
Wie oft hat denn dein mann für die kleine bisher längere Zeit vollständig eigenverantwortlich gesorgt? Das war bei uns ein wichtiger Meilenstein. Bevor das nicht vorkam, konnte sich Papa nichtmal im Ansatz vorstellen wie anstrengend es ist, aber auch folgen seines Tuns oder nicht -Tuns garnicht abschätzen. Also was passiert, wenn ich die Windel dran lasse. Was passiert, wenn jetzt nicht flott essen auf dem Tisch steht etc. Das kann man auch nur lernen dadurch, dass man es erlebt. Ich habe diese Erfahrungen meinem Mann auch lange vorenthalten, auch weil ich immer schon schneller alles parat hatte, mehr mitgedacht habe. Gleichzeitig hab ich ihm das natürlich vorgeworfen... Dass er die Rolle einnehmen kann, muss man sie auch frei machen. Auch wenn manche Sachen dann in den eigenen Augen erst mal schlechter laufen.
Wir haben inzwischen auch ein paar Dinge durch, bei denen der Papa merken musste, dass es doof war das anzufangen. Peppa wutz -Videos bei der mittleren. Das hat er freiwillig wieder abtrainiert, weil er die Kleinkindwut in voller Breitseite abbekam sobald das Handy sichtbar war. Wenn das Thema bei mir kam hab ich ganz freundlich auf Papa verwiesen. Auch nur so halb nett, aber er überdenkt seither seinen Medienkonsum vor und mit den Kindern mehr.
Der Meilenstein kam bei uns, als das Vollstillen vorbei war (und das war erst mit ca. 11 Monaten). Vorher hat es echt keinen großen Sinn gemacht, und ich hätte aber eben auch nicht gedacht, dass ich so lang voll stillen würde (wusste früher gar nicht, dass es Kinder gibt, die so lange nichts essen). Und Flasche dazunehmen wollte ich nach der unguten Zufütterungserfahrung vom Anfang halt dann auch nicht mehr, sonst hätten wir das vielleicht sogar gemacht, als ich merkte, das wird hier mit Essen so schnell nichts. Inzwischen kann sich der Papa manches daher auch schon besser vorstellen :wink: Wobei es manchmal immer noch Punkte gibt, wo ich denke "sei mal 10 Stunden mit ihr allein, dann machst du XY auch so und wunderst dich nicht mehr" (so lang war er ja trotzdem noch nie mit ihr allein, weil unter der Woche ja selbst zu wenig hier, und am Wochenende auch nicht, weil wir ja auch mittags immer noch einschlafstillen. Dass sie mal bei (eher auf) ihm tagsüber eingeschlafen ist, ist nur ca. 3x total zufällig passiert, drauf verlassen könnte man sich da nie. Dann müsste ich mir vielleicht sagen "OK, schläft sie halt mittags mal nicht/kaum", was ja allerdings auch bedeuten würde, dass ich bei meiner Rückkehr dann doch wieder fürs Einschlafen zuständig wäre oder ein megajammeriges Kind übergeben bekäme). Na ja, oder aber es hat vielleicht den Effekt, den du beschreibst mit den Videos. Finde aber gut, wie ihr beide es dann "gelöst" habt.
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

Inkling hat geschrieben: 16.07.2019, 23:30 Ich glaube was Plueschwuschel in ihrem (sehr schön geschriebenen, danke dafür!) Beitrag mit “Systemfehler” meint ist dass du tatsächlich sehr in einigen Bildern gefangen scheinst
Genau das stimmt eben nicht, und das wirkte auf mich etwas herausfordernd.
(am Rande: und noch dazu andere Bilder sehr stark wertest 😉).
Da meinst du jetzt vermutlich "Scheidungskind" (bzw. dann Alleinerziehende?) und "Kind schon früh in die Krippe". Das sollte natürlich nicht wertend rüberkommen, mir ist ganz gleich, wie andere Leute das machen und es kommt sicher auch immer aufs Kind an und wie man da von vornherein rangeht (ich bin jetzt allerdings froh bei meinem ewig vollgestillten und immer noch nicht laufenden Kind, dass es erst über 1 in Betreuung kommt), es tut mir leid, falls jemandem (dir) das unangenehm aufgestoßen sein sollte. Scheidungskind ist natürlich kein völlig wertfreier Begriff, ich habs leider so auf die Schnelle hingetippt, und ob ihr es glaubt oder nicht, es gab Momente, wo ich dachte, vielleicht würde es meiner Tochter sogar besser gehen, wenn sie eins wäre, also wenn ich mit ihr allein wäre, dann wäre der Stress zwar sicher nicht weniger, aber die Stimmung vielleicht manchmal besser. Aber wir arbeiten ja dran, dass sie auch zu dritt immer gut ist :)
Ach ja, und ich bin ja selbst dann mit alleinerziehendem Vater aufgewachsen, ist nicht so, dass ich bei dem Thema nicht mitreden könnte.
Ich zB arbeite Vollzeit seit die Kinder wenige Monate alt sind, und meine Kinder haben eine super Bindung zu mir obwohl mein Mann große Teile der Care Arbeit übernommen hat und auch jetzt übernimmt. Weder bin ich die Spass Mama, noch ist er der Buhmann-Papa. Das liegt also 100% nicht an der puren Anwesenheit bei den von dir beschriebenen Tätigkeiten, sondern wohl eher an einer Grundhaltung bezüglich gleichberechtigter Elternschaft.
Es liegt halt einfach auch ein bisschen dran, welchen Typ Mensch man als PartnerIn erwischt bzw. sich ausgesucht hat :wink:
Meiner war auch zu Singlezeiten schon verpeilt und kein Haushaltsfreak, der hat nicht irgendwann beschlossen, sich hier auszuruhen. Kann man sich jetzt halt die Frage stellen, ob ich mich dann erst gar nicht hätte einlassen sollen, aber das ist jetzt inzwischen ja müßig. Ich mochte ihn trotz chaotischer Wohnung und an Kinder hab ich damals noch null gedacht.
Ich vermute ja mal dass es vollkommen egal ist wie dein Kind euch als Eltern sieht - solange du das Gefühl hast dass er es alles nicht ganz so richtig im Blick hat wie du (so liest es sich zumindest), und dich zudem auch bei seiner Anwesenheit noch so beteiligst (Kochen, wickeln, Zähne putzen, etc), wirst du eine Schieflage empfinden.
Wenn sie dich stört- und so scheint es ja- liegt es an Dir, dein “Mutterbild” zu hinterfragen und dein Verhalten anzupassen. Und vielleicht mal mit dem Mann die Chance nutzen und über gleichberechtigte Elternschaft sprechen- zu sowas kommt man ja nicht auf Knopfdruck.
Wieso kann dein Mann nicht abwechselnd mit ihr zum Impfen gehen? Oder abends erst Zähne putzen, dann Küche machen?
Impftermine: müsste er natürlich extra freinehmen dafür. Das macht man dann halt doch nicht, wenn der andere eh da ist (nebenbei hab ich ihn aber auch gar nicht darum gebeten). Die ersten 3 haben wir aber zusammen gemacht, weil er schon wissen wollte, was da abgeht.
Und Küche/Kind bettfertig machen: na ja, wodurch wäre es gerechtfertigt, wenn er dann nach 8-9 Stunden Arbeit (oft ohne Pause sogar) dann abends auch noch ALLES macht und nur ich einen freien Abend habe? Das wäre ja auch nicht mehr gerecht.
Wie gesagt gibts ja inzwischen auch Zeiten, wo er das Kind allein hat und ich gar nichts mache, wir geben uns immer abwechselnd "Freizeit". Warum meinst du, dass ich noch nicht mit ihm über gleichberechtigte Elternschaft gesprochen hätte?
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

Muli hat geschrieben: 17.07.2019, 08:18 Mir fällt noch was zum Thema Süßigkeiten und Zähneputzen ein, das ist hier nämlich vorallem bei dem Kleinen auch ein großes Thema. Ich würde auch schauen, dass dein Mann vielleicht abends das Zähneputzen übernimmt, das geht sicher auch vor oder nach der Küche (oder ihr tauscht das, ich mache abends auch die Küche und mein Mann fängt in der Zeit schon an, die Jungs bettfertig zu machen, mir ist da die Küche ehrlich gesagt lieber 😉). Süßigkeiten gibt es bei meinem Mann auch viel mehr als bei mir (und ich bin schon echt nicht streng bei dem Thema). Das liegt auch daran, dass er selbst viele isst und wenn die Jungs das sehen, wollen die halt auch. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, dass ich sie wenn sie nach was Süßem fragen, auf den Papa zu vertrösten und sage ihnen, dass es was gibt, wenn er kommt. Das akzeptieren sie besser als ein Nein und ich bin nicht ganz so "böse". Dein Kind ist da aber wahrscheinlich noch etwas klein für und das geht natürlich nur, wenn es für dich okay ist, dass es Süßigkeiten darf. Ach so und ich versuche meinen Mann dazu zu bringen, dass er nicht ungefragt Süßigkeiten anbietet, das hilft auch ein wenig.
Puh :wink: Da kommt noch was auf uns zu. Aber vielleicht muss man sich auch einfach allgemein lockerer machen, was die nicht ganz so gesunden Dinge betrifft. Ich esse selbst auch genug Süßes und hab trotzdem gute Zähne, mein Mann ebenso, Übergewicht und Diabetes gibts in den Familien auch nicht wirklich, hoffen wir also, dass die Kleine diese Gene hat und ihr das hin und wieder gar nix ausmacht. Solange man den Kindern ansonsten schon vorlebt und mit ihnen bespricht, was gute Ernährung ist und Süßes halt was Besonderes.
Bisher find ich ehrlich gesagt Kind bettfertig machen übrigens noch deutlich besser als Küche, aber vielleicht ändert sich das, wenn sie älter wird ...
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von NIN »

Das mit dem Handy war deshalb sehr spannend, weil ich es benutzen konnte ohne Anfälle. Es war einfach klar, dass ich es nicht raus rücke. Kind war da aber schon um die 2. Also etwas älter.

Dann werden diese Erkenntnisse bei euch auch noch fallen, wenn er mehr übernimmt. Du schreibst glaube ich morgens, wenn du schon zur Arbeit bist. Meiner Erfahrung nach läuft es auch besser, wenn die Männer sich dann auch einfach mal ausprobieren können. Für sie ist die Rolle ja dann auch neu.
Im Nachhinein, kann ich sagen, dass es mir von Kind zu Kind leichter gefallen ist, Sachen (früher) ab zu geben. Das lag sicher auch daran, dass mein Mann dann schon Erfahrungen hatte, aber auch daran, dass ich wusste es hat schon mal geklappt. Rückblickend war ich da beim ersten Kind auch einfach zaghaft. Aber wenn ich jetzt so im umfeld beobachte ist es nicht anders und alles müssen da auch irgendwie rein wachsen...
Lämpchen hat geschrieben: 19.07.2019, 15:12
Tja, das mit der Planung kommt halt einfach so, wenn man derjenige ist, der mehr daheim ist. Das Planen dann auf zwei Leute zu verteilen, wäre ja auch schon wieder etwas unökonomisch, da müsste man dann erst wieder planen, wer was plant, die Infos aus der Alleinzeit weitergeben usw. Nicht umsonst haben Teams in Firmen ja auch eher nur einen Projektmanager.
Gut zu wissen aber, dass bei euch das Verhältnis auch nicht beeinträchtigt ist.
Bin auch sehr gespannt auf den Arbeitsstart und das Abgeben :mrgreen:
Und ja, genau, ich denke wir fühlen uns irgendwie beide auf unsere Weise "benachteiligt", was ja eigentlich total dumm bzw. nicht hilfreich ist. Eigentlich sollten wir uns lieber jeder auf seine Weise privilegiert fühlen.
Bei der Planung unterschreibe ich voll und ganz. Das fällt uns gerade regelmäßig vor die Füße...

Total gute Erkenntnis im letzten Absatz! ! Vielleicht hilft ihm dir such?
VLG NIN

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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

Nachtblau hat geschrieben: 18.07.2019, 09:14 Ich habe inzwischen einige Dinge abgegeben. (Schwer!) Ich fahre beispielsweise morgens schon zur Arbeit, bevor bei uns jemand anderes wach ist. Da muss mein Mann dann alleine machen. Ich bringe den Kindern bei, Taschen selbst zu packen, obwohl ich das schon noch oft erledige. (Dann ja ich schneller meine Ruhe. :D)
Mein Mann saugt inzwischen einmal die Woche, da muss er zwangsläufig vorher aufräumen. Wobei wir da noch an der Umsetzung arbeiten. ;)

Und mein Mann musste auch erkennen (oder sagen wir mal, ich hoffe, dass er das erkannt hat) dass der Spaßpapa sein auch einen Nachteil hat. Das Kind lernt nämlich nicht, dass Papa, wenn er da ist, auch noch was anderes macht, als zu spielen. Ergo: Wenn Papa da ist, muss er mit mir spielen. Sachen im Beisein der Kinder zu erledigen, ist quasi unmöglich. Das nervt halt schon sehr und führt hoffentlich dazu, dass bei beiden Seiten bald ein Lernprozess einsetzt. Ich falte nämlich ganz in Ruhe Wäsche, während die Kinder nebenan alleine spielen und manchmal helfen sie sogar, damit ich dann schneller Zeit für sie habe. Win-Win würde ich sagen.
Das klingt gut, danke für den Input!
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von ixcacienfuegos »

Lämpchen hat geschrieben: 19.07.2019, 15:55 Und Küche/Kind bettfertig machen: na ja, wodurch wäre es gerechtfertigt, wenn er dann nach 8-9 Stunden Arbeit (oft ohne Pause sogar) dann abends auch noch ALLES macht und nur ich einen freien Abend habe? Das wäre ja auch nicht mehr gerecht.

Hast du denn nicht den ganzen Tag gearbeitet? Wann hattest du deine Pause? Wie lang war die? Und nachts, schläfst du da durch? Und er?
Außerdem ist er als Arbeitnehmer schlicht und einfach selbst schuld, wenn er keine Pause gemacht hat. Du als Mama kannst es nicht beeinflussen...
Bei uns war es früher so, dass einer das Kind ins Bett gebracht hat und der andere hat die Küche gemacht. Jetzt hat jeder ein Kind, die Küche machen wir zu dritt (großes Kind muss helfen).
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Inkling »

Es ist vollkommen egal wie und was ich gerecht finde. 🙂 Die Sache ist die: du hast einen Thread eröffnet und hast sorge, die böse Mama zu sein während er Spaß Papa ist. Und ja, vielleicht ist es gerechtfertigt dass er sich dann für Impftermine frei nimmt wenn es Euch als Familie dadurch besser geht. Und ja, vielleicht ist es gerecht dass er dem Kind die Zähne putzt UND die Küche macht. Das könnt ihr nur selber bestimmen. Aber du störst dich ja am Ist Zustand, und da sind unsere Inputs ja nur Gedankenanstöße um mal zu hinterfragen was da an Bildern in deinem Kopf ist und ob die da bleiben dürfen oder nicht.
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Lämpchen »

ixcacienfuegos hat geschrieben: 19.07.2019, 20:12
Lämpchen hat geschrieben: 19.07.2019, 15:55 Und Küche/Kind bettfertig machen: na ja, wodurch wäre es gerechtfertigt, wenn er dann nach 8-9 Stunden Arbeit (oft ohne Pause sogar) dann abends auch noch ALLES macht und nur ich einen freien Abend habe? Das wäre ja auch nicht mehr gerecht.

Hast du denn nicht den ganzen Tag gearbeitet? Wann hattest du deine Pause? Wie lang war die? Und nachts, schläfst du da durch? Und er?
Außerdem ist er als Arbeitnehmer schlicht und einfach selbst schuld, wenn er keine Pause gemacht hat. Du als Mama kannst es nicht beeinflussen...
Bei uns war es früher so, dass einer das Kind ins Bett gebracht hat und der andere hat die Küche gemacht. Jetzt hat jeder ein Kind, die Küche machen wir zu dritt (großes Kind muss helfen).
Wir haben natürlich beide jeweils ca. 8 Stunden alleine in unserem Job (er Büro, ich daheim) gearbeitet, d. h. wenn wir nach Feierabend beide da sind, wird die Arbeit geteilt. Was die Mittagspause betrifft, hab ich es oft tatsächlich eher besser als der Papa, weil das Kind im Regelfall mind. 1 Stunde schläft, und ich mache da auch fast nie Haushalt (allein weil ich Angst hätte, dass Töchterchen davon aufwacht in der kleinen Wohnung). Ja, er muss das selbst wissen mit der Mittagspause (wird ihm auch automatisch von der Arbeitszeit abgezogen!), er sagt aber, es bringt ihm mehr, daheim eine Weile seine Ruhe zu haben statt auf der Arbeit 30 Min. Pause zu machen, wo er ja dann nichts wirklich Entspannendes tun kann, anders als ich, wenn das Kind schläft (ich kann da lesen, SuTen, ggf. in Ruhe was essen, telefonieren, das find ich schon entspannend ...). Daher ist es bei uns eher so, dass er sich lieber nach der Arbeit ein bisschen erholt.
Inkling hat geschrieben: 20.07.2019, 01:40 Es ist vollkommen egal wie und was ich gerecht finde. 🙂 Die Sache ist die: du hast einen Thread eröffnet und hast sorge, die böse Mama zu sein während er Spaß Papa ist. Und ja, vielleicht ist es gerechtfertigt dass er sich dann für Impftermine frei nimmt wenn es Euch als Familie dadurch besser geht. Und ja, vielleicht ist es gerecht dass er dem Kind die Zähne putzt UND die Küche macht. Das könnt ihr nur selber bestimmen. Aber du störst dich ja am Ist Zustand, und da sind unsere Inputs ja nur Gedankenanstöße um mal zu hinterfragen was da an Bildern in deinem Kopf ist und ob die da bleiben dürfen oder nicht.
Ja, so eine Fernberatung ist eben leider doch gar nicht so einfach.

Und es ist auch echt einfach schwer, herauszufinden, ob jetzt einer von beiden wirklich mehr gemacht hat oder nicht. Wie soll man das schon messen (also ich hab noch nie gestoppt, wie lang ich für Haushaltsarbeiten gebraucht hab und wie lang er, und dann gibts ja noch die Dinge, die man nicht mal theoretisch stoppen könnte, weil die gestückelt passieren oder "nur" aus Mitdenken/Organisieren im Kopf bestehen, und es ist ja auch unterschiedlich, wer ab wann unzufrieden wird, wer wie leistungsfähig ist und wer wie viel Schlaf braucht, um halbwegs fit zu sein (ich brauche da von Haus aus weniger als er) usw. ....

Vielen Dank aber trotzdem für die Gedankenanstöße (an alle!), ich grüble einfach mal weiter!
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Re: Cooler Papa, strenge Mama?

Beitrag von Sabbermäuschen »

Ich kann dich voll verstehen. Bei Minibär hatte ich anfangs sehr ähnlich gedacht. Was mir geholfen hatte, war tatsächlich die Einstellung zu ändern. Minibär war und ist so feinfühlig, er bekommt sofort mit, wenn ich mich unwohl fühle. Hatte ich die Befürchtung, dass er sich beim Impfen fragt, warum ich ihm das antue, war es doppelt so schlimm für beide. Wenn ich die unangenehmen Sachen akzeptiere und als normal erachte, konnte das Kind damit viel besser umgehen. Gleichzeitig hab ich darauf geachtet, dass ich mich auch bewusst mit Minibär beschäftige. Auf Augenhöhe und dann eben Küche aufräumen sein gelassen, wenn ich es eben halt mal ich geschafft habe. Wie nennt man das? Quality Time?
Ich hab gar nicht mehr mit dem Papa verglichen, denn es ist kein Wettkampf.
Für Mausi ist er definitiv der Spaßpapa. Ist mir Wurscht. Seine Sache. Er darf sich nur nicht wundern, wenn sie sich nicht von ihn trösten lassen will 😉
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