Mit zur Beerdigung?

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Sabsi
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von Sabsi »

Ich glaube auch, weil engste Kreis gewünscht ist, würde ich sie lieber zu Hause lassen. Meine beiden sind ähnlich alt, die würde ich solange allein zu Hause lassen (bei Beerdigung im Heimatort). Grundsätzlich finde ich auch, dass man Kinder nicht außen vor lassen sollte, hier sehe ich aber keine Notwendigkeit, sie mitzunehmen, weil sie den Verstorbenen gar nicht kannten.
Meine Kinder waren mit bei der Beerdigung meiner Oma - die Große war gerade 3 geworden, der kleine vier Wochen alt bei mir im Tragetuch. Bei der Beerdigung meines Papas 1,5 Jahre später sah ich mich nicht in der Lage, auf meine Kinder zu schauen und ihnen bei Bedarf Stütze sein zu können, darum blieben sie mit der Patentante zu Hause. Generell "ja, Kinder gehören mit dazu und sollten mitkommen zu Beerdigungen" oder "Nein, Kinder haben auf einer Beerdigung nichts zu suchen" kann man nicht sagen, das ist immer situationsabhängig zu betrachten, finde ich. Und in eurer Situation spricht für mich nichts dafür, sie mitzunehmen.
Warum sollten sie Abschied nehmen, von jemandem, den sie nicht kannten? Sie sind alt genug, um mal eine Stunde allein zu Hause zu bleiben, es ist "engste Kreis" gewünscht. Nur für "damit sie das mal kennenlernen" muss es nicht diese sein, ich glaube auch, es könnte ziemlich emotional werden bedingt durch die Umstände. Und die Beerdigung eines älteren, kränklichenNachbarn weckt in den Kindern sicher weniger Verlustängste als die des sehr jung Verunfallten.
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AllerLiebst
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von AllerLiebst »

Ich würde sie fragen, was sie wollen. Wenn sie mit möchten, nimm sie mit. Wenn nicht, lass sie daheim oder verabrede sie mit Freunden.

Wir haben beides schon gemacht. Als meine Oma vor gut einem Jahr gestorben ist, haben wir die Kinder mitgenommen. Mein Mann hat sich während der Beerdigung hauptsächlich um sie gekümmert. Mit der Großen haben wir vorher besprochen, was passieren wird. Wenn sie nicht gewollt hätte, wäre mein Mann mit den Kindern zu Hause geblieben. Als die Oma meines Mannes starb, was das Pünktchen noch nicht mal zwei Wochen alt. Da ist er allein gefahren. Die Entfernung beträgt etwa 300 km. Da hab ich mir körperlich und emotional nicht zugetraut, die Kinder im Wochenbett während der Beerdigung gut zu begleiten.

Grundsätzlich finde ich es gar nicht schlecht, wenn es beim ersten Mal um jemanden geht, der den Kindern nicht besonders nahe stand.
Liebe Grüße von A. mit Knöpfchen (05/13), Pünktchen (11/16) und Flöhchen (03/19).
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chennai
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von chennai »

Ich finde auch beide Lösungen legitim. Wenn sie neugierig sind und mit möchten, würde ich sie mitnehmen, wenn sie keine Lust und kein Bedürfnis haben, dann nicht. Meiner Meinung nach ist es nicht schlecht, eine Beerdigungssituation mal mitzuerleben, ohne dass es einen emotional völlig aus den Latschen reißt.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


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Nema
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von Nema »

Ich würde es auch die Kinder entscheiden lassen. Bei der Urnenbeisetzung meines Vaters vor einigen Monaten war ich selbstverständlich davon ausgegangen, dass meine beiden Kinder mitkommen. Der Kleine hat aber ganz klar gesagt, dass er das nicht möchte. "Das ist mir viel zu traurig." - hat er gesagt. Er hatte keinen Bezug zum Opa und die Situation bei dieser Urnenbeisetzung war aus anderen Gründen schwierig und angespannt. Ich weiß, dass er in solchen Situationen dann nicht "funktioniert" und sich dann wirklich schreckliche Dramen abspielen können (rastet aus weil er den Schuh ungemütlich findet oder ähnliches). Also habe ich wirklich nur die Große mitgenommen und ihn bei einer Vertrauensperson gelassen. Hinterher zum "Leichenschmaus" ist er mitgekommen, das hat für ihn gepasst. Klar sind deine Kinder in einem anderen Alter aber sie haben die Person nicht gekannt, sie können auch den Hinterbliebenen keine Stütze sein - ich sehe keinen zwingenden Grund mitzugehen.
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mayra
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von mayra »

Danke für eure Meinungen. Ich habe mit den beiden gesprochen und sie möchten nicht mitgehen. Ich denke also, sie werden daheim bleiben. Verabreden ist nur für einen möglich, hier sind schon Ferien und die Kumpel des Kleinen nicht daheim.

Ich wollte noch dazu sagen, dass ich früher Messdienerin war und recht viele Beerdigungen gedient habe. Einmal sogar eine Babybeerdigung. Ich habe es nie als tragisch empfunden, nicht mal die des Babys... daher war mir der Gedanke, es könnte für sie zu dramatisch sein, gar nicht gekommen. Grade, weil sie ihn ja auch nicht kannten. Wenn ich nun denke, es wird vielleicht die eines nahestehenden Verwandten o.ä. die erste miterlebte Beerdigung sein, finde ich das viel schlimmer.

Meine erste Beerdigung mit emotionaler Beteiligung war die einer Klassenkameradin während der 11. Klasse... ich glaube schon, dass es mir geholfen hat, die Abläufe in- & auswendig zu kennen.

Meine Oma war dann die Nächste, da war ich aber schon 30. Ich glaube leider bei meinen Söhnen nicht dran, dass die (alle) Großeltern so alt werden...
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Sabbermäuschen
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von Sabbermäuschen »

Wie alt warst du denn damals bei dieser Beerdigung?

Ich kann mich noch dran erinnern, dass mich als Kind immer sehr viel bedrückt hat. Als Teenie dann plötzlich nicht mehr. Da konnte ich mir auch Katastrophenfilme/Horrorfilme angucken, ohne dass es mich berührt hätte. Mittlerweile weiß ich, was es bedeutet, jemanden aus der Familie zu verlieren und bin da bei Filmen recht empfindlich.
Demnach könnte ich nicht voraussagen, wann ein Kind Abstand dazu hat oder es sich eben sehr zu Herzen nimmt.
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mayra
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von mayra »

Meinst du die der Klassenkameradin? 11. Klasse, also so 17? Oder die des Babys? Da muss ich min. 9, max. 12 gewesen sein, denn ungefähr dann habe ich mit dem Messdienen aufgehört...
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odakko
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von odakko »

AllerLiebst hat geschrieben: 05.07.2019, 13:23Grundsätzlich finde ich es gar nicht schlecht, wenn es beim ersten Mal um jemanden geht, der den Kindern nicht besonders nahe stand.
Das unterschreibe ich dick. Meine erste Beerdigung war die meines Vaters, das war … suboptimal. Dabei war ich da schon dreißig, also weiß Gott kein kleines Kind mehr, aber vorher hatte es sich nie ergeben … entweder war ich noch zu klein, räumlich zu weit weg (750-4500 km) oder es war nur allerengster Kreis erwünscht.

Ich würde hier aber die trauernde Kernfamilie fragen, ob es okay ist, dass die Kinder mitkommen. Grade, wenn die von sich aus "engster Kreis" gesagt haben.
Ohne eigene Kinder, aber mit Tragling (06/18) ... häh? Details gibt's hier ;)

Momentan wenig hier.
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mayra
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von mayra »

Das sie mitkommen können war eigentlich schon geklärt mit der Mutter. Ich denke es ging eher um Freunde, dass da nicht Hinz und Kunz kommen sollen, wie das bei jungen Verstorbenen ja oftmals der Fall ist. Kann ich auch verstehen...

Aber wenn sie nicht möchten und viele hier meinen (inkl. meinem Mann) man solle es lieber lassen... das Letzte was ich wollen würde wären weinende verstörte Jungs. Die sich nicht mehr einkriegen...
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odakko
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Re: Mit zur Beerdigung?

Beitrag von odakko »

Ach, entschuldige, mayra, das habe ich überlesen :(
Dann bin ich auch Camp "frag die Kinder". Mit 8 ist es vielleicht noch schwierig, aber mit 11 sind die meisten doch alt genug, um zumindest gefragt zu werden.
Ohne eigene Kinder, aber mit Tragling (06/18) ... häh? Details gibt's hier ;)

Momentan wenig hier.
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