Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
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Snugglepot
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Was mir zu dem Thema noch einfällt: Kinder nicht zu früh dem Leid und Elend auf der Welt aussetzen. Ich denke da insbesondere an das Thema Medien. Kinder bekommen so viel mit, wenn zum Beispiel im Hintergrund der Fernseher läuft und da wird etwas schlimmes gezeigt. Es gibt nicht umsonst für den Anfang Kindernachrichten etc. Es braucht eine gewisse Reife um sich von einer Katastrophe in einem anderen Land nicht völlig aus der Bahn werfen zu lassen. Stichworte wie "unbeschwerte Kindheit" und "Kind sein dürfen" verstehe ich auch immer in dem Kontext, dass Kinder noch nicht alles wissen müssen /dürfen. Wobei sich das, wenn ich es jetzt nochmals lese, eher danach anhört, als wollte ich explizit nicht vorbereiten, sondern über behüten. Ich hoffe, man versteht so halbwegs, wie ich es gemeint habe.
Snuggle 02/17 
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Lösche Benutzer 17612
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Ich traue meinen Kindern viel zu und ermutige sie dazu Dinge auszuprobieren, von denen viele Erwachsene denken das könnten sie noch nicht. Sowohl im Haushalt als auch außerhalb, wir lassen sie auch Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auf uns alle haben.
Unser 11-jähriger kann ein Essen kochen, einen Friseurtermin ausmachen oder den TÜV zur Hängerabnahme empfangen, wenn wir noch auf der Arbeit sind. Der 8-Jährige kann Erste Hilfe und stabile Seitenlage, das bekommt er hin ( außer ne Reanimation, da hat er im Gegensatz zum Großen noch nicht die Kraft für). Andere Kinder könn(t)en schon ganz frühganz andere Dinge tun, wenn man es ihnen zutrauen würde.
Wenn der Große das Essen anbrennen lässt weil er neben dem Kochen mit dem Handy daddelt, dann ist das eben so. Das bedeutet noch nicht, dass er es nicht kann- nur, dass er einen Fehler gemacht hat und es beim nächsten Mal besser machen kann.
Unsere Kinder sind nicht nur wichtig weil sie unsere Kinder sind und wir sie eh lieben wie verrückt, sondern auch weil sie wichtig für die Abläufe in unserer Familie sind, weil sie ein Teil davon sind. Wenn sie ihre Aufgaben nicht erledigen, Gerät das System ins Wanken. Wenn sie ihre Haustiere nicht füttern, sterben diese. Klar schaue ich ihnen nicht dabei zu wie sie sie verhungern oder verdrecken lassen, aber ich nehme ihnen diese Aufgaben auch nicht ab.
Ich begleite sie darin auch Dinge durchzuziehen, die keinen Spaß machen. Und ermutige sie dazu sich erstmal grundsätzlich alles zuzutrauen- die Erfahrung zeigt dann ob es klappt oder nicht. Wenn es nicht klappt sind wir da und suchen gemeinsam nach einer Lösung ( die nicht darin liegt, dass ich es ihnen abnehme).
Ich versuche ihnen aber auch mitzugeben und vorzumachen dass es im Leben NICHT darauf ankommt, immer sein Bestes zu geben. Dass man ruhig abwägen darf auf was man viel Kraft verwendet und auf was nicht. Dieser Perfektionismus, der Drang immer 120% zu geben, das nutzt letztendlich nur der Wirtschaft und macht Menschen krank. In der Schule bereden wir das oft, wenn viele Arbeiten anstehen und ich nicht möchte dass die gesamte Freizeit vom Lernen gefressen wird wägen wir gemeinsam ab, für welches Fach jetzt viel gemacht wird und für welches Fach keine schwer aufholbaren Lücken entstehen und das dann halt nebenher läuft ( sorry alle Erdkunde-,Reli- Musik- und Kunstlehrer
). Meine Kinder können das noch nicht immer soooo gut abschätzen, das gebe ich dann z.T. mit vor. Sie sollen lernen gut auf sich zu schauen, sich um sich selbst zu kümmern.
Außerdem "verordne" ich unseren Kindern regelmäßig eine Portion Langeweile. Ohne Handy, TV, Bücher und allen Dingen, die sie von sich selbst ablenken. Sie werden dann unheimlich kreativ und machen die dollsten Dinge, jeder auf seine Art. Ich denke nur in den Phasen ohne äußere Einflüsse kann man sich selbst fühlen und erkennen wer man ist, so schmalzig das nun klingt. Und nur wenn man ganz klar weiß wer man ist und was man fühlt, kann und möchte, kann man mit sich im Einklang leben.
Ich verliere diesen Draht zu mir selbst ganz schnell wenn ich sehr auf Ablenkungen fixiert bin, und dann merke ich wie ich gestresst und unzufrieden werde. Deshalb möchte ich, dass diese Verbindung zu sich selbst jetzt in der Kindheit sehr gestärkt wird.
Es geht ja nicht darum, dass das Kind jetzt für seine Zukunft Chinesisch oder was-auch-immer lernt. Es geht darum dass es- wenn demnächst Andorra die Wirtschaftsweltherrschaft übernimmt zum Beispiel- dass die Kinder sich ohne Selbstzweifel zutrauen dass sie es selbstverständlich packen Katalanisch zu lernen und es einfach anpacken. Und es dann auch durchziehen können, wenn es ihnen doch schwerfällt.
Empathie und soziale Dinge kann man wohl nur vorleben. Auch, indem man schon früh etwas Verantwortung übernimmt. Nach Oma und Opa schaut, dort im Garten mit anpackt. Den Nachbarn hilft. Wir leben hier in einem engen Gefüge in dem man sich gegenseitig viel unterstützt, und die Kinder machen das natürlich nach. Ich würde es auch von ihnen einfordern, aber das muss ich nicht.
Ansonsten gibt es auch hier das Bisschen Bullerbü, ja. Schlimme Dinge halten wir in den Details bestmöglich von ihnen fern, klar, jetzt mit fast 12 geht das oft nicht mehr. Aber es sind auch Kinder. Sie sollen wissen dass sie schon ganz ganz viel können, aber sie können sich auch insofern fallenlassen als dass wir ihnen Entscheidungen und Informationen abnehmen, denen sie unserer Meinung nach noch nicht gewachsen sind.
Es gibt - selten- einfach Entscheidungen die wir über ihren Kopf hinaus treffen mit der Begründung, dass wir das nun als Erwachsene besser abschätzen können. Das ist dann auch nicht diskutierbar. Was aber auch bedeutet, dass wir sonst zu 95% demokratisch entscheiden. Wobei- wenn ich mir das Arsenal an Werkzeug und Fuhrwerken so ansehe das Mann und Kinder so ansammeln, dann sehe ich mich da oft nicht so gut vertreten.
Im Endeffekt glaube ich sogar dass die Kinder mehr entscheiden als ich, ich stehe nur im Hintergrund mit Veto.
Ob sie für die Zukunft gut vorbereitet sind- keine Ahnung. Ich denke wir sind oft recht streng im Vergleich zu anderen Eltern, dafür gibt es in manchen Bereichen viel mehr Freiheiten als andere Kinder haben. Ob das gut ist oder nicht- ich weiß es nicht.
Bislang fühlt es sich richtig an, wir haben ein ganz enges Verhältnis und reden fast über alles. Auch über das, was gerade mit unserem Pubertier passiert. Mir ist es wichtig dass er versteht was mit ihm passiert, körperlich aber auch *im Kopf*.
Dennoch wissen sie um unsere Erwartungen die wir an sie haben, die sind meist höher als bei ihren Freunden.
Unser 11-jähriger kann ein Essen kochen, einen Friseurtermin ausmachen oder den TÜV zur Hängerabnahme empfangen, wenn wir noch auf der Arbeit sind. Der 8-Jährige kann Erste Hilfe und stabile Seitenlage, das bekommt er hin ( außer ne Reanimation, da hat er im Gegensatz zum Großen noch nicht die Kraft für). Andere Kinder könn(t)en schon ganz frühganz andere Dinge tun, wenn man es ihnen zutrauen würde.
Wenn der Große das Essen anbrennen lässt weil er neben dem Kochen mit dem Handy daddelt, dann ist das eben so. Das bedeutet noch nicht, dass er es nicht kann- nur, dass er einen Fehler gemacht hat und es beim nächsten Mal besser machen kann.
Unsere Kinder sind nicht nur wichtig weil sie unsere Kinder sind und wir sie eh lieben wie verrückt, sondern auch weil sie wichtig für die Abläufe in unserer Familie sind, weil sie ein Teil davon sind. Wenn sie ihre Aufgaben nicht erledigen, Gerät das System ins Wanken. Wenn sie ihre Haustiere nicht füttern, sterben diese. Klar schaue ich ihnen nicht dabei zu wie sie sie verhungern oder verdrecken lassen, aber ich nehme ihnen diese Aufgaben auch nicht ab.
Ich begleite sie darin auch Dinge durchzuziehen, die keinen Spaß machen. Und ermutige sie dazu sich erstmal grundsätzlich alles zuzutrauen- die Erfahrung zeigt dann ob es klappt oder nicht. Wenn es nicht klappt sind wir da und suchen gemeinsam nach einer Lösung ( die nicht darin liegt, dass ich es ihnen abnehme).
Ich versuche ihnen aber auch mitzugeben und vorzumachen dass es im Leben NICHT darauf ankommt, immer sein Bestes zu geben. Dass man ruhig abwägen darf auf was man viel Kraft verwendet und auf was nicht. Dieser Perfektionismus, der Drang immer 120% zu geben, das nutzt letztendlich nur der Wirtschaft und macht Menschen krank. In der Schule bereden wir das oft, wenn viele Arbeiten anstehen und ich nicht möchte dass die gesamte Freizeit vom Lernen gefressen wird wägen wir gemeinsam ab, für welches Fach jetzt viel gemacht wird und für welches Fach keine schwer aufholbaren Lücken entstehen und das dann halt nebenher läuft ( sorry alle Erdkunde-,Reli- Musik- und Kunstlehrer
Außerdem "verordne" ich unseren Kindern regelmäßig eine Portion Langeweile. Ohne Handy, TV, Bücher und allen Dingen, die sie von sich selbst ablenken. Sie werden dann unheimlich kreativ und machen die dollsten Dinge, jeder auf seine Art. Ich denke nur in den Phasen ohne äußere Einflüsse kann man sich selbst fühlen und erkennen wer man ist, so schmalzig das nun klingt. Und nur wenn man ganz klar weiß wer man ist und was man fühlt, kann und möchte, kann man mit sich im Einklang leben.
Ich verliere diesen Draht zu mir selbst ganz schnell wenn ich sehr auf Ablenkungen fixiert bin, und dann merke ich wie ich gestresst und unzufrieden werde. Deshalb möchte ich, dass diese Verbindung zu sich selbst jetzt in der Kindheit sehr gestärkt wird.
Es geht ja nicht darum, dass das Kind jetzt für seine Zukunft Chinesisch oder was-auch-immer lernt. Es geht darum dass es- wenn demnächst Andorra die Wirtschaftsweltherrschaft übernimmt zum Beispiel- dass die Kinder sich ohne Selbstzweifel zutrauen dass sie es selbstverständlich packen Katalanisch zu lernen und es einfach anpacken. Und es dann auch durchziehen können, wenn es ihnen doch schwerfällt.
Empathie und soziale Dinge kann man wohl nur vorleben. Auch, indem man schon früh etwas Verantwortung übernimmt. Nach Oma und Opa schaut, dort im Garten mit anpackt. Den Nachbarn hilft. Wir leben hier in einem engen Gefüge in dem man sich gegenseitig viel unterstützt, und die Kinder machen das natürlich nach. Ich würde es auch von ihnen einfordern, aber das muss ich nicht.
Ansonsten gibt es auch hier das Bisschen Bullerbü, ja. Schlimme Dinge halten wir in den Details bestmöglich von ihnen fern, klar, jetzt mit fast 12 geht das oft nicht mehr. Aber es sind auch Kinder. Sie sollen wissen dass sie schon ganz ganz viel können, aber sie können sich auch insofern fallenlassen als dass wir ihnen Entscheidungen und Informationen abnehmen, denen sie unserer Meinung nach noch nicht gewachsen sind.
Es gibt - selten- einfach Entscheidungen die wir über ihren Kopf hinaus treffen mit der Begründung, dass wir das nun als Erwachsene besser abschätzen können. Das ist dann auch nicht diskutierbar. Was aber auch bedeutet, dass wir sonst zu 95% demokratisch entscheiden. Wobei- wenn ich mir das Arsenal an Werkzeug und Fuhrwerken so ansehe das Mann und Kinder so ansammeln, dann sehe ich mich da oft nicht so gut vertreten.
Im Endeffekt glaube ich sogar dass die Kinder mehr entscheiden als ich, ich stehe nur im Hintergrund mit Veto.
Ob sie für die Zukunft gut vorbereitet sind- keine Ahnung. Ich denke wir sind oft recht streng im Vergleich zu anderen Eltern, dafür gibt es in manchen Bereichen viel mehr Freiheiten als andere Kinder haben. Ob das gut ist oder nicht- ich weiß es nicht.
Bislang fühlt es sich richtig an, wir haben ein ganz enges Verhältnis und reden fast über alles. Auch über das, was gerade mit unserem Pubertier passiert. Mir ist es wichtig dass er versteht was mit ihm passiert, körperlich aber auch *im Kopf*.
Dennoch wissen sie um unsere Erwartungen die wir an sie haben, die sind meist höher als bei ihren Freunden.
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Lösche Benutzer 15449
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Könntest du bitte mal als Supernanny bei mir vorbei schauen und mir das beibringen? So würd ich das auch gern machen - aber gefühlt bin ich manchmal so weit davon entfernt...EllenRipley hat geschrieben: 10.10.2018, 19:02 Ich traue meinen Kindern viel zu und ermutige sie dazu Dinge auszuprobieren, von denen viele Erwachsene denken das könnten sie noch nicht. Sowohl im Haushalt als auch außerhalb, wir lassen sie auch Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auf uns alle haben.
Unser 11-jähriger kann ein Essen kochen, einen Friseurtermin ausmachen oder den TÜV zur Hängerabnahme empfangen, wenn wir noch auf der Arbeit sind. Der 8-Jährige kann Erste Hilfe und stabile Seitenlage, das bekommt er hin ( außer ne Reanimation, da hat er im Gegensatz zum Großen noch nicht die Kraft für). Andere Kinder könn(t)en schon ganz frühganz andere Dinge tun, wenn man es ihnen zutrauen würde.
Wenn der Große das Essen anbrennen lässt weil er neben dem Kochen mit dem Handy daddelt, dann ist das eben so. Das bedeutet noch nicht, dass er es nicht kann- nur, dass er einen Fehler gemacht hat und es beim nächsten Mal besser machen kann.
Unsere Kinder sind nicht nur wichtig weil sie unsere Kinder sind und wir sie eh lieben wie verrückt, sondern auch weil sie wichtig für die Abläufe in unserer Familie sind, weil sie ein Teil davon sind. Wenn sie ihre Aufgaben nicht erledigen, Gerät das System ins Wanken. Wenn sie ihre Haustiere nicht füttern, sterben diese. Klar schaue ich ihnen nicht dabei zu wie sie sie verhungern oder verdrecken lassen, aber ich nehme ihnen diese Aufgaben auch nicht ab.
Ich begleite sie darin auch Dinge durchzuziehen, die keinen Spaß machen. Und ermutige sie dazu sich erstmal grundsätzlich alles zuzutrauen- die Erfahrung zeigt dann ob es klappt oder nicht. Wenn es nicht klappt sind wir da und suchen gemeinsam nach einer Lösung ( die nicht darin liegt, dass ich es ihnen abnehme).
Ich versuche ihnen aber auch mitzugeben und vorzumachen dass es im Leben NICHT darauf ankommt, immer sein Bestes zu geben. Dass man ruhig abwägen darf auf was man viel Kraft verwendet und auf was nicht. Dieser Perfektionismus, der Drang immer 120% zu geben, das nutzt letztendlich nur der Wirtschaft und macht Menschen krank. In der Schule bereden wir das oft, wenn viele Arbeiten anstehen und ich nicht möchte dass die gesamte Freizeit vom Lernen gefressen wird wägen wir gemeinsam ab, für welches Fach jetzt viel gemacht wird und für welches Fach keine schwer aufholbaren Lücken entstehen und das dann halt nebenher läuft ( sorry alle Erdkunde-,Reli- Musik- und Kunstlehrer). Meine Kinder können das noch nicht immer soooo gut abschätzen, das gebe ich dann z.T. mit vor. Sie sollen lernen gut auf sich zu schauen, sich um sich selbst zu kümmern.
Außerdem "verordne" ich unseren Kindern regelmäßig eine Portion Langeweile. Ohne Handy, TV, Bücher und allen Dingen, die sie von sich selbst ablenken. Sie werden dann unheimlich kreativ und machen die dollsten Dinge, jeder auf seine Art. Ich denke nur in den Phasen ohne äußere Einflüsse kann man sich selbst fühlen und erkennen wer man ist, so schmalzig das nun klingt. Und nur wenn man ganz klar weiß wer man ist und was man fühlt, kann und möchte, kann man mit sich im Einklang leben.
Ich verliere diesen Draht zu mir selbst ganz schnell wenn ich sehr auf Ablenkungen fixiert bin, und dann merke ich wie ich gestresst und unzufrieden werde. Deshalb möchte ich, dass diese Verbindung zu sich selbst jetzt in der Kindheit sehr gestärkt wird.
Es geht ja nicht darum, dass das Kind jetzt für seine Zukunft Chinesisch oder was-auch-immer lernt. Es geht darum dass es- wenn demnächst Andorra die Wirtschaftsweltherrschaft übernimmt zum Beispiel- dass die Kinder sich ohne Selbstzweifel zutrauen dass sie es selbstverständlich packen Katalanisch zu lernen und es einfach anpacken. Und es dann auch durchziehen können, wenn es ihnen doch schwerfällt.
Empathie und soziale Dinge kann man wohl nur vorleben. Auch, indem man schon früh etwas Verantwortung übernimmt. Nach Oma und Opa schaut, dort im Garten mit anpackt. Den Nachbarn hilft. Wir leben hier in einem engen Gefüge in dem man sich gegenseitig viel unterstützt, und die Kinder machen das natürlich nach. Ich würde es auch von ihnen einfordern, aber das muss ich nicht.
Ansonsten gibt es auch hier das Bisschen Bullerbü, ja. Schlimme Dinge halten wir in den Details bestmöglich von ihnen fern, klar, jetzt mit fast 12 geht das oft nicht mehr. Aber es sind auch Kinder. Sie sollen wissen dass sie schon ganz ganz viel können, aber sie können sich auch insofern fallenlassen als dass wir ihnen Entscheidungen und Informationen abnehmen, denen sie unserer Meinung nach noch nicht gewachsen sind.
Es gibt - selten- einfach Entscheidungen die wir über ihren Kopf hinaus treffen mit der Begründung, dass wir das nun als Erwachsene besser abschätzen können. Das ist dann auch nicht diskutierbar. Was aber auch bedeutet, dass wir sonst zu 95% demokratisch entscheiden. Wobei- wenn ich mir das Arsenal an Werkzeug und Fuhrwerken so ansehe das Mann und Kinder so ansammeln, dann sehe ich mich da oft nicht so gut vertreten.
Im Endeffekt glaube ich sogar dass die Kinder mehr entscheiden als ich, ich stehe nur im Hintergrund mit Veto.
Ob sie für die Zukunft gut vorbereitet sind- keine Ahnung. Ich denke wir sind oft recht streng im Vergleich zu anderen Eltern, dafür gibt es in manchen Bereichen viel mehr Freiheiten als andere Kinder haben. Ob das gut ist oder nicht- ich weiß es nicht.
Bislang fühlt es sich richtig an, wir haben ein ganz enges Verhältnis und reden fast über alles. Auch über das, was gerade mit unserem Pubertier passiert. Mir ist es wichtig dass er versteht was mit ihm passiert, körperlich aber auch *im Kopf*.
Dennoch wissen sie um unsere Erwartungen die wir an sie haben, die sind meist höher als bei ihren Freunden.
- Flädi
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
@Wölfin Aber das selber lernen ist ja das coole! Du findest für dich selber heraus was du willst und versuchst es zu verwirklichen. Jedes Familie ist anders! Die Kinder dürfen sehr wohl erfahren, dass du nicht allwissend bist und auch Fehler machst. Du bist bereits auf dem Weg, denn du machst dir Gedanken und bist hier im Gespräch. Ich sage meinen Kindern auch immer, beobachtet andere Modelle und pickt euch dann für euch raus was für euch passt. Lange sind es die Eltern, Paten, Grosseltern...später Peergroup, Lehrer etc. Das hört nie auf. Das bleibt auch nie gleich.
Tochter 2005, Sohn 2007 und Tochter 2010
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Lösche Benutzer 15449
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Aber das ist es ja gerade: mir fehlt die Beobachtungsvorlage dafür. Dazu kommt: ich bin dann oft so ungeduldig und gestresst und so gar nicht im Reinen mit mir selbst.Flädi hat geschrieben: 10.10.2018, 23:44 @Wölfin Aber das selber lernen ist ja das coole! Du findest für dich selber heraus was du willst und versuchst es zu verwirklichen. Jedes Familie ist anders! Die Kinder dürfen sehr wohl erfahren, dass du nicht allwissend bist und auch Fehler machst. Du bist bereits auf dem Weg, denn du machst dir Gedanken und bist hier im Gespräch. Ich sage meinen Kindern auch immer, beobachtet andere Modelle und pickt euch dann für euch raus was für euch passt. Lange sind es die Eltern, Paten, Grosseltern...später Peergroup, Lehrer etc. Das hört nie auf. Das bleibt auch nie gleich.
Aber das Auswählen für welche KA man lernt ist ein guter Tipp. Ich mach ab nä Woche "lernen lernen" mit meiner Klasse 6 ... das Bau ich da auf alle Fälle ein.
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Lösche Benutzer 17612
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Das bedeutet ja nicht dass ich das immer supertoll hinbekomme, sondern nur dass das unser Fahrplan ist.
Es läuft auch oft genug nicht so schön. Ich schreie häufiger als es sein müsste, gerade wenn ich gestresst bin. Manchmal sage ich sogar fiese Sachen.(Aber ich kann mich entschuldigen und Fehler zugeben. )
Wir "arbeiten" mit Lob und - auch wenn man es geschönt Konsequenzen nennen könnte- im Endeffekt durchaus mit Strafen. Aber ich habe auch an mich nicht den Anspruch dass ich eine "perfekte Mutter" sein muss. Lern- Hausaufgabenbegleitung ist mir ein Graus, ich bin sooooooooooo ungeduldig.
Und mein Bauchgefühl passt nie zu irgendeinem dieser Erziehungspäpste, also gebe ich den Kindern das mit was sich für mich richtig anfühlt.
Man darf aber auch nicht vergessen dass unsere Kinder halt schon recht groß sind, man kann mit ihnen ganz normal reden. Ich kann mit denen auch mal den Knigge durchgehen und ihnen erklären warum ich dieses und jedes Verhalten wichtig finde, ohne "das macht man so" anzubringen. ( Was nicht bedeutet dass sie sich Knigge-Konform benehmen....).
Es läuft auch oft genug nicht so schön. Ich schreie häufiger als es sein müsste, gerade wenn ich gestresst bin. Manchmal sage ich sogar fiese Sachen.(Aber ich kann mich entschuldigen und Fehler zugeben. )
Wir "arbeiten" mit Lob und - auch wenn man es geschönt Konsequenzen nennen könnte- im Endeffekt durchaus mit Strafen. Aber ich habe auch an mich nicht den Anspruch dass ich eine "perfekte Mutter" sein muss. Lern- Hausaufgabenbegleitung ist mir ein Graus, ich bin sooooooooooo ungeduldig.
Und mein Bauchgefühl passt nie zu irgendeinem dieser Erziehungspäpste, also gebe ich den Kindern das mit was sich für mich richtig anfühlt.
Man darf aber auch nicht vergessen dass unsere Kinder halt schon recht groß sind, man kann mit ihnen ganz normal reden. Ich kann mit denen auch mal den Knigge durchgehen und ihnen erklären warum ich dieses und jedes Verhalten wichtig finde, ohne "das macht man so" anzubringen. ( Was nicht bedeutet dass sie sich Knigge-Konform benehmen....).
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muh
- alter SuT-Hase
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- Registriert: 29.02.2012, 21:03
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Hier wurde ja schon ganz viel Kluges geschrieben. Was mir am Anfang gleich eingefallen ist, was ich meinen Kindern mitgeben möchte: sich nicht zu sehr mit anderen vergleichen, kein Neid darauf, was andere haben, können und sind. Das ist in Zeiten von Facebook, Instagram usw. sooo wichtig (sonst auch immer).
2011
2013
2017
2013
2017
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Lösche Benutzer 1828
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Ich verbiete meinen Kindern sehr wenig....ich möchte eher im Dialog sein und das flexibel entscheiden.
Ich höre öfter "xy dürfen sie erst mit 18/16" - sei es Handynutzung, lange Ausgehen oder anderes.
Ich halte das für unrealistisch. Und ich möchte ja einen selbständigen Erwachsenen aufwachsen sehen - da fühlt es sich für mich total falsch an, Dinge generell zu verbieten. Und dann, wenn sie 18/16 sind, ist das auf einmal erlaubt und in Ordnung? Das Kind wird ja mit dem Alter kein anderer Mensch. Und man wächst ja gemeinsam in das Älter-Werden rein.
Was ich grad nicht leisten kann, ist wirklich bei jedem Einzelnen zu sein - jedes Kind hat gerade Baustellen - ich bin alleinerziehend mit einem narzisstischen, aggressiven KV - mir fehlt einfach die Kraft. Das macht mich traurig und ratlos gerade.
Aber auch das ist Leben.....was sie leider gerade von der unschönen Seite aus erfahren müssen.
Und ich bin nie darin aufgegangen, Mutter zu sein.
Ich finde keine Erfüllung im "bemuttern" - im Heiler-Alltag zaubern mit gesunden Mahlzeiten dreimal am Tag, gemeinsamer Hausarbeit oder Rollenspielen. Aber da über seine eigenen Wohlfühlgrenzen zu gehen ist eben auch falsch. Es gibt bei uns eben keine Backnachmittage, keine Bastelstunden mehr (zu KiGa-Zeiten schon mal). Aktuelle fühlt es sich eher oft wie eine WG an - eben, weil ich auch echt Hilfe brauche und jeder seine Aufgaben erfüllen muss (was leider gerade so gar nicht klappt).
Ich höre öfter "xy dürfen sie erst mit 18/16" - sei es Handynutzung, lange Ausgehen oder anderes.
Ich halte das für unrealistisch. Und ich möchte ja einen selbständigen Erwachsenen aufwachsen sehen - da fühlt es sich für mich total falsch an, Dinge generell zu verbieten. Und dann, wenn sie 18/16 sind, ist das auf einmal erlaubt und in Ordnung? Das Kind wird ja mit dem Alter kein anderer Mensch. Und man wächst ja gemeinsam in das Älter-Werden rein.
Was ich grad nicht leisten kann, ist wirklich bei jedem Einzelnen zu sein - jedes Kind hat gerade Baustellen - ich bin alleinerziehend mit einem narzisstischen, aggressiven KV - mir fehlt einfach die Kraft. Das macht mich traurig und ratlos gerade.
Aber auch das ist Leben.....was sie leider gerade von der unschönen Seite aus erfahren müssen.
Und ich bin nie darin aufgegangen, Mutter zu sein.
Ich finde keine Erfüllung im "bemuttern" - im Heiler-Alltag zaubern mit gesunden Mahlzeiten dreimal am Tag, gemeinsamer Hausarbeit oder Rollenspielen. Aber da über seine eigenen Wohlfühlgrenzen zu gehen ist eben auch falsch. Es gibt bei uns eben keine Backnachmittage, keine Bastelstunden mehr (zu KiGa-Zeiten schon mal). Aktuelle fühlt es sich eher oft wie eine WG an - eben, weil ich auch echt Hilfe brauche und jeder seine Aufgaben erfüllen muss (was leider gerade so gar nicht klappt).
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Lösche Benutzer 1828
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
dazu braucht es gar nicht Instagram......(Kinder nutzen doch gar kein Facebookmuh hat geschrieben: 11.10.2018, 10:18 Hier wurde ja schon ganz viel Kluges geschrieben. Was mir am Anfang gleich eingefallen ist, was ich meinen Kindern mitgeben möchte: sich nicht zu sehr mit anderen vergleichen, kein Neid darauf, was andere haben, können und sind. Das ist in Zeiten von Facebook, Instagram usw. sooo wichtig (sonst auch immer).
Ich muss mir von K1 auch anhören, dass seine Freunde alle mind. einmal in Urlaub fahren (wir nie), teure Klamotten bekommen (ich kann oft nicht mal die nötigen Schuhe sofort kaufen), viel mehr Taschengeld bekommen, Auslandssemester verbringen usw. - in dem Alter ist Zugehörigkeit eben ein ganz zentrales Thema, das hat nicht mal unbedingt mit Neid zu tun. Und es ist ein schwieriges Thema.
- LilyGreen
- Power-SuTler
- Beiträge: 6583
- Registriert: 10.02.2017, 13:11
- Wohnort: mittig
Re: Wie unsere Kinder fürs Leben vorbereiten?
Ich finde alle Beiträge hier lesenswert und mit sehr guten Ideen und Herangehensweisen versehen.
Mir kam direkt nach Eröffnung des Freds ein Gedanke, der bisher noch nicht aufgegriffen wurde:
Die Vermittlung von politischen - oder vielleicht besser: demokratischem - Engagement.
In einer Welt, die aktuell überall Richtung Populismus driftet, halte ich es für wichtig, dass man vermittelt, dass es nicht immer die eine „richtige“ Lösung gibt.
In meiner Herkunftsfamilie gibt es praktisch keine Diskussionen über politische Themen. Ganz extrem leben das meine Großeltern: für die gibt es im politischen Spektrum „die schwazze“ und „die roode“. Das finde ich sehr schade und ich finde es bis heute schwierig, meine Ansichten in eine Wahlentscheidung umzusetzen.
Mir kam direkt nach Eröffnung des Freds ein Gedanke, der bisher noch nicht aufgegriffen wurde:
Die Vermittlung von politischen - oder vielleicht besser: demokratischem - Engagement.
In einer Welt, die aktuell überall Richtung Populismus driftet, halte ich es für wichtig, dass man vermittelt, dass es nicht immer die eine „richtige“ Lösung gibt.
In meiner Herkunftsfamilie gibt es praktisch keine Diskussionen über politische Themen. Ganz extrem leben das meine Großeltern: für die gibt es im politischen Spektrum „die schwazze“ und „die roode“. Das finde ich sehr schade und ich finde es bis heute schwierig, meine Ansichten in eine Wahlentscheidung umzusetzen.