Ich denke auch, dass es sehr unterschiedlich und individuell ist, wie gut Kinder solche Vertrauensbrüche wegstecken.
Kinder können ziemlich viel ab. Und zahlreiche Folgen von mehr oder minder schweren schlechten Erfahrungen zeigen sich ja eh erst im Erwachsenenalter. Außerdem ist es immer die Summe von vielem... mag sein, dass ein toll einschlafbegleitetes Kind dafür an einer anderen Ecke Stressfaktoren erlebt...
Was ich schon merke jetzt im Umgang mit anderen Eltern mit pubertierenden Kindern ist dass es anscheinend schon einen Unterschied macht, wie in der Familie die ersten 12-13 Jahre Kommunikation gelebt wurde. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber die Mütter, die sich beklagen, dass ihre Teenies tagtäglich und vehement auf NICHTS reagieren, nicht auf bitten, nicht auf reden, nicht auf schreien, nicht mal auf ein in Tränen ausbrechendes Elternteil - das sind schon tendenziell die Familien, in denen ich kontinuierlich Situationen miterlebt habe, wo auch Bedürfnisäußerungen der Kinder ziemlich rigoros ignoriert und selbst echte Verzweiflung "abgetan" wurde. Also eine gewisse emotionale Abstumpfung und Ignoranz gegenüber den Signalen anderer Menschen scheint man seinen Kindern durchaus "anerziehen" zu können, wenn man es hartnäckig genug vorlebt und umsetzt. Dafür wird "nur ferbern" allerdings nicht reichen, da muss man vermutlich konsequenter sein
Interessanterweise finden es oft gerade die Eltern am empörendsten und emotional belastendsten, dass ihr Kind sie nun ferbert, die früher am entschiedensten "pro Ignorieren" waren. Das zieht sich dann ein Muster der "Gehorsamserwartung" als rote Linie durch, die durchaus persönlich genommen wird.
(Allerdings: auch das bindungsorientiertest aufgezogene Pubertier wird einen zeitwilig ignorieren, beleidigen und mit Türen schmeissen. Also wer meint, er könnte eine total entspannte Pubertät erleben, nur weil er total AP ist, der wird auch unangenehm überrascht werden

)