Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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pqr
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von pqr »

Vronilein

Ich stimme Dir zu, dass instinktive Ernährung nicht funktioniert, wenn Süßigkeiten und hochverarbeitete Lebensmittel zur Verfügung stehen, das sehe ich auch an mir selbst.
Im 2. Schritt ist allerdings meine Schlußfolgerung für unsere Familie eine etwas andere.
Die von Dir genannten Dinge reglementiere ich, Broccoli und Co. nicht. Es muss auch nichts probiert werden, aber es stehen nicht alle Alternativen zur Auswahl.
Also es muss kein Broccoli sein, dafür gibt es als Alternative Obst z.b. (und nicht fertigen Milchreis oder Nutella).
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017
Lösche Benutzer 24617

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 24617 »

Vronilein hat geschrieben: 11.03.2018, 14:26
Zööö hat geschrieben: 11.03.2018, 13:49 Also dass du tatsächlich Dinge isst die du gar nicht magst entsetzt mich schon etwas. Probieren meinetwegen, aber was essen was man eklig finde finde ich total seltsam.
Hm, im ernst? Ich finde das gehört essentiell zu guten benehmen wenn man eingeladen ist.
Mich schüttelt´s. :?(sorry) "Gutes Benehmen" und was das überhaupt sein soll, ist kulturell sehr unterschiedlich. Beispiele nenne ich mal nicht. Aber: Ernährung dient dem Körper. Ausschließlich. Was der Mensch draus gemacht hat, macht den Körper krank: aus Anstand mit essen, aufessen, unangenehme Sachen essen...Ich möchte nicht, daß jemand mir zuliebe aufisst, seinen Körper schädigt damit ICH besser über ihn denke.
Möchtest du daß deine Kinder Alkohol trinken, weil es ihre Freunde auch tun? Weil "man" das halt so macht?
Grenzen werden schon früh, ganz subtil, ganz allmählich überschritten, bis die Menschen sich freiwillig anpassen wollen, mitmachen und dazugehören wollen, sich dabei schaden und kaputt machen.
Vronilein, es geht a nicht darum daß kein Gemeinschaftsgefühl entstehen soll und wir alle ultraindividuell auf unseren kleinen 1-Personen-Inseln wohnen und irgendwann nur noch einsam sind. Sondern darum, daß der ERNÄHRUNG eine große Rolle zugeschrieben wird, die sie nicht haben darf
wenn wir gesund bleiben wollen. Und ich will daß meine Kinder gesund sind, NEIN! sagen können. ICH konnte nicht nein sagen. War angepasst. Es war schrecklich.
Was ist eigentlich genau das Problem, jemandem zu sagen, daß man sein Essen nicht mag? Das hat GAR nichts mit der Wertschätzung dem Menschen gegenüber zu tun. Was kann der dafür daß ich grad keinen Fisch mag?
Lösche Benutzer 16233

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 16233 »

Sens, hast du eigentlich weiter gelesen oder an der Stelle schon nicht mehr wirklich versucht zu verstehen was ich meine?

Ich finde eigentlich ich habe das recht ausführlich erklärt (wenn auch etwas überspitzt, da muss ich pqr recht geben).

Hier gehen die Meinungen glaube ich weit auseinander, das ist bei einem so emotionalen Thema wie Essen wohl selbstverständlich.

Ich finde aber nicht dass das respektieren meiner Mitmenschen mit "nicht nein sagen können" gleichzusetzen ist...
Sophia85
gehört zum Inventar
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Sophia85 »

Ich finde es total spanned, wie viele verschiedene Meinungen zu diesem Thema zusammenkommen!

Meine persönliche Erfahrung ist, dass schon sehr kleine Kinder unterschiedliches Essverhalten für verschiedene Situationen lernen. Ich selbst zum Beispiel musste zuhause weder alles probieren noch immer den Teller leer machen. Trotzdem habe ich mich bei meiner einen Großmutter nie getraut, etwas zu verweigern, nicht mal ihre absurden und für mich damals wirklich widerlichen Kreationen wie gebratene Nudeln mit Banane und grobem Pfeffer. Und wenn ich zu Besuch bin, muss ich die Leute schon sehr gut kennen, um zuzugeben, dass mir etwas nicht schmeckt.

Ich kann weder bestätigen, dass man lernt, Nein zu sagen, nur weil man das zuhause darf, noch dass man zwangsläufig auswärts unhöflich / mäkelig auftritt, wenn zuhause Rücksicht auf Vorlieben und Abneigungen genommen wird.

Ich vermute, das Ganze hängt viel mehr davon ab, wie gut man wahrnehmen kann, was grade sozial erwünscht ist, und wie wichtig es einem ist, das dann auch zu erfüllen.
Da gibt's glaube ich in beide Richtungen Extreme, die nicht gut sind.

Mir ist wichtig, dass sich der Esstisch nicht zur Machtkampf-Arena entwickelt. Und ich finde es unfair, vom Kind zu verlangen, dass es Regeln einhält, die wir selbst nicht befolgen.

Wie bei so vielen Themen glaube ich nicht, dass es hier eine einzige richtige Lösung gibt. Ich finde, die Regelung muss zur Familie passen, sie muss umsetzbar sein und konsequent.
Zum ersten Mal Mama, Sohn wurde 04/2017 geboren.
Lösche Benutzer 16233

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 16233 »

Aber da bin ich vielleicht auch oft nicht "SuT Standard" konform, mir geht "unerzogen" zum Beispiel oft zu weit. Aber so hat eben jeder andere Wertvorstellungen und Ziele bei seiner Erziehung, genau wie die Definition von "Guten Manieren" nicht fix sondern eben sehr Variabl ist. Das führt aber jetzt aus dem eigentlichen Thema hier raus

(ich sehe Sofia in der Vorschau, das ist nur ein Nachsatz zu meiner vorherigen antwort)
Lösche Benutzer 24617

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 24617 »

Vronilein hat geschrieben: 11.03.2018, 15:25 Sens, hast du eigentlich weiter gelesen oder an der Stelle schon nicht mehr wirklich versucht zu verstehen was ich meine?

Ich finde eigentlich ich habe das recht ausführlich erklärt (wenn auch etwas überspitzt, da muss ich pqr recht geben).

Hier gehen die Meinungen glaube ich weit auseinander, das ist bei einem so emotionalen Thema wie Essen wohl selbstverständlich.

Ich finde aber nicht dass das respektieren meiner Mitmenschen mit "nicht nein sagen können" gleichzusetzen ist...
Doch, ich habe weiter gelesen.
Vronilein hat geschrieben: 11.03.2018, 14:26 Aber wenn ich bei entfernten Bekannten eingeladen bin, bei offiziellen Anlässen, etc. finde ich aber es gehört zum guten Ton, und mir ist das dann ähnlich wichtig wie Yelma.
Wenn jemand sich viel Arbeit gemacht hat für mich zu kochen, dann ist es ein Zeichen meiner Wertschätzung für den anderen wenn ich nicht anfange rumzumosern, oder im Essen rumzustochern. Klar hat Ekel einen Sinn. Er soll mich vor Sachen schützen, die nicht gut für mich sind. Ich bin aber ein aufgeklärter Mensch und weiß, dass ich von einem Fischfilet im Jahr vermutlich weder sterbenkrank werde, noch sonst nachteilige Folgen haben werde.
WER genau und WAS genau hat deine Schwiegermutter davon, wenn du den Fisch (in deinen Mund, in dein Bauch hinein) isst? Es handelt sich um ein gedankliches Konzept, ein Konstrukt, eine Phantasie die uns durch pure Einbildung suggeriert, daß es dem anderen besser ginge, wenn du seinen Fisch äßest.
Ein Kleinkind, das diese emotionale Prägung noch nicht hat, ist nicht beleidigt, wenn du seinen Sandkuchen nicht isst. Nur wir Erwachsenen suchen über Essen(warum nicht über atmen oder transpirieren?) Bestätigung zu bekommen und zu vergeben, etwas das aber ausschließlich in Gedanken passiert. "Bestätigung", "Wertschätzung" ... die ich bekomme, wenn sich ein komplett anderer Mensch nen gekochten Fisch reinzwängt.
Eine rein instinktive Ernährung funktioniert zugegebenermaßen auch nur mit rohen Lebensmitteln. Einzeln, ungemischt.
Lösche Benutzer 24617

Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Lösche Benutzer 24617 »

Mit "WER genau und WAS genau hat deine Schwiegermutter davon" meinte ich eigentlich: "WER genau und WAS genau hat JEMAND davon, wenn du den Fisch isst, wenn du ihn nicht magst."
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chennai
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von chennai »

sens hat geschrieben: 11.03.2018, 15:40 Mit "WER genau und WAS genau hat deine Schwiegermutter davon" meinte ich eigentlich: "WER genau und WAS genau hat JEMAND davon, wenn du den Fisch isst, wenn du ihn nicht magst."
Aber das ist doch ganz klar: Wenn man für Gäste kocht, gibt man sich Mühe und freut sich, wenn diese Mühe dadurch belohnt wird, dass es den Gästen schmeckt. Da die Schwiegermutter ja nicht weiß, dass Schwiegertochter nur so tut, als würde es ihr schmecken, hat sie diese Belohnung ja trotzdem. Und das ist ja auch der Sinn dessen, dass man manchmal vortäuscht, dass es einem schmeckt oder gefällt oder was auch immer.

Wir waren mal in Vietnam bei einer Familie eingeladen, die uns die lokalen Spezialitäten auftischten und für 'die Europäer' und ihre Großnichte ziemlich aufgekocht hatten. Spezialität waren frittierte Heuschrecken. Eine Mitreisende war Vegetarierin, die vietnamesische Großnichte hat sich geekelt, so blieben noch ein Freund und ich, um die Höflichkeit zu wahren. Ich hätte das jetzt nicht haben brauchen und hätte es in einem Restaurant nicht bestellt, aber habe mich eben der Höflichkeit halber überwunden. So schlecht hat es dann letztlich auch nicht geschmeckt, und die Gastgeber haben sich natürlich tierisch gefreut - das war es definitiv wert.

Das war natürlich eine eher extreme Situation, in einem normalen Gastkontext würde ich je nachdem schon sagen, dass ich lieber nur Beilagen esse oder so.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


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Missy
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von Missy »

Vronilein hat geschrieben: 11.03.2018, 14:26
Zööö hat geschrieben: 11.03.2018, 13:49 Also dass du tatsächlich Dinge isst die du gar nicht magst entsetzt mich schon etwas. Probieren meinetwegen, aber was essen was man eklig finde finde ich total seltsam.
Hm, im ernst? Ich finde das gehört essentiell zu guten benehmen wenn man eingeladen ist.

[/quote]

Das gruselt und triggert mich auch total.
Ich erinner mich daran, dass ich bei einem Weihnachtsessen mal neben meinem neuen Chef-Chef sass (Damals war ich noch recht jung). Und ich hatte mir etwas bestellt, was mir dann sowas von gar nicht geschmeckt hat, dass ich den Würgereiz schon beim Geruch bekämpfen musste. Den Probierbissen habe ich in der Serviette verschwinden lassen müssen.
Ich hatte also die Wahl, mich im Laufe des Essens auf den Teller zu übergeben, oder das Essen heimlich in meiner Handtasche verschwinden zu lassen. Ich habe mich für zweiteres entschieden.
Und nach diesem Erlebnis habe ich beschlossen, dass ich mich nie wieder so entwürdigen werde und seither gehe ich offen damit um. "Ich kann das leider nicht essen."

Wenn mir jetzt jemand dadurch schlechtes Benehmen unterstellen würde, dann hätte ich auch keine Notwendigkeit auf weiteren Kontakt zu dieser Person.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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chennai
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Re: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt...?

Beitrag von chennai »

Sens, ich finde, du verkürzt das Thema Essen auf reine Nahrungsaufnahme. Das Kleinkind ist natürlich auch gekränkt, wenn es dir ein Bild malt und du dann anfängst mit 'He, naja, aber ein Mensch hat doch Finger, wo sind die denn in deinem Bild, und schau mal, wie krakelig du das Kleid ausgemalt hast. Naja, aufhängen will ich das nicht, ich warte lieber, bis du mal besser malen kannst. Aber nett, dass du dir die Zeit genommen hast'. Das würde ja wohl auch niemand tun. Und wenn dir das Kind nen Pfannkuchen gefüllt hat - viel zu viel und dann noch mit Zuckerstreuseln - igitt- dann wird es auch beleidigt oder traurig oder gekränkt sein, wenn du das nicht isst. Das sind doch eigentlich Klassiker des 'Vortäuschens um beim Gegenüber ein positives Gefühl auszulösen'.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


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