Auch in dem Satz dieser Bindungsforscherin liegt eine echte Gefahr. Es gibt Umstände und Situationen, in denen Eltern unglücklich sind, überlastet, erschöpft, krank - egal wie gut die Selbstfürsorge ist, das Leben grätscht manchmal dazwischen (z.B. Arbeitslosigkeit, Traumata - auch Geburtstraumata, schwere Krankheiten, Todesfälle). Und wenn die sowieso schon unglückliche Bezugsperson dann auch noch ständig ein schlechtes Gewissen hat, weil das Kind in dieser Logik nun schließlich auch unglücklich ist, erhöht das doch auch immens den Druck.miss_undercover hat geschrieben:Maja, ich verstehe glaube ich, was Du meinst, finde aber auch, dass in dieser Ansicht (es muss auch mal ohne gut gehen gehen) eine echte Gefahr liegt. Hast Du das Zitat in meinem Artikel gelesen von der Bindungsforscherin? 'Ein Kind kann immer nur so glücklich sein wie seine unglücklichste Bezugsperson?' Das halte ich für einen ganz wichtigen Satz. Es ist kein Zufall, dass bindungsorientierte Elternschaft ohne ausreichend Selbstfürsorge häufig in einem handfesten Burnout endet ...
Vielmehr wirkt es entlastend - und m.E. ist das auch entwicklungspsychologisch gegeben - wenn man sich darauf verlassen kann, dass ein Kind mit mehreren feinfühligen Bezugspersonen sein Lebensglück auch aus dem Glück der gerade-nicht-unglücklichen Menschen ziehen kann.