Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

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jente
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Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von jente »

Ich habe gerade einen Artikel in der Zeit gefunden, der mich nachdenklich gemacht hat.
Stillen ist Liebe, Fläschchengeben auch
Abgesehen davon, dass die Kernaussagen für mich richtig klingt - Frauen sollten sich aus meiner Sicht gegen das Stillen entscheiden können und diese Entscheidung geachtet werden - finde ich die häufige Nazizeit-Erwähnung... merkwürdig. Ist Stillen zu propagieren ist dasselbe wie Schreien lassen zu propagieren? Oder darf man das Stillen nicht mehr intensiv empfehlen, weil die Nazis es als gut befanden und Druck in diese Richtung ausübten? Unabhängig davon, ob es objektive Fakten gibt, die für das Stillen sprechen?

Ich spreche nicht von Druck zum Stillen, auch wenn Sie den überall zu erleben scheint. Mir ist Druck in die Richtung einfach nie untergekommen. Ist das wirklich die Realität in D? wie erlebt ihr das?
jente mit K1 (2013) und K2 (2016)

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Carlotta
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von Carlotta »

Ja der Druck zu stillen ist definitiv da. Ich meine man muss ja nur hier lesen wie oft darüber gesprochen wird, wenn Mütter schnell zufüttern, schnell Beikost geben usw. Und es ist einfach so, dass viele zwar ganz gerne stillen aber nicht so lange.
ich habe eine Freundin die hat mit Abstilltablette sofort abgestillt, ohne Versuch. ja, das wurde oft kritisiert. Ich denke ähnlich oft wie jemand kritisiert wird der Ü2 noch stillt. Deshalb denke ich dass viele auch auf die " es hat nicht geklappt" Schiene gehen, denn nicht STillen wollen ist schon ein Stigma. Genau wie ich nicht jedem erzähle dass ich noch stille, denn je nach Person habe ich da auch keine Lust drauf.
Ich denke wenn man irgendwei aus der Norm fällt, ist immer kritik da. Und die Norm ist eben am Anfang zu stillen (oder es eben zu WOLLEN) und dann aber nicht zu lange.
Ich finde ja Stillen sollte jedem selbst überlassen sein - ich propagiere da gar nix. Hat jemand eine Frage beantworte ich das gerne oder erzähle von mir.
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MaMa
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von MaMa »

Ich werde mir den Artikel später zu Gemüte führen,
was ich aber jetzt schon einwerfen kann ist, dass ich eher (teils massiven) Druck verspüre (endlich) nicht (mehr) zu stillen .....
Andersrum ist es mir noch nie begegnet. Auch nicht durch Hebamme, Geburtsvorbereitubgskurs, andere Mütter .....
"...tun, was in der Familie wichtig ist. Konsequent. Erhobenen Hauptes. Und hüpfenden Schrittes."
(aus "Slow Family" von Julia Dibbern und Nicola Schmidt)


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jente
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von jente »

Mich stört glaube ich einfach sehr der Vergleich zur Nazizeit. Der ist aus meiner Sicht meistens fraglich und wirkt als Totschlagargument. Da frage ich mich dann oft, ob man keine anderen Argumente hatte für seine Sache (gilt auch fürs Schreienlassen). Hätte man für den Grundgedanken hinter diesem Artikel keine anderen oder von mir aus wenigstens zusätzlichen Argumente finden können? Muss da das ganze - wortlos mit implizierte - Grauen der Nazizeit mit ran?
jente mit K1 (2013) und K2 (2016)

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Lösche Benutzer 21900

Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von Lösche Benutzer 21900 »

Lustig, ich habe den Artikel auch am Wochenende gelesen und hatte exakt den gleichen Gedanken wie du.
Kernaussage absolut richtig aber die Umsetzung und Argumentation finde ich überhaupt nicht gut.
Habe mit Gini schon diskutiert, die sah das ganz anders.
Habe lange überlegt, den Artikel mal hier ins SuT zu stellen. :wink:

Ich finde, dass sich jede Frau gegen das Stillen entscheiden darf. Aber Stillen ist nun mal das Beste. Und jeder, der sich dagegen entscheidet, muss damit leben, eben nicht "das Beste" zu machen. Klingt jetzt härter als es gemeint ist. Das heißt ja nicht, dass es schlecht ist oder diese Frauen schlechtere Mütter sind. Es ist einfach ein Fakt. Und Frauen, die wirklich nicht stillen können, zerbrechen ja genau an dem Gedanken, nicht das beste fürs Kind tun zu können. Die tun mir auch furchtbar leid. Und gerade weil ich die Gründe nicht kenne, würde ich niemals eine Frau böse anschauen, die ihrem Kind ein Fläschchen rausholt. In meinem RüBi-Kurs betrug das Verhältnis Stillkinder/Flaschenkinder ca 50:50 und niemand hat das thematisiert oder verurteilt.

Ich habe übrigens keinen Druck gespürt in Richtung Stillen. Eher im Gegenteil, in meinem Umfeld haben alle mit 6 Monaten abgestillt und hier ist erstmal kein Ende in Sicht.
Carlotta
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von Carlotta »

ja das Naziargument finde ich auch nicht adequat.

Kennt ihr denn Frauen die bewusst GAR NICHT gestillt haben? Ich kenne auch wirklich ein Paar die sich durch die ersten 1-6 Monate "gequält" haben und dann sehr froh waren abstillen zu "können". Ich denke schon dass da der gesellschaftliche Druck mit reingespielt hat, warum sie es überhaupt gemacht haben (natürlich kann man dann auch diskutieren ob der Druck nicht dann auch gut ist, denn die Kinder wurden so gestillt.)
Ich denke viele Frauen zerbrechen auch wegen diesem Druck, nicht nur an der reinen Tatsache nicht stillen zu können. Genau wie manche aus Druck abstillen weil man halt nur ein Jahr stillt oder so.
Ich bin nicht so emfpänglich für Druck von außen, ich würde so oder so mein eigenes Ding machen, andere lassen sich da schon sehr beeinflussen.
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von Maja »

Ich erlebe das - in meiner Wohnregion und meinem gesellschaftlichen Umfeld - nicht so wie in dem Artikel beschrieben (eher gibt es hier dumme Sprüche für länger Stillende...) und finde Nazizeit-Vergleiche auch in fast keinem Kontext sinnvoll oder angebracht. Und auch wenn ich dem Selbstbestimmungsrecht der Frau ("Mein Körper gehört mir") selbtverständlich vorbehaltlos zustimmen möchte, finde ich es kritisch, das als "Totschlagargument" gegen den (nicht nur aus moralischen Aspekten gebotenen) Schutz von Ungeborenen und Neugeborenen einzusetzen. Die Verantwortung für ein komplett abhängiges Lebewesen zu übernehmen ist, bei aller Freude und Liebe und allem Glück, nicht jederzeit hundertprozentig "verlustfrei" gegenüber den eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Interessen, Bequemlichtkeiten und Komfortzonen machbar. Es ist nicht alles "optional", und für viele ist es einfach auch ungewohnt, in die eigenen Entscheidungen die notwendigen Bedürfnisse eines anderen Menschen konsequent mit einzudenken.

Vielleicht ist eher die auch in den Medien gern vermittelnde Illusion, dass man nur ausreichend cool und organisiert sein muss, um Babys "nebenbei" zu wuppen, ein viel größerer psychischer Belastungsfaktor als der (angebliche oder real existierende) Druck zu stillen.

Das einzige, wo ich dem Artikel zustimmen möchte, ist dass professionelle Stillberatung dringend eine Kassenleistung sein sollte. Das würde vielen Babys und Frauen helfen und sich vielleicht volkswirtschaftlich gesehen sogar rechnen.
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soda
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von soda »

Ich erlebe diesen Druck auch - allerdings nicht ausschließlich negativ!

Habe mich selbst sehr unter Druck gesetzt, weil ich es so dringend wollte. Es war ein nicht zu verleugnendes eigenes Bedürfnis, zu stillen. Und es war in der ersten Zeit furchtbar. Aber ich bin froh, dass ich es so gemacht habe. Niemand hätte mich kritisiert, wenn ich Fläschchen gegeben hätte. Im Gegenteil, mein Umfeld wollte es zum Teil sogar gern erreichen.
Ich habe mich dadurch jedoch nicht erleichtert oder entlastet geführt. Stattdessen 'verführt' und hereingelegt. Das war eine rein instinktive Entscheidung, nicht nachzugehen. Denn wenn der Widerstand einmal gebrochen gewesen wäre, hätte ich hier keine Chance mehr gehabt.

Ich habe Bekannte, die abfällig über "Fläschchen-Mamis" sprechen. Örks. Allerdings bekommen auch deren Kinder gelegentlich Pre, wenn es passend ist. Das ist einfach nur unehrlich.

Ich kenne auch Frauen, die sehr durch das Stillen belastet erscheinen (emotional, durch die Verantwortung, die ständige Zuständigkeit, fehlende Planbarkeit). Einige davon können mit der Ungewissheit bzw. der Notwendigkeit zum Vertrauen nicht leben. Sie fühlen sich ohne Milliliter, Uhrzeiten und geleerte Fläschchen nicht sicher.
Die empfinden den eigentlich positiven Trend/Druck zu mehr Stillen und längerem Stillen sicher nicht unproblematisch.

Beruflich lerne ich unterschiedlichste Familien und unterschiedlichste Gründe für (primäres) Abstillen im Kreißsaal, kurz nach Geburt, nach paar Tagen, Wochen oder Monaten kennen. Die wenigsten Frauen haben da Redebedarf, obwohl ich es immer anbiete. Das sei so geplant gewesen, sei schon ok.
Höchst selten wird mal eine Mutter mit großem Baby oder kleinem Kleinkind unruhig, weil dieses weint und am Ausschnitt zupft. Wenn ich dann sage, dass ich das ok finde und wir genug Zeit für einen Snack haben, fallen ihnen fast die Augen aus dem Kopf.

Nicht alles ist optional - Maja, diese Formulierung finde ich perfekt. Es gibt Dinge (und das beziehe ich weder gezielt noch ausschließlich auf das Stillen), die kann man sich nicht aussuchen. Weder im Beruf, noch in der Herkunftsfamilie oder der eigenen Familie. Nicht im Umgang mit den Kindern, noch in Bezug auf den eigenen Körper/Gesundheit. Man IST nicht frei. Das ist eine Wunschvorstellung. Aber man ist frei, sich mit seiner Umwelt bestmöglich zu arrangieren.
Einige empfinden die Empfehlung zum Stillen vielleicht als Druck, andere vielleicht deswegen gerade nicht, weil sie es als sinnvolle Notwendigkeit in natürlichem menschlichen Verhalten gar nicht hinterfragen. Die Interpretationen sind da wahrscheinlich so breitgefächert, dass das Verallgemeinern immer einem Großteil der Betroffenen sehr Unrecht tut.
Vielleicht ist eher die auch in den Medien gern vermittelnde Illusion, dass man nur ausreichend cool und organisiert sein muss, um Babys "nebenbei" zu wuppen, ein viel größerer psychischer Belastungsfaktor als der (angebliche oder real existierende) Druck zu stillen.
Das sehe ich genauso.
mit T (2013) und T (2017)
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chennai
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von chennai »

Ich weiß nicht recht, ich sehe das zwiespältig. Mag schon sein, dass generell die Mütterolympiade und der verbissene Perfektionismus in Deutschland irgendwie noch Wurzeln in der Nazizeit hat. Aber es kommt ja doch sehr darauf an, in 'welchen Kreisen' man verkehrt, ob man nun für's (zu lange?) Stillen oder für's Nicht-Stillen missbilligende Blicke erntet. Also eine homogene Mutterschaft die Abtrünnige verurteilt, gibt es GsD ja nicht.

Dass von offizieller Seite nur noch Aussagen kommen, dass das Stillen das Beste für'S Kind ist, Ersatznahrung das Zweitbeste, finde ich gut und richtig, es ist nun mal nach derzeitigem Stand so. Dass man sich über diese Empfehlungen hinwegsetzen kann und darf, ist auch richtig. Ich weiß auch, dass ich weniger essen sollte und tu es trotzdem nicht. Es gibt viele Dinge im Umgang mit den Kindern, die hier bei uns nicht perfekt laufen, viele Empfehlungen, die ich für uns nicht so 100%ig umsetzen kann oder will. Trotzdem sehe ich aber das Stillen schon als etwas Elementares und eine größere Sache, als z.B. zuckerfreie Ernährung oder TV-Konsum. Es geht einfach um den Start ins Leben und die besten Voraussetzungen dafür. Da finde ich es auch natürlich, dass man sich selbst (!) fragt, warum Mutter von xy das ihrem Baby nicht geben will / kann. Ich würde da nie nachfragen, eben weil man nicht weiß, was der Grund ist, ob das vielleicht eh schon ein schmerzlicher Punkt bei der Mutter ist usw. Meist bekommt man ja aber ungefragt eine Erklärung - und da muss ich zugeben, dass ich durchaus bei mancher Erklärung meine Zweifel hatte (Schwägerin hat abgestillt, weil ihr Frühchen Blähungen hatte. Die hatte es nach dem Abstillen - oh Wunder - auch noch, aber es war dann ja schon irgendwie praktischer...). Und manchmal passt das Nicht-Stillen halt auch ins Gesamtbild von 'ich muss spätestens 2 Monate nach der Geburt wieder meine Bikinifigur haben, und wenn ich nicht regelmäßig abends ausgehen kann, dreh ich durch'. Das ist natürlich trotzdem alles die Entscheidung der Mutter, aber meine Gedanken mach ich mir eben doch darüber und kann auch nicht garantieren, dass der ein oder andere Blick dann nicht vielleicht missbilligend rüberkommt.

Die Liebe würde ich Müttern / Eltern deswegen sicher nicht absprechen, aber ich finde für mich persönlich, dass zum Kinderkriegen schon ein gewisser Grad an Selbstaufopferung dazugehört, sonst ist es eine eher abstrakte Liebe. Und diese Aufopferung hat für mich so gar nichts mit dem Mutterideal der Nazis zu tun, auch wenn Selbstaufopferung dort vielleicht auch dazugehörte.

Letztlich stört mich also, dass die Nazivergleiche nur so oberflächlich angebracht sind und daher wirklich wie 'die Nazi-Keule' funktionieren. Eine wirkliche Untersuchung, ob die Mütterolympiade in Deutschland anders ist als in anderen Ländern, ob da evtl. die Geschichte mit reinspielt, wie sich das vor und direkt nach der NAzizeit entwickelte, das wäre sicher interessant, wird aber in diesem Artikel nicht geleistet, und von daher sind die Vergleiche für mich deplatziert.
Lieben Gruß,
Chennai mit Weihnachtsengel (Ende Dezember 2008) und Maikäferchen (Ende Mai 2011)


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nido56
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Re: Artikel von Nora Imlau in der Zeit über den Druck zu Stillen

Beitrag von nido56 »

Es gibt nunmal Frauen, die lehnen das Stillen von vorn herein fuer sich ab, oder empfinden es als so belastend, dass sie am liebsten gleich wieder aufhoeren moechten. Das ist, meiner Meinung nach, OK. Tatsaechlich finde ich, das jede Frau ueber ihren Koerper entscheiden darf.

Warum das so ist, ist eine andere Frage. Ich vermute, dass die gesellschaftliche Einstellung zum weiblichen Koerper, die grosse Bedeutung der Selbstbestimmung in unserer Gesellschaft und natuerlich die fehlenden Vorbilder und die mangelhafte Unterstuetzung in vielen Faellen unterbewusst eine grosse Rolle spielen. Das ist aber egal. Heutzutage hat eine Frau auch das Recht, aus freien Stuecken die zweitbeste Loesung fuer ihr Kind zu waehlen. Ich habe gestillt, aber in anderen Bereichen durchaus auch Entscheidungen getroffen, von denen ich wusste, dass sie fuer meinen Sohn nur die zweitbeste Loesung waren, weil ich eben auch seine Beduerfnisse mit meinen und denen der restlichen Familienmitglieder sowie den praktischen Randbedingungen in Einklang bringen musste.

Schade finde ich, dass die allermeisten Frauen das nicht so kommunizieren. Die meisten Frauen in meinem Umkreis, die nur sehr kurz gestillt haben, hatten "nicht genug Milch" bzw. Kinder, die sich mit wenigen Monaten "selbst abgestillt" haben. Ich bin sicher, einige glauben das wirklich, weil sie schlecht beraten waren. Bei den meisten bin ich aber sicher, dass sie eigentlich nicht gluecklich waren mit dem Stillen, sich aber aus Angst vor heftiger Kritik nicht trauen, das zuzugeben.

Und hier sehe ich ein grosses Problem: Weil so viele Frauen sich nicht trauen, zuzugeben, dass sie freiwillig abgestillt haben, und behaupten, nicht stillen zu koennen, ergibt sich das Bild, dass Stillen etwas sehr Kompliziertes ist, das nur in den wenigsten Faellen problemlos gelingt. Das wiederum fuehrt dazu, dass auch viele Frauen, die eigentlich gerne stillen wuerden, schon im Vorfeld Angst bekommen und dann auch schnell aufgeben, wenn es nicht gleich 100% rund laeuft.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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