Kind "will nicht" in den Kindergarten

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Feuerkatze
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Re: Kind "will nicht" in den Kindergarten

Beitrag von Feuerkatze »

Hier hat die Grosse auch eine Phase (gehabt) mit schon in der Früh ansagen "Nein, nicht KiTa" und grossem Geschrei. Hier war und ist es sehr davon abhängig wie gut sie geschlafen hat. Muss ich sie wecken ist der Protest gross, hat sie genug geschlafen, dann geht sie meist ohne Probleme. Ich habe am Anfang versucht sie vor 8:00 dort zu haben, damit sie mit frühstücken kann, aber inzwischen sind wir einfach bei 9:00 ist auch ok.
Und sie hat auch früher geweint, wenn sie bei mir bleiben musste und meine Frau weggegangen ist. Und wenn ich sie weinend abgebe, dann hat sie sich meistens beruhigt bevor ich aus der Tür bin, sie gibt sogar manchmal an, dass sie zur Betreuerin will um getröstet zu werden.
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samoe
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Re: Kind "will nicht" in den Kindergarten

Beitrag von samoe »

Hallo,

also ich bin mittlerweile der Meinung, dass man die Kinder dann lieber zu Hause lassen sollte, wenn es einem
a) möglich ist (Elternzeit o.ä.) und
b) man das nervlich eben aushält (eine völlig überreizte Mama bringt natürlich auch niemanden was).

Mein Sohn kam im Mai '15 in den KiGa, vorher bei einer TaMu ab 17 Monaten. Im Juni '15 wurde der kleine Bruder geboren. Ab Mai '16 ging mein Mann arbeiten (vorher noch Studium) und ab dann wurde es mit dem Großen immer schwieriger, dass er völlig überdreht aus dem KiGa kam und/oder nicht mehr hinwollte. Der Juli war dann komplett frei für ihn und ich merkt, wie sich die Situation in unserer Familie wieder entspannt. Nun habe ich Ende Sept. gekündigt, de facto ist er aber jetzt schon immer zu Hause. Wir starten evtl. wieder im neuen Jahr.

Meinem Sohn tut das soooo gut. Er ist (evtl. hoch-)sensibel und genießt die Ruhe und die Freiheit zu Hause sehr! Wir haben aber auch ein riesiges Grundstück und es ist immer was los...

Wie deiner Vermutung schon auch ist: Dein Sohn fühlt sich evtl. jetzt schon hinters Geschwister zurückgesetzt. Kinder sehen, dass sie selbst "weggeschickt" werden, während das Kleine (in unserem Fall) daheim bei Mama bleiben darf.

Hör auf dein Herz!! Das Argument mit der Schule finde ich übrigens immer doof...denn Schule ist nunmal in Dtl Pflicht, aber ich kam immer mehr in Erklärungsnöte, warum denn der Große in den KiGa müsste während ich zu Hause bin...
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Jolina
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Re: Kind "will nicht" in den Kindergarten

Beitrag von Jolina »

Hallo,

ich denke nicht, dass Weinen beim Abgeben immer bedeutet, dass das Kind die Erzieher nicht als Bezugsperson akzeptiert. Es gibt doch auch Kinder, die weinen, wenn ein Elternteil geht und das Kind mit dem anderen Elternteil zu Hause bleibt. Das kann doch manchmal schlicht ein gewisser Trennungsschmerz sein, der ja auch vollkommen ok ist und mit dem das Kind auch lernen muss umzugehen wie mit anderen Gefühlen auch. Ich bin ja auch manchmal traurig, wenn mein Mann geht (natürlich nicht immer und natürlich weine ich dann nicht aber ihr versteht was ich meine?).
Wir haben auch gerade eine Phase, in der der Große beim Abgeben eine Träne im Auge hat und auch sagt, ich soll da bleiben. Allerdings bleibt er zur Zeit auch weniger bei seiner (heiß geliebten) Oma. Und die ist definitiv eine Bezugsperson für ihn. Ich glaube, er macht da auch gerade eine Entwicklung durch. Er beschäftigt sich auch viel mit Zeit und Zeiträumen, vielleicht nimmt er die Trennung daher auch anders wahr (lange Trennung im Vergleich zu kurzer)?

Was antwortet ihr denn, wenn eure Kinder sagen "ich will nicht in die Kita"? Ich habe früher immer sowas gesagt wie "das muss aber sein, Mama muss arbeiten (Schwester versorgen/Putzen/was auch immer). Außerdem müssen deine Freunde dann doch ganz alleine spielen. Das wird sicher toll in der Kita...".
Aber ich denke, das hat es ihm schwerer gemacht, weil es sich so anhört, als würde ich eigentlich selber nicht wollen, dass er hingeht, aber es muss halt sein. Und am Ende ist die Kita für ihn dann die "Böse". Ich sage jetzt immer " ich verstehe, dass du nicht in die Kita willst. Ich will aber, dass du hingehst" (ich fand das am Anfang furchtbar schwer, habe es aber nachdem ich ein Buch von Juul gelesen habe, ausprobiert und es geht immer besser). Wenn er dann nachfragt, warum, erkläre ich es ihm halt (Arbeit/Hausarbeit/Einschlafbegleitung der kleinen Schwester) und schlage ihm dann noch etwas vor, was er in der Kita machen könnte und sagen ihm, dass wir dann nach der Kita spielen können, weil ich dann wieder Zeit habe und Sage auch, dass ich mich darauf freue. Manchmal will er dann früher abgeholt werden, was bei uns momentan zum Glück kein Problem ist.
Seitdem ich das so mache, ist es für uns beide einfacher. Und es fühlt sich ehrlicher an. Ich habe nicht das Gefühl, dass er sich dadurch zurückgesetzt fühlt, sondern ernst genommen. Aber er geht halt grundsätzlich eher gerne in die Kita.

Wenn ich mir unsicher bin, ob er nur der Abschied schwer fällt oder ob er sich wirklich unwohl fühlt oder Sehnsucht hat, frage ich aber auch immer die Erzieher, wie er sich verhält, wenn ich weg bin (direkt danach und während des Tages). Wenn da alles ok ist und mir auch beim Abholen nichts auffällt sondern er spielt, wenn ich komme und gut drauf ist, denke ich schon, dass es so für ihn passt.

Aber ich muss gestehen, natürlich fragt man sich hin und wieder, ob es für ihn zu Hause besser wäre. Aber ich könnte hier halt garkeinen Kontakt zu anderen Kindern bieten. Und die Kleine braucht halt auch Aufmerksamkeit.
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amandaH
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Re: Kind "will nicht" in den Kindergarten

Beitrag von amandaH »

Ich sage jetzt immer " ich verstehe, dass du nicht in die Kita willst. Ich will aber, dass du hingehst" (ich fand das am Anfang furchtbar schwer, habe es aber nachdem ich ein Buch von Juul gelesen habe, ausprobiert und es geht immer besser)
Hui! Ja, kann mir vorstellen, dass das nicht so leicht ist. Lese auch gerade Jesper Juul und kann mir vorstellen, warum das eine gute Reaktion ist.

Also, ich muss zugeben: Ich habe zuerst immer gefragt "Warum?", wenn er gesagt hat, dass er nicht hin möchte. Vor allem, weil ich es wirklich wissen wollte! Er sagte dann aber meistens "ich will lieber hier bleiben" oder "du sollst mitkommen" oder hat völlig ausweichend geantwortet. Das war für mich das Zeichen, dass es nicht am Kindergarten lag sondern wohl eher daran, dass er ausdrücken wollte, dass er Zeit mit mir verbringen möchte. Diese letzte Zeit der Schwangerschaft, in denen man im Allgemeinen und mit frühzeitigen Wehen insbesondere nicht mehr so flexibel ist, sind ja echt nur ein paar Monate, aber ihm kommt es natürlich vor wie eine Ewigkeit. Ich freue mich jetzt schon drauf, nach der ersten Wochenbettzeit mit ihm wieder ganz anders Zeit verbringen zu können. Und natürlich kann ich ihn dann morgens auch selber nach einem stressfreieren Frühstück hinbringen und mittags relativ flexibel abholen. Ob ich zu den Müttern gehöre, die tatsächlich mit zwei Kindern (und ohne Garten) zu Hause bleiben kann, wird sich dann zeigen.

Heute (Sonntag) sagte er übrigens nach dem Mittagessen, dass er jetzt in den Kindergarten möchte! Obwohl wir heute Morgen lange auf einem Spielplatz mit vielen Kindern waren...
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Jolina
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Re: Kind "will nicht" in den Kindergarten

Beitrag von Jolina »

amandaH hat geschrieben: Also, ich muss zugeben: Ich habe zuerst immer gefragt "Warum?", wenn er gesagt hat, dass er nicht hin möchte. Vor allem, weil ich es wirklich wissen wollte! Er sagte dann aber meistens "ich will lieber hier bleiben" oder "du sollst mitkommen" oder hat völlig ausweichend geantwortet. Das war für mich das Zeichen, dass es nicht am Kindergarten lag sondern wohl eher daran, dass er ausdrücken wollte, dass er Zeit mit mir verbringen möchte.
Ja, gefragt, warum er nicht hin will, habe ich natürlich auch immer! Wenn der Grund wäre, dass die Erzieher gemein sind oder er nur drangsaliert wird von den Kinder (mal als Extrembeispiele) oder er sich aus welchen Gründen auch immer unwohl dort fühlt, wäre "ich will aber, dass du da hingehst" ja richtig brutal!! Ich hoffe, dass hat jetzt niemand so verstanden! Ich meinte nur die Fälle, in denen nichts an der Kita an sich missfällt, sondern "nur" die Trennung schwer fällt.
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Re: Kind "will nicht" in den Kindergarten

Beitrag von Jolina »

Jetzt schreib ich hier gestern noch und heute hats uns dann erwischt. Mein Sohn hat die Nacht schon schlecht geschlafen und immer nach mir gerufen (mein Mann war vei ihm), heute morgen dann andersrum. Er sagt, er hat Angst, dass wir nie wiederkommen. :cry:
In der Kita wollte er dann auch, dann ich bei ihm bleibe. Ich war dann auch bis eben (ca. 1h) da. Dann kam seine Bezugserzieherin und wir hatten ausgemacht (also er und ich), dass ich dann gehe. Er hat noch ein bisschen "nein, bleib" gesagt, aber geweint hat er nicht mehr und er ist dann auch mit ihr an der Hand bereitwillig weggegangen.
Gott, wie furchtbar! Ich war mir schon sicher, dass ich ihn wieder mitnehmen muss, aber am Ende schien es dann ja ok zu sein. Ich hätte ihn so nicht weinend dagelassen. Er war ja anfangs fast panisch. Das ist dann echt was anderes als ein bisschen Trennungsschmerz.
Ich fand es aber gut, dass ich bleiben "durfte", war auch mit im Morgenkreis.

Jetzt hab ich natürlich trotzdem Angst, dass er es dann irgendwann doch wieder ganz schlimm findet. :cry:
Ich hoffe, sie rufen dann an.
Jolina mit Sohn (*13) und Tochter (*15)
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